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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-07-13 · 28 (13.7.1870) · p. Seite 230

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
28 (13.7.1870)
Date
1870-07-13
Page
Seite 230 (sequence 2)
Language
German
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230 und wenn man fe lächellich zu mach« sucht, so wird er sie in Schnzn nehme» suchen. Doch die« ist in drr Thal Nebensache, denn die Lehre »m der natürlich«» Züchtung hat mit der Theologie, richtiger gesagt, mit der Religion, gar nicht« zu schaffen. 7) Darwinismus und Religion. Jede neu anftretend« bedeutende Idee strebt dahin, fich zu einem vollständig« System zu erweitern, ihre Herrschaft über daS Gebiet!«S meuschli<l>en DeukeuS, WaltenS und GestaltenauSzudehneu, da- Althergebrachte nicht nur von Neuem zu prüfen und zu sichten, sondern zu verwerfen und durch ganz Neuezu ersetzen. Jet« neue Lehr« macht den Anspruch, daß von ihr ab eine neue Epoche beginne. Diegilt ebenso in der Naturwiffeuschast wie io der Philoscphte, in der VolkSwirthschaft, Politik und Kunst. (Wagner y Die begeisterten Anhänger der neuen Idee oder Lehre pfleg« vnS die Pistole ans die Brust zu setz«, sie verlang« eine eutschie!)«e Erklärung für oder wider und in erster«« Falle ein Verwerfen alle- Ueberkommm« Der größte Theil der Mensch« (und wir erlaub« unS zu behaupt«, daß eS nicht gerade nur die getankmlofm find) weist jedoch eine solche Zuuiuthung ab. Sie behalt« fich daS Stecht vor, bis zu endgültiger Entfcheidimg fich geg« d>iS Nme skeptisch» geg« die Systematik eklektisch und geg« dm Dogmatismus ketzerisch zu verhalten. So glaub« auch wir ein Recht zu Hab«, in dem von Darwin Vorgetragmen zu scheid« und auSzuwähl«. DaS Priucip der natürlich« Züchtung und die Lehre von dem Kampfe um daS Dasein weis« wir durchaus nicht ab, die Einzelheit«, wie die über die Zniwickelung der Zähne und chr« Zufammmhang mit dm Schuppen, über die stufmweise Ausbildung der Organe in dm jetzt verschied«« Th>ergattungm und über die Möglichkeit, daß sie auS einem ursprünglich« GmndtypuS fich herauSgebildet Hab«», kurz dm ganz« Kern der Darwin'schm Theorie (wir mein« wenigstens, daß dies der Kern sei) nehmen wir alS werthoole Bereicherung unserer naturwissenschaftlichen Einsicht mit Bergriögen entgegen, ohne unS über der« Richtigkeit irgend ein Uttheil anzumaßm. Wir möchtm aber auch fehm, in welchem Zusammenhang oder gar Widerstreü diemit dm Lehr« der Religion gebracht werdm könne?! Wenn dagegm die Darwin''che Theorie cmch über die Frage von der Schöpftmg der Welt durch Gott e>n Uriheil abgeb« und zwar dieselbe leugnm und an der« Stelle ein „von selbst gewordneS Entstehen" auch der ersten Stoffe, Plasmallürnpchm, Organismen rc. setz« will, jo weisen wir dteS ab, nicht well wir eS nicht auuehm« wollen, nicht weil wir uns Hutter dm traditionell« Glaub« wir hinter eine chinesische Mauer verschanz« und alle- Nme und unserer Ueberzmgung Widersprechende nicht an un» herankommm laffm, soudem weil, wie wir Wetzt Hab«, nicht abznsehm ist, waS nn» Beffere« oder «rÄchlicher die Krage Lösende« gebot« wäre. Wir bleib» ebenso bei d« tradkrtm Ansicht« von de» «orhandmsein eine« psychtschm, intelligent« und intelligibelm Elements im Mensch« stehen, well wir ebmsoivmtg im Darwinismus me in einem audem auf dm Materialismus gegründet« Syst«« bisher auch nur die Spur einer Erklärung deS Geiste« und einer Ableitung de« Denken» und d«S fteim Wollen» au» dem Stofflich« gesund« Hab«. Daß wir denken, steht aber doch mindesten« ebenso fest al» irgend eine Thatsache, von welcher die Lehr« der Naturkunde auSgehm, und, wie der aste Lambert sagt, „wir wiffm viel gewiffer, daß wir frei sind, al« daß alle«, wa« geschieht, ein« znreichmdm Grund Hab« müsse". Freiheit aber au« dem Darwinismus oder irgmd welchem ander« Materialismus abzulell« ist rein unmöglich. Wir lass« unS also auch an» der Burg unserer sittlich« Freihett nicht so leicht« Kaufe« durch die Consequmz« noch ungenügend bewiesmer Theorim vertreiben- ES steht ferner fest, ist eine Thatsache, daß in dem Mensch« außer dem denkenden Verstände auch Gefühle vorhaudm sind, Herzensbedürfnisse, wie der übliche Ausdruck lautet, welche ebensowohl mtt unabweisbarem Ansprüche austreten. Diese habm nun in Million« lebmder und verstorbener denkender Mensch« ihre Befriedigung in dem Glaub« an ein« Weltschöpfer» an eine Vorsehung und an eine im Mmschm lebende gottentstammte Seele gesund«. Daß diese Gefühle und HerzeuSbedürfniffe in der Naturforschung und für sie keine Beweiskraft habm, räum« wir bereitwilligst ein; wir find« eS auch ganz in der Ordnung, ja nothwmdig, daß die Naturforschung versuche, wie wett sie ohne der« Berücksichtigung und ohne die Annahme einer Gotthett und einer geistig« Potenz komm« könne, für sie ist diese Voraussetzung eine Hypothese wie jede andere. Wir wiss«, und eS weiß die» jeder Selbstdenkmde, daß diese Voraussetzung manch« Zweifeln und Einwendung« begegnet, es sind uralte Zweifel, mit dm« sich der Forschmde müht, während, mit Herbart zu red«, der nicht viel Fragmde auf einem Domenbette von Zweifeln mhig schläft — also, um doch noch einmal da« Dohrn'sche Gleichniß zu gebrauch«, der Finger schmerzt zu» weil« und stellenweise, aber amputtrm?! — 8) Darwinismus und Bibel. Daß die Darwin'fche Theorie über die Entstehung der Art« und Gattung« in der Thierwelt zwar der bisherig« Ansicht von der ursprünglich« Verschiedenheit mtgegmtritt, mtt der Religion aber in gar keinem Zusammmhange steht, daß eS eine Feuilleton. Zuanita. Boa D. Schornstein. (Fortsetzung.) 2. Allg:m:ines Frmdeugeschrei der GuapoS begrüßte dm Hauptmann bei seiner Ankunft Die Räuber hatt« wirklich schon die Erfahrmig gemacht, daß ein Geschäft mtt Diego d'Almora immer ein« außergewöhnl chen Gewinn abwarf. „Nun, Meister!" begann der große Guapo, der vorhin auch zuerst mtt Fernando anz:buudm hatte, „waS hat er gesagt?" Der Hauptmann antwortete nur mit einem wüthendm Blick. Mit Recht, denn eS befand« fich allerlei Mmschm, Spione und Dimer der Inquisition im Zimmer, und da» allsgedehnte Angeberei-Systw, mit melchem da« hellige Officium Spanim beglückt hatte, hatte sogar bei wirklich ehrlich« Leut« Mißtrau« zur Gewohnhnt gemacht, wie viel mehr also bei dm Söhn« der Gardunja. Der Guapo sah ebmfall« sein Vergeh« ein und war bemüht sein Unrecht wieder gut zu mach«; so suchte er also dem einmal berührt« Thema eine andere Wendung zu gebm und fuhr fort: „Ein braver Kerl, dieser Fernando." „Und auch nicht so stolz, wie die übrig« Caballero«," fügte eine braune Gttana mtt lebhaft« Augm hinzu. „Und erst Diego d'Almora, der ist eine wahre Krone der Mmschhett," sagte ein Dritter. „3a, daS ist wahr," sagte Mateo, sichtlich erfteut über die nme Wendung des Gespräches. „Vornehm, wohlthätiz und ein guter Christ." „Erst vorige Woche hat er Unserer Lieb« Frau von Pllar. ein goldene- Diadem geschmkt." „Wenn alle Spanier so gute Katholik« wärm, wie er, dann braucht« wir bald keine Jnquifttion mehr." „Chito!" (Ruhe) rief« plötzlich mehrere Stimm« auf ei» Mal, „Chito!" Einige Minutm herrschte ttefeS Schweig«. Der unversöhnliche Gerichtshof flößte ein« solch« allge»

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