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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-08-17 · 33 (17.8.1870) · p. Seite 271

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
33 (17.8.1870)
Date
1870-08-17
Page
Seite 271 (sequence 3)
Language
German
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271 dm Zutritt zur Gesellschaft, zu jeder bürgerlich«, militärischen und polittschm Laufbahn etsschlössm hat, welche! di« Juden in allm Länder», wo fie gedrückt oder verfolgt find, besonderin Rumänien, beschützt." Einige weitere Auslassungen Hab« wir «n> wohl angestrichm, fie werdm s. ®. w. unfern Lesern mit» getheilt werdm, aber — nicht jetzt. Die österreichisch« jüdtschm Zeitungm suchm sich unparteiisch zu halten, gebm keinem Theile Recht, daczechisch.jüdifche Blatt schlägt aber rasch in einen Ton debittem HaffeS gegm Dmtfchland um und möchte uns schier die Prager Judengaffe auf dm Hals hetzen. Theilt in Gotte» Ramm die Sym- und Antipathim de- Volke-, unter dem ihr lebt — nur einen Korrespondenten de- Blattewollm wir gewamt habm, er vergesse nicht, daß er vor kurzem noch ganz andergeschriebm hat.- Der Engländer, Iew. Rrc„ ist neuttal zugeknöpft; der Ita- > limer kümmert sich um daS, waS jmfeitS der Berge vorgeht, vorläufig gar nicht. Mit vollem Feuer geht dagegen der Amerikaner an dm Schreibtisch, auch auf die Kanzel — auch an den Geldbmtel, wie wir anderweitig wissen. Da- Blut, die Stammesverwandtschaft meinen wir, „schreit". Wir erfahren au- „Iew. Messenzer", daß „die verschiedmm Kanzeln der Stadt letzte Woche (d. h. am Sonnabend und Sonntag, den 1(5. und 17. Juli, mithin ebmso frühe als irgmdwo in Deutschland oder Frankreich selbst!) von dem Kriegslärm witerhallctm, je nach dm verschiedenen Ansichtm der Prediger verschiedm, alle aber dm Krieg an sich ver- > wünschmd." Diesm Ton schlägt auch da» Blatt selbst in schmerz-! lichem Aufschrei an, beklagt da- Blut, dessen Vergießen freilich! nach Gotteunersorschlichem Rath auch sein« weism Absichtm > dimen müsse — weist empört die Engherzigen zurück, welche! calculirm, daß ein europäischer Krieg dem amerikanischen Handel! zu Gute kommm könne, und hebt dann hervor, wie in beidm Heeren Judm kämpfm, gegm dm Glauben--, vielleicht gegm dm leiblichm Bruder da» Schwett erhebm müssm, „dmu in Anbetracht de» WandercharakterS Israel» mag e» wahrscheinlich sein, daß ein Bruder in Pari», der andere io Berlin sich niedergelassen hat, und daß beide auf dem Schlachtfeld« al» Gegner sich treffen." — (Sott Verwandten und Verschwägerten wifsm wir da« leider mit voller Gewißheit.) „Iew. Time»" dagegen sieht in dem Kriege dm Kamps zwischen dem dmtschen und dem lateinischen Elemmte, dm Kampf der Freiheit, Selbsttegierung und geistig« Unabhängigkeit gegen Knechtung und Hierarchie, dm im Tmtoburger Walde begonnmm VemichtongSkampf Deutschlands gegen Rom, welche» „die weltliche Roths gegm dm geistlichm Skorpion" vertauscht hat. Auch wir möchtm gern von jedem speciell jüdischen Gesichtspunkte absehen, wir haben unsere eizmm Gefühle und Bcmer» kunzm bisher unterdrückt, unseren Correspondmtm gegenüber schim un» das freilich nicht ganz in unserer Befugniß zu liegen; hier, wo wir referiren, geht eö vollends nicht an. Wir berichten also, daß deutsche, besonders aber ausländische Stimmen bitter darüber klagm, daß die Juden Preußens noch so vielfache Zurücksetzungen erfahrm, während sie doch jetzt gemeinsam mit allm Andern ihr Leben dem Lande zum Opfer bringen. Alle hoff« und fordern, daß endlich derartige Kränkunzm aufhörm, nachdem wieder so viele Juden die volle Gleichberechtigung mit ihrem Blute erkauft habm werdm. Wir fügen dem hinzu, daß jetzt schon unverhältnißmäßig viel jüdisches Blut geflossen sein wird. Es liegt tieS nämlich in der Zusammensetzung der Heere»- theile, welche bei den ersten blutigen Gefechten vornehmlich betheiligt gewesen sind. Ja den schlesischen, posenschen und bayerischen Regimentern dimen weit mehr Judm alS z. B. in sächsi- Der Mönch warf einen fragendm Blick auf Diego; dieser neigte alS Zeichm der Zustimmung das Haupt; der Mönch trat nun ebmfall» zu Juanita her. Er blickte sie besorgt an und sagte halblaut: „Ja, mein Kind, auch ich bin ein Freund, hörst Du? ich bin ein Beschützer für Dich, wenn e» sein muß; aber sei vorsichtig, mein Kind; ich liebe Dich schon lange und wachte über Dich wie ein Vater." Und er drückte einen Kuß auf die reine Stirn dejungm Mädchen». Juanita glaubte wieder zu träumm, sie konnte nicht glauben, wa» sie sah, wa» sie hörte; zugleich fühlte sie sich tief gerührt durch die LiebeSbeweise, die man ihr gab. In diesem Augenblicke öffnete Fernando die Thür. Er wußte ohne Zweifel, was sich ereignet hatte, denn er kam auf Juanita zu und drückte ihr zärtlich die Hand, ohne ein Wort hervorbringen zu könnm. Juanita blieb ebmfall» stumm; aber ihr Herz floß über und sie fühlte sich viel stärker gegm die Gefahr in Mittm der drei Männer» die sie mit gleicher Hingebung liebten und sie mit einer dreifachen Schutzmauer zu umgeben schienm. Für Juanita, die erst seit einiger Zeit in da» Geheimniß ihrer Abstammung und ia die wahr« Lage der Jhrigm eingeweiht war, war e» allerdings eia hinreichender Grund zur Verwunderunz, daß ein heimlicher Jude Mönch und Secretär de» Großinquisitor» fei; aber dir Marannm jener Zeit fanden nicht» Außergewöhnliche» darin, einm der Ihrigen ia kirchlichm Gewändem und selbst unter dm Dimem de» heiligen Officium» zu sehen. Die Abgeschicdmheit ia dm klösterlichm Zellm gestattete diesm falsch« Ehristm eine häufigere und gefahrlosere AuSübuug der jüdsschm Religion; in dm Reih« der Jnqmfittoa war« fie selber nicht allein geschützt vor Dennncicktion«, sondern sie konnten auch häufig ihren GlaubmSgmoffm außerordentliche Dicufte leisten. Unter der MaSke de» größt« Eifer» für den KatholiciSmus, und indem sie eine grmzmlose Ergebenheit für die Jntereffm de» heiligen Officiumheuchelten, dessen Pläne und Geheimnisse sie genau kanntm, benutzten sie ihre Stellen, um diejenigen ihrer Brüder, die die Inquisition der Ketzerei verdächtigte, oder die fie nach allen Seiten hin au-spionirm ließ, eindringlich zu warnm, und oft liehen sie hilfreiche Hand, ihr die einem ficherm Tode geweiht« Opfer zu entreißen. Ts war eine außerordmtliche Geschicklichkeit, eine reiche Erfindungsgabe und besonders ein lanzerprobter Muth dazu erforderlich, um sich in ein so gefährliches Spiel einzulassm. Aber die Schwierig» kettm der eigenen Lage, die ewige Hmchelei, die ihn« oblag, der unaufhörliche Streit gegm einen allgegenwärtig« Feind hatten die Marannm in unglaublichem Grade schlau und selbstbeherrschend gemacht. Alle führten, so zu sagm, ein doppelte» Leb«, bei jeder Handlung hattm sie eine Absicht, die ganz verschiedm war von der, die sie zeigt«, und in manchm Fäll« war ein Gezmstand, den sie mit aller Kraft verfolgt«, gerade da» Ziel, dessen Erreichung sie vor Augm hatten. So hattm in der Thal auch nicht die öffentlich« Belustigunzm und die in der Stadt vorbereitet« Festlichkeiten Diego» Frmnde, die alle eben so wie er Marannm waren, nach Saragossa gelockt; sie warm nur ein Umstand, dm sie benutzt«, um sich, ohne Verdacht zu erregen, versammeln zu können. Sie waren absichtlich zu spät von Hause aufgebcochen, um in dm Gasthöfm kein Unterkommen mehr zN find« und so einm natürlich« Grund zu habe», wr-halb sie unter demselben Dache mit Diego woham konnten. , ®*rt(KH»9 folgt.)

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