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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-05-11 · 19 (11.5.1870) · p. Seite 158

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
19 (11.5.1870)
Date
1870-05-11
Page
Seite 158 (sequence 2)
Language
German
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ff*» 168! unb«echttgt wie bk Furcht unbegründet, oder der andem Richtung neig«: sein tctiffaJRotgr, all Gqktisch ‘ i *, itfi sich mit ihr Beschäftigenden der Liieratm nicht Gefahr: in unseren Tag« ist häufig der Rabbttier der allein ^kuudige^vies« Gesichtspunkt im Auge behqAmd..fylltm gvchh die WemAtden hei Anstellung eitzeS Rabbine« ihr MaemuerA auch a^KM Ge»^.iu l^sti thtHtifc^. , , lehrfamkett und haS Vertrautsein deS AugußielftndeU mit dem'^tet der Getzeintzrn^di^ Nationalschatz richten, in dem Rabbstier nicht tat den geistlichen (ein an sich dem Judenthum unbekannter Begriff), sondern auch den geistige» fkctrtfct «blicken und die Befähigung hierzu als wesentliche Bedingung mtffiellen. Der Schwerpunkt liegt sedoch heutzutage anderSwo: der Candidat wird zur Probepredigt berufen; findet sie ^Seifall, so erfolgt die Anstellung, e« wird höchsten» noch von mancher Seite zeftagt, ob d« Candidat „nicht zu fromm, sei", und da die Gegensätze sich berühren, so wird von einer andern Seite darauf gehalten, daß der Candidat „recht ftom« wenn auch unwflend sei". So soll denn daS Verständniß ganz abhanden kommen? Soll daS Bedauern, daß e» nur in die Hände Weniger gelegt, sich in die Trauer umwandeln, daß auch diese Benttzm e» nicht pt wahren vermögen, fvtt-iw «lnlge» Gene« rationell die Nrtionalliteratur verloren, die Arbeit von Jahrtausenden zu Grabe getrage» sein, soll« dieSchristeu der dmkendstea Geist« «user« Ration un» wie in Hieroglyphen eingehüüte Mumim mtgegmstarrm, soll Israel auf seine große in sein« Literatm sich concentrirende V«ganzmheit mrzichten, die Kette zwischen Vergangenheit abreißen und sich selbst aufgeben? D« südisck-theoiogifch« Verein hat sich die Aufgabe gestellt, d« Verwirklichung dies« tieferschütternden schmerzlichen Aussicht nach Kräften entgegen zu wirken. Ist den Gemeinden daß Bewußtsein d« Heiligkett d« Verpflichtung, dm Nattonalschatz zu wahr«, abhand« gekommm, so soll sie in dem Geiste deS Rabbiner« mtt unvergänglich« Zügen »«zeichnet fein und ihm seine hohe Aufgabe stets vergegenwärtigen. Zu diese« Zweck wollen die Mttglied« se-B««inS sich periodisch versammeln: in dies« Versammlungen soll« thrilS in öffmrüchm Dorlrägm Gegenstand« der Litttaturzur Verhandlung kommm, rhetl« durch gegmfettige Mittheilung d« Crzrbniffe deS zepflogrnm Studium» die Liebe zm Ltteratnr erstarken, auch soll die wissmschaftltche Bearbeitung, für die di« groß« Lehr« d«S I I. und 12. Jahrhundert« in ihr« Weife als Vorbild und Must« dimen, geweckt und gefördert r»«dm. Dieses die eigenttiche Tendenz deS Berlins. Die Krag«, wo« « Praktische« zu Tage fördere, ist ebmso \ >;k < daß er nach d« einm!tei find theoet w«dm da« etm an die _ _ aIItt«fltaT. Doch noch anchre pvükttschechkstomentweiWm sich au» dm theorettschm Tendenzen deS Verein». D« Verein lehnt an da« jüdisch-theologische Seminar, zu Pretzlau'« und «illchi seineini Geiste wirke». Da« Seminar hat in ftstiem erstm^ogramm da« von ihm zu verfclzeride Ziel klar an dm Tag gelegt und die alljährlich erscheinmdm Programme weism unontnbrochm darauf hin: eS will ein durch Famltät und s. g. Hochschule keineswegs zu bewirkende« eingehmde« theologische« Studium Herstellen, da» mit d« Wiflmschaft sich nicht nur verbinde, sondem von wiffmschaftlichem Geiste getragen sei. E« wurde d« Verein von recht« und link« angefeindet, doch g«ade hierin liegt, wie d« Herr Redactmr dies« Wochenschrift in einem früh«« flVyyV^P 9vl«ni»i vff WwCTV; Wp “ TRI Tn^l^VIr flw flU beidm Ultra gleich weit abliegmdm Weg eiugeschlagen. Cr wird ihm ferner von mancher Sette zum Vorwurfe gemacht,- daß e» sich nicht an di« Spitze d« gemäßigt« Reform stellt: welch« Vnkmnung seine« Wesen«! Da« Seminar ist eine Lehranstalt, seine Aufgabe V«ttetung der Wisimfchast; jede« Ueberfchreiten dies« Grmze ist geeignet eS in eine schiefe, seine» Berufe Eintrag thumde Stellung zu bringen. Und doch ist e« nicht gettennt vom Leb«, an sein« «ifsenschaftlichen Bestrebung« knüpf« sich unabweisbar praktische Erfolge. Im Seminar wirk« Theologie und Wiffmschaft in innigem Lunde zusammm: seine Hör« wn» dm hindurch bewahrt vor de« FanatiSmn» dn Strenggläubig« fett und vor dem dn Reformfncht (daß auch Refvrmfucht und Reformbestrebungm ihrm Fanatismus habm, habm di« Vorgänge d« jüngstm Tage von Rmem gelehrt); seine Hör« nchmm dm Geist der Versöhnlichkeit mtt hinaus, «ollen nicht »«dämmen, nicht verfolgm, Niemandem eine religiöse Urbnzmguug auf» drctttgm. DaS mit d« Wiflmschaft sich einigende theologflche Studium will f«n« in ihnm Männ« hnaubildm, die durch» druugm von GlaubmSeif« und GlaubmSttme die von mancher Sette hervorttrtmden frivol«, da» Aufhörm de« Judeuthumö beabsichtigmdm Bestrebung« mit Unwillm zurückweism, die ab« auch durch die wiffmschaftlich theologische Forschung belehrt, zu Feuilleton. Kißer Körne und Heim. von Prostfior vr. Vraey. (Fortsetzung.) Und weil Börne, seitdem sein Geist zu reism begonnen, in dm Judm nur Geld» od« Zahleummschm sah, wie <u.f d« Frankfurt« Börse, od« Religionöspött« mtt christelndm Anwandelungen, die sich ihr« Abstammung schämt«, wie im Salon d« Henriette Herz, und well seine Erziehung ihm daS Jodenthnm so v«ächtlich gemacht hatte, daß « es nicht d« Mühe wrrth hielt, sich damit zu befassm, so blieb ihm daS Allerheiligste d« Judm uuMgänglich, daS auch in d« von chm fo sehr geschmäht« Rothfchlld'schm Favrilie auzutreffm war. Gelbst sei« eigene« Jnn«e vermochte'« nicht zu durchdringm und zu unterscheidm, was d« allgemeine Culturzustend, und waS daS Judmthum au seinem Weim gebildet hat. Jndeß bewahrte ihn sein gesund« Sinn und seine Liebe für die Unt«drücktm vor d« Charakterlosigkeit d« Rahel, ihre» BmdnS, deS Dichters Robert, de« ganzen Berliner Salons und viel« And««, die v«ächllich dm Judm dm Rück« zukehrtm und eS nicht d« Mühe werth hielten, etwas für sie zu thun cd« gar mit ihnm zu empfinden. SlS Jüngling machte ihn schon d« Gedanke rasend, daß ihm daS Schmachwort »Jude* in« Gesicht geschlmdert werdm könnte. Und « hat richtig vorgeahnt, daß chm diese Schmach nicht erspart und daß seine »Löwmtatze' heranSgefordert w«dm würde. Al« « ein Jahr spät«, bereu« Student, einm Reisepaß von der Frankfurt« Polizei nahm, schrieb ihm eine Mißgestalt' von Pvlizeischreib« hinein: ,Jud' von Frankfurt*. »Mein Mut stand still, doch durste ich nicht» sagen noch thu», denn mein Bat« war gegmwärtig. Damals schwur ich im Herz«: Watte nm, ich schreibe euch auch einmal einm Paß, euch Allen.* Emm Augmblick schim e«, als sollte Böme sein« Schwur v«geflm können. Die Frankfutt« Judmschaft hatte sich die Gleichstellung für eine halbe Million erkauft, und Börne, d« inzwischm RechtSwiffmschast studitt und mtt sein« Erstling«» GeisteSerzmgniffm Erwartung« erweckt hatte, wurde ein« d« Erstm in Frankfutt im Poliznfache angestellt. Sein hochfliegm» d« Geist und sein Freiheitsdrang wärm vielleicht im Aktmstaube begrab« worden, wenn nicht die judmfetndliche Frechhett d« Frankfurt« Pattttt« ihn aufgerüttelt hätte. Die Schmach DmtschlandS nach der wohlvndimtm Niederlage von Jma hatte Böme rbm so ttrf wie die Jugendbündl« empfundm und eine Rede an die Juden auSgearbetttt, worin « sie wahrscheinlich zur vatriottschm Opfnung auftordette, die die Cmsur ab« al« zu auftegmd unterdrückte. Al« d« Riefmheld Napoleon geschlagm

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