Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 32 (10.8.1870)
- Date
- 1870-08-10
- Page
- Seite 263 (sequence 3)
- Language
- German
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- 263 Vuntsch« Ach« hat«» hierin «auch«« geleistet, tkn M «echte scheint euch dort nicht getha» zu sei«. - 91 kommt nämlich darmnf an, daß 1» «»ttfung «nd Bekämpfung der christlich«» Argumente «nd GlanbeuSlehm» nicht zu gleicher Zett dteGrnndläge der positiv« Religion, de« Glaub«» an Offenbarung «nd 'Prophetie, erschüttert »erde, daß »tr nicht nufer eigene» -«»da« «ent in die Lust sprengen, indem wir «1» ftemde» «nterminire». 9« England scheint et« solche« Buch »och nicht zn «xisttren. Da« »khisuk Smuna ist »ater d«m Lite! „k'ntib atreagtbered“ von M. Mocatt» im Jahre 1851 überseht, gedruckt, aber nicht in Buchhandel gegeben morde«. Diese« «Serk enthält, wie bekannt, viel Gut««, noch immer Brauchbare«, aber viele« ist «ich veraltet («» ist 1605 geschrieen), ncb e» liefert nur Ab» imchr» wenig Begründung und gar keine eigentliche Polemik. Jetzt kann und darf ganz ander« geschrieben werde«, wen« man, wie die« tu England geschieht, an» znm Kampfe frech herau»- sordert. Weitere Au»führung können wir hier »licht geben, «ohl aber einen praktischen Vorschlag. &i will «nt bedünken, al» «ch ein solche« Werk in England selbst nicht gut zu Stande zu bringe» sei» würde» indem die wenigen, »velch« e« vermöchten, wohl in, ihrer Stell»ng und nach ihre» sozial« Beziehung« Bedenk« trag« möcht« —. So möge sich eine dazu zu bildende ^Gesellschaft mit einem Preiöanöschretb« au die jüdisch« Gelehrten» «elt w«d«, man wird nicht uinsonst tu die Posaune stoß«, die Kämpfer «erd« sich stellen. Die Gesellschaft hätte dann mnr für vebersetzung »nt Verbrettung z» sorg«; also nur einig« hundert Pfund, denn da« Werk müßte höchsten« sech» Bog« stark sein. Berichte und Eorrespondenzen. Deutschland. 8 Briese au« Merkl», Vl. Ruf die mtt ca. 1000 Unterschrift« versehene Eingabe, welche ich Ihn« in meinem letzt« Brief« (s. Nr. 21 d. vl.) «ttgethetlt Hab«, erfolgte Monate lang keine Antwort, und erst auf erneuet« Erinnerung wurde ein Bescheid vom 5. Mat, welcher nicht« »veiter al« die Auöstcht auf — Verhandlung« rröffuete! Die« ist die rechte Weise der Reformpartei, die in ihrem Fanatismus nn« entgegenrnft: „Sir Hab« die Majorität, Ihr müßt un« folg« Wir Hab« in dem Tempel die uralt« Gebete nach unserer subjektiv« Ans» fassuag geändert, wcr Hab« die Institutionen anderer Eonfesfio» am ««geführt, Ihr müßt daran Theil »ehm«, oder mtt Winkel» synagogm Euch begnüg«. Wir Hab« ein« Rabbiner, der rabbtntsch« Satzung,!» für ungültig erklärt, dennoch müßt Ihr Euch an ihn in religionsgesetzlich« Frag« «ent«, denn wir gebe« Auch kein« Ander«; Ihr müßt die unter seiner Aufficht stehende Schechtta, so w«tg vertrau« Ihr solcher auch schmk« niözct, Euch gefalle» lasten, denn wir find die Majorität. Ihr müßt selbst tu der dem traditionell« Gottesdienste überlast«« Synagoge die Predigt des unserer Richtung angehörend« Geistlich« hör« oder da» GotteShauS meid«, denn so ist eS unser Wille!" (Worte auS der trefflich« Broschüre unsere» Freunde« L., betttelt: „Wahrhett, Recht und Fried«", G. S.) Daß e« der destructiv«, durch ein ganz besonder« unglückliche» Gemeindestatul mtt unumschränkter Gewalt regiermd« und octroyirend« Repräsmtanz Ernst damit war, den so eb« näher geschildert« Fanatismus vollständig zu bewähr«, zeigte fich gar bald in folg«d« Thatfachm. Nebm Aub wurde mdlich Geiger auf lebmSlängltch alt Rabbiner beruf« — man erlangte mdlich die '/, Majorität für diese Wahl, indem man die rechte Zett für eine solche Sitzung abwartete, d. h. al» die sonst gegm diese Wahl sttmmmd« Res,räsmtantm auSwärt» in Badeort« fich aufhtelteu. Neb« Aub und Geiger al» Rabbiner wurde noch ein bi» dahin ganz unbekannter Mann als RabbinatS-Astestor für die nächst« 5 Jahre beruf«, nämlich vr. Ungerleider, der in Rawtcz eine kurz« Zett fungtrt hatte, ohne dort im Stande gewefm zu fein, seine rabbtnisch« Befähigung vollständig zu documenttrm. (Der öffmtlich erhob«, Vorwurf, daß er ftemde Predigt« fast wörtlich vorgetrag« habe, ist auch unwtderleg. geblieben.) So sollte nm: mit einem Male für Alle und für Alle» gesorgt fein! Geiger «nd Aub al» Apostel jme» Fortschritte«, der bereit» außerhalb de» Iudmthum» fich befindet, predigmd und Schrift erklärend nicht allein in der neu«, sondern auch in der alt« Synagoge, Ungerleider nur in diesem Gotte»- dieut« sagte au», daß fi« ihre Hände segumd auf die Häupter ihrer Kinder gelegt habe ... wie dt« Juden thun ... da» war .Ihr TodeSurtheil." „Schrecklich, schrecklich I" sagte Juantta leise. „Du stehst, mein Kind", suhr Diego fort, „welche vorficht mn» noth thut. Ach» ick» habe mich oft geftagt, ob unsere Väter nicht «her hättm d« Märtyrertod erleiden soll», al» diese ewige Heuchelet auf fich zu «hm«, und un» zu überliefern diese Angst ohne Ende. Tod oder Lausei da« war da» Geschrei ihrer unversöhnlich« Feinde, di« ihn« schon ihre Kinder entriss« und zum Altar Christi htngeführt hattm. Wa« sollt« die Unglücklich« thun k Sterben für dm Glaub«? — E» wäre eine große, der Standhaftigkeit Israel», ihrer selbst würdige That gewesm. Aber ihre getauft« Kinder wärm mtt d« Christ« vermischt, dem Gesetze Most» ewig entfremdet Word«, fie wär« für Israel alle Zett verlor« gewesm! Sie mußt« da« Haupt bmgm, um da» Waffer der Tauf« zu empfang«, aber ihr Herz blieb tr« dem wahr« GotteSgesetze, «nd fi« überliefert« e» um dm Preis von tausmd Gefahr«, von tausend Opfern, im Geheimen ihr« Söhn« «nd Töchtern. So entdeckte mir mein Vater eine» Lage» seinen Glaub«, so lehrte er «ich da» Gesetz unsere» Mose» fern«, wie ich e» Dir heute mttgetheilt Hab«, »nd «tr ich Dich später darin unterricht« »erde. Wie Du, war ich ein« Augmbltck betroffen, aber der Gedanke an die Pflicht hat mich aufrecht erhalle». Darum, «eine Tochter, sei annthtg «nd vorsichtig, lebe ruhig wie bisher, erfüll« regelmäßig dies« leer« Bräuche, um dm verlacht zu entfernen; ab« in der Liefe de» Herz«» erhebe Dich zum einzig«, «nfichtbarm Gott, er wird Dir vergeben, er wird Dein Gebet erhör«, den« Du bist rein «nd unschuldig und er ist allliebend . . . Traue Niemandem, antworte keinem Zeichm, denn die Spione lauem überall . . . Hüte Dich vor unlem Dime«, vor Jago «nd Joseph» ... Ich hob« fie mit Wohlthatm überhäuft, aber ste i mein« ihre heiligste Pflicht zu erfüllen, wmn fie un» denunctrten ... vergiß ganz, daß Du Jüdin bist, Du feiest denn allein vor Gott oder bet mir . . „Und er —Frmando?" fragte bebmd da» junge Mädchm. „Mein Kind", antwortete Diego lächelnd «nd seine Lug« nahm« wieder «in« tief«, zärtlichen Ausdruck an, „mein Kind, glaubst Du wirklich, daß ich so wmtg besorgt um Dein Glück hätte sein können, Dir ein« Gatten ander« vekenntnifle» zu wähl«? Auch er gehört dem verfolgt«, heimathlos« Stamme an. Ein edle« Herz! Auch er versteht schote zu leid« und zu schweig« . . . Aber Du bist sehr aufgeregt, mein« Tochter, brechen wir unser Gespräch ab; ich glaube überdies herannahende Stimmen zu hör«, man tritt, wenn ich nicht irre, schon in da» Vorzimmer. . . Gehen wtt hinaus, Juantta, und nun — Borficht und Kaltblütigkeit!" (Fortsetzung folgt.)