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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-08-03 · 31 (3.8.1870) · p. Seite 257

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
31 (3.8.1870)
Date
1870-08-03
Page
Seite 257 (sequence 5)
Language
German
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257 aRgeatcintr klassischer Bildung dienen, bei «n» «och «ine» be» sonderen Nutzen für die Studirend« der Literatur-Klassen auf nnseren spanischen Univerfitiitm haben könnten, wenn wir sie ihnen in einer Uebersetzung vorführten. Allein wir würden niemals wagen, eine spanische Uebersetzung Ihrer anziehenden Lehrbücher zu unternehme«, ohne vorher Ihre Erlaubniß eingeholt zu haben, um die wir Sie hiermit ergebenst bitten. So groß ist, theurer Herr und College, die Bewunderung für Ihre Schriften und die Achtung für ihren gelehrten Verfasser. Wir bekennen ««§ alS Ihre fleißigen Leser, und wir wünschen inntgst Ihre Interpret« in Gpanim zu iverdm." — Auf dies höchst ehrenvolle Schreib« hat Professor Dr. Munk sofort geantwortet, daß «S ihn nur ftmm würde, von fein« beidm Literatur-Geschichten eine spanische Uebersetzung erschein« zu seh«. Oesterreich. Au» ^emterg telegraphirt man der Preffe, daß der dortige Pöbel eS für gut fand, am 24. d. M. noch einmal zu skandalir« und dm Judm die Fmster einzuwerfen. Die Polizei sei dem Skandal energisch mtgegmgetretm. Hkest, 22 Juni. In mehrerm Blatte« war die über« raschmde Notiz zu lesm, daß die „gesetzeötreum Juden in Ungam und Stebenbürgm" noch im Laufe diese» Monat», auf einem kraft eine» ministeriellen „Dekret»" in Pest zusammmttet«dm Kongresse, sich zu einem befände« sogmannten Schulchan- A«ch-Judmthume constituiren werdm. Wir theilm die ministerielle Verfügung wörtlich mit: Z. 11816. An die Commune der k. Freistadt Pest. Da» Gesuch de» «ng. jüdisch« Vereine» ,Hitör", in welchem derselbe um die Bewilligung zur Abhaltung einer Behuf» autonomer Bildung einer orthodox i»r. ReligionSzmossmschaft nöthigen und zu diesem Zwecke im Juni d. I. einzube«fmdm constituirmdm allgemein« Versammlung bittet, — überfmde ich hiermit, zur Verständigung de» gmannt« Vereine», der Gtadtcommune folgend« Bescheid. Der btttstellmde Verein, al» solcher, kann im Sinne seiner am 18. März 1868 ,ud Z. 1406 gmehmigtm Statut« zur Einberufung und Abhaltung der verlangt« constituirmd« allgemein« Versammlung nicht al» berechtigt angesehen werdm. Nicht» desto wmiger, da di« Bürger diese- Lande» nicht verhindert werdm könn«, üt^erdie sie betteffmdm Angelegmhettm, selbst wenn diese kirchliche Frag« berühr« sollt«, Berathungm zu pfleg« — so Hab« ich Nicht» dagegm, wmn die Bittsteller al» Jndividum mit ihr« Glaubensgenossen, über d« von ihn« in die tieftte Tiefe meine» Innern zurückdrängm. Ich mußte kalt, noch mehr, ich mußte befriedigt, im Herz« erfteut schein«. Dmn ich wurde ohne Zweifel beobachtet, eine Bewegung de» Mißfallm» oder de» vedauem», und ich war verlor«. . . . Welch' eine Gttafe! Mein Gott, welch' eine Gttafe!" Diego hielt inner die Erinnerung an jme schrecklich« . Augenblicke rief dm alt« Schmerz in seiner B«st wiederum «ach. I (Forrfetzuag folgt.)! Vor 180 -ähren. Da» «a» wir im Eingänge de» heuttgm Leitartikel» gesagt Hab«, erinnert un» an eine Anekdote, vielleicht auch wahre Ge-; schichte, die sich vor lang« Jahr« zugetragm Hab« soll, daher auch manchem Leser bekannt sein mag. Sährmd eine» jener Raubkriege, mit dm« Ludwig XIV. j . die Rhetngegmdm hetmfuchte, faß in feiner Klause zu Mannheim > ¥ der Rabbiner. Der Talmudfrliant lag aufgeschlagm vor ihm, I bezeichnet« Zweck, innerhalb der Schrank« de» Gesetze» uns der gesetzlichen Ordnung berathen; bemerke jedoch, daß ich diese Zusammmkunft al» eine rein private Zusammmkunft ansehe» und wünsch«, daß da» Oberaufsichtsrecht der Staatsregierun; in Hinsicht auf d« Ganz der Berathungm al» auch der« Resultate auftecht erhalt« werde. Ofm, dm 18. Juni 1870. Da» Ministerium für Kultu» und Unterricht." Daran» macht man die Einberufung eine» Kongresses! (J«r. «IV.) Afrika. Au» Mosnl schreibt man dem „Newy. Hrld." Nachstehende», wa» wir jedoch ohne jegliche Gewähr für die Richtigkeit de« Inhalts wiederzebm: Ich habe Ihn« al» Nmigkeit au» Moful noch zu berichten die n«e Bibelübersetzung de» Cinsul Rassam, Bruder» de» in Abessynim gefangm gewesmm Ccnsul» Rassam. Dieser treffliche Mann ist vielleicht unter all« jetzt lebend« der gelehrteste und tüchtigste Arabist; fast sein ganze» Leb« brachte er im Dimste der «gl. Regierung als Agent unter dm Beduinen zu und spricht alle Dialecte der Wüste geläufig. Al» vor wmigm Jahren Mr. Raffäm eine hebräische Bibel aufichlug, konnte er, obgleich er vom Hebräisch« nicht viel mehr al» die Schriftzeichen verstand, zu seinem groß« Erstaunen dmnoch da» Buch ziemlich leicht lesen. Kurz, er erkannte sofort das Hebräisch der Genesis al» genau denselben Dialect, welcher jetzt von dm Beduinen in der Nähe de» Sinai gesprochen wird. — Da» Merkwürdigste ist, daß Stellen, welche den europäischen Hebraist« noch immer Rä'hsel sind, dem Mr. Rassam durchaus keine Schwierigkeiten bieten, so z. B. die Stelle: Die Söhne Gotte» nahm« sich vcn den Töchtem der Menschen zu Frau« rc. (Gen. 6, 2). Auf die „berühmte" Stelle Jes. 7, 14 mn nc^jn run wird ein neues Licht (?) geworf«, indem nach Mr. R. tvbv nichts bedeutet al» „jung", aber nie „Jungfrau". Mr. R. steht gegmwärtig in Unterhandlung mit einer Londoner BerlazSfirma, um die neue Uebersetzung herauszugeb«; wmn dieselbe erscheint, könnt« wir einen zwiät« „Colensosturin" erleben. — (Anm. d. Hebers.: Colmso ist der Bischof von Melbourne, der s. Z. durch stark rationalistisch gefärbte Bibelrrklärung viel Aussehm erregte und sogar mit der Regierung in Conflict kam.) Amerika. W. 8. Nordamerika, im Juni. (Orig.-Corr.) Sie verlang« Skizz« über da» religiöse Leben hier. Sie miss« also er lernte, sah aber doch zuweilen, mißmuthlg sein halblaute» Summ« unterbrechend, auf, denn die Zeit de» Schiur war längst da, aber die Jünger blieben au». Endlich traten sie ein, verstört und bleich. Wo bleibt Ihr? fragte verwundert der Rabbi, wie seht Ihr au», was geht vor? — Rabbi, hört Ihr denn nicht dm Lärm? der Franzose ist vor dem Thor! — Nun, wa» will er? — Er will herein — Nun, wa» ist'» damit, laßt dm Franzos« auch hier wohn«! — Aber, Rabbi, er will Alle» 3D mn mach« (über die Klinge spring« lassen!) — Der Rabbi sieht ein« Augmblick mehr verwundert al» erschreckt aufwärt», dann abwärt», läßt die Finger erst langsam, dann rasch über dm Bart gleitmund spricht mit jener Handbewegung, mit der der Talmudkundige eine höchst einfache Frage beantwortet: „Nun, wa» ist da Große»? so macht man da» große Thor zu und da» kleine auf und läßt Ein« nach -em Andem herein und schlachtet sie ab — wa» geht» uns an, sie werdm e» schon machen. Wir wollm anheben, wir wcl!« lernen!"

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