Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 25 (22.6.1870)
- Date
- 1870-06-22
- Page
- Seite 205 (sequence 2)
- Language
- German
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f. '-U‘. uiTäilffj btt Wafern «tt MW Mn den CNtwn «tt kindlichem Glauben, von gänzlichem Vvgstmben beanmortet «erden. # Lassen «ttWr rulsen. O» gibt «ta« große, sehr grgßa Klaffe von Menschen, ,-ie, zchne /gläubig zu iri», dennach die alte Traditlon bewahren: „tt ihnen wolen mr ^erhandeln. Neffen Glaube Serge versetz,» kann, der'ist unseier Hülfe nicht bedürftig: er ist in seiner Weise glücklich und in fich vollendet, und brauche NU» nicht. Unuerf-hnltch ffol>*fr den heuchlerischen Frömmler und Fanatiker, streng gegen blafirte oder »achläsfige Gletchgültigkett, und helfead bet gutwilliger Un- «rfahrrnhett. Neben der strenggläubigen Auffaffuag der Btbelwort« hat fich allmäistSch eta« mildere Anschauung in den Köpfen der Mensche» festgesetzt, die schon die Berührung mit der Wissenschaft »erräth. Man läßt >fie Thiere und Pflanzen nicht «ehr .erschaffen" «erde», sonder» man läßt sie „entstehen". Wie ist aber da» »un wieder ji traf rat Organisch« Wesen waren nicht vorhanden, also könnt« die Organt-mm nur aus unorganische« Stoff hervorzehen. stöar mm jede Stell« der Erde gleich gut zur Hervorbrtagung «ine- Jnfnsortam-, eine- Seestern-, eine- Krebse-, Schmetterling-, eine- Haifische-, Adler- und Löwen? Net», sagt man un-, nur wo diejenigen Stoffe vorhanden waren, welche zur Hervorbrtagung gerade dieser Thiere, also etwa etue- Adler-, nöthig waren, nur da konnte et« Adler entstehen. Wir ftagen aber weiter: welche Stoffe waren nöthig zur Hervorbrtagung eine- Adler-? Nun wird'- schlimm, dam dawiffe» die Antwortenden nicht. Dir benutzen diese Verlegenheit. Wie kommen Sie denn zu der Annahme, daß solche besondere Stoffe für jede- Geschöpf mrhandea waren? Antwort: Ja wie soll «an dam sonst die Verschiedenheit der etazelnen Geschöpfe be» greffen könne«? Frage: Also Sie nehrrea doch diese verschieden» hett als eta Problem, an deffeu Auflöftmg die Menschen arbeiten «üffea? Antwort: Gewiß, wäre da» nicht der Fall, wozu hätte« wir dam die Schöps ung-geschtchte bei allen Lölkem? Frage: Wird mm jede Antwirt und jede Auflösung de- Problem» gleich gut;tta? Antwort:!<iein, sicher nicht. Nur diejenige wird Bestand haben, welch« keiner unserer erkannten Wahrheiten widerspricht, und wenn da» mehrere find, diejenige unter ihnen, welch« noch andere Problem«: zu gleicher Zett auflöst." (Fortsetzung folgt.) »bee; „tat Knu, i ’t' *■ •** *£* -KN-lOl»»»echset in Oesterreich. st «m(. *.;* £ AG >ffe". britts an« dfta flpjhWilli: ,H» mfmr HttNal Istlamve fern verschied««» Pfß Mr OriechFAa«, Wh« tut eine Persm rmst»d7, zu de» »erßhletanr» Evangelische» len» fesflone» 32, zu« gndemhn« 28 Persine» »bergetret«»." vir erlaube» n< daran, «ta * „ W» Zstttzi D. tz. ehe selche U«tayrim ss.d-W werta», dag «e» tanltat pn A»ta«ich»W, bba»chi, «talDrHiaiiWtzta ft w-ps«. E« ist »och g« »ich« lauge her, daß «an in Oesterreich inu schlimmste Festet M «rifM, de» Glauben-zwang, snstata»« ha». «rüde« h-rm «Ir ft» «-glich «« sracs CmrrtHca, weiche $m gndewchnw -tattite». Ctam »er zahlreiche Hinzntrid |i einer Gestllschasr für »er« verch Zengnist' ablegt, so tönnten »ir »a dies«« Ergedniß znsrleta» sein." vergleiche» wir obig« »ngsben tat kor Zahl fett Einwohner Vien» »ach de» verschiedenen Eonsessioneu, so tibertrifit »er Uetartrw pm gndenchn» »ta pn» Kalhtaei-. «n» «ehr all mn da« vierzigsache. Freilich Hnte stch fear Piilistinli-m»- eine» gleiche» Siege« r-hme», «wer tat de» «fern» Eonsesstine» vertiert et» «holietam«» wte der Protestanti-mnzahlreiche -sterstrschnle» »eit nngehenerr» «oft»» Nuterhalte», w-heead «tr nicht daran den-» und »ach t-dtfche» Gesetze» jede Pwsetatetticheni sir«»g »er»«« ist. U»ch HM dieser Htnwet» «ns et»«» vlehrgewin» de» gndenthnms s»r «na «n» eine seennd-m Ssdentuug, nnd »tr wolle» hier nicht «ns eine Errnngenschaft Poche», welche mi de» «nichtig treibende» woge» der Nnqeit »»- vwe seilder zagesliha wird, wir wolle» hier tloß de» Gegner» des Ftaenthnm» gegenlltartrete». welche, ans die nnvachvtnttzw-tig gatage «»zahl setna Getemne gHlltzt, seine LebeassLhigkett bestreite», feine» Untergang prophezeie». Ader, ta» ha» der mild« Bll« der Frethett anch de« IndeMha» gel-chelt, da wachst» seine Weihe» wie die jung« Knospe» »et de» erste» Sonnenbllck de» Lenzes, »nd auch viele abgestGe« nnd vm» Wind« verwehte Sl-tNr wwde» in barer Weis« dem alt«, Stamme wieder zugeführt. I» wie» find t» l v tertelsah« 23 lloiwerrite» zw» gndenchn» -berget «tr», t» veßerreich im letzt« gäh« »der hundert, nnd wen» diese» so fortgehe — mck die vo> diagm^e» daz» find vorhanden — st wird feiest kleiue Semetadr verehrter «md Atr-chgeAhrter dal» dedentend gemachte» sei». Freilich tato et» intensives wachsehm» de» Indenthnm» «ehr »ach «rserm Geschmack«, al» die Zuuahm« vo» ll»ta»; «der gerade dies« Snaahme, von der wir spreche», ist auch geeignet» de» Gegnern im gnnme de» Jndenthma» selbst z» tagegne». wir «ei»e» stne tR-nner der -nßerste» Reform, welche de» vrnch »tt der «er,äugen heit predige», welch« da« positive Judeuthm» «sheta», nnd a» di« Stell« einer grogartig, n historische» Vadttio» «im moderne Mer bester et»« vtode-Religio» setze» wolle»; stne vk-nner» welche di« „Romantik" des Jndenchnm» belächeln, mit prvsaisch-n-chserner Anslltarng de» poetischen Dnst nuferes Glaub«»-, de» pr-chtige» Fardarschmelz mesrrrr Sitte», st» de» ganze» beleb«»»«» Hauch au« vnserer Vergangenheit befpsttei». Sie Feuilleton. ßlet>er WSrue «nd Hei«e. -io» Profestor vr. Grartz. (Fortfetzuug.) Hetae machte ke» Hehl daraus, daß nicht die freie Muse den „Älmansor" geschaffen, sondern das» die Antipathie gegen da- Chriftenthmu nnd de. Drang, eS zu bekämpfe«, diese- Drama etagegeben hat; darnra hiüt er eselbst für verfehtt und erwartete keine tiefe Wirkung davon. ES zog in der Thal dem jüdischen Dichter viele Feindseligkeit zu. Durch seine Gedichte, welche alü echte Volkslieder mtt tiefem Gehalte richtig beurthellt wurden, hatte er fich?«vuuderung erworben, aber diese schützte ihn nicht vor Verunglimpfungen. Die Deutschen konnten «- dem Juden nicht verzeihe», daß er die blutigen Thaten oder Unthaten de» tzhristenthumS poetisch zu gestalten gewagt hat. Die Woge» tze- Judtthaffenmbcandeteu ihn. ,F)ou allen Setten empfind« ich die Wttkrmgen diese- Hasse-. Freunde, mtt denen ich den größto» Thetl meinet! Lebenveckracht, wenden fich vo» mir.. Bewunderer werden 'Verächter; die ich am meiste» lick«, Haffen mich am meisten, All« suche» mir zu schaden." Indessen versuchte doch der Letter de- Nationallheatervon Brauuschweig den vo» allen Setten angefetndete» „Almaus^ auf dt« Bühn« zu bringen (20. August 1828). Da- Stück wurde bigegen da» Ende mtt Beifall aufgenommen, al- «in roher Geselle «in« Störung herbetfühtte. „Wer ist der Verfasser?" fragte er, und al» er hörte, der Jude Heine sei e-, glaubte er, esei eta jüdischer Getawech-ler diese» Namenta Brauuschweig, und begann eine» Höllenlärm zu mache». „Wa-l den Uustn» de» albemea Juden sollen wir aahören?" Gr riß da- «»gebildete Theaterpublikum zum Lärmmache» hin, und so wurde der „Al» mansor" au-g«pfiffen und verschwand vo» der Bühne. Dieser plumpe Vorfall tu Vrauaschwetg war für Heine et» Wendepunkt in feinem Leben-gange. Der Lorbeer eine» lyrffchen Dichter-, der ihm gewährt war, genügte ihm nicht. Sein Ehrgeiz war darauf gerichtet, dramattsche Kunstgebikde tu- Leben zu rufen, einen Wettlauf mtt Shake-speare zu wagen, gleich Lesfing seine innerste Ueberzengung von der Bühne predig« za lassen. Diese» der Verwirklichung nahen Leben-plan hatte eia Brauuschweiger roher Stallmeister in «ta Luftschloß venvaadckt. Der Älmansor wurde al» Produkt eine» Juden au-gepfiffe». Selcher Theaterletter würde zum zwetten Mal e» wagen, eia Stück von ihm auzurehmen, da» da- Kain-zetchen an der Stira trüge? Zähe Geduld und -lu-dauer, um tba günstigere Bett abzmoarteu, hatte Heine nicht. Noch dazu fpielte ihm müh seine argwöhnssche Phantasie einen Streich; Helm bildete fich «ta, daß