Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 28 (13.7.1870)
- Date
- 1870-07-13
- Page
- Seite 235 (sequence 7)
- Language
- German
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aiie späteren Schöpfungen, in Riah, io onr mataal friead bm Misch« Charakter Verechti^ett habe widerfahr« lassen. (Also wie Freitag!) Paris. Die Petition vm Ernennung des Oberrabbiners Isidor zum Senator erfährt in französisch« Blättern wohlwollend« Zustimmung. Auch der „®to»ibe" theilt fie ohne Widerspruch mit. Nur Mr. Beutllot kann seine Galle nicht zurückhalten, er steht in dem Begehr« nicht eine Priuzlpienfrage, sondern eine Spekulation aus das Senatoreagehalt. 9. de la Bödolllöre antwortet im „National": „Und die Cardin Lief Hab« fie ans christlicher Demuth und Berläugnnng daraus verzichtet, eine Zulage von 30,000 Frcs. anzurührm? Die Religion Mose-, aus der das Christenthum nur abgeleitet ist, hat vollkommm Recht, für seine hervorragendst« Würdenträger ein« Platz neb« unfern Eminenzen zu fordem." Daß in Pari-, dem modern« Babel, dem Mikrokosmus, Alles zu find« fei, weiß jede« Kind; aber daß es dort auch eine DchaS-Chewra gebe, daß fie nicht nur exiftire, sondern auch „lerne" und »ach 25 Jahren dm ganz« bab. Talmud bemdet hat, wird für die meist« Leser überraschend sei«. Am 2. Diwan d. I. wmde der Sijum auf ganz 0"& in üblicher Weise festlich begangm. Bei dem Bankette betheiligtm sich und redet« auch Oberr. Isidor und der bekannte hochgelehrte Rabbinowitz anS Münch«. Also btr«" jO1?« M. Albert Cohn hat bei Gelegenheit der Berheirathung seines ältest« Sohnes, wie er in dem betreffend« Schreib« sagt, „die schöne alte Sitte, dm Zehenten (~WVG) von der Mit. gift zu wohtthätigm Zwrck« zu verwmdm, beobacht« wollm, hoffend, daß sie sich erhalte, wo fie noch besteht, und sich erneue wo fie geschwunden" — er ergänzt die Summe „auf 11" 1800 Frc»., welche er verschied«« Institut« zuweist. „Hei! dem, der schön redet und thut." In Brüssel ttaf am 5. von Rom auS die Nachricht ein, daß die bekannte Procefstou zum Jubiläum der Judenvertteibung unterbleiben müsse. Die Decane der Saint-Gudula-Kirche veröffenttichm dies. In Asti (Jtalim) ist neulich ein ttaurtgeS Zeichm von llnduldsamkett vorgekommen. Bei der Leichmbestattung eines Iudm wurde der Rabbiner, welcher bet der Trauerfeierlichkeit präfiditte, w:t einem ihm von unbekannter Hand zugefchlmdettm groß« Eteir am Kopfe gettoffen. Persönliche Feinde hatte der brave gute Mann gewiß nicht, nur religiöser Fanatismus kann die llnthct veranlaßt Hab«. Alexandria. Ein bejahtter JSraelit wurde durch einen Malteser angeklagt, ihm sein vierjähriges Kind zu raub« twr« sucht zu haben. Obgleich die Untersuchung die Unschuld d<S Manne« ergab, blieb er doch 32 Tage in Hast und wurde erst auf Verwendung deS englisch« ConsulS Stanton gegm Cautic« enttass«. Dies erinnert uns an ein« Bericht auS Madrid, dm mllängst der „Univ. JSr." auS dem „Rattonal" mitthellte. ES war dort eia Kind abhaudm gekommen. Lavinmgleich wälzt« sich alsbald die Gerüchte von viel« verschwunden.m ' Kindern durch die Stadt; Protestanten, Freimaurer und — Franzos« sollt« die Räuber sein, jme um daS Blut zu trinken, diese um — Pastete« von dem Fleisch zu mach«. Die Sache wurd« ein« Augmblick so bedenklich, daß sie in dm CotteS zur Sprache gebracht Word« ist. Palästina. Die von der „Alliance" gegründete Ackerbau» schul« in Jaffa wird demnächst eröffnet werde». I« Bombay ist da» von dem verstarb««, ebmso reich« als wohlthättgm D. Sassun gegründete MechauicS -Jnstititte eröffnet Word«. Da da« Legat zur Herrichtung d«S Gebäude« re. nicht auSreichte, so habm die Einwohner von Bombay 40,0)0 Rupien beigeftmert, dm Rest der 146,000 A. betragenden Kofi« hat die Regierung gedeckt. Bet der« Brande in <kousta»ti»oprl soll«, wie „Je«. Ree." meldet, Iudm nicht zu Schaden gekommm sei». Aus anieritanische» Zeitung« ttagm wtt einige Notiz« über die rumtatsch« Alarmgerüchte «ach. Die an die „Alliance" gelaugte Depesche, welche s. Z. auch von un« reproducirt Word« ist, war allerdings etwas stark gefärbt, doch ist dies, da fie an Ort und Stelle von Augst und Schreck« dictttt war, leicht zu «sstuldigm. Die Depesche der „Alliance" nach Amerika lautet: „Me Iudm find au« ihr« Häufe« auSgetriebm, geplündett, schrecklich mißhandelt, viele verwundet und vielleicht getödtet." ^vielleicht" — nun an dem gut« Will«, dm ein« oder andem erlieg« zu mach«, hat «• gewiß nicht gefehlt; nun aber komm« die amerikanisch« Zeitung« mit einander überbietmdm Echauerberichtm: z. B. „tausende von Manne«, Frau« und Kinde« »urdm abgeschlachtet." Ja ein Hotelier bmutzt die Nachricht zu ett.em Reklame-Puff für seine Restauration! Dal) Telegramm von Montefiore lautet: „ES fand ein Angriff statt, welcher durch Milttär unterdrückt wurde. Me Beachte sind etwa» übertrieben." Me jüd ische Gemeinde in Berlin, und viele Rabbiner und Prediger, die einst in Berlin studllt Hab«, mit ihr, betrauett dm Tod deS RabtaatSaffessorS R. Michael Landsberg Vl. DaS Bet-Hamidrafch verliert an chm einen verdient« Lehrer. Au« Königsberg geht UNS soebm der erste Verwaltungsbericht deS Hauptgrenzcomit^S für da» erste Semester d. I. zu. Wir theilm «ugeub!icklich nur die auf dem Umschläge gegebene Notiz mtt, welche lautet: „Nach Vollendung des Drucke» diese« Bericht« trifft die erfreuliche Nachricht ein, daß da» von un» so lebhaft gewünschte EmpfangS-Comitö in New-Bork sich nunmehr gebildet hat, und werdm wtt daher unverzüglich die Expedition der Auswanderer wieder austrehmen." Weiteres in nächster Nummer. Literaturbericht. Kerzlerg, Al.» Vokabularium zum hebr. Gebetbuch (ino). Nach methodischer Etufmfolge für Schul« und zum Privatgebrauch. BreSlau 1870. Echletter'fche Buchhandlung. 8°. 83 G. Daß diese» Wertchm seit seinem Erschein« in viel« jüdisch« Sehranstaltm al» Leitfaden bmntzt wird, beweist znr «eaüge, daß der verfass« bei der Lbfassnrg seiner Schrift d« richtigen Weg tingeschlag« hat. Statt, wie bisher, ba» Bocabnlar alphabetisch j» ordn«, hat der Verfasser da» allerdings vielleicht anr in diesem Fall« »u rechtfertigend« verfahr« beobachtet, di« Wörter nach, dm einzeln« mit entsprechend« Ueberfchriftm versthmm Gebetstückm zu cttUfrra. Da voravüsichttich di« Rothwmdigkeit einer zweit« Aussage der Schrift sich Heranistellen wird, so »oll« wir d« Verfasser ans einige »eine verseh« aufmerksam ma-i^n. S. S wird fp statt von fAP von slp abgeleitet. Die Stell« Hiob IS, 2 beweist nicht», da sie zn deutlich die aramäisch« Färbung verräth. S. 32 wird N2W (Thal) mit „chun," und (ibid.) mp>, ns® schlechthin mit „Würde" und „Name" wiedergegeben. dl. 8. Berichtigung«. Im Litrrawrbericht Nr. 25» S. 211, Sp. 2 Z. 25 statt Finten lie» Bauten. DeSgl. m der Anzeige de» crs-i *p R,. 26 l. Wir stutzten — »ie? Nr. 27 S. 223, Sp. 2 ist vor dem letzt« Absatz die Ueberschrist „an» der Rheiwirovinz" ausgefallen. Briefkasten der Nedaetion. wir bitte» mehrere HH. Mitarbeiter wrd andere, dm« wir ,^Srief schulden", am Nachsicht, da eine länger« Abwesmcheit von Hanse an, behindert hat. — S. in 8. Sa» bereit. — X Nächste Woche! — « Die stmf. hat da fel. Sach« f, eingerichtet, damit nicht an Sabbatand Feiertag« gefahren werde. — Itzpeditiou der „Jüdischen Presse": Diuscharmplare erbittm wir doppett: an die Redaktion and an die Expedition uns. Bl. — j T. Seit 25. eichjegangen.