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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-08-24 · 34 (24.8.1870) · p. Seite 279

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
34 (24.8.1870)
Date
1870-08-24
Page
Seite 279 (sequence 3)
Language
German
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Berichte und Correspondenzen. 279 Deutschland. Htrerlt«, 18. August. Die israelitische Volksküche hat seit Beginn de« Kriege» täglich 80 Portion» a» Frau» und Kinder ausgerüllter Reservist» und Landwehrmänner unentgeltlich verabreicht, und werden jedm Sonntag die Speisemarkm an die Bedürftigsten unter ihn» für die Dauer einer ganz» Woche zugestellt. Die Frequenz in dieser Anstatt hat so zugenommm, daß täglich 300—400 Portion» abgesetzt werde». (vre»l.Zth) K. chritz, im Juli. (Origiaal-Corresp.) Welche verkehrte Maßregeln klein« Gemeind», welche sich selbst überlast» stad, da, wo e» sich um die heiligsten Interest« de» Judmthum» handelt, nehmen, davon giebt folgmde» Beispiel genüg»d» Aufschluß. Während in den größer» Städt» de» Herzogthum» e» dm jahrelang» Bemühungen einsichtiger, einflußreicher Männer gelungen ist, die Schließung der Missionsschulen zu bewirk», lasten in der klein» Gemeinde NeutompSl bei Grätz jüdische Eltern ihr« Kinder, welche di« städtisch« Schule besuch», auch an dem christlich» Religion»«Unterrichte Theil nehmen. Eine vom hiesig» Rabbiner an dm dortig» Gemeinde «Vorstand ergangene Mahnung und Bitte um Abstellung diese» llebelstande» blieb ohne Erfolg, da dieser die Ansicht au»sprach, die Kinder würd» durch den Gegensatz der christlich» die jüdische Religion bester kennen lem». Wa» mein» Sie, Herr Redacteur, zu dieser neu» pädagogischen Ansicht, die leider nicht wie die in Ihrem geschätzten Blatte au»gesprochmen (?) Ansicht» über Religions-Unterricht Theorem bleibt, sondern faktisch auSgefübrt wird? 2. Kam»»»», 1L August. (Orig.-Correi'p.) Inmitten der patriottschm Begeisterung, die alle Kreise der Beoölkerung durch» dringt, inmtttm der Opferfrmdigkeit an Gut und Blut, in welcher nach 8u»w«iS der öffentlich» Blätter die Jude« wahrlich nicht zurückstehen, hat Ihr geschätztes Blatt doch nur zu gerechte Veranlassung gehabt, ein» .Schmerzensschrei" der Judm zu registrir» über di« Zurücksetzung, die ihn» — oder vielmehr ihrem Glaub» — durch die fortwährende Betonung de« »christlich»' Elemente», wir wollen hoff» unabsichtlich, selbst au» königlichem Munde, selbst bet der Aufforderung zum gemeinsam» Gebete widerfährt. Wie tief gewurzelt diese — soll» wir e» Unart nennen? — in dm Berliner Kreis» ist, ergiebt auch ein Vergleich der durch alle Blätter gezangmen Correspondenz zwisch» dm international» Hilf»vereinm zu Pari» und Berlin, die an sich rtrm Lichtblick der Humanität inmitt» der Nacht de» Blutvergießen» darstellt. Da» Pariser Eomitö spricht von der heilig» Pflicht der Mmschllchkeit und smer international» Mild» thätigkeit, welch« mit dem Patriotismus ein» ist und ihn in höhere Regionen hebt. Da» Berliner Comit» weiß nicht» bessere» zu erwidern, al» gleich im Anfang« von dm Grundsatz» der christlichen Müdthätigkett und Menschlichkeit zu sprechen, die i» Nam» de» französisch» Comitö'» ausgesprochen sei — wovon beiläufig in dem französischen Schreiben nicht eine Sylbe sich findet. Da nun eine absichtliche Fälschung sicher dem Berliner Comitö fem gelezm, so ergiebt sich eben wieder, daß man in gewiss» Kreis» keine andere al» christliche Mmschlichkeit und Mildthätigkeit kenn» will und allgemeine, selbst internatio» Der Sieger. (Schluß.) Auf dr< Artist« flottm Antlitz Schwtbt (in finnig heilig Lächeln. Sein« Hand, dir leicht erlitten, Legt er jenem ans die Schulter, Schauer liebreich chm in'« Auge Und degümt mit eine« Aleichuiß. »Linst, vor vielen Hunden Jahren, reble, ring« von Vlfld umgeben, Reich an Aut und reich an Aüte, Mächtig und doch vielgepriesen, Lin gar edler, weiser König. Seinen bechen Söhnen aber, Die er über Alle« liebte, Blähte all da«, Macht und Reichthum Und die Zänlichkeit de« Bater«, Da« Aemüth mit eitlem Dünkel. Uebermmh und Trotz, gesellend Zu Rechthaberei sich, schwellten Ihre Herzen gar mit ZwiNrachl, Zorn und Launen und entzweiten Sie bei jedem lind'schen Anlaß. Tirsbetrübt sah c« der Barer. Schwere Sorgen um die Zukunft Und da« Heil der Kinder furchten Sein« gramnmwölkle Stirne, Und, nach langem iunern Ringen, Ruft herbei er seine Söhne, Spricht zu ihnen nnerbiMtch, Doch mir schmerzersüllter Streng«: Weil ihr so, verwöhnt vom Stücke, Schnöde« Thun und frevelhaftem. Todeswürdigem Beginnen Lner edle« Wesen opsm: Run, so soll denn Roch und Drangsal Lnch, in wackre« Walten» lehren Sner befire« Selbst erkennen, Und »er Fluch de« Dasein« lass« Lnch de« Leben« Werth empfinden. Da ihr hier, von Lieb' umgeben, Stau daß Jeder in de« Andern Wohl sein eigen Alück sollt' suchen, Luren Aroll und Widerwillen Hämisch an einander wetzet: Run so sollt chr fürder lernen Wahre Bruderliebe schätzen Unter haßerglühten Fremden. Zieht hinweg mir au« den Augen I Rur gebessert und in Liebe Lngvereiuigt, dürft chr einstens Wiederlehren vor mein Antlitz. — Von dem Zornesblick de« Vater«, Ziehen sie, verbann«, von dannen In ein Dasein, da« für beide Bloß ein fortgesetzter Kamps sei. > Roch von Aroll erfüllt dir Herzen, Schechen sie nun von einander Um vereinzell hinzuschreiten Durch die Wüste ihre« Leben«. Ach, dir Aluth de« Mißgeschicke« Schmolz gar bald die Lise«rinde Ihr»«' starren Bruderhaffe», Daß ie tdaut zu warmen Thränen Bang«», sehnsuchtlliesen Wehe«. Heiße« Mühen, lechvoll Ringen, Sie verdorrten da« Aeschlinge Ueppiz wuchernder Begierden. All da« läuterte ihr Streben, Ließ mit schmachtendem verlangen An da» Vaterhaus st« deulen, An da« Bruderherz sich sehnen .... Manche« Jahr schon war vrrfloffen Unter Widerwärtigkeiten, Welche sie getrennt bestanden. Ueberwunden hatten beide vornrtheil und Haß und Schmähung, Hatten endlich sich errungen Lhrenstan» und Lh reuuame» Durch ersprießlich edle» Wirke», Jeder sern in andrem Lmde. Da beginnt e« wild zu gähren In dem Schooße der Rationen; L» entfesselt sein« Schrecken All ein Kriegesungewitter. Und t* stehen schon di« Heer« To»«»muthiz gegenüber; Doch bevor sie waffenstarrend, Mil der Blutgier wilder Thier«, Rasend auf einander stoßen, Regt stch noch ein menschlich Fühlen In umpanzerten Aemülhern. Daß nicht Ströme Blute« fließen, Wählt man einen vielerprobten Streiter je von beiden Seiten, Um im Zweikamps anszusechten Die Lntscheidung diese» Kriege«. Al» die Kämpfer aus de« Wahlplatz Mitten zwischen beiden Heeren, Fühlend di« Bedeuiungoschwere Heilig llbernommner Sendung, Lrnst in'« Aug' einander schauten: Da erkannten stch die Brüder, Die so lang in Harm getrennten. Seufzmiefe Freuden rufe Rangen stch au« ihrem Busen; Ihre Waffen, kaum gehoben, Senkten stch zi: Boden nieder; Und st« wären flugs einander In die Arm« schier gesunken, Hätte st« nicht überkommen Furchtbar schon der Lrnft der Lage. Wie verzwetflungsvolle« Stöhnen Klagt'« au» Jeglichem von Beiden: Mußten wir uns so begegnen, Di« wir un« in Liebe suchen! Will denn da« Aeschick nnn rächen Jenen alten Aroll und Hader, Daß zu mörderische« Strauß« L« un« so zusammenfthrt«? Ach, wi« la»n ich einst «rschetueu

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