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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-07-27 · 30 (27.7.1870) · p. Seite 248

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
30 (27.7.1870)
Date
1870-07-27
Page
Seite 248 (sequence 4)
Language
German
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- 248 Luchdruckerkunst, Dampfmaschinen und Eisenbahnen, Telegraphie und Spectralanalyfe steten mit den Lehrsätzen keiner positiven Religion in irgend welcher Beziehung, ei sei denn, daß wir un« in Betrachtungen darüber etnließen, inwiefern die buchstäbliche Auffassung biblischer Naturanschauungen dem Fortschritt der Wissenschaften förderlich gewesen sei. .Hätte also der Magistrat zu Bre-lau dem Herrn Minister gesagt: „Unsere Anstalten sollen keinen christlichen, sondern einen allgemein humanen Charakter haben", so hätte der Herr Minister nicht antworten können, daß der Anschauung de- Magistratentsprechend die Anstalt.m christliche fein sollten. Er hätte vielleickt rundweg die Genehmigung zur Eröffnung der Anstalten versagt; aber dann wäre Klarheit in die Sache gekommen und oie Breslauer Stadtbehörden hätten gewußt, ob sie sich dem Willen b*« Minister« sägen, oder die für neue Bildung-stätten nationaler Cultur bestimmten Räume vor der Hand noch als Lagerftätten für Wolle, Kartoffeln «. s. w. verwerthen wollen. Lei einer aus allgemein humaner und sittlicher Grundlage beruhenden Lehranstalt ist e« gar nicht ,u»geschloffen. daß unter die Lehrgegenstände auch der Unterricht in der jüdischen, katholt« scheu, erangelischen Religion, je nachdem die diesen Religionen Angehörigen sich betheiligen wollen, ausgenommen werde. De«« 1 gleichen wird der wöchentliche Ferientag sich nach der Majorttät! der Lehrer und Schüler zu richten haben. Sonntag und christ«! liche Feiertage haben ja überhaupt mehr einen socialen alt religiösen Charakter angenommen, und da wird die Rücksicht auf die Mehrzahl billig maßgebend sei«. Beschränkt sich die Christlichkeit der Anstalt darauf, daß an Sonntag-n und christlichen Feiertagen der Unterricht au-fällt, so wird von keiner Seite ein Cinwand erhoben werden*). v . . I. Wir fügen Obigem »ie ameße Wendung der Angelegenheit bei» indem mir »ach der „Schief. Ztg." I) de» murr« 24. Juni »am Prvv.-Schnlkvllegima an de» Magistrat g,richteten Bescheid und 2) den uaterm 6. Juli Mm Magistrat dem Prov.-Schulcollegium ^gefertigten Bericht Nachträge». »I I. „Der Herr Minister der geistlichen, Unterricht»- und Meditiual- Aagelexenheite» hat, wi: wir dem Magistrat auf den Bericht vom >4. April *) Mau vergleiche die lorrespondenj V. auf NordamerikaI (Nr.25 u. 26) „Christlich" ist der gebrstuö,liche Ausdruck; der lkine nimmt ihn wörtlich, dem Anderen ist er nur faqcn de parier; so, ve^chied», wird er gewiß auch innerhalb de» Breslaner iliagistrat» aufgefaßt und doch gebraucht. Wiederum will mau die „Christlichkeit" der Schule wenigsten» dem Namen nach retten, den Minister daun beschwichtigen, der aber nimmt dann da« Wort in seinem Sinne, und naidquid delirant rege* etc., d. h. wa» die Einen trügerisch aushängen und der Andere rabulifnsch deutet, da» büßen die — Jude». Red. hiermit ertiffneu, un« ermächtigt, die Eröffmmg der beide» in Ansstcht genommene» höher» Lehranstalten, mit de« Bemerten zu gestatt», daß bei der Beftötiguug der vom Magistrat za wühlend» Lehrer nur von der seiner Erklünmg »tsprech»d« Voraussetzung an»gegaagm »erd» Wan«, daß di« Anstalt» christlich« sei» soll», wir veranlaff» daher d» Magistrat, für da« mit dem I. Oktober d. I. in der Paradiesgaffe Nr. 1 einznrich» trade Bymnastum d» Direktor und die Lehrer zu wähl» und von dem Ergebaiß der Wahl» unter Beilegung der Atteste der Gewählten un» so zeitig stund« zu geb», daß die Bestätigung de« Her» Minister« für die Oberlehrer, von Sr. Maj. dem stünige für d» Direktor kann ciageholt werden." ad II. „Durch bra hohen Bescheid vom 24. Jnni c. wird un» die Eröffnung der beid» in Aulstcht genounn»» höher» Lehranstalt» mit de« Bewert» gestattet, daß bei der Lehrerbestätiguug nur von der unserer Ertlärung mtsprech»d» Boraa»s«tz«-ig ausgegangm werd» könne, daß die Anstalt» christlich« sein soll«. „#• kann hierbei nur an unsere Erklärung vom V. Mai pr. gedacht sein. Dieselbe laute» an der betreff»»» Stell«: „„Sir «oll» d» neu» Anstalt» d» Charakter christlicher Schul» verleih» und die» ge» ausdrücklich aussprech», wenn der Herr Minister seinrrseit« dt« beid» Fundamentalsätz«: I) daß «. (ist erledigt), 2) daß dt« Augehörig» keiner christlich» »der uichtchriftlich» Religtonsgenoffenschast von de« Eintritt in da» Lehrer-Lollegium um ihre» religiös» Bekenutuiffe» will» ausgeschloff» werd» dürf» — ausdrücklich aaerkemtt und hiermit un» geg» all« an» de« »big» Aaertemttntffe de» christlich» Charakter» der neu» Anstalt» etwa abzuleitmdm Folge»»-» sicherst«-», der» D»d»z daraus gerichtet wäre, jene beid» Fuuda«»talsätz« in irgend einer Weise zu -«schränk» oder abzuschwäch»." " „Ein solche« autdrilckliche» Aneik»«niß köaum wir in -er obig» Clausel nicht find». Aber auch »er ander«, zuletzt i« Bericht vom 14. April c. von uu« vorgtschlageu» Form »er Lös»«- enffpricht der ab» angegeben« Bescheid »ich«, den» er gestattet nicht etwa — unter Abstandnahme von jeder weiter« Erörterung der bisherig» Streitfrage und der thatsächlich» Entwickelung vertrau»» — die Eröffnung der ueu» Au» stalt», soade» beschränkt diese Ermächtigung durch ein« Bemerkung, die wir nicht ignorir» könn». „Nach unserer Auffaffung würde di« sacttsche Eröffnung aus Eruud solcher Ermächtigung, gleich einer ausdrücklich» statutarisch» Feststtznng. die Wirkung Hab», für di« betreff»»« Anstatt eine daur»de Beschräukung rückstchtlich de» religiös» Bekenutniffe» der zu wählend» Lehrer zu begründ». „Unter dies» Umständ» könn» wir in dem hohen Bescheide vom 24. Juni c. nur eine Ablehnung unsere» Autrage» Mm 14. April e. erblick» und glaub» danach, von der Erledigung der besonder» zum Etatsentwurf gemachten Erinne»ug» Abstand nehm» zu können." Da» Königsberger Haupt-Grenfcomtts und feine Ankläger. Wir Hab» im vorig» Blatte eine eingehende Besprechung zugesagt. Di« Ereigniffe Hab» sie leider unnütz werd» lass». Abgeseh» davon, daß mußten nach den Bcrsicht-maßregeln, die sie tteffen sah, von größter Wichtigkeit sein. Wahrend sich Juanita ganz ihren Gedanken überließ, näherte sich ihr Diego; er ergriff ihre Hand und zog sie sanft an sich. Einige Augenblicke betrachtet: er sie schweigend, dann begann er mit fester Stimme: „Juanita, mein Kind, liebst Du mich?" „Ob ich Dich liebe? Vater!" antwortete da-Mädchen, durch diese Frage ganz überrascht, „ob ich Dich liebe? ES ist ja doch mein einzige- Glück, Dich zu lieben, Later!" „Und ihn — Fernando?" warf Diego halb ernst, halb scherzhaft ein. „Guter, böser Vater," antwortete Juanita lieblich erröthend, „hast Du mich nicht ihn schätzen gelehrt? Ich gehorche Dir, benf ich, am besten dadurch, daß ich ihn liebe. Du selbst sagtest mir oft genug, daß er dagroßmüthigste, daß er daedelste Herz ist. . . " „Za, mein Kind," unterbrach sie Diego, „er ist allein würdig einst meine Juamta zu besitzen, und wenn ich Dich heute frageob Du mich liebst, so thue ich danicht dehhalb,! weil ich jemals hieran zweifelte, sondern weil ich gerade heute einen großen Beweis Deiner Zärtlichkeit erwarte." „Einen Liel e-beweivon mir? o sprich," rief dajunge Mädchen, dessen Unruh« immer lebhafter geworden war, «sprich, lieber Vater ..." „Ruhe, Kind," entgegnet« Diego, „Ruhe um de- Himmel» willen! Was ich Dir zu sagen habe, verlangt da» tiefste Geheimniß; ein Wort von dem, waS ich Dir anvertrauen will, Waich Dir anverttauen muß, und eS ersteht vor mir ein erbitterter, unversöhnlicher Feind, ein Ankläger ohne Gnade und Barmherzigkeit." . „Du, mein Vater, und ein Feind!" antwortete Juamta, deren Unruhe sich in Schrecke» verwandelt hatte. „Wer könnte Dich Haffen, warum sollte Dich Einer anklagen, Du guter, gerechter ..." „Sei still, Kind, Du brauchst Dich Deine- Vater» nicht zu schäme«. Wa» ich gethan habe, muß ich mir dem Blicke der Menschen entzieheu. Vor Gott steh« ich rein da. Dtei» ganze» Vergehen besteht um in der Erfüllung der heüigften Pflichten» im Gehorsam gegen eine höhere Stimme. . . Und dennoch

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