Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 26 (29.6.1870)
- Date
- 1870-06-29
- Page
- Seite 216 (sequence 4)
- Language
- German
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210 ist"), welche dam» ledtglfch und allel« der» Charakter eine« Civilstanv-register- Hab«, über die Angehörtgfett zur jüdischen Gemeind« aber nicht entscheide» »vLrdea — so «mH schon jetzt constatirt werden, dah ter Knabe trotzdem nicht all Mitglied der jüdische« Gemeinde «mgisehm verbat kann; vielmehr — so lange er auprincipiellm Gründen nicht beschnitten wird, weder am Synagcgm», noch am Schultvesea, noch an de« sonstige« Institutionen der Gemeinde theilaehme» kmm und in jeda Hinficht all Nichtjude behandelt iverden wird und muh. Berichte und Eorrespondmzm. Deutschland. W. JUtaM, IS. 3vii (Orig-Corresp.) Unser hochwürdizer Oberrabbiner hat jüngst in eine» Sabbathvörtrage über 8. Mos. 25, 85 r „Wenn Dein Bruder verarmt u. s. znr Unterstützung der Z-raelttm in Palästina aufgefordert. Sedte Worte habe«, ' tote dain unserer Gemeind« kau« andersei» kann, Anklaag gefunden, und «- ist in Folge derselben ei» Comttt zusammen» getret«, ivelch«- einen „lveretn für di« Brüder im heil. Lande" bilde« will. Ueber dm iikrfoig »vade ich nächstenberichte». Sine großartige Söfmkung gedmkt Herr Benjamin Leja, der Gründer de- Leja-Sttfi-, unserer Stadt zuzuwmdm **), indem er et» Capital von etwa einer halb« MMo« Mark au-gesetzt hat, antesten Zins« «in de« genannte» Stift ähnliche! Ge» bände «tt Freiwohnunge» für 60 Bewosmer, ohne Unterschied der Eonfesfioa, errichtet iverden soll. Nach der Vollendung de- Bauediese- Stiftewird daffelbe, ebenfallaudm Zins« diese- Capital»- mit einem Capital von 60,000 Mark fundtrt trerbat, au« teffm Zinfe» dt« Unterhaltung-kostm, Gehälter x. bestritt« werden soll«. Dt« ferner» jährlich« Start« de- Stammcaprtalsoll« sodm» sicher belegt »oerd«, bidie Zins« «ad Ztnfe-ztnl« die Errichtung einer Bau» und Gewerbeschule gestalt«, in »oelcher «akemittelte strebsame junge Leute, ohne Rücksicht auf die Coufesfua, sich unentgeltlich für ihr« Beruf au-btlden können. 3« Lübeck ist am 12. d. M. vr. .ikarlebach au- Lad«, z. 3. in Berlin, zum Rabbiner gavählt worden. Bad Pürüßet« (Rhetnpfalz), im Juni. (Orig.»Correfp.) Auf eine Einladung de- Harn vr. Kaufmann dahier Hab« am 8. d. 31 Gemeiudemitglieter ihr« Beitritt zur Alliance Jlr. llniv. erklärt. Ohne Zweifel würdm alle Gemeind« der Pfalz, in »velchem Kreise die Alliance erst sehr schwach verkeim ist, diesem Beispiele folgen, »venn geeignete Persönlichkeit« sich da Sach«, die eso sehr verdient, emstltch anaähmen. Die Orthodox« wist« »vohl, daß die Vorsehung zur Ausführung ihr« va» heißung, die Zerstreut« J-raelü zu sammeln, »vorum sie täglich dreimal bet«, sich da menschlich« Mithülfe bedimt; die Manna de- Fortschrittaba, auf dam Fahne in goldmm Lettern da- Wort Humanität" prangt, wadm mit Freud« hia Farbe be» kenn«. Möchtm doch Alle, die für diese höchst wichtige Sache zu wirk« im Stande find, sich mit allem Emste derselbm an» »ehmm! -wfwfrtu, 13. Juni. (Orig-Corresp.) Während alla Ott« in da deutsch« Judmhett ein zu große- Au-etnandergehm, völlige Desorganisation zu befürcht« ist, ist unsere Organisation eine gefestigte. 9br schade, daß sie weda dem Drange da Vahältnisie, «och da keim Selbstbestimmung da Gemeind« *) 9» würde die« »ümlich an» de« Wortlaute de« Bescheide« da Uuterbehörd« hervorgehe». »ted. *•) Unfa U^ToaespoudeM an» Hamburg hat schon tu da <llrze dar. -da berichtet. Dird. entstammt, sonder» künstliche- Product da Staat-kunst n»it all' dm solch« Schöpfung« gewöhnlich anhaftend« Mängel» ist*). Maßlosigkeit nmnt sich da Hauptfehla — wird organi» firt, dann sollgründlich geschehm und egeschieht »otrllich bis zur Carricatur. Jeda J-raeltt soll eina Synagogmgemetnd« angehör«, de-halb bildm denn ei» paar Familtm, die in einem Orte wohn«, eia« solche, ohne natürlich die Mittel zu besitzen, di« Beamt«, »velche eine jüdische Gemeinde bedarf, angemeflm zu honortrm, i. e. sich ordentliche, tüchtige Lehra, Schächta, Borbeta zu verschaff«. Da existirt eine solche Kehilla au» via Familtm bestehend, von d«m ei» Obahaupt zugleich Vorsteha ist. Ganz anda« steht t» natürlich in dm von mehr Jud« be» wohat« Ott«. Da ist e« durch die vlldung de» Landrabbinat» ermöglicht worb« für tüchtige Lehra zu sorg«, von dm» Mancha befähigt ist al« Predtga zu fungft«. Da find d«ich Bildung eine- „größer« Armmverband«-" für Ostfrie-land und eina „Landrabbinat-kaffr" für die Landdrostet Osnabrück, zur Unterstützung da Gemeind« bet Krankheit« x. einzelner Mitglieder, wozu die Kräfte da Sinzelgemetndm nicht au-reich« würdm, dt« Institute geschaffm Word«, die emöglich mach«, Geiste-ftanke in Jrrmhäusan untazubring«, Arbeit-unfähige lebm-läagllch zu unterstütz« x. Venn nun auch durch Annahme de» Gesetzeüba dm Unterstützung-««hnfitz die vahältnisie bedeutend hierin vaändert »ade», so halt« wir doch die Auf» Hebung da genannt« Institute, welche hia und da angaegt wird, für nicht heilbringend, da selbst, wenn di« Commune dt« jüdisch« Ort-arm« von nun an wird unterstütz« müssen, diedoch ge» wohntermaßm und «eil di« Mittel «- nicht andazulasim, so kärglich geschieht, daß edem jüdsichm vohlthStizkeit-finne wohl anstehl» stet« au«h«lf«d da, wo e- Noth thut, edlzugretfm. Zugleich bild« solch' länga bestehende Institute die natürliche Grundlage für die vom Gemetndetage zu erstrebend« Regelung deallgemein« jüdisch« Armenwesmin Dmtfchland. von dies« Gestcht-punktm kömrtm wk ««» nur mit jaia Opposition vaetnigm, wenn sie statt da gänzltchm Aufhebung die Abschaffung desehr groß« staatttchm Aufsicht-rechte», da- Sin» keim da freien Baeintgung an die Stelle de» vom Staate organifirtm und reglemmttttm Lestehmdm erstreite—). Meiningen, 14. Juni. Dt« hiesige jüdische Gemeinde beabfichttzt etnm nmm Friedhof auzulegm und hat aldm best« Platz ein Grundstück hinta dem städttschm Friedhof tust Auge gefaßt. Um auf diese« zu gelangm, .muß sie aba durch dm städtisch« Friedhof und demnach dm Weg durch denselbm benutz«. Die Erlaubniß hierzu wurde, wie da».„Fr. I." meldet, von dem Vorstand da jüdischm Gemeinde bet dm städttschen Lehördm abetm, da Gemetnderath hat aba, da da aste Bürgermeista alle Min« dagegm spring« ließ, namentlich betont, daß die Jntolaanz da Bürgerschaft einen dem Gesuch entsvrechendm Beschluß nicht gutheißm würde, und indem a dm mündlich« Lortrag dejüdischm Gemeindevorstehersinn» mtstellend wiedagab, da- Gesuch abgewiesen. U. Au» da Hflrolrt»» Htosm, Juni. (Orig^Lorrrsp.) Da io Ihrem Blatte aus »empea gebracht» Bericht von dem Lud« da dortigen Mission», lchule ist gewiß von alle» Areuadeu de« Judeuthmn» «tt Geuugchmmg auf» geuomme« worden. Da Boden de» Miffiontwesen» wird in rmsaa Provinz trotz alla Anstrengungen ttmna ftLrta dnrchlSchert. Selbst di« christliche BevLUerung llußar leiur sonderlich« Sympathie «ehr für diese Art von zweiselhaftrr chrtstlicha 8ttbe, di« Spende» fließe» imma splrlicha, uud dt« Leita da Judenmission möge» da» BeschLst da Proselytermiachart doch auch 1 Da Har Lorrrspondent schebtt zq übersehe», daß di« «iurichttmg da Landrabbi»«« überhaupt, uud io Hamwver insbesondere, de»» doch wett älta al» te-ltch« Art von stattlichem «tafluß aas jüdisch« Lalmsvahwatfi« und in da Dhat ei» Ausfluß da rituelle» Bedürsniffe ist. Red. —) Ueba die, wie uni belamtt scho» sett lilugere» Jahre» erstrebte, Aushebung da griißam Armawabäad« hofleu wir uüchste»« au» sachbmdiger geda MittheUauge» briage» zu rönne». -ted.