Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 25 (22.6.1870)
- Date
- 1870-06-22
- Page
- Seite 209 (sequence 5)
- Language
- German
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die^ MtzWü hknterilaffm Hai, «ine» beide Thefle «hkudea Aaböruck "durch die Fiirsorge gegeben, «eiche sie für die'Hinterbliebenen zu treffe» im Begriffe steht. S» wird gvfchehen, wa» in unseren' Kräften steh», und in anständigsterWeise. Die Spqialitätm gehören nicht'der Oeffentlichkett an. cLeipziß, 10. Jmk. Dahiesige „Tageblatt" berichtet über dw Jubiläumsfeier devr. Jellinek. vr. Jellinek hatte die an ihn ergangene Einlad mig, den Tag, da er vor 25 Jahren Zu» ersten Maie und zwar hier gepredigt, hier zu feiem, freundkichst angenommen. Am Donnerstag früh traf derselbe mtt Gemahlin ein und wurde von einer Anzahl Freunde feterlich empfangen. Am Vorabend de- Pfingstfestes begrüßte bei Ge» legenhett der Predigt Herr Rabbiner vr. Goldschmidt in begeisterten Worten de» Jubilar als Man» d«S „Wortes" und al» ,Kenner der Schrift" und flehte den Segen de» Herrn auf da» Haupt feine» auserkorenen Rüstzeug» herab. — Am Sonntag, »ach feierlich vollzogener Eonstrmattoa einiger Mädchen fetten» de» Herm vr. Goldschmidt, hielt der Jubilar die Festpredizt: „Die Religion auf der Höhe". Wir müssen e» un» an dieser Steile versagen, dm überreich« Inhalt derselbm auch nur anuähernd wiederzugebm, und Tinnen nur berichte», daß derm Wirkung eine wahrhaft zündende und »achhattige war. Die dann folgendm Gratulation»» und Bankettfeterlichkett« könnm hier nicht ausführlich geschildert werdm, sie beweg« sich wohl im Kreise de» bei solch« Gelegmhettm lleblichm; die reiche Fülle' de» Geiste», der dabei entfallet wurde, und der TheUnahme von verschiedene» Seit«, die dabei sich zeigte, ist jedoch ungewöhnlich, wie die Begabung de» Gefeierte». Oesterreich. 6. HSieklh (Oester.-Schlefien), im Juni. (Orig.»Eorresp.) Heute habe ich über ein» schön« Art der Humanität au» der hiesig« israelitisch« Gemeinde zu berichte». Ei» langjährige» Mitglied derselben, der jüngst verstorbene Fabrikbesitzer Ignatz Baum, hat dm Arm« Wim'» und der hiesig« (seiner Vater») Stadt ei» Capital von je 10,000 Guldm auSgesetzt. Rach dm Bestimmung« de» Testamente» soll« alljährlich — an dem Sterbetage de» Erblasser» — zehn jüdische und zehn christlich« hllfSbedürftige Familien in jeder der betdm Städte ein« mtfprechmdm Zinfmbettag zu gleich« Theilm erhalt«. Al» „Sin junger spanischer Jude, van Her»« «in Inde, der sich aber an» SquattbeomUh tans» läßt, »rrespaudirt mit de« jung« Jehvda tldrabanel und schickt chm ei» Gedicht, au» de» Manrischea ilbersetzt. vielleicht scheut er e» doch, eine nicht sehr »adle Haadloug de« Freunde «unuovaud« »ltzutheileu, aber er schickt ihm jene» Gedicht. — Denke »ich« dartlter nach". Heiue wurde durch sein« Uebiwtritt nur noch erbitterter auf da» Ehristmthum, al» wenn e» ihn zum Treubruch, zur Ehr» vergessmhett und zum Abfall von sich selbst verlettet hätte. „Ich versichere Dich," schrieb er an sein« Busmftmnd, „wenn die Gesetze da« Stehlm silberner Löffel erlaubt hätten, so würde ich mich nicht getauft haben." Er freute sich, daß der Prediger am Hamburger Tempel, Gotthold Salomou, in seinem Beisein auf dt« get.>ust« Juden und auf ihn selbst stichelle: wi» sie von der bloß« Hoffnung, eine Stelle zu bekomm«, sich verleit« ließ«, dem Glaub« ihrer Väter untr« zu werde». — Al» um dieselbe Zeit der Fahnenträger de» jung« J»rael, der Begründer und rührige Trommelschläger de» Eulturverein», Eduard Gau», ebmfall» zum Ehristmthum ubergetretm war, konnte e» ihm Heine nicht verzeih«, da jmer nicht au» Roth dazu gedrängt war. Er wurde noch ärgerlicher über ihn, al» er vernahm, daß Gau» schwache Judm zur Taufe überrcket Hab« sollte. „Thut «» der «t v^berzmguug, so ist er «in Narr. thut er e« au« «lethuerei, sv.ist er ei» Lump". Er war auch «gehalle» gqnu Moser, daß er feine Taufe «icke beurcheitt und 1h« nicht, wie Euratorimn dieset mild« Stiftung find die LandeSregieruugru Riederösterretch» und Gchlefim» bestellt. Hpeß, 10. Juni: (Orig.-«orresp.) vr. Kayserling ist zum Prediger hierselbst erwählt Word«, doch bedarf die Wahl noch der' Bestättgung dirch ein „PlebiSeit". Such da» Rabbinat zu Neu- Ofen ist jetzt besetzt, »nd zwar mtt vr. Raph. Goldberg au» Papa. A. "gPWjj, 6. Juni. (Orig.-Eorresp.) Sollt« denn au» unserer Gemeinde nur noch Nekrologe zu schreib« sein? Wird aLc ihre Hrrrlichkett nur »och in historisch« RemtniScmzm besteh« und alle ihre Größe auf dem Gräberfelde gefacht werdm müffm? Der Hintritt vr. Aron Rosenbacher» kan» in Ihrem Blatte nicht mit Stillschweigm Übergang« werden. Der Berblichmr wir Inhaber der rmommirtm Bankfinna M. Bloch k Sohn. Bei 71 Jahr« in Bayern geborm, kam er al» junger tüchtiger Talmudist hierher, ftudttte, promovirte, zeichnete sich al» Mathematiker und Astronom au», würde an der Wiener Stemwarte angestellt Word« sein, w«n er — sich hätte tauf« »ollen. So n-urde er Banqnier. Bi» an sein öebmSmde eifrig Talmud „lernmd", eine gepriesme Autorität in diesem Fache, dabei die mati'ematischen Wissmschaftm pflegend» an jeder geistigm Errungm'chaft der Mmschhett theilnehmmd, dabei Mann de» Geschäft» und Jude ganz und gar — streng an dem ererbt« Gesetze festhaltmd — o suchet sie mtt Lichte«, die Männer dieser Art — sie um Tb« immer seltener zu find«, Männer, die, an der Brust der Thora und de» Talmud gmährt, geistige Größm gewordm find, groß „in diesem und jmem". Wahrlich man braucht nicht ibbredner der vergangmm Tage zu fein — aber darin warm fi: besser al» die gegenwärttgm, die un» Männer bring«, die iMb, viel Geld zu verdimm wiffm, auch dm Firniß der Ealtur besitz«, groß aber — nicht in diesem mch nicht in jenem find! Rußland. Mnrfch«!, 10. Juni. Von der Liberalttät unserer Regiemng enthält dir letzte Nr. de« amtlich« „Dzimnik WarSzawSki" wieder ei-- Beispiel: Beim sächsisch« Park, dem prächtigen, groß«, in fünf wett von einander geleg«« Sttaßm auSmündmdm städtischen Gatt«, existirt eine Anstatt für künstliche Hell- Mineralwasser, die allsommerlich von Tausend« von Trinke« besucht wird. Eine Bekanntmachung de» Oberpolizei. er e» von diesen gefestigt« Charakter erwartet hatte, herbe zurechtgewiesm hc t. „Ich bin ftoh, der alte Friedläuder und Bm- David find all und werd« bald sterbm, und diese Hab« wir dann sicher, und mau kann unserer Zeit nicht dm Vorwurf mach«, daß fi: kein« einzig« Untadelhastm aufzeigm kann". Verdrießlich nur: e» auch für ihn, daß seine Gegner seine jüdische Abstammung eicht vergessm mochtm und ihm wie Börne bei jeder Geleg «heit in Erinnerung bracht«. Um seine Gewissensbisse einizermaß« zu beschwichtig«, arbettete er an dem Roman „Rabbi von Bacharach" Wetter; er wollte damtt seine innerliche Anhäuglichkett an die Jud« bekund«, und ihn trotz der Abmahnung seine» Freunde» Moser veröffmtlich«, der dm grell« Widerspruch zwischm Gesinnung und Thal und die Feindschaft, die er sch dadurch zuziehm würde, nicht übersah. Judeffm vernachlässigte er ihn doch nach und nach und veröffentlichte ihn erst ,itt später al» ein Bruchstück. Heine war aber nicht dazu geschaffm, sich stet» von GewissmSbtff« qu llm zu lass«. Da er einmal de« Judmthume d« Rück« gekelstt hatte, suchte er sich selbst zu betäube». Sei» dem Lustjin» zu gewandtes Leb« unmittelbar »ach seine» Hebertritt war nickt» al» eine Betäubung. (Vchbch w.)