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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-05-04 · 18 (4.5.1870) · p. Seite 152

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
18 (4.5.1870)
Date
1870-05-04
Page
Seite 152 (sequence 4)
Language
German
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162 „Diese» Zesguiß, Bcrtnurtra mit fo viele» «Amu, berechtigt nn» als» zu -lmtbe», d«t di» große amichrifNche verichtrörung, die m»s »«strickt, durch die alteu Feinde Lhrißi «ud di« Abklkumlin-e Derjetti-e», die sei» Blut vergösse» Hoden, geleitet mir» u. s. tB«» Hilst H, den » Monde" damit zu entschuldigen, daß er, wie alle Franzosen. austländtfche Berhälmiff« "icht kennt, da er j sonst wissen müßte, daß da« preußisch« Mamerthu« gar keine s Juden aufnimmt? ES handelt stch nicht um solch« Einzelheiten, sondern um den ganzen Haß, dem jede« Mitttel recht und kein Wort zu schwer ist. Probe» dieser Art zu gebe», widerstrebt un», man würde fmd,m, daß da« tiefste Mittelalter nicht«! Schlimmere« in Worten aufzuweisea hat. Aber auch ei» j Faktum schließt sich hier an, wenn auch verhältnißmäßig eine i Kleinigkeit. Im Jahre 1848 wurden die Juden in eine« kleinen j elsäsfische« Städtchen (eder Dorfe) auSgeplündert und klagte« - auf Entschädigung durch die Com nun«. Sie haben diesen Prozeß i seit dem Jahre 18SL in oberster Instanz gewonnen, aber Geld haben fie «och nicht erhalten; sie find nach vielem Sollizitire» im Jahre 1868 beim Senat vorstellig geworden, dieser hat di« Petition dem Minister zur Abhülfe überwiesen, dieser hat den Präfettm beaustragt-aber keine Entschädigung, und so ist am 28. o. M. im Senat noch estmal darüber verhandelt worden. Bei genauer Kenntniß der Umstände entschuldigt stch die Sache vielleicht, aber dt« französischen Blätter scheinen jene auch nicht zu kenne» und man sollte meinen, e« stecke irgendwo etwa« Risch«» dahinter. — Da ist ti denn freilich nicht mehr auffallend, daß selbst da« „Journ. de« Döäat«" sein« Spalten noch fort» «ährend den verrhetdtgern der rumänischen Regierung und den schmählichste« und grundlosesten. A-strzen gegen die verfolgten Juden öffnet; daß verthetdigung and Widerlegung Nachfolgen, t t recht schön, aber wie ehrenvoll e« auch für Crömieux und einige junge jüdisch« Schriftsteller ist, daß sie so wacker und rüstig die Sach« führten, so ttaurig ist H, daß da« noch immer löthtg ist» und daß da« französische Publikum immer «och den Denunciationen gegen die rumänischen Juden (e« find immer die alten von jeher vorgibrlichten) Gehör schenkt. Wa« nun Rnmäaiea selbst betrifft, so ist dort in der Lage der Juden nicht« geändert^ daß dorl, neben den thatsächlichen, auch heftige literarische Angriffe geschehen, ist nicht befremdend, | aber ein rumänische« Blatt „Jnformatiunca" leistet in dieser Att! doch Erstaunliche«. So sehr e« un« zuwider ist, dergleichen ab» ' schreiben und abdrucken zu lass«, so darf e« doch leider al« > Zeichen au« der Zeitgeschichte nicht mit Sttllschweizen übergangen! werden. Au« einem Aufsatz in genannier Zeitung, welche von Alrxandre«ko, Deputirten und Ex-Direktor der öffentl. Arbeiten, redigitt wird, bringt die „B. Z. d. J'ud." längere Auszüge, au« denen wir einige Sätze al» Probe geben: .Lhr Jude»! iutam« Söhne »ich infamerer Liter» I Di« Welt lau» sich intvtöglich s« vieler verbrech«» «rinnera al« eure langwierig« flk» schichte Slot »ab versanitheit atisz»»«ise» hat; di« Geschichte, welche ihr unter dem Deckmantel einer betrügerische« Religio» riogeslesscht habet i» di« Herze» aller Völler, die ihr mit «are» Deasel«klauen ga»z an e»ch gerissen habet: solle» sich diese Völker al» legitime Söhne eurer Niedertröchtigkeit betrachte»? Habe» e» ntere Vorfahre» »erlaagt, w«lch« alle Nation«» di« Einigkeit de« gerechte»Go««» lehrte»? Ater wie sie sich uur »o» Raub und Bl«» ernöhrte», so »»terrichtete» sie euch nur in Schandthate» und Mord, sie dessahle» di« Egyvter um all' ihre Güter und berandte» sie ibrer Gesetz« und Schriften, welch« ihr für di« menge» «i»gebet; zo eurer Bequemlichkeit »»acht ihr euch «teretr eiuzige« Gott i» einem »»gerechte» Des»». Urheber de» verbreche«», nicht di« Anbeter de» rechten Gone«, de» ihr nie begriffe», sonder» Berküufer Jehova'» un» alle» Heilige» «tf Himmel »»d Erde« seid ihr; ih, seid Anbeter de« Golde», Dheilaehmer a» NLudereieu, Unterhändler der rye»»»e», Patrenea aller Armee» im Kriege, tzeichensresser de« Gotteiacker», reißende Hyänra aus dem Felde »e« «autpse«, Verzehrer van Person«» »ad Natione» u»d wahre Gottlose. Ihr schwarzen Schaare» von Räubern, dringt überall hin, wo Schütze und Blut da fl»», wie lie Füchse, s, schleichet ihr euch i, all, sefttdkiche» kötcker ei», smtget sie eiuzetweise an» tm»,lichtet bi» Reihe» ihrer kebendeu; ihr stiftet zmrft Uuruhe», da»» «rzategk che vttschmörer, Brudermörder u»d ittsam« varuvtzre für dicheuigm Staate», die «ach er- »öhrea. Nur durch euer« Ihm» fall« Stlldte, Herrschaft«, Retigione«, Doktrinen, Kaiserthüater und die Freiheit, .von welcher ihr sogar »«saugt, baß sie euch zu «er« Zwecke», zu Räuderrie» uud dem Ruine Ander« al» Mittel diene. De« Jd»le, z» dem ihr euch emPaegehab« habet, dem galdeue» »albe, gäbet ihr di« Ma«ke »ud «igeaschafteu Jehova'». Ihr feiert den fieb«t« Dag «icht zu Ehr« de» Erschaffer» de« Universum», sottdem, weil ihr durch euere UureiuSchkeft so abscheulich seid, »ah «tt Körper, würdet ihr auch tu» siebent« Lage arbeite», ftt} von »«»fast bedeckt sein würde. Nicht von „Sabavth", welche» «rhabette Tugend, soodynt vom Wort« „Sabathotiö", weiche» «ine «nlsätzige Krankheit, euere einzige Productiv» bedeutet, habet ihr da» Won „Sabbath" abgeleit«. Aber ich irre, »ran picht nur Au»satz kouunt von euerem Ghetto, sonder» auch all« andere» verierbtheiteu, welche keib und Seele, Männer und Nationen zu Grande richten. Stammen nicht etwa vo» Euch Pest, Fieber und andere schändliche Krankheiten?" So schreibt et» rumänischer Liberaler! Wenn man dies« tollen Gedankensprünge lieft, glaubt man nicht die Sprünge eine« Tiger« zu sehen, dem die Mordlust au« den Augen leuchtet? Sind die Gitterstäb« sicher? Aber wie gefährlich auch solch Raubthter, ekelhaft ist nur der Giftwurm, da» gleißend», schillernd« Kriechthter. Da« ist der Missionär, der mst seiner christlichen Liebe nach Rumänien kommt und den gehetzten, au» ihren Sitzen verjagten Juden da« Taufbecken und da« Bild de« Lamme« zeigt und ihnen in'« Ohr sagt: Kommet her zu mir», dann könnt ihr im Land« bleibe«. So hat sich denn eine solche Commandite in Galaez etablirt und macht ziemlich gute Ge« schäfte. Ergötzlich aber ist darum doch tm „Maggtd" zu lese«, wie die edlen Bekehrer geprellt werden. Erscheint also bei einem Missionär ein Dorf-Jude, meldet sich zur Taufe und »std schleunigst zum Heil geführt. Versehen mit dem Taufschein kehrt er in sein Hau« zurück und lebt al» „guter Jude" weiter. So fitzt er am Sabbath Mittag zu Tische mit den Seinen, ißt fest»« .Zkugel" — oder wie fie'« dort nennen mögga — und fingt stöhltch: jom seh l'jtöroel oroh k.; da tritt herein die ge- «alfige Polizei: „Verd— Jude, noch immer nicht au« dem Lande gegangen!" — Ruhig aber erhebt sich der Hausherr: „war wollt ihr von mir, ich bin ein evangelischer Christ, laßt «ich in Ruhe" —. Der Bürgermeister wird herbeigeholt, der Taufschein besichtigt, e« ist Alle« in Ordnung — da« Gesetz muß die Waffen strecken, der Mann ist stetlich nicht „rechtgläubig" (griechisch), aber er ist Christ, englischer Christ — die Obrigkeit zieht ab und der „Christ" fingt, nein jubllttt weiter: jom seh l'ji«roel. Und auch in E»ßla»d specultren'die MisfionSgesell-n fleißig auf da« Elend der dort in Schaaren landenden Juden. Ein neue« großartige« Hospiz, mit Kranken-, Waisen», ArbettSanstalt ver» bundm, ist wieder in Leyton bei London errichtet. Eure ganze Liebe, Wohlthätigkeit, Barmherzigkeit ist also nur Proselytenmacherei! Dr. Hermann Adler (Sohn de« Oberrabbtner«) hat eine vielgerühmte Schrift gegen da« Misfion»un«esen veröffentlicht. — In London ist eine neue „Cea1ral"-Synagoge in Portland-Stteet etngeweiht worden. Die von vr. R. Adler bei der Feier gehaltene Rede ist in der „Time«" ausführlich besprochen und belobt, vr. A. Neubauer hat in Oxford — an der Universität — einen Bortrag über die Mescha-Säul« gehalten, der erste J«raelite, der zu dieser Ehre gelangt ist, wie die „Rev. J«r." angtebt*). Wir entnehmen, England betteffend, noch dem „J«r. Közl." die Notiz, daß die Frage, ob Juden am Sonntag *) wie kommt Herr Neudauer dazu, in einem Artikel i» »er „Mn. 3»r." Nr. 16 eine sehr falsche Erklär»»- »er so leichte» Wort» btrirpf m zu gebe»? Weist er de«» nicht, dost SttTflp' einer »er Beiname» Mose» ist? viel frappanter «der ist es, wen» in demfelbe» Bl,«» (Nr. >8) tt» fnm» zöststbtt N,»»i»«r eitirt: st» MMN p Tran p prm unk zwor mit der Uedersetz»«-: traw von» loia d» d»o»i»l Ei» Raddiuer und solch ei» Mkl

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