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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-06-22 · 25 (22.6.1870) · p. Seite 210

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
25 (22.6.1870)
Date
1870-06-22
Page
Seite 210 (sequence 6)
Language
German
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310 mtifcni weift de» 3*N* de» Etstritt « die A»st«lt »»r d»rch eise» Htutergaug a», (der (Borten hat sechs Hmptetstzäu-p) und verbietet ihnen da« «ährend de« Trinkens vorgeschrtebäte Promeuiren tm große» Karle», sie «if die nächste Nähe der Trinkanstatt beschränkend. Ru» heißt es zwar, daß da» verbot mcht de» Jude», foudeca der sog. jüdische» Tracht gelte. Allein abgesehen davon, daß seiner Tracht wegen Niemandem, am allerwenigste» einem heilsnchenden Kranken, di« freie Bewegung und die Lust beeugt werden darf, ist »och darauf aufmerksam zu »»ach«», daß die Juden varschau« in ihrer große» Mehrheit, selbst solche, welche di« jetzt in Eurcpa allein vorherrschende Kleidung nicht tragen, soudern an de» hergebrachte» etwa» längere» Röcken und kürzere» Beinkleidern fest halten, doch tminerhin hier sauber, oft elegant erscheinen, so daß ihr Aeußerr« keine«weg« Beranlafiun, zu der Beschränkung sein kau». Di« Maßregel ist allein von dem la»dlänfigen Indenhaß dictirt, der sich geltend macht, so wett er sich eben geltend mache» kan». Alle diese engherzigen Beschränkungen waren in der kurzen Zeit der WielopolSki'schen Regierung verschwunden; di« neue Aera hat sie wieder heraufbeschworen. (Ost». Z.) Amerika. W. Nordamerika, 15. Mai. «Ortg.-Eorresp. Schluß.) Ad vocem Humbug. Diese» Gewächs blüht nicht bloß in kleine» sonder« auch in große» Gemeinden, und zwar in solche», die »ach ihrer Ouferfähigkeit, ihrer ursprünglich« (leider unter dem Humbug schnell erkaltend«) Begeisterung und ihrem heiß« verlang«, in dem Gotteshaus« ein Spiegelblld des häuslich« Oohlstaude« der Welt zu zeig«, ei« besseres Schicksal verdiente. Dieses zuletzt bezeichnet« verlang« wird hier zu einer Schaustellung und Prunkeurfaltung ausgebeatet, die für eine kurze Zeit dem geistlich« Führer zur Glorie verhelf«, den» jede Gemeinde oder Synagoge wird in der Regel »ach ihrem „Minister" b«annt. Aber es dauert eben nur kurze Zeit, dann tritt ein« allgemeine Erschlaff»» z ritt, die aufgebotenen Mittel und Aufregung« Hab« die Kräfte und Erwartung« überspannt, und ein« Gemeinde hat Nerv« wie ein Individuum, und nach Rausch folgt Abspannung. Katzenjammer. Wa« nun thun, um die Gemeinde oder die Gemeind« in beständiger Aufregung zu erhalt«? Der Ein« greift zu einer Polemik mit einem im Ruhme der Beredtsamkrit concurrtrend« und ander» gesinnt« College», schildert thu auf der Kanzel, wie er so h«chlertsch besonn« und so fortschrittlich vorsichtig ist, damtt er nur ja die schön« Falt« in seinem Omate nicht störe, fchildett sein häusliches Leb«, wie er am Sabbath »ach der Predigt seine Cigarre heimlich rauche — kurz er ist piquant, und Sie wisse», wir Iudm lieb« Pfeffersauce. Ein Anderer «nährt sich von d« Polemik mit dtriem od« jmem Geistlich« ein« andern Confessio» od« auch mit dem Chriftmthum i« Allgemein«. Das zieht eine Weil:, inzwischm wird etwa» And««» erfunden, um die Gemeinde in Athem zu halt«. Natürlich muß die Presse d« Kanzel nachhelf«, muß Reclame für sie mach«, und die angesponnme Polemik bi« zum gemein« Gezanke auSsptnnm. So geht'» bei MS beständig fort, und was Perikle» vom Weide gesagt lmbm soll, da» gilt hier von Gemeind«, daß diejeuize die beste ist, von welch« man am w«igstm spricht od« in Zeitungen liest. Ruhige« Wirk« und Lehr«, langsame« Ausbau« urd Entfalt« eignet sich für die Presse hi« nicht al« Stoff, d«n auch die Presse lebt hi« mrr von AuftegMg md Selbftlob. Jüdische Presse'- Da« wäre wird« ein große« ab« sehr M«quicklich«s Thema. Rur Eins sei zu« Schlüsse dies« Plaud«ei als Beispiel angeführt, was nun dem hiesig« Publicum bietm darf. Ei» Ihn« wohlbekanntes Blatt beklagt sich üb« die „Rewyork «vening Post", welch« n,,*m M bm BersthmiM M Conrils oft. gebraucht« «orte „Schema" Anlaß trimmt, üb« den Ab«gla»b« d« Iud« z» spotte», die dieses Dort als Amulett an ihr« Thürpfoft» Hab«!! D« Corrrspoudent d« „Svenin, Post" glaubt natürlich in alle» «rnst, daß jenes „Schema" nicht« a»d«e« als das hebräische Sch'ma sei, und übersetzt es demgemäß mtt: Hör«! Irgend et» Mwtffend« oder muthwtlltger Spött« hat ihm da« weiß gemacht. Da« jüdische Blatt mm hätte hi« die beste Gelegenhrit, dt« Unwissenhrit d« „Eveatng Post" auszudeck«, die nicht einmal weiß, daß Schema ei» griechisch»lateinisches Wott ist, «d dennoch sich erfrecht, üb« jüdssch« «eschränkthrit Pt spotte«. Das, thnt ab« da« jüdisch« Blatt nicht. Warum? Au« demselben Grunde, aus dem Htllel seine Trapeke nicht zahlte, um in'» Lehrhaus komme» z» können. Er hatte keine. Ab« trotz d« wissenschaftliche» Armulh steigt mm in die Tiefen d« Forschung und bringt h«aus — Sie köuueu sich denk«, was? Notiz. Der Mfche Wucher^»«r das Ei« Stimme ans de« 13. Jahrhundert. Wir hat» aber die «ersuch» beichtet, welche. unter Proirkiion »es heilige» Vaters, in velgieu gewacht wurden» u» ,chl« kathriisch« Welt vm der Seldwacht der Jade« »» befrei«" und die Seldgefchäste in die Hsnd» d«— gesniw» (denn das »st »ach des Pndels Kern) M dringe», «nch das klilgliche End« dieser Finanzoperation» Hab» wir erwähnt. Sie find de« Strafrichter «in«., de» ^tladwradatsch" andererseits verfalle», «b« nicht» Neues mtter der Sanne nnd in diesem Punkt« ,« wenigste». Hören wir «in« Stinun« ans dem 18. Jahrhnudert. g» seiner SertheidiPm-sschrift de« jüdisch» Stamme« ^r» di« »» griff« de« Eonvertite» Fra Paal» bietet di» Nabbi gaöob von Venedig («tma 1770) der den Inden gemachte varwnrs de« Wuchers Gelegenheit g» «in« drastische» Schilderung des Treibens am päpstlich» Hase» s» wi« dar unerslttliche», »ach Macht ond Eut stets gierig ansschanende» Palitik des heilige» »ater,«. Der „jüdische Sucher" und „Seine Heiligkeit" in einem Tableau vereinigt ist für uns za piquattt, al» daß wir es «ns versage» könnte», «seren Lese« eine »war nicht wartab« sachgetren« Uebersetznng »er betrefseudea Stele varznlegen: Du hast uns bei der Messe des Volkes angeschwärzt nnd Hand an unser Geld gelegt, den» Wahl weiht Du» daß das Volk Edams Mt jeher liebet da» „Nacht", gierig ist »ach Silber und liißer» »ach Eald, f» daß stet« au« ihrem Mund« ertönet: „Sieb, giebl" Wodurch «der» nun könnte der gierig schrappend« öiacheu solch« Uuthier« geschlossen werde», als durch diese beide» Acht», die Tag und Nacht beherrsche«, welch« die schlimme» Anschläge zu nicht, mache», so daß das Lamm »od d« Mols auf ei»« Seid« mit ihre» Jung tu lag«». D« Man», welch« weis« war als Darda und Ehalkal (Salomo), hat es schon ausgesprochen: Das Geld ist almächtig. Ei» auder« weg ab« Silb« und Gold zu «w«bea, als durch gi»s «Ud Wach«, steht tat« nicht offen. Sohl ernähren sich di« (jüdischen) vewoh»« de» Morgenlandes «in jed« van sein« Hände Arbeit; »och, wen» anch die ismaelitisch«» (uwhauManischen) Könige schlecht und sündhaft sind, so habe» sie doch Einsicht und verstand und fordern nur eine festgesetzte Lbgabe alljährlich, je »ach Stand uud vermöge». I» uuseru Laude» digege» wird solches nicht gesunden. Alles Dichte» und Trachten unser» Könige nnd unser« Fürsten in Bezug ans nn» geht vielmehr dahin, üb« uns herznsall«, tun all uns« Hab' und Gut mit «ine« Schlage sich anzutigutn. Und mm blicke doch hi» aus den Hof pt Nom! Sei« Herrschaft dehnt sich «ns von M«r pt tim, über alle Länder, ja üb« da« Me« hinaus, den» jegliches Volk Edams beugt sich ihr. Sieh dach hin auf de» Herrn, de» ihr «nffuchet. nach Such« geipr «; « ist d« mächtige Dräng«, und best« al» »ttserr Ernte «st sein« Nachlese. Durch solch« Mittel «hält « seine Höhe, schafft « Sehm-sa» seinen vermdnungeu, vvllführt « sein« Pläne, dadnrch |«fffct « den Nach »« Listig«, wirst » Ander« Städte nie»« nnd erbat» nene Festungen, «odnrch ander» den» nerstärkt«sein He« am Tage d« Schlachy wodnrch läßt » Fürst« von ihr« Thrmte» herabstürp», setz« »ich«« an ihre St«»« «k« jik ihn« wieb« ihre Hssnnd Palästr? Wodnrch dewirket «, »ah König- und Königitw«, daß Hoch und Niedrig im Sttmbe üeg« vor ihm, »nß « die Eh« schließet und trennet? Was steht ihm btt, sodw Feind» p, dowvhitztch ftter Widersach« M «rivrigech Mvados hi» pOreck« »« Stoch de« „vm vwhchwn" Volkes, »« Ismaetio» (Mah«w

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