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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-04-13 · 15/16 (13.4.1870) · p. Seite 135

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
15/16 (13.4.1870)
Date
1870-04-13
Page
Seite 135 (sequence 11)
Language
German
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Abschnitt Jtthro von der Offmbarunz der heilige» Lhora sprechen, »ährend er am Dienstag vorher in einer Borlestmg «der die Stellung de» jüdische« Veil«» — welche« FiaSco er mit jenem Vortrag gemacht, ist Ihnen bekannt — die videl alk „Literatur» Magazin" bezeichnet und von dm verschied«« Tbfaffera de« Pentateuch« gespvochm hatte. Allerding« hat And hierin Geiger znm Vorbild, der ja ebenfalls lehrt, sorgsam d« Standpunkt de« Schviftsteller» und de« Rabbiner» zu nnterscheA«, und hierbei äußert: „Währmv der Schriftsteller mit wissenschaftlicher Schärfe die Untersuchung anfMH, während er da« Vorhandene in feiner grschtchtttchm Entstchung «nd Entwickelung belmchtet, bet jedem lZinzelnm sein Brrhältniß zu dem Ganz« der Dis» eipitn und zur Wissenschaft überhaupt im Auge hat, nach dem ewig« Wetthe fragt, auch Gegenstände zur Discnssion bringt nnd «ine einzelne Seite zur Anregung hervorhebt: fc> hat der Rabbiner, al« Beamter der Synagoge, die bestehenden Bestimmung« zu acht« «nd denselbm die wirksam« Sette abzri gewinn«, so hat er, al» praktischer Führer einer Gemeind«, spi-etelle Beziehung auf diese in all» ihr« Elementen, »nd gerade blonder» auf den schlichte« Mann zu nehmen, und ein Jede«, woran sich da« religiöse Gefühl geknüpft, ist ihm ehrwürdig" (üieiger, die letzt« zwei Jahre, S. 14). So schreibt auch Geiger in seiner Zeitschrist, Jahrg. 6, S. 19: ,Mozu j«e immerwährmte Wiederholung der Phrase „der mR erwählt hat au« all« Böllern" oder gar „erhob« über alle Sprachen"? „war soll diese« eitle Selbstrühm« »nd gälte «< bloß al« «inlettend zum dafür schuldig« Danke?" Seiger aber nimmt dennoch kern« Anstand, in der alt« Synagoge in öffmtttcher Gemeinde bei drr Lhora» Vorlesung laut zu sprech« .ot»n tao US TO *wk Freilich giebt Geiger selbst dm Commmtar hierfür (id.G.20), „daß di« Worte gedankmlo« hergesprochm werden hi>: und da mtt eine« ianem Proteste oder mit einem überleg««» Lächeln über solche kindische AuSdrurÜweise." 8« erinnert solche« Ge» bahrm unwillkürlich an jmm Leon de Modma, dm ja besonder« Geiger mtt großem Fletße studirt hat und dm er Imher um so gettener zu copir« weiß. Hier erblick« Sie dm Reform- Rabbiner in seiner Zweiseelm-Lheorte, die aber auch >;leich der modemm politisch« sich bald verduftet. Auch Aub sah sich bald von all« Sett« verlass«; charakteristisch ist ein hierauf bezüglicher, wenn auch nicht ernstlich gemeinter, Au«spr«ch Aub'«: „wem mich die Berliner Gemeinde aufgiebt, so Hab,: ich mir bereit« efat neue Gemeinde geschaffen", mit Hinweis auf die Proselyt«, welche Aub in nicht unbedeutender Zahl aufjunehmen Gel egen hett gesund« hatte. Aub war von mm an ehrlich — oder auch klug — genug, für die Wahl Geiger'« thätig zu fein, die jetzt um so mehr von De»« angestrebt wurde, welche in der Wahl A« b'« endlich d« Mißgriff er- und bekannten. Mehrfache versuche in der Repräsmtautm- Versammlung, dm früher schon zu wiederholten Mal« abgelehnten Antrag de« Borst ander, vr. Geiger al« Rabbiner zu wähl«, endlich durchzusetzm, scheitert« immer daran, daß die vorschriftsmäßige '/»-Majorität nicht zu erziel« war. Jnzwisch« war die Zeit einer Neuwahl der Gemeinde-Repriiseutanz näher gerückt. Die Spannung, mit der dieser Neuwahl mtgegmgeseh«, die Vorbereitung«, welche für sie getroffen wurde, hierüber Nähere« in meinem nächst« Briefe. Werk«, 7. April. Ihre Majestät die Königin, in Begleitung der Gräfin Hake und eine» Kammerherrn, überrascht« hmte die hiesige koschere Bolkrküche mtt ihrem Besuche. Die hohe Frau nahm sämmttiche Etnrichttmgm in Augenschein, di« ebmsc wie die Speis«, welch« sie kostete, chrea Beifall fand«, und ließ et« namhafte« Geschmk für da« Küchenpersonal zurück. Werkt». früh tft Prof. vr. Philipp Jaff« de« Freund«», kreis «ad d» vifsenfchaft durch plötzliche» r»d entrisse» worden" — so teigen a» S. Iprck Mommse» und Mtülrahof den tragischen Vorfall in der ,Frenz-! zeitnng" an. Diese erschütternde Rachricht, so schreibt «an bmr ,^r.<Sl." — wird weitbin bnrch Deutschland, Italien und Srankleich u»f ||( Jene hm «jchW Gtzchrnck hemachriug«, »elch« de» Schncht»» Wtz dst Ge-llgen. heit der Forschnugeo de» Unglückliche» ins kap GMete d,r Geschichte keuyen gelernt haben. Er war ap> 17. Februar 1819 ja Schwerenz u der Provinz Posen geboren, stndirte Medizin nnd erwarb den mediz Nischen Doctorhut, ohne inbeg von der Praxi» je Gebranch z« «ach«». Sen« »«schichte de» deutsche» Reich«» unter Lothar dem Dachsen", Bert« 1813, rmrde Lnlae. da« w bei dv tzoraatgabe von Portz'» Slonnmeicha Haavpua» ttotori» Berwendnag sau» und lange Zeit hindurch einer der heioorregenbße» uv» gedietzmsieu Mitarbeiter diese« deutscheu Ratjonalwerkeo wrrde. Seine Hanptwerke bilden die lieaootn Homauornw pontiüenm (Uerol. 1851) and die seit einigen Jahre« von th« »«MenNtchtr 8idiiotd«c» ronim 0orm»al««i» <»en>l. 1864 C), Lnlche bt» jetzt aus vier Bünde angewrchsa .ist. — vor potzi Jahre» »rat Sßffi |tn» yrifteqthmpk W“, W#f« «t ä»rz« Acht znoor al« der erste Jude im prenstische« Staat« an der Berlirar Hochschule Pustellung gesnade». Dieser Schritt, seinen Fernnden überrafchnH und n»rr> Nlrlich, ist. wie e» scheint, nicht der Schluß, und Ruhepunkt vorhesger Seelm- Nlmpfe gewesen, sonder« bar vielmehr nur neue Beunruhigung »nd Zweifel in hhe» «weckt, deren End« der freiwillig« Lob guuortzee: ist, tz» stch Joffe am 8. b. Min Wittenberg, wohin er von hier an» gerett war, dnrch «in« Piß»>»nich»t »ad. (P. Z.) — 6. April. (Orjg^Sorresp.)!»h«ma>« habe ich LH»« von einer SnerkenWing zu bericht«, via che d«M H«rn Profossar vr. Gr Sk hier zu Theii grqwrden. E-ein« Whh> reichen yamhrer überreicht« ihm nämlich mb« einem Prachtvollen Shxengrscheyk« folgende Adresse: Hochverchrler Herr Peofeffor! Die Anerkmnung, welche Ihrer wifsenschaftltih« ThättgkeÜ in «jüngster Zett durch Ihre Berufung an die hstfize lkniversttät zu Lhett geworden ist, hat im Kreise Ihrer ^aund; dt« allseitig« größte Freude erregt. Wenn Ihre Loisdiuga, für die Geschichtsforschung und Exegese schon fett geraumer Z,ttt seit«» der Fachgelehrten gerechte Würdignug gesund« Hab«, so war es uu» hauptsächlich vergönnt, im persönlich» Bsckehr mtt Ihn« dm charaktervoll« Mann und dm treu« jzreuid «erth» schätzen und verehr« zu könum. So ist uns der« der gegenwärtige Anlaß hochwiübowm«, unser» längst geheg lei, Goimumg« gegen Sie Ausdruck zu geben. Mögen Ihnen noch recht lauge Ihre biHerige Rüfttgkott und Arbeitskraft bewahrt bleib«! Möge Ihn« 3S»re neueLehr» thättgkeit zu einem frisch« vom geistiger Schöpfnag», .«erd« I Au» aber wollen Sie auch bei Ihrer gesteigert« kjirksamkrir in Zukuust Ihre freundschaftliche Zuneigung bewahr«. Bre-lau dm I. Aprü 1870. (Folg« die Unterschriften.) Z Wrestka», 10. April. sJ»raelttische Volksküche.) <Orig.»Eorr.) Während wir in der ersten Rümmer di rfer.Zeitschrift dt« Begründung der JSraelittsch« Volksküche freutig begrüßt«, könnm «kr hmte nach einem dreimonatlich« Lestihrn derselben von dem vorzüglichstm Erfolge bericht«. Sett dem 4. Iauuar c., dem Tage ihrer Eröffnung, bi» zum 81. Mär,; sind au» der Volksküche in ganz« »nd halb« Portion« -1-1861 Personen gespeist wordm, und ist da» übereinstimmend« Uftsetl aller Besucher, daß sowohl hinsichtlich der Maunigfaltigiett, al» der schmackhast« Zubereitung der Mahlzeit« alle Ansprüche an eine gute und kräftige Hausmannskost erfüllt wordm. Diese Thalfach« widerlegt die verfchtedmarttgm gegmtheiligm Meinung«, die hie und da gegm da» Institut vor dem Blgiune seiner Wtrksamkett sich gellend macht«, auf» GlSnzmdfie, die Küche «rwetst stch vielmehr durch die sich täglich steigernde Frequmz al» ein längst Vorhand««» vedürfniß für Gemeind: und Stadt. In diesem größer« Verkehr liegt aber auch nach der pecnntär« Sette hin die Bürgschaft der Selbsterhaltung der Küche, und ist der ökonomische Abschluß, welcher sich nach diesen erst« drei Monatm herauSaestellt hat, wonach die Küche fl'* ihre Verwaltungsausgaben incl. OuartalSmieth« au» de» ^iettm Nutz« gedeckt hat, gewiß eine Gmugthuung für einen zroh« Theii

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