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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-04-13 · 15/16 (13.4.1870) · p. Seite 138

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
15/16 (13.4.1870)
Date
1870-04-13
Page
Seite 138 (sequence 14)
Language
German
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138 unk H mir all besonder» brav, gut, unschuldig uak begabt geschildert hatte, sich zu mir mit etwa« betrübtem Blicke wandte und »ir zuslüstrrte: Aber ich bin gerade wegen seine» Fortkommen», wegen seiner Lasiere besorg«» er ist für die Welt zn gut. Un, Du, liebe» Blättchen TOT .*qr "fn — aber wie steht'» mit Deinem Fortkommen - Ln bist s» ehrlich anb rechtschaffen und willst durch di« Welt kommen? »Nicht so redlich »st« redlicher" weine» die praktischen und klitgen Leute. D» trtttst würdig ans? Hast nicht» Bajazzomäßige»? Dn willst nicht auf da» Zwerchfell wirten? 48«, Dn schimpfst nicht und keifst nicht? Wirfst nicht n» Dich mi! „fronten Gottrtlängnern", mit „craffem «abtmistmn»"? Du >eW in der Bütte und benutzest nicht diese bequeme Dielung, um nach recht» und link» Pleite oder noch bester Stein« zu schleudern? Ge dürft also nicht, um mit de« Buch« der Lhaonik zu rede», zu den reps c*n» crsxs inwo? Ja »mH wehr: mit selbstmörderischem Eifer strebst Du immer danach, stet» da» zn gebe», wa» gei illigt, nn» fast licht«, wa» ^mißbilligt oder belacht wird? Und Du weißt doch, daß mau ccklznmal jetzt lieber da« hört und lieft wa» mau belacht, al» wa» »au billigt, lieber wa» die kachmustkeln, «l» wa» de» Geist anregt. „Denn e» billigt und »aßt viel schneller und williger Jeder, wa» er im Herze» verlacht, alt wa» er billigt und ehret." wie der alte Sattzaiker Horaz schon mit Kopffchitttelu sagt. Du weißt die» alle» und besterst Dich nicht? — Nu», jener Baker, io» dem ich «den gesprochen, legt« nach jenem besorgten Airtrnf saue Halit« wie segnend aus da» Hanpt seine« Liebling» art sagte: Bester Tu bist für die Welt zn gut, al« »ewt die Welt für Dich zu gut wäre, E» irird «ich so gehen. Ich sag« bestgleiche» und schließ« meine vorläufig se or zwaklose Plauderei, um nächsten», wen» «»gestattet wird, gestützt auf dieselbe einen, mit ich meine, zweck-und zeitgemäße» Vorschlag zur ftildung eim« Institut» zm Erwägung zu gebe», welche» un» »och Roch thut. Möge» diese Purimgedanke» al» bescheidene Jutroductiou gelten! — Ilhut-Programme. Wir haben eine Laztchl von Programmen jüdischer Schul« erhalten, der« Verfasser sich mristmtheilS erbot« Hab«, nach Herr» vr. Rahm er's Vorschlag dieselben auszutausch«. 1) Von der ReliziooSschule der jüdistben Geioeinde zu Berlin. Mit einer Abhandlung von bem Dirig«tm vr. Kirschstein „die Bibel, insbesondere die biblische Geschichte." 2) Von der jüdisch;» Elementarschule des vr. Joseph in BreSlau. Mit Vorwort. 3) Von der hebräisch« Knaben-UnterrichtSanstalt des vr. P. Neustadt das. Mit Vorwort. 4) Bon der ReligiorSunterrichtsanstalt der Synazozmgemeiude zu BreSlau von vr. Samuelsohn. 5) DeSzlrichm unter Leitm; deS Rabbiners vr. Jo öl und Prof. vr. Levt. Md einer Abhandlung des Erster« über „be Rab". 6) Von der ReligünSschnle in Stargard i. Pr. mit Abhandlung „der konfessionslose Religionsunterricht" von vr. Buchholz. Anher dm zmannt« Herr« « :nd zum Prozrammen-Austausch bered: vr. Eohn in Bielitz, vr. Wallerstein in Danzig. GS wäre am einfachst«, wenn diese.be» ihre Programme einander direct zuswdm würden Eine Besprechung der d« Programm« beigezebenm Abhandlung« mtt Zusaminmstelllmz der statistisch« und didaktisch« Notiz« wird einer unserer Hecr« Mitarbeder übemehmm. Um Einsmdunz wederer Programme wird gebet«. Literoturber'cht. Hraeh, Monatsschrift 1870. 19, Jabrz. Heft 4 enthält: Belemhtuug einiger Stellen in Sfnbu» 3,1—15, 22. Bon vr. Dünner. (Forts.) — lieber den Ursprung und die Bedemung de« Auldrncke» j*8 im babylonischen und jerusalem. Talmud. Sou L. H. Goldsahn. — Ueber die sogenannt« moabitische Inschrift: La (tele de Meaa, roi de Moab. Bo» Ad. Neubaner. Lin« alt« Traditio» Übel bi« Anzahl der eigeMliche» Gott«»-! namrn. Bo» vr. M. Rihener. — Lilsth, Königin von Smargad. Bon > Wilhelm Bacher. — Recenfionen. - Amlekten.! Trauerspiel in 5 Auszug« v. Ernst Martnelli, k.k.Prof. Wien 1870. «aWhauser'sche Buchhandlung. 8. 164 S. Die gewaktigeu Gestalten, welche die Bibel malt, reize» die Kunst z» iuuner neue» verfuchen, sie in moderne Formen zn kleiden. Biele derartig« Versuche fiat gerade tu neuerer Zeit wirte» nutrrnommerl «erd«»: aber nur einem Genie kan» es gelingen, biblische» Geist und moderne» Zeitbewußtsei» derart zu verschmelzen, wie griechisch«» und deutsch«» Geist Göthe'» Jphigenia vereinig«. Mariuelli'» Saul ist «artgezeichnet dnrch eine schwnngnolle, gedankenreiche Darstellung, durch Beichthmn der Handlung, der die Einheit Le» Drama« fast beeinträchtigt. und durch kräftige Sharaktrristik der Personen. Ban der Schäecheit »er Sprach« nnr eine Prob« (Art III. Scene 3): In Wonneglnth an thenrer Brust empfangen, In Schmerz gehör« und mit Lächeln doch begrüßt, An Mntterbrnst in» Leb« faast geküßt, Bertränmt da» Kind fei» erste« Weltvertangen. Frag, wa» e» träumt, ich weiß «ä nicht; Doch auf dem hold» Augestcht Schwebt, wie em zarter Geisterhauch, Ei» Sonnenstrahl der Freud« auch. — Zn« Licht erwach» de» Knab« reger Sinn; Er eilet froh auf ErL»bluw« hin. Da« Rahe feffelt «ad er jucht <* gerne: Sein leichw» Herz mißachtet »och da» Ferne. — Der Jüngling prüft de» Geiste» hehre Schwinge», Er wag« d« Flug der Phaulafie in« Weste, Der Liebe Zauber giedt ihm da» Geleste Uttd »»acht Ha kühn, da» Höchste zu erringe». — Der Manu doch fühtt sich für die West geboren. De« Schöpfer« Wille wuk» auf ihn zurück, Di. rtle Thal ist ihm da« höchste Glück; Die hat er sich und seinem Gott geschworen. De» Vaterland hat er geweiht dir Kraft, Di« mst dem Schwert« wie «st dem Pflöge schafft; Sa» er gewinnt, da» «enat er halb nur sein: Ihm ist e« wehr Gewinn, di« Gabe» stren» Wo Arumth sesjzl und Elend kmnwerooü Die Hände riugi; durch Toast «nd .«wf« »ach Den trüben Blick Bedrängter z» «chrrn'u; — Und wen» die Augenlider ßch geschloffen, Wem, ih» in Schlummerschwere da» Bebet, Der menschliche Gedanke, Hw zerstoste«, Dan» zieht der Traum, «in hnwuüßher Magnet, De» Menschengeift in nnerserschte Wette». Um ihn hinan zum Göttliche» za führen Und mit de« Hauch de» Ew'ge» z» berühre». Marinelli hat der Versuchung, die biblische» Persanr» nach dem Borgange einer leichtstnuigen Geschichrtforschnag in de» Slaab zu ziehe», glücklich widerstanden. In der ganze» Tragödie begegne» wir sei«« vösewicht, der für angehend« Dramackker unerläßlich ist. Samuel ist lei» herrfchsüchtjger Pfaffe, sonder» ei» vom Idealen bezifferter Priegur «mla». David ist kein heuchlerischer Thronränder, smrter» «in «drtgeartrter IlMgliag, der e» nerdieut ein König za fest». Ein -auch alt hebräischen Geiste» weht i» diesem Drama. Wie prächtig umschriebe» sind die Worte der Bibel (Art I, Scene 4): Samnel: Seht, ich bi» al», und weiß erglänzt «ei» Haupt, Wie Hermann'» Schestrt bleich im «wgen Schnee; Die «uckhest Hab' ich nnter M) vertrümnt, Al» Knabe stand ich an der Bnadelhütte, Ein Jüngling vor de« heilige» Atter; Ihr saht al» Mau» mich von dem Herrn berufen Zu» Priester und zum Rnhier sei«» voll». Noch bin ich e», «in Grei». »ad sich Euch hier Bor Auge». — Sprecht, der Herr iß nah, und nah. Ist fei» Gesalbter: — sprecht, wem »«chm ich je Der Thier« Eine», dH er sei» genannt? Einig«: D« thatest's nie.. Samuel: Wem that ich Unrecht, sagt, Wer litt Gewalt? Einig«: O Keine«! Wahrlich, Keiner! Samuel: Der Herr vernahm da» Wort, so Ihr gesprochen, Und Er vergeb Euch, wa» Ihr heut« wolltl Ich bleib« Euer Sühuer am Altar; Mein andre» Ich sei Euch hinfort — der König! .Der Edle nützet, wie er kau», Ser König Wirt, begehre nicht zn herrschen, Und wer da herrschet, strebe zu beglücke»!

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