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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-05-18 · 20 (18.5.1870) · p. Seite 169

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
20 (18.5.1870)
Date
1870-05-18
Page
Seite 169 (sequence 5)
Language
German
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169 mxnv vorzulad« und eine Prüfung mit ihnen, wie auch tau Untersuchung der Schlachtmeffer vorzunehmen! Er, der öffentlich di« Authenticität der heilige» Schrift vertäu gart hatte, wie ich Ihnen bereitt näher mitgetheilt, er wandte sich fetzt de« „Sewach Gchemuel" (!) zu. — Da« ist die Aufrichtigkeit, Charakterfestigkeit und Cmrfequeuz, der sich heutigen Lage« die Führer und Spitzen unter dm Reformlehrern so vielfach rühmm! Wie ein Lheil der Gemeinde aber über diese« arge Spiel mit der Religion dachte, darüber in «eine« nächsten Briefe so Gott will Weitere«. E. C. ßtmhttf, 6. Mai. (Ortg.-Corresp.) von dem hiefigm Berichte wurde kürzlich ein interessanter Proceß entschieden. Herr H. B. Oppmheimer stiftete vor einem Jahre Freiwohnungm für arme Famllim, welche über ordmtlichm und reltgiösm Leben«- Wandel Nach weit liefern können» sah sich aber »ach einiger Zeit gmöthigt, eiam Bewohner seine« Stifte« an«z»»eism. Der Betreffend«, der kein Freund de« häufig« Umzieh«« zu sein scheint, beschloß seine« Wtrth« zum Trotz zu bleib« und bezog sich, darob verklagt, auf eine von Herrn Oppmheimer bei Beleg« heit seine« Einzuge« gemachte Aeußerung 03? rwo TV (bis 100 Jahre — wöget ihr hier wohn«). Die Entscheidung fiel schließlich zu Bunstetr de« Hem» Oppenheimer au«, von der vorau«setzu»g autgehead» daß obige Redmtart keine Verpflichtung iavolvire. Somit ist diese Phrase au« der schwer« Befahr, welch« ihr« ferner« «nbedmftich« Gebrauch bedrohte, glücklich errettet. Oesterreich. Mn» der »mlere» Pttum, V., 3. Mai. (Orig.-Corresp.) Procnl » Jore, procnl » Fnlmine! Ihr Deutsch« habt gnt lachen. Erfahret Ihr etwa« von der „Aufgabe der gesetzt» treu« Jud« im vereinigt« Vaterland«, Ein Wort zur Zett von Sigmund Krauß in Körö«»Ladaay. Auf Kost« de» Verfasser» gedruckt. Im Aprll 1870"? Wir aber hier — in der Kornkammer, Oesterreich« — im frucht» und morastgesegnetm Thelle Ungarn«, d« di« silberfluthmde untere Donau bespült, wir erfahr« Alle«. Und ginge Einer mit Siebmmeilmstiefeln durch die mtlegmste Straße einer mit Hebräern noch so spärlch autgestattetm Provinzialstadt meine« blühmdm Vaterlande« — und Sie gebm doch zu, daß Siebmmellmstiefeln an und für fich ein« ganz entschied«« Fortschritt bekund« und verbürg« — da rennt ihm so ei» Farbiger »ach, so Einer von dm Zebuim, so ein Stück Glaubenthalbblut, und «st mit unverkennbar trmherzigm Sirmmtönm: „Freund! Hab« Sie schon gelesm Krauß' Aufgabe u. s. w.k" — da kenn der Fortschrttttmann nimmer Wetter — er kennt, dem Himmel fe?» geklagt! dm Köröst-Ladanyer Schriftkondigm au» ganz eigener Anschauung, — er kennt da« alte, biedere „Eine« Manne» Rede ist keine Rede" und nimmt hin da« rosmrothe Pamphlet und geht damit nach Hause und liest e« wahrhaftig. Denn ,.e» wird da» Auge »immer satt de« Sehen« und da« Ohr nimmer voll de« Hören« — dies« bös« Trieb hat Bott dm Mmschenkinde« eiagepflanzt, sich damit zu beschäftig«", wie Ostervald will, oder „fich damit abzuquälm" — wie Andere wollen. Doch fürchte nicht, thmrer Leser! daß ich Dir Gewalt anthue und Dich milzerre durch di« ttostlose Steppe diese« Mach» werke»: Du kannst Dich bei mir ab finden, wen» Du die Eine „Frage" Dir zu Bemüthe führst, die der Verfasser fich zum Vorwürfe seiner Aufgabe machte — ich werfe ihm auch «st« nicht« Andere« vor — nämlich die Frage: „Ist e« unumgänglich nothwmdig, und wen» nicht, ist es rathfam, daß die orthodox« Jud« de« vereinigt« Vaterland««, nack» dem Jnölebmtretm de« Gesetze« über Religion»freihett, noch außerdem, daß sie fich zu Lvkalgemeindm freiwillig cousolidirm (7), gruppirm und constituirm, auch noch in einer Landeözememde fich constituirm müffm 7 — Wir (Krauß) glaub« diese Frage entschied« mit „Rein" beautwottm zu können" — Also Trennung! Trennung mtt aller Entschiedmheit und in aller nur immer möglich« Unzweideutigkeit. Nicht bloße Trennung von Bett und Tisch — nicht bloße Trennung im Punkte der Güterzemeiuschast, — nein! echt Lot-abramitisch« Trennung — „es möge fürder kein Gezänke sei« zwisch« mir und di», zwisch« meinen Seelelihirten und dm deinigm — obgleich wir Brüder find. Ist doch da» Land mit sein« l200Ouadratmeilm vor dir off«, trenne dich nur ab von mir; gchst du nach link«, werde ich nach recht», willst du da« Rechte, so werbe xch nach link» abschwmken." — Und „wie der Brtte»gattm", so schön, so liebe- und glaubmdurchtränkt war einst der ganze Plan, auf dem die Brüder gemeinsam verkehttm, "Vi TK13 bi» e» kam zur Verringerung und Verkleinerung durch — Zwiespalt. Ich finde im Buche unserer unverfälscht« Glaub««urkuude, und weit darüber hinau« bi» in die nmeste Zeit herab, nur die Eine politische Zweitheilung de» alt« jüdisch« Reiche»; eine Zweispaltung in dem Maßstabe, wie ste Ungain» Orthodox« anstrebm, und wie sie da» Krauß'fche Organiscftonü-Libell zu verwirklich« Mime macht, wie ste die Glaubrnünachtwächter durch beredte und beredete Zeug« im Parlamente verkünd« lass«, — solche Zweispaltung hat e« im Juderthum nun und «ff« Kmmm, deren sie habhaft «erden konnte. Ihre ausgezeichnet« Schöa- Heft zog ihr bald dl« allgemeine Infmerksamleft zu, wie sie z. B. noch ganz all Kind einmal von de» Prinzessin»««, de» Schwestern de« König«, an«, gezeichnet wurde, all der Hof di« Fein: de« Lanthüttenfeste« kennen lerne» wallte. 12i/s Jahr« alt ward |U «ft Dr. Markus Herz »erlabt und 2>/, Jahr« daranf war di« Hochzeit. Ihr Man» war »ehr alt »oppelt s» «ft alt st«; er war eia ansgesprachener Schiller Kam'« »nd hatte einiges Philoftphische steschriede». das »nerkennnng gefunden; ei» scharfsiuniger, klarer »ad nüchterner stapf, war er wie et» Fremdling in diese« streife, deffe» Mittelpunkt seine Fra» war. In »er Literatur war er bet Mendelssohn »ad Lesftag stehe» geblieben, na» war ein Feind aller träumerischen Sentimentalität. Dach schei« er bei de» Gpftavaganzea des „lugendbuntes", den feint Fra» gegründet »ad der et» verspiel zu de« Lallheften »er Kawaattk war, nur gelacht zu habe». Der jung« Sichel« »an Humboldt spielt« hier die erste Kall«. Nach defieu spätere Fra» hatte stch darthi» verirrt na» begegnet« hier einer anderen «ngebetete» ihres spätere» Mannes, die »ach Einigen sagar im Gehetmeu «it ih« verlabt gewesen sei» soll, Therese Hepa«. Diese verliest de» vnad und den junge» Var«, dach, am de, berühmten Reisende» Georg Förster zu Heirat heu. S«ah und Marianne Meper, damals »och junge Mädchen, vrenaa de kemos, di« Schwester HeariMea's, Henriette na» DorMhea Mendelssohn, Sophie Schubarch, die fich ihre» ersten Manne durch Clemens Sreatan, entführen liest — kurz »lle berühmte» Damen veriins scheinen diese« streift angehdrt zu habe», de» Markus Herz, der Kattonalist, i« streife seiner ihm gleichgestnutni Frnmde nicht wenig verspottete. <Fortsetzung folgt.) Maatz für Maak. linige »er «an »ns berichtete» Nttnea Ineidate» haben graste» veifall gefunden, find in Blätter verschiedener Sünder übergegaogen na» in vier Sprachen übersetzt wokden. vaa pari» di esoton (ans unserer Kr. 7) und. »ft Geschichte von der Gesellschaft Jesu (Kr. 14) fignrire» nochmal« i» neuesten Hefte de» „üorriere Jsraelitico", und letzter« sogar im „Kotau!" va« 7. Mai au» „ke Journr' Hebdoinadaire gsraöliw;" ander« Uebersetzer habe» kein« Quelle angegeben. Gleichgültig. Inch »ft Ge chicht« vom „Amhaarez am grünen Lischt' gehört zu de» mehrfach abg« druckte». Leider ist ste „nicht ahne", und da wir arglos auch de» Infangsbachstabe» der Gemeinde, tu der sie fich ereigner hat, abgedruckt habe» — es gib« ja viel Städteuamen desselben lasan-sbuchstaben» — s» sendet «,„ nn» als «Raast für Märst" ein« Geschichte, welch« beweisen soll, dast auch im Kabbiner» stuhl ei» Im-Haarez fitzen könne. Da» bedarf »na. Gott sei es geklagt, gar keine» Beweise«, aber hftr die »nekdote. (Für dft Sahrheit a-menlaser Geschichtchen ist wohl keine Redaktion veranrworttich.) Zar ZeÜ der Sstra hatte sich bei eine« Leidtragenden Minja» zu« Ideadgebew ein gesunde». G» wurde die Frage ausgeworseu, ob mau bei einem bsirrrrto zähle. Der Rabbiner, welcher anwesend war, erhob stch und sprach m dem ih» «igenrhümlicheu Pathos seine verwunderultdarüber au», dast man darüber »och krage» »der zweiseln könne, es steh« ja ganz bestimmt tu» Schnlchan «euch 7»2US parao fl. — Mögen diejenige» Leser, welch« bist nicht so genieste» könne», sich von eine» Gelehrte» znm Geaast« verhelft» laste».

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