Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 29 (20.7.1870)
- Date
- 1870-07-20
- Page
- Seite 240 (sequence 4)
- Language
- German
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240 Masse traut den wohlgemeintest« Belehrungen der Gebildeten nicht, sie will nur Ihresgleichen hören mb fällt hirnlosen Agitationen anheim, oder wird von den Priestern gegängelt, welche die Sprache de» Bolke» zu reden verstehen und Haß gegen die Bildung hegen oder heucheln. Bisher war die Religion, der confesfioriellen Unterschiede ungeachtet, noch ein einigende» Baad zwischen den verschiedener Klassen, Ständen u. s. w.; gewisse Grundanschauungen, die biblischen Lehren von Gott, Welt, Schöpfung, Menschthum, hatten Alle gemeinsam, fie büdeten einen Boden der Verständigung für Alle. Nun soll noch daS fallen-Wir führen die Sache ein andermal Wetter au». Unsere viette Krage: ob der DarwiniSmu» nicht in Kurzem auch wieder ein überwunilener Standpunkt sein werde, hat Herr Dohrn ritt Sttllschweigm übergangen. fföa» läßt sich auch dagegen sagen? Endlich noch ein Wort. Der Leser wttd einräumen, daß der Stteit mit Herrn Dohr», wie ttef auch die Differenz der Ansichten geht, in anständiger Weife geführt worden ist. Warum wird unter den Gegnern im Judenthum selbst so oft der literarische Anstand verletzt?! I der definitiven Gründung eine« oder mehrerer Eomttö« in den Bereinigten Staaten abhängig gemacht, v. Beförderung der Ausbildung, Uuterbriugung von Handwerkern, Schüler« u. f. w. In Ausführung de« für un« maßgebenden Programme» find bi» zum heutigen Tage von un», refp. von den Eomttö» zu Memel und Berlin in Schulen und bei Handwerkern untergebracht, refp. werden subventiouitt: 3« 1) tfaiglfag i Pr. 8) Memel. 3) Berlin. 4) BreSlau. 5) Hannover .... 6) Diiffeldors.... 14 > 2 20 — s»! i 15 2 2 3- 2 — Bemertuu» **• 27 * ans der »e- 44! «erbe» Academie. - Heb- Der Bericht des Königsberger Haupt -Grenfcomitös. Wi: geben einige Auszüge au» dem ersten Aerwaltungsberichte 'ür daö erste Seinester d. 3. Nachdem Die Aufgabe, welche dem Eomitö gestellt war: ») Organisation der Auswanderung, d) Unterbringung von Handwerkern u f. w., c) Auswahl und Beförderung der zu adop« tirenden Waisen, präcisttt, und die Schwierigkeiten, welche Umfang, Ncnhett und Umständlichkeit de» Werke» den AuSsührendea boten, eröttett worden sttd, gesteht da» Eomttö offen et», daß manche Fehler begangen sein möge», und gibt in mehreren Tabelle» eine Uebersicht seiner btSlerigen Thätigkeit. A. ttuSwanderung. Boin 25. December u. I bi» heute wurden durch «n» 55 Fam tien aus 213 Pirfonen bestehend und 158 einzelne Erwachsene im Gauzen 371 Personen »ach dem AuSlande befördett, und zwar nach konstant inopel 1, Frankfurt a. M. 1, Hüll S, Leed» 1, London 32, Manchester 14, Newyork 286, Pari» 12, Wexio (Schweden) 15 Pionen. „Der jedesmaligen Beförderung ging stets eine sorgfältige Prüfung der Legitimation wie Oualificatton, möglichst unter Zuziehung zuverläsfiger Vertrauensmänner, voran. Die befördetten Männer waren fast durchgängig kräftig und arbeitsfähig; viele von ihncn Arbeiter und Handwerker. Ehemänner wurden, falls sie allein auswandern wcllten, nur nach beigebrachter, von dem OttSrabiiner ausgestellter EinwilligunzSerklärung der Frau — Frauen ahne Männer nur dann befördett, wenn unS genügender Nachweis gefühtt worden, daß die letzteren, obwohl ohne Mittel, die Reisegelder für die Familie zu zahlen, im Stande find dieselbe zu ernähren, und ausdrücklich deren Uebersiedelunz zu sich verlangtem. Außerdem lat uns ein großer Theil der von uns befördetten Familienväter und einzelnen Erwachsenen an fie oder an unS direct gerichtete Einladungm dortiger Verwandten vor» gelegt (denn der größte Theil hat in jenen Ländern Verwandtschaft), die sich ihrer bei der Ankunft warm anzunehmen und sie bei Gründung einer Exi'tenz zu unterstützen sich verpflichteten. Aus diesem Grunde erklärt eS sich beiläufig auch, wenn den Auswanderern nur eine geringe Summe mitgezeben wurde, die selbstverständlich nicht zur Begründung einer Existenz dienen sollte. — Auch hatten wir Seiten» der Alliance JSraölite Universelle die Zusicherung erhalten, daß Herr S. Wolff zu Washington für die Unterbringung derselbm Sorge ttagen werde. Trotzdem haben wir im Einverständnisse mit der Alliance die Fottsetzung der Expedittonen unterbrvcher und die Wiederaufnahme derselben von Im »«qm . . . 6« I 37 3 *4 19 , 7 |136 | Die Lehrlinge selbst anlangend, so ist in den mtt dm Meistern abgeschlossenen Eonttatten gleichmäßig die Bedingung ' enthalten, daß die Knaben an Sabbath» und Fetettagen sich jeglicher Arbeit zu enthalte» haben. Die mtt der Unterbringung , derselben betraute Commission wacht streng darüber, daß diese; Bedingung sowohl Seiten» der Meister als auch der Lehtttnge! selbst tnnegehalten wird. Sämmtlich« Knaben find überdies in streng religiösen Häusern in Pension gegeben und stehe» unter fortwährender Aufsicht der EommtsfionSmttglieder. j C. Waifen-Adoptioa. ES waren 84 Waisen angenommen und befördett. Die Kassenverhältnisie ergeben: Einnahme ca. 24,060 Thlr., | Ausgabe ca. 16,500 Thlr., darunter 12,500 für Auswanderung. Der Bettcht dankt sodann denjenigen, wsiche sich an dem . Wette hülfretch bttheiligt haben. j De« Schluß werden wir nächsten» bespreche» und dabei I auch auf die gegen da» KöntgSberger Eomitö gerichteten Angriffe eine« unparteiischen Blick werfen. Sine Anfrage. Mtt dem 1. d. M. find bttaantltch alle Einundzwanzigjähttgen in Preußen für majorenn erklätt worden. Da» Judengesetz von 1847 spttcht nun allen volljährigen Mttgliedern der Synagogengemeinde da» akttve und passive Wahlrecht zu. Die» ist bedenklich. In sehr vielm Gemeinden werden Handlung»-, GewerbSgehülfen u. derzl. besteuert, in größeren Städten würde nun plötzlich eine erhebliche Zahl junger Leute stimmberechttgt, deren Interesse am Gemeindeleben und deren Kenntniß von demselben noch gering ist, deren größter Theil nur vorübergehend im Otte weilt und dann wetterzieht. In der preußischen Verfassung ist daS 25. Jahr als zur Wahl berechtigend vorgefchtteben. In Hinsicht auf die Wahlen zum Reichstage des Norddeutschen Bundes wird die Sache, wie man vernimmt, venttlttt. Wie werden die Synagogen-Gemeindm in dieser Beziehung verfahren? Berichte und Korrespondenzen. Deutschland. 8. flrntai, 4. Juli. (Priv^Ritth.) «in wahrhaft tragische» »«schick hat dm heut« hier beerdigten «reitrichter Joseph kaudsberger au« lrelmitz betroffen. Derselbe war seit mehr al» 12 Jahren unbesoldeter «ffeffor — er gehörte der ftidtschm «onsesston au — und gmo» al« solcher sch«» länger« Zeit bat zweifelhafte »lück, der ölte», »ffeffor tu der Mmmrchie p sein. Seine AncimuelLt datirte vom 15. Mär, 18581 «nMty nach zwöMhrige«