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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-08-31 · 35 (31.8.1870) · p. Seite 289

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
35 (31.8.1870)
Date
1870-08-31
Page
Seite 289 (sequence 5)
Language
German
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289 ist zum Ausführen nicht da Augenblick d», ad« die Auffordauug «ud Mahnung ist ein fitoet zu fein« Zeit. „Unsere Brüder stehe» im Felde; mir, zu Haufe, dürfe», wenn die Zeit kommt, nicht in abärmltcha Keiglutt stille fitz«!" Kriegs - Nachrichten. Wem» da »Jew. Record.' eine Rubrik für „war notea“ «öffnet hat, und »Edueatore iSraelttteo' fei»«» Monatsbericht mit den Worten beginnt: »Wir find im Krieg«; alle Aufmerksamkeit wendet fich auf diese» eine» Punkt. Solle» wir von Religio», von Synoden, Wissenschaft, Literatur reden, «va wird darauf hörmk Auch wir ivaden vom Kriege berichten/ so »vadea auch »vir diejenige» Krieg-»Berichte, welche für diese» Blatt geeigaet find, hia zusammen,>utrazm habe». 9di*, 18. August. Da» ,verl. Fr.» u. Auz.-Bl.' schreibt: Da» von Herru Martin Pael» Hierselbst un» eiagesaudte Madrid« Loo» von 100 Fr. hat bereit» durch nachfolgende» Schreiben seine Bestimmung «halte«, indem e» Har Pael» dem Husar Edel zugesprochen hat, an den e« heute abgesandt ist. — Da» Schreiben laut«: »Frankfurt a. M., 12. August. Harn Martin Pael»! Au» dem »Fremdenblatt' habe ich erfahren, daß Sie eine Belohnung für ein« besonda» tapfaea und heldenmüthigen Soldaten da deutschen Arm«, jüdischen Glauben«, bestimmt. Ich «taube mir Ihnen mstzutheilen, daß im hiesigen Lazareth auf da Pfingstweide ein Husar mosaisch« Religion vawundet liegt, welch« fich durch seine Tapferkett besonder« au«gezetchnet! Er ritt nämlich mtt seinen Kameraden im Galopp durch ein Dorf in da Nähe von Wörth. Die Hansa waren von französisch« Infanterie besetzt, welche auf die durchrettendeu Husaren feuerten. Schon war a außerhalb de» Dorfe» und hatte keine Gefahr mehr zu fürchten, al» er umblickte und feinen Lieutenant mitten im Dorfe unta dem Pfade, welche» von ein« französischen Kugel gettoffen war, liegen sah. Die Franzosm warm gerade im Begriffe, fich de« Offizia» zu bemächttgm, al» da Husar nochmal» in dm Kugelregm zurückritt und seiam Borgesetztm haauthteb. Leid« «hielt a dabet einm Schuß in da» Bein, wodurch a wohl zeitlebm» gelähmt bleibm wird, und da « Metzz« ist, wobei a, um Vieh zu kaufen, viel unterwez» sein muß, weiß a nicht, wie a spät« sein Gffchäft betreib« kann, um seine Frau und drei Kind« zu ernähren. Da Husar heißt Edel, liegt im Lazareth auf da Pstngst»vet!>e und liefert alle Beweisstücke prr Stelle. E» ist übrig«» d«selbe tapf«e Husar, »velcha die Uniform de» Genaal» Douay erbmtete. Hochachtungsvoll Alexander Strauß, Firma: Stegmund Strauß senior in Frankfurt a. M.' Die »Ostd. Ztg.' bnichtet: Da bei Wörth gefallme Land- »vrhr-Ltmtmant Jaffö (ein Kaufmann unser« Provinz und ein« da »vmtgm jüdtschm Landivehr-Offiziae uns«« Arm«) hatte gleich im Anfänge de» Gefecht» einm Streifschuß «halten, nach deflm Besichtigung ihn d« Arzt aufforderte die Gefechtllini« zu valaffen. 8r leistete jedoch dies« Aufforderung keine Folge und fiel eine Stunde später im mörderischm Granatfm«. Die »Tribüne' bestreitet die Behauptung, daß jüdisch« Landwehr-Offiziere nicht einberufm, übagangm werden setm. Sie hält dafür, daß dngleichm unta dm jetzigen Verhältnissen undmkbar sei. Da au» dem ehemaligm Königreich Hannova gebürtigte Redaetmr de» ,J«raelit' erzähtt au« Mainz (15. Aug.): »Soebm hattm »vir da» Vergnügen, einm leichtverwundeten Landsmann und Glaubensgenossen zu sprechen, da in da Schlacht bei Saarbrückm-Sptcham sei» Blut für» Latalaad vagoffen, auf de« Schlachtfeld« sich durch besondae Bravour bervorgethan und tu Folge deffm zu« Lieutenant befördert worden ist. Derselbe hatte al» Jude »ad Hannovaana da» doppelte vorurtheil zu widert egen, und e» ist ihm wie viel« Anden» in gleich« Lage gelungen. Mtt Freudm veruahmm wir, daß «nsae Glaubm»- geiwffm fich währeud de» gegmwärttgm Feldzuge» da Anerkea- «ung ihr« Borgesetztm, da Liebe ihr« Kamerad« erfreuen.' Da» 2. (pommasche) Armncorp» ist erst am 18. d. bei Gravelotte in» Fm« gekommen. Während wir, ohne genauae Aagabm, von gefallen« Iudm au» and«« Eorp» schon gehört Hab«, fehl« au» jmem, un» zunächst bekannt«, noch die Nachrichten. Doch oernehmm wir, daß ei» hiesig« Jude vom 2. Gre» nadia« Regiment, welche» am 18. Abmd» dm letzt« Stoß geführt hat, von sechs Kugeln getroffm wordm und doch durch Gotte» Obhut nicht fchw« vawundet ist. Er konnte »och zum Labaudplatz gehen, erlitt ab« iu der Rächt bei einem mtstehmdm Alarm noch eine starke Eontufion durch einm Fall. Bei alledem ist setu Zustand ohne Gefahr. Ron von der Gegenseite. Daß in da französisch« Arm« viele Offiziae, auch höham Range«, dien«, ist jedem unser« Les« bekannt. Bon dm in dm letztm Wochm «folgt« Ernmnungm führ« vtt an: Gabriel Gustav Brisac zum Oberst eine« Artillerie-Regiments; Adolph Worms zum Bataillon»« Commandeur in d« Mobilgarbe. — D« Ob«-Rabbiner von Frankreich hat durch Cttmlar alle jüdikchm Familim, welche Angehörige in da Arm« Hab«, aufzefordert, ihm durch die Rabdinate ein Berzeichniß derselben zukommea zu lass«, damit die jüdisch« Feldgeistlichm die Ramm und Familim-B«hältniffe ihrer Glanbm»gmoffm kmnm und eine höchst ersprießliche Tätigkeit und Vermittelung zwischen dm Soldatm und ihr« Familie eintretm laffm können. Eine Auffordaung de» »Gauloi»', besondae Sammlungen u. dgl. unt« dm J-raeliten vaanlaffen zu wollm, hat da Ob«-Rabbiner abzelehnt. Eine Dame hatte ihm geschriebm: ,Mir brauch« keine jüdische Charpie." Die Kehrseite liegt in folzmdm Bericht«: Fgase^ 8. August. Einm kaum mind« bewegt« Sonntag als vor drei Wochen hat unsere Sradt gestern erlebt. Am Morgm kam die Nachricht üb« dm Sieg bei Wörth. Gezm Abmd kam Bericht üb« da» allgemeine vorrückm da Dmtschen, die Niederlage Froffard» und die kaisaliche «nsthaste Proklamation, die an da» berühmtmouvement retrograde von 1812 «innert. 8Ba8 ab« dies« Bericht« eine augmfällige Bestätigung verlieh, da» war da Zug da Flüchtig« aus dem Elsaß, die in unaufhaltsamem Zuge seit grstan Nachmittag in Fuhrwnken und Aufzügen aller Art in und durch unsere Stadt kamen. In erst« Linie di« in dm elsäsfischm Dörfern wohnenbm Juden, sodann Landleute mtt Bettstückm und L-.«»Mitteln, dann ganze Wagen mtt Möbeln, wobei man sich manchmal fragte, ob sie wirklich den Fuhrlohn werth sei«; ab« auch feine Gefährte, mtt Kindern und Frauen vollgepfropft, und endlich Beamt« und Notare, auf ihren Kassm sitzend. — Wa» hat dies« panischen Schreckm her» vorzebrachtf vorerst wohl die Gerüchte üb« einm Uebagang dmtsch« Truppen bei Jstein rc. Sodann die Thatsache, daß alle französischen Truppen au» da Gezmd nordwärt» marschirtm, daß sogar die Douanier» und GenSd'armm auf die Belfort« Linie zurückbeordat warm, und bah« da mllitäriiche und polizeiliche Schutz fehlte — ein Schutz, dm man in dies« Gegend unmöglich entbehren zu könnm scheint. Und leid« mtt Recht. Dm Judm wenigst«» ist bet jed« größan Bewegung in Frankreich — auch wenn kein äußer« Feind anrückte — in unserer Gegend jeweilen übel mitgespiett worden. Die groß« Principtm von 1780 hindert« nicht, daß Iah« laug vor der «st« preußi« schm Juvafio» die mißhandelt« und baanbtm Judm zu un» flieh« mußte», und im Jahre 1848, al» zur Freihett und Gleich«

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