Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 29 (20.7.1870)
- Date
- 1870-07-20
- Page
- Seite 241 (sequence 5)
- Language
- German
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241 (Htrrtn, während welcher Zeit er bei de« hiesige» Kreisgericht thätig gewesen ist, wurde k. vom I. AM c. ab zum Kreitrichtrr tu Trebnitz eruaurr, und am svlgendeo Tage war er wdt! — -W- O»rd,», «. Juli. (Orig^Lorrefp.) Jo den letzte« Tagen wurde hierorts lebhaft für di« „Illinuce Israelit« Universell«" agitirt» w«> auch die Gründung eine« Lorai-BereiueS derselbe» zur Folg« hatte. Di»t wäre »icht erreicht worden, da der Wohlstand der hiestgea Jtraelite» durchau« nicht bedeutend ist und die Opferwilligkeü durch Gemeindelaste« und Geltstbesteuern»- zu wohlthätige» jstveSe« scho» in hohem Maste in Lnspriuh genommen wird» wen» nicht drei Lhewraut de« Vereine beigetreten wäre« und di« Recht« and Pflichte» von zusammen acht Mitgliedern überninnmeu hätte». Der Anschluß »och anderer Vereine steht in Aussicht. I» de» kleineren und ärmere» (Bcnrfaibtn dürste wohl ein solches Linwirkeu «us di« bestehenden Vereine »achahmeutwerch sei»; de»» da der Jahres beirre g von 6 Franc« für di« verhältuiff« der Giuzelue» dort zu hoch gegriffen ist, so kann nur durch Lffociatiou die Fülle kleinerer Beiträge, die jetzt der st lliance verloren gehen, de« -roste« Zwetke zugeführt werden. -I. Mümße», 10. Juli. (Orig-Corresp.) Die Synode wird in dem für sie gemietheten Saale des Museums, der sehr schön und ursprünglich zu Mufikausführungen bestimmt ist, tagen. Gutem Vernehmen nach find etwa 100 Personm angesagt und vom leitenden Bürea« >« Synode in Aussicht gestellt. Abgesagt haben Werthetmer aus Wien und Astruc aus Brüssel. Raibiner dürsten verbältnißmäßig nur sehr wenige erscheinen, groß wird dagegen, wie sich leicht voraussehen ließ, die Zahl derjmigen sein, die in ihre» (oberdeutschen) Gemeinden die „Ersten" find. Gibt es ja derselbe», nämlich der „Gemeinden ' in —heim, —ach «ad —tagen so viele. Und das Selbstgefühl, welchejeder von ihnen mstbriagea wird, wird genau im umgekehrten Verhältnis» zu seiner Kmntniß der jüdisch« Theologie stehen. Hefterreich. M»u der »»tarn 4. Juli. (Ortg.-Corresp) In Ermangelung entscheidender Thalsachen berichte ich Ihn« einige charatteristische Zeichen der Zeit. Dem Eultusmiutster Eötvös wird eine Amßerung tu den Mund gelegt, die nicht ohne vedeutung ist: Er selber sei zur Erkmntniß gelangt, es seien in Ungarn thatsächlich zweierlei Juden, die als ebm fr viele Testen betrachtet werden könnten und müßten. Ein Arderer, der Deputirte Baron Rudies ^un., äußerte fich einem Orthodoxen gegenüber: Die Erklärung Deals in der Landtagssitzuag vom 18. Mai sei keine zufällige, aus rein subjesttver Anschauung hervorgegangene, sondem die Collektiv-Ansicht der gesammtm Rechten des Parlamentes, und eine in den Clubberathungen combinirte gewesen. Die Mastenpetitionen (?) der Fortschrittspartei, die von dm Führem derselbm, nammtlich dem Pester Cmtralc omitS, eingebracht werdm sollm, werdm kaum die gewonnme lieber» zeugunz vom Dualismus deS ungarischm Judmthum» erschüttern, und die Prognose für die Erfolge solcher Krastanstreng ungen sei demgemäß mehr als dubios. — Daß übrigendie reale Trennung in zwei Sektm bereits angebahnt — und so di: Behörde nicht hemmmd eingreift, demnächst ein fait accompl. sein werde, wissen Sie vielleicht schon. Einm Neinm Maßstab für die Spaltung, die heute bereit« Platz gegriffm hat, findm Sie in der einen Thatsache, daß der 7. Distrikt (BLiSka mit den Kreistädtm und Klein-Kumanim) — der effective 40 und einige selbstständige Gemeindm umfaßt — nach wiederholtem Urgirm von Seite de» Distrittspräsidium«, nur 18 Petitionm im E-inne der Fortschrittspartei an dm Landtag übermitteln wird. Und doch gehört dieser Bezirk zu den steisinnigstm des Lande«. Wie wird es nun anderSwo auSsehm? Die Otthodoxm sind aber auch rührig und gut discipltnirt: da weilt ein Herr v. Fischer Edler von Jarkashazy schon geraume Zeit in Pest, um allen sein« Einfluß, der nicht zu unterschätz« ist, zu Gunsten seiner Pattei getteud zu machen. Der Mann ist Fanatiker und von einer Transastion will er ebm so wmig als einer feiner Parteigenostm etwa« wist«. i 2. Au« Mieder Ftngar«, im Juli. (Oriz.-Corresp.) Ihr geschätztes Blatt hat schon so oft Correspondmzm gegen die 1 Orthodoxie meine« Vaterlandes und dm fie umfassende« Schomrehadath-Lecein gebracht, daß ich von Nrer Unpattettichkttt erwarte, Sie werdm mst, der ich für dieselbe da« Wott ergreife, auch einmal ein bescheidme« Plätzchm in demselbm einräumen. E« ist eine heillose Begriffs-Verwirrung und Entstellung der Rahrhett, wenn man — wie die« erst in einer der jüngsten Nummern d. Bl. geschah — dm Schomre - hadath - Verein mit dem Pesak-beth-dm identificirt. Letzterer wurde im Jahre 1866 — also zwei Jahre vor Begründung de- Schomre-hadath-Vereine« — von einigen achtzig, zumeist chafsidifchm Rabbinm vom Stapel gttaffe», und hat — daß sich Gott erbarme! — nur dm jüdisch -dmtschm Jargon für die einzig und allein zu gcbrauchmde Sprache hingestellt, alle übttgm und mtthin auch die ungarische aber in dm Bann gtthmi, derm Pflege der Schomrehadath al» einm seiner Haupt-Zwecke in seinm Statut« bezeichntt. Zudem hat derselbe in verschied«« Brochürm und besonders in seinem Organe „Mag. Zsidü" unzählige Mal schon diese Ausflüsse eine« blind« ZolctiSmuS desavouitt und geradezu jede Konnexion mit dmselbm z-'äuzntt. — Entschieden otthodoxe Rabbinm aber, wie 0r. Hlldesheimer, Kuttna rr., Hab« in ihrem und ihrer GefinnungSgmestm Ramm im Mainzer „Israelit" dagegm protestitt, die Otthodoxie mit dem Pefak-btthdin in Verbindung zu bringm, und selbst in Preßburg, dem Stammsitze der fmttgm Schomre-Hadatbler, hat derselbe mtschiedene Opposition gttroffm. Daß aber ein Verein, wie der Schvmre-hadath, zweckmäßig und unter dm in Ungam gegebenen Verhältnissen geradezu nothwmdig ist, beweist nicht nur der dreijährige Bestand destelbm, sondem auch der Umstand, daß die Eongreß-Partei schon seit zwei Jahrm die Construirung eines solch« anstrebt und erst jetzt ernstlich zum Ausbau desselben schreittt. — Derselbe soll die Pattei mit all' ihren Schattimngen zu einem compaktm Ganzen vereinig«» dieselbe zur geschlossmm Phalanx umblldm und der Zerbröckelung und der Zerspltttemng der Kräfte Vorbeugen. Weiter mag ich hier nicht auf dm Streit eingtpen. Ich begnüge mich, hin angedeuttt zu habm, daß der Schomrehadath» Verein nicht da» llngehmer ist, für welche« Partei-Jnterefle und Letdmschast ihn geme geltm liehe. — (Anm. der Red. E« ist ttchtig, daß die Schomre-hadath und die Partei de« Pesak-btth-din nicht idmtisch sind, schon die Thatsache, daß der „Mag. Zsidü" deutsch schreibt (oder doch zu schreib« glaubt), ist dafür ein genügender Beweis. In Rücksicht hierauf habm wir der vorstehmdm Correfpondmz recht gern Raum gewährt, und hätte e« eine« Appells an die Unparteilichkeit. gar nicht bedurft. Wir füg« noch hinzu, daß auch unser Herr Corcespondmt von der untern Donau die Farben in der ungarischen (-l-Korrespondenz (Nr. 26) etwas zu stark aufgttragm stndtt. — Aber was folgt nun weiter auS dem Ganzen? Die Partei deS Pesak-btth-din besteht schon auS zwei Fraktionen, au« Chastidim und Talmudisch-Ultra-Orthodoxm. Diese mach« im Kampfe gegm alle, die weniger orthodox als sie sind, gemeinschaftliche Sache; sonst aber sind sic von einander gänzlich geschieden, sie beten ja nicht einmal mit einander! Dann kommen die Schomre-hadath al« dritte Partei. Sind wir nun am Ende? Aber wir haben ja mit eigenen Augm gelesm, wie der Monitmr dieser Pattei auf das Entschiedmste und Unzweidmtigste jede Gemeinschaft mit Her« Dr. Hildesheimer zurückgewiesen hat. „Da« ist eS ja, waS wir gesagt habm" — und waS dm „Jsraeltt" so in Hämisch gebracht hat — daß ungarische und dmtsche „Otthodoxe" sehr verschiedm sind. Nu» gibt e« aber weiter in Ungarn noch viele Rabbiner, .Gelehr und sehr gute Juden, welche die Kongreßstatutm annehmm, fü