Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 29 (20.7.1870)
- Date
- 1870-07-20
- Page
- Seite 239 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/5369809-5934980-5935211--0339-5370060- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
389 sich «m bk Gontu dreht. Möchten Sir, Herr Doctor, diese Lehr« den Kindern nicht vorkagml Glanben Sk aber mir, irr den Darwinismus Kindlich verdaut hat, — er ist leichter zu zu begreif« und vorstellig zu mgchm, al« die Lehre de« Eopornicul, dk »kl mehr Lbstracttonlkrast in Anspruch nimmt. Dritten« wünsch« Sie zu wissen, ob e« gut sein würk, statt der Tradition der G«,fl« d« Kampf um» Dasein mittelst der Bibel recht allgemein einzupräg«, — statt der Lehre von einem allliebmdm Botte, brat gleich« Rechte und der gleich« Bestimmung Aller — Kamvf, Ungleichheit und Ungerechtigkeit zu predig«. Nein, verehrter Herr, so liegt dk Sache nicht. E« war gerade da« meine Absicht, al« ich den Vortrag hielt, zu beweis«, daß die Darwin'sche Theorie mtt all ihr« Element«, natürlicher Züchtung, Kampf um da« Dasein, Thierabstamuumg, — doch nur dahin führen könne, die Mmschm besser, rbl nr, menschlicher zu machen. Ich kann nicht darauf eingeh«, meine Ideen hier auüeiuander zu setzen, — nur da« Eine mag Ihnen al« Bürgschaft für dk Konsequenz dieser Idem dien«, daß ich kürzlich in dm Werk« deSjmigm Philosoph«, der dk Id« der Entwicklung am confequmtestm unter d« hmt lebend« Denke« auSgebiltet hat, de« Engländer« Herbert Epmcer, auf Gedankmrichtungm traf, dk dm «einig« völlig parallel lauf«. Auch er kommt zu dem Resultat, daß in der Mmschhett da» Elemmt der Sympathie immer höher werde entwickelt werdm, daß also der Kampf um da« Dasein immer mehr von seiner Furchtbarkeit «inbüßm wird. Dk letzte Frage erlaffm Sie mir wohl zu beantworten, statt desi« möchte ich lkber sag«, daß ich die Bibel überhaupt nicht al« ein Lehrbuch für Alle, am «migstm für Kinder, arseh« kann. Und zum Schluß erlaub« Sie mir noch. Ihn« zu dank« für die schöne und edle Weise, in der Sie Ihre abweichend« Meinung« vorgetrag« Hab«. Sk find kein Gegner, Sie sind ein Mitstreiter, — und sei« Sk sicher, wie ich auf Ihr« Beistand zähle k» Kampf geg« pfäffisch« Zelottömn«, so steh« ich auch mit Ihnen zusammen, wo e« gilt, dk Uebergrisfe dogmatischer Naturwissmfö-ast zu zügeln. Aber Alle« zu seiner Zeit. In vollkommmer Achtung Ima. Anton Dohrn. Da wir mtt dem Abschluß, d« dk kleine ltterartfche Fehde durch da« vorstehende Schreib« gesund« hatte, für die von un« geführk Sache wohl zufrieden sein könnt«, so verzichtet« wir auf Fortsetzwig de« Streite« in einem politisch« Blatte. Hkr aber mög« rioch zwei Bemerkung« am Platz« sein. 1) Herr Doh« bekamt, daß er Darwiniümu« und Materialismus al« Waffe geg« PiettSmu» und Otthodoxte gebrauch«, der Kanzel den Bodm unter dm Füßm wegziehm wolle. Die« ist, noch unserer best« und fest« Ueberzmgung, ein höchst gefährliche«, verderbliche« Manöver. Gerade diese Kampfe«weiie ist e«, dk der Orthodoxie den best« Vorschub leistet. Der Hohn, mit dem man festgewurzelte religiöse Ueberzmgung« de« Volke«, die Grundlage unserer Civilisation, die moralische Bafi« unsere« socialen Leb«« zu untergrab« unternimmt, läßt, zunächst „nach vom", aber auch „nach untm", Orthodoxie und Jesutti«- mu« al« „Rettung der Gesellschaft" erschein«. 2) Unsere zwette Frage hat Herr Dohm, wie er sagt, nicht verstand«. Sk war kurz gefaßt, wtt glaubt«, daß ein Manu von gründlicher wiffenschaftlicher Bildung dm Fad« de« Ideen» gange« find« würde. Wir wollen ihn kurz angeben. Die gewaltig« Unterschiede der Religion«, der politischen Partei« und der BermögmSklass«, welche dm Fried« der Mmschhett bedroh«, schein« un» an sich nicht so verderblich wk die Kluft, welch« die Gebildet« von dem „Volke'', dm „schlicht« Leittm" rrennt. Sie verstehen einander nicht, dk «ine günstige Gelegmhett abzuwartm und sein« Antrag «ras andere Weise nochmal« vorzubringm. Uebrigm« entging ihm die Rach« nicht, er konnte sie später noch täglich auSübm. (Fortsetzung folgt.) Ei« Trinklied*). Nach Sal. dm Gabirol, bei Gelezmheit eine« Purimmahl,«, al« der Witth „Mose« der.Iknauser" beim Abgänge de« Weine« sein« Gästm Wasser verabreich« ließ. So de» Zecher wird geboten — Ihm, den, sielverwöhnter Praffer — Statt M Weißen statt de» Rothen, Paut'rc«, klare« Brunnenwasser? Riss' ich u. s. w. Lu«getr»ckael hat die Flu:hen Linst im Meer der Lmramide, Alle» Doffer mußte bluten Ja llifterne», wie i« Riede: Mose» hier, der Glaabeutarme, Macht die Bibel selbst zur Lüge, Spendet, daß sich Sott erbarme, Wassergläser, Wafferktüge. Miss ich de» weine» Zündend« Gluten, Retzen die Wimper Salzige Finthen. Helden schafft der Wern zur Stelle, Zehnmal sieben—) ist die Zahl, Doch de» Liaffer« Spiegelwelle Bändigt ihre «rast zumal. E» verstummen auch die Lieder, Sast'ger Reben Freudenzoll, Hat der arme Sänger wieder Erst den Mund von Waffer voll. Miss ich de» Weine» Zündende Gluten u. s. w. Kann dem Trinker Speise munden, Rann er ltuheln solchem «rüg, wird der Kitzel je empfunden La de» Gaumen» Ueberzug, «) "W TO *nn 'vrrbss r«se» Gedicht ist auch von Seiger in seimm Salom. Gabirol, S. 81, übersetz!. Red. —) s- --- 70. Miss ich u. s. w. Ja! mit Fröschen und mir Kröten Werd' ich nun für Eine« zelten, Will mit ihnen in den Röthen Quacken auf zum Herrn der Welten: Denn gleich ihnen mnß dir Lippe Am gemeinen Raffe pumpen — Und ich schlürfe und ich nippe La dem ^aden Wafferhumpen. Miss ich u. s. ». Und zur Strase soll er bleiben Jmmerdar eia Nasiräer, Sols» wie Rechab» Sippe treiben Einst im Lande der Hebräer: Er und sein« Kinder sollen vi« za de» Messt»» Tagen, Ob sie schmollen, ob st« grollen. Nicht» al» Waffer, Waffer tragen! vr. Heinr. Lemberger in vaia.