Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 17 (20.4.1870)
- Date
- 1870-04-20
- Page
- Seite 142 (sequence 2)
- Language
- German
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I i i\*t Weil die Regierungen, sagt man, ängstlich geworden find, kHDP>fie fich zu» de» Glauhpi Imbm bekebwn laffempchaß die teogfation, die.«mokA»ttsche» BefiPbuna» «ch. M^mtt^chülfe dp» Gastlichkeit Kekän^fen leßm, Daß WH» mab/0m soli^ darisch Verbunds seietzj ZlGegek enH abeNsWMLück.' schritte gmügmS^rklärt? Rtzgierattgm vHn»z» dochHicht den LolkSgeist zu bestimmen; sie Halm die Macht und die Mittel, pofitiiche CMto P, hoetosiusspr dtekWtzM Ge.« flnüung zü gängeln, 'dar Volk gliukig, kirchliq zu machet da« die Finsterlinge hinweg? E» ist ba Herwegh dem deutsch« Volk zugerust . lEfrrft <P>- ■; * V. dreißig Jahre her, fett rot U^FUFDir^schaff«! Warum ist die» „Endlich" noch immer nicht da, warum beretten die vermögen sie doch nicht. ES wird fich aber niemand darüber täuschen, daß daß Papsfthum fich auf Dkillionm der katholischen Bevölkerung stützt, aus fanatische, blind dem «,» Romgegpb«,». Winke zu folgen bereitstchead« Maffm von Bauern und Bürgern, aus niederen" und höheren Adel, auf Lrme und'Reichte, auf E< tritt nun der letzte Erklärungsversuch auf: daS SllleShaben die Jesuiten zu Stande geliracht. All« Respekt vor der Schlanhett der Jesutten, wenigsten» der katholischen. (Diesenigen, welche im protestantischen Lager e» ihnen nachthun möchten, zeichnen fich meistens eher durch plumpes» täppisches Zugreifen aus und schaden der eigenen Sache durch wirkliche oder moralische Ohrfeigen, welche sie auStheilen.) Aber die jetzige Zett sollte sich nicht mehr von Jesutten beherrschen kaffen. ES steht doch nicht mehr so, wie früher, da diese gewonnene» Spiel hatte», wenn fi« einen Fürsten bekehrt, einen Minister gekauft, eine Mattreffe bestochen, einige Junker umgarnt hatten. Die Nemest» wacht und ihre Botin, die Presse, schläft nicht. Jesuiten könnm nur wirken, wo sie ihre Fäden im Verborgene« spinnen und weben; heut wird ziemlich Alle» bald aufgedeckt, auch dem blödesten Auge wird ein Einblick ln da» Räderwerk der Maschine eröffnet, und bat vernehmliche Schnurren und Klappern sollte auch dm Gläubigstm stutzig machm. Die Preffe bringt die Enthüllungm schnell zu Jedermann» Kmntniß; nun, so ftagm wir und kommm immer wieder ans unser Aleph zurück: wamm ' gerckgm solche Enthüllungm schändlichm Treiben» nicht, um deu ganz« Spuk zu verschmchm, wanim fegt der Mich« Zom nicht (Schluß folgt.) Wochenbericht. . Ktettt», 20. April. Von allm politischm Blättem in Preuße» ist unsere» Wiflm» die in Pofm erscheinende „Ostdeutsche Zeitung" daSjmige, welche«, wie e» über Judm und Schulconfltkten, bei welchm Judm eine passive Rolle spielen, ausführlich Notiz nimmt und gibt. Da ist e» zuerst wieder die schon jahrelang schwebmde Angelegenheit de» durch die» Martyrium so viel gmannten vr. JutrosinSki^ welch« jetzt, in et» ome» Stadium tritt. Die gmannte Zeitung berichtet unter dem II. April: r „Wat Mm Magistrat beim LultuOuiuistrrium eiagereichte Beschwerde darüber, dag der an der städtischen fimultaneu Realschule «gestellte «dem. liche i»raelitische Lehrer, vr. JutrosinsN, in bestiawtt» Diseiplima, wie im Deutsche» und in der Beschichte, mcht beschäftig« werde» darf, ist »am Lultusmiaifter zurückgewiesen «ardea, ebenso wie die Beschwatz« «er die «ichtgeftaMmg der Einrichtung van simuUaaeu Elementarschule». Magistrat hat sich jedach bei der Abweisung der erster» Beschwerde nicht beruhigt und wendet sich jetzt mit einer neu» Beschwerde au da» Staats- Ministerium. I» dieser Beschwerde weist Magistrat di« valle Berechtigung »er Beschäftigung auch der israelitisch» Lehrer in den genannt» Disciplin» nach an einer Schul«, deren Schüler za einem Dritttzeile an» Jsmelir» bestehen, oud hebt die gncauseqnmz Hervar, in welcher die Verwaltung« Maximen de» Her» Lultusminister« zu den» der and«» Minister steh», nammtlich de« Her» striegsmtnister«, der selbst ein» Juden tlesthetit lehr» läßt. Di« Beschwerde liegt gegenwärtig dem Stadtverordnete«» collegium zum Anschluffe vor." (Ist bereits geschehen.) In einer späterm Nummer ist die Eingabe vollständig mitgetheilt, sie ist mergisch abgefaßt, nicht ohne einm Anflug von Ungebildete und Hochgelehrte, und zwar nicht bloß in Tyrol und andem im Geruch« der Unkultur stehenden Gegmdm, sondern im katholsschm Nheinlanb, Westphalen, Belgim, Frank« rßklff.^-^ Feuilleton. Arber Körne und Keine. Bo» Professor l»r. Graetz. In Gießm sollte er im Hanse de» ProfessorHezel kür ein gelehrte» Fach vorbereitet werdm und in einem jüdisch» Hause »ach jüdffcher Vorschrift lebm. Aber e» dauerte nicht lange, so übersprang er diese Schranke unt warf, kaum in» Jüngling»« alter getreten, sein jüdische« Bekeimtniß hinter fich. Seln Erzieher Hezel hatte eine Vorliebe für hebräische Sprache und Ltteratur und bahnte gletchzetttg ritt Eichhorn die Pflege der« selb« auf Univerfitätm durch bcqueme Handbücher an. Der bereit» als Kenner de» Hebrälschm gefeierte Professor bewunderte die hebrässchm Kenntnisse seine» jungm jüdischm Zögling» Börne, ermunterte ihn sie zu bmnchem und ließ ihn an seinm Vorlesung» über die Psalmen und hebräische Grammattk theilnehme«. Aber da Löm: nicht« mehr' dafür empfand Md diese Kenntnisse geringfchätzte, so kam es, daß er später kaum hebrätsch z« lesm verstand. Im Hause de« Marku» Herz, wo e» Mode gewordm war über alle» Jüdische zu 'pötteln, und besonder« nach deffm Tode, al» dessm Wittwe, Schleiermacher'» Seelmbraut Henriette, ihn an düfm und an dessm christliche» Wolkmkukuk-heim gewiesm hatte, riß in Böme'» Herzm die! letzte Faser, die thn mit seinem Stamme und dessm vergMgm»! hett noch verknüpfte. Die christelnde Hmrtette Herz Md der l spinozistisch«romantisch - evangellsirmde Schletermacher «acht» ihn zom Judmfeinde. Er verachtete die Judm der Gegenwart Md sprach von ihnen wie ein Erzjudenfeind. Da» jüdssche Alterthum, von dem er von Hause au» verkehrte VorstellMg» hatte, die durch seinm Berliner und Hallifchm Umgang «och, mehr getrübt worden warm, sah er al» Zerrblld an. Die alt» Judm von Abraham bi» zum „reichm Salomo" kämm ihm vor, „als hättm sie die Weltgeschichte travestirm wollm". Er ahnte nicht, wie viel sein iMere» Sein, die Wahrhastigkett feiner Natur, dem Judmthume zu dankm hatte. In die auch gegm thn coquetttrmde Hmrittte Herz, die seine Mutter hätte sein könnm, war er so verliebt, daß er emstltch daran dachte, fich au» LiebeSgram zu vergift». Aber wie schnell wurde der Jüngling von dieser wahasinnigm Liebe, wie von der Liebe überhaupt gehellt, während da» Bild der schönm Jüdin dm viel älteren Prediger Schleiermacher bi» auf die Kanzel beglettetek E» war fein« angeborme jüdische Nüchtemhett, welche über diese überschwmgliche Romanttk siegte und fich über die herrschende Sentimentalität der verschmachtenden Jünglinge und der schwindfüchtigm Mädchm lustig machte. Der Lnctnde-Unflath, dm Schletermacher beweihräucherte, ekette dm sechzehnjährig« Börne so sehr an, daß er diese» Lasterbuch nicht einmal mtt dem Reize der Berstohlmhett lesm konnte. Dieselbe an» dem jüdisch»