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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-04-20 · 17 (20.4.1870) · p. Seite 143

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
17 (20.4.1870)
Date
1870-04-20
Page
Seite 143 (sequence 3)
Language
German
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US Sttnit üba M Cnltu-mttrister- „christliche «LchUle»". T» 'W 8v - i- JtUt SBe* »othweudig ist, nt eia» höh«» ptntH+m Uatirrlch» . LußuU de» Lhtwaft» eimr sogimaxut» christüch» Schiri» austup»»»», wisse» wir «cht. wir wtff» nicht riuwal, aus ««lcha» Ersetz« der Hrrr Minist» fttxBegründung seine» Syst«»» fußt, welche» »d««W«s» eiaer hckher» Schale »»hl v»geb»1 seine Begründung suchest milchte. w«hl «ter glaub» «ir: »I« höher» Schule, welche, wie die hiesig, Realschule, neben 344 christlich» Schill»» von 152 jüdisch» Schve» besuchi »trd, der« Lehr»-L»Legi»m seit Jahr» »»ei Lehrer jüdisch» Elaud»» leb«: jener ordenttiche vr. Jatrastuöki uud e» wissenschaftlicher Hilfölehrer vr. warschauer) augehöre», eist solche Luftall ist keiu« fsgcsaniite christliche Schule, und wenn der {kr Minister sie s» nem»:. so ist die« «b» war ein bloß« Name. Mächtig« al» d« uameagebeub» Wille «in« Serioattungöbehilrd« ist! dir Macht der Thatsacheu. G« lin» nicht igxorirt «ed», daß IS psit. : unser« hiesig» städtisch» Bevöllerung au« BeKuneru de« Glauben« besieh«, »eiche« vr. Juwostaöki augehört» daß diese« jüdisch« Sechstel ■ »km Bevölkerung ein sehr hervorragende« Stück uni«-« städtisch» Leb»« bittet, daß die hiesige Judenschaft tu Bildbarkeit, Biloong und Tüchtigkeit der: hiesig» christlich» Brnölkerwlgöschicht» eb»bürtig dasteht, ja daß in ihr »ns«« städtisch« »ud löniglichm Schuliatereff» sehr eifrige »ud sehr einsichtig« Fürder« fiudeu." Ob nun da- Gesammtministerium de» Cultu-minister rec» ßtsicbmi, de-avouirm wird? Dir Zweiseelentheoi ie wird da ein» «al wieder auf die, Probe gestellt. Graf Bi-riarck ist wieder einmal krank, und will die Blüthezeit seiner Rübseafeldrr in Barzin genießen, vr. Jutrosin-ki wird warten müssen! Dagegen ist »ach demselben Blatte eia anderer alt« Conflikt zu End«. Troß der glänzenden Rede«, in welche» Wantrup die Rabbiner bekämpft, «eil sie gern zanken (wer hätte vom christlichen Clern» je vergleich« gehört!) hat Herr »on Wühler — »achgegeben, die Inspektion über jüdische Schüler, dem Rabbiner zu übertragen. Die Frage schwebte» wie b«kc:nat, in Rakel. Der Schluß der betr. Winisierial» Verfügung vom 14. März lautet, nach einer lang» Reihe von Wenn, Aber, Obgleich ie.: „Loa dieser Erwägung auhabe ich, zumal der in Rakel hervorgetretene Wunsch der Juden nicht oneinzelt dasteht, be» schloffen, fortan die llebertrazung der Local»lZnfpection über jüdffch« Schulen an Juden überall da al- Grundsatz festzuhalten, wo ean geeigneten jüdisch» Organen zur Beaufsichtigung jüdischer Schulen nicht fehlt." Die Hamlmrzer „Reform" berichtet, daß die Juden in Flen-burg ein GrnndssÄI zum 8a« eiaer Synagoge erworben haben. Blzum Ende der fünfziger Jahre existirtm bekanntlich in Holstein und Schleswig nur einige wenige Judengemeinden auälterer Zeit. 1 Ueber da» traurige Ende de- Professor JaffS entnehmen wir Nachstehendeder „Tribüne": D» Selbstmord hat, wie »ir «ach d« Kemümß verschied»« detail- Krt» Umsiäude, die diesem traurig» Ereigniß voraa-egang», atofcttra ttmara, seine näberrn Betamlt» kaum überrascht. M« hatte eine solche Katastrophe schon seit ewig« Zeit befürchtet. D» unglückliche Eelehn« soll sich sein» «folgt» Uedertritt »um Tönsteuchum fortwährend »um Vorwurf gemacht Hab». Sr war beinahe alt geword» und hatte jeder La- «uchuug, fei»: Religion zu wechseln, beharrlichen widnstaud »tgegmgesetzt. Obgleich bereit« durch seine Eischichwforschung» berühmt, zog « et noch vor, da» ihm ganz fremde medirinisch« Stadium bi» zur Grlaognog der Berechtigung zur ärztlich» Praxi» zu pfleg», um mr,> nicht znm Reliziontwechsel genvthigt za sein, welche Beweggründe dies» standhaft» widerstand »dlich gebrochen Hab» mSgm, bleibe hi« unerönert. Ab« gewiß ist, daß « schon kurz« Zeit nach dem Uedertritt keiu Hehl daran» «ach», « könne sich dies» «kt» der im Widerspruche mit seine« ganz» bi»herig» Leben stehe, nicht verzeih». Hieran reihen wir — der Zusammenhang ergiebt sich wohl von selbst — einige Sätze au» der „Berl. Börs. Ztg." audem Berichte über einen Besuch, den der österreichisch« Ministerpräsident Potocki am 14. d. M. dem vr. Fischhof abgestattet hat: .Hischhof war 1848 Reichsiagö-Lbgtordr««, «ährend der Octo>>-riage Präsident de» Sicherhritl-Lulschuffetl der »bprst» re alutionär» Behörde in wie«, endlich Mitglied de» B«faffung»au»schuffrl tu Kremst«. Rach Lujlösung de» Reich»tage» rerschmähw « es, sich Imrch die Flucht zu rett», « faß «in Jahr lang in Untersuchungshaft nab »hielt sei« politisch» Rechte «st mt« Belcredi zurück. Sr ist wrhl (rix großer Staat«mann, «der es gibt in ganz Oesterreich keine» zweit» Eharakt», vr« dessen Integrität und wahr« Frriheit»li«b« alle uatimal» Partri» so durch und pwch überzeugt sind, da sie ih« alle au» dm Kris» jener Zeit h« k»neu. Deihalb dachte ihn velnedi zu gewimn« «ud deMhalb suchte Potocki iha aus; dem, in Oesterreich, wo es gaug mch gäbe ist, km politisch» Gegner zu beschuldigen, er Hab« silberne Assel g, stöhle», hat die «xiftenz rin« solchen Persönlichkeit eine hoh« Bedeutung mch ein« groß» Werth. Den Graf» Belcredi ließ Fischhof tüchtig oMoitfra. wem» « ab« hemr den Pol», ilzech» »ud Slov»» gegenüber dl« Bürgschaft aus sich nimmt, daß Potocki e» ehrlich mrim und sei» Ixsteri»»! k U Ester- Gnmdwesen ihm vererbte Rüchternheit leitete Börne auch auf den richtige» Weg, seine ideal« Natur, die leicht in exeentrffche Ueberschwenglichkett hätte Umschlagen können, ii» Gleichgewicht und in nicht allzuscharfem Widerspruch mit der wirklichen Welt zu erhalt«. Frühzeitig hatte er et« Göttin kennen gelernt, der er schwärmerische Liebe zuwendete und biß zu seinem letzten Hauch« tteu blieb. „Daß wahre Wesen der Tagend läßt sich tu einigen Worte« autdrückea Wa» ist Tugend? Tugend ist Seligkeit. Und Seligkeit? :Zft Freiheit. S« läßt sich nicht weiter fragen, wa- Freiheit fei. denn st« ist daewige schlechthin Sine, dal ein» mit der Vernunft, da» ein» mit Gott, ein» mtt dem Unbedingten, dasich selbst erklärt. Da» dachte und schrieb in sein Tagebuch der achtzehnjährige vöine, dieser Gedanke beherrschte sei« Innere» «ährend seines Leben-laufe- und war die Triebfeder aller seiner Handlungen. Tugend ist Frei« hett und Frrihett ist Tugend, sie bedingen «ud gewähren Seligkeit. Danimmt sich ganz ander» an», alda» Schletermacher'fchc Rebelbild von Religion. Aber trotz dieset Schwlrmerei für. die Freiheit: wnhte Börne doch in Ihrem Eultuö Maß zu halten Md die schmale Grenzlinie nicht zv überschreiten, wo da» Verfolgen eine- Ideal» in Rarrhett überf:>rt»gt. Al- Ehrist geboren, wäre Böme vielleicht ein deutfchthiimelnder Freihett-narr geworden, wie Jahn, Sand und so viele Andere. Al- Jude dagegen wurde er ein perständiger, prüfender, abwägender Frekhisit-apostel, da- Möglich« «nd Unmögliche, da- Erreichbare md Urberschwengliche mit richtigem Takte unterscheidend. Ist nicht selbst sein Cultufür die Freiheit, welcher auf sein körperliche« Behagen und Mißbehagen, auf seine ganze Stimmung Einfluß hatte, auseinem jüdischen Blute oder wenigsten» au» dem schmerzen-reichen Gange der jüdischen Geschichte zu erklären? Da» ganze Herbe und Entwürdigende der Unfreiheit konnte nur ein Jude empsinde«, dem gegenüber et» indischer oder russischer Leibeigene alet» Freier gelten konnte. (Fortsetzung folgt.) Me Berliner Grfeltschsft in den Jahren 1789-1815. Boa K. Hillebrau». (Rach der „Revue de« deux meade«".) Der Erift, der iu Frankreich in 18. Jahrhundert herrschte, war tonaugebeu» auch für Deutschland. Luch hi» dnrchdraug « »ie Gesellschaft, wexigsteu« di« höhere, »ud drückt« ihr ein» eigenthümlich» Lharaft» axf, der mk dem eigentlich deutsch» verschied» war. Roch hex»! ist die Spur von de« ftaazösisch» Geschmack Friedrich'» 11. nicht mt Berlin verschwunden — den» b» Einfluß Frankreich» auf di« Berliier SeU war mächtig. Lauge Zeit bevor Voltaire »ach Potödam kam» hatte die religiöse Politck Ludwig'« XIV. eine französisch« ilolouie »ach Berlin j^führt, die ihr Vaterland nicht verleugnet« «ad d» Boden ebnete für di« Idee» und Männer, welch« Frankreich 50 Jahre spät» »ach Pr»ß» schick» sollte »ud welche dort jeue bekannt« Fraukoumni« erzeugte». Zur nämlichen Zeit hatte da« Beispiel und die Politik Friedrich'» de»

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