Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 14 (6.4.1870)
- Date
- 1870-04-06
- Page
- Seite 120 (sequence 4)
- Language
- German
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120 «I» Xtifer, if/tt QhtaQtta Hab«, ftr fU »ich« bcn geringste» Werth, ste dienen »« da,», ber Xtgimmg die Nothwendigkeit tian Spaltung W Jedenchnm» jii trtybtt». Ja fei tmfntn Scham» Hadach wird «an, ah« «* zu ahne», pi« «etzer gestempelt; st« s-bricire» Gebote eu groa: i» eiuer Stzuagage, i» welcher der Llmemsr »ich« m der Ski»« augchracht ist, darf »ich« Ödetet »erde»; ist iu derselbe» anstatt der polnische» Siug^augweis« «haralgefaug engefahr,, so wird fit va» lhue» einem Götzentempel gleichgeachtet; hat rot Gemeinde di« Einrichtung getrosten, di« Ch»pa i» de« Gotteihause »ud »ich« unter freiem $tatart tarnehmeu j» laste», I» wird ihr der ehrenvolle Name Ir hauidachach zu Theil; wagt ei» Rabbiner im übliche» Amtsoruate de Ha»zel fU betrete», f» gehört er pr de» „Ni^erreißern de» Gesetzes", »nd so stutz »och ei« ga»ze Serie »au Geboten au» de« Fabrikate der k-cho«re Hadach hervorgegargen. Unter diese» Gebote» resp. Verbote» ist auch di« Errichtung einer »!abbiuerfch»le, welch« di« Loagrrstoiajoritäl — dorridile äietu — poa B« f> hkuffe erhob. I» einer solche» Schule sehe» dir Schmu» Hadach de» Rui» dt» Judenchum»; sie weisen aus da» Breilauer Sem mar hin, da» angeblich sehr viel Uuheil gestiftet, daß Pros. Grätz, der Lehrer dieser Anstalt, von de» st hiduschim eine» Meharscha, Raharam Lublin ». A. sehr »»gebührlich spricht» d iß er die Habala al» Ausgeburt der Phautasie betrachtet, daß da» Sers „Darse Hannschua" vou vr. Frankel »oll Ketzereien sei. Sa» wird m Deutschland diese Schul.»ruugea al» Märchen betrachte»; wollte Gott, daß sie wirklich Märchen wäre», leider sind e» aber wahrheit»- gi tnne Darlegungen.- Meder Soderßrafe. von vr. I. Hamburger. (Schluß.) Die allgemeine»!Aa»sprüch« darüber find: ,Mer einen Menschen sä lägt, daß er stirbt, soll zetödtet werdend») ,,E» blicke dem Auge nicht schonend auf iha^w) ,,E» sei dir nicht bange vor ihm^») „Nehmet kein Asegrld für die Person de» Mörder»."») Wie man iu diese» aus die Vollziehung der D»de«ftrase al» Sache der Gerechtigkeit dringt, s» wird audererseit» zur vorsichtigen vernrtheUnng gemahnt. ,^Der Mörder sterbe unht, bi» er vor der Gemeiat« gestanden,-"^) ./De» Unschuldige» und de» Gerechte» bring« »ich« am;"") „Folge nicht der Menge zom Bisen;"w) ,chaß du genan nachforschest und de»tlich untersuchest ^l«) „Nach Aussage zweier oder dreier Zeuge» soll der Schuldige getödter werde», aber nicht auf di« eiue« Zeuge»." t^) Welche Beschränknug der Todesstrafe i» dieser vern\-maq unterliege, werdeu wir au» einer Znsammeustelluug de» peinlichen Gerichtsversahreu», wie daffelb« während de» zweiten jüdischen Staat»leben» stw tgefnodeu und im Talmud uns vorliegt, erkennen. Da» Geruht, welch«» übir Tod «ad Lebe» verfügte, bestand aa» 23 Mitgliedern, die in einem Habkreise säße», damit eia Richter de» ander» sehe« konute. vor ihnen säße» »och drei Reihen von je 23 Rechtskundige», an« de»»» die Richter ergäip «der bei Gleichheit der Stimme», wo Eiujge sich der Abstimunmg earstelle», vermehrt wurden. Drei Schreiber verzeichaeteu: »er Ei« di« vo träge zu Gunsten, der Andere die für da» Schuldig und der Dritte eudlich best« zugleich. Di« verurtheituug muß nur nach der Aussage der Zeuge» uul darf nicht allein auf Eiugestäudaiß de» Verbrecher» zescheheu. Di« Zeige» «äffe» auf» bestimmtest« die Zeit, den Ort, die äußeren Umstände der Thal, di« Bekleidung de» Mörder», die Gestalt de« Rordwerkzeuge» rc. in Ilebereinftimmung aagrbe», so daß Widerspruch »ad Abweichung i» der Aut sage die Glaubhaftigkeit aufhebt. «*) Di« Zeugen sollen von unbescholtenem Eharakter sei», dürfe» ««der in Verwaudtschastlverhälmiffeu, »och in Feindschal mit de« Angeklagte» stehe» u»d müffen de»selben von Anfang bi» zu Eude bei der Thar gesehen uud ihu vor derselben dreimal verwarm haben?'"' Bei der Abstimunmg wi-d von den jüngere» Richtern augesaugeu, damit dies» »ich in ihrem Urtheile vou dem Aasehe» der ältere» verleitet werden,»») worauf dieselbe» nochmal» abxesragt werden, ob sie etwa» zur Rechtsertiguug zu sigen hätte». »>) Ergab sich eiue Mehrheit von zwei Stimmen für da» Schuldig,»») so wurde der Ausspruch deffelben bi» ans den auderu Tag «erschoten »ad der Verbrecher iu Hast gebrach«. Stimmte der ganze Gerichtshof ür „schuldig," so konnte da» Uriheil nicht ausgeführt werden.»») Wurde er steigesproche», so mußte e« bei demselben bleiben, wen» auch nachher ander« Jadicie» Vorlagen.»») Daß bei diesem Gericht«verfahren die vollzieh« ng der Todesstrafe höchst selten vorkam, ist selbstverständlich, vierzig Jahi e vor der Auflösung de» Staate» hat die Gerichtsbarkest über Lebe» und Tod ausgebört.»») Aber an» der Zeit, wo dieselbe »och gehandhabt wurde, •) 2 «. 21, 12. *•) 5 K. IS, 3. u) Da,. 18, 22. •*) 4 SR. 35, 31. »») lSas.«. 12. -») 2M. 23, 7. ») Das. v. 2. >«) 5M. 13, 5. ») Das. 18, 8. >») Sauhedri» Adsch 4, 5. >») Maccolh 12. Siehe: Zeuge». »») «Sauhedri» 38. »>) Das. »») Das. 2, 33. **) Maimonide« p. Saah. 13, 2. »») >?auh. 37. Sauhedri» 41». habe» wir de» Ausspruch: „Eia Gerichtshof» der einmal i» 7 Jahre» ei» Todesurtheil gefällt hat, wurde et» .zerstörender" geuauat."»») R. Eleasar b. A., eia Lehrer de« l. »ad 2. Jahrhundert«, fügt hinzu: sticht ein» i» siebe» Jahre», sonder» eiu» i» 70 Jahre»."»») Schere Lehrer, R-Tarpho» uud R. Allda, beuieikeu daraus: gehörte» wir damals dam Gerichtshöfe, Shnhedriu», iu Jerusalem «n, wäre die Todesstrast nie zur Vollziehung gekommen." w) Habe» wir auch gege» diese letzt« Acußeruug di« Einsprache, de« R. Simon b. G.: „Auch sie würden di«Vlntvergießer gemehrr habe»,"»)' so geht doch au» de« Ganzen die äußerste Seltenheit der Todesstrafe klar hervor, die sich bei viele» bi» zur Aufhebung derselbe» steigerte. Doch haben wir diese Abneigung gege» die Todeistrafe bei de» Israeliten uicht «pst im zweiten Staatslebe» uud nach demselben, sonder» sehe» sie schon i» erste». We» rtttzückt uicht di« schöne Rede der Wittwe zu Thekoa, di« vou Jaab zur Erstehung der Gnade für den verhärmte» Sohn Absalo» zu David geschickt wird? ,Zch hatte zwei Sähue, i» eiuem Streite tödt etr der Eine de» Andern. Alle Freunde und Verwandte versammelte» sich und besagt» auf den Tod de» Schuldige», mein«» mmmehr eiuzigm Sohlte». Ach, so werde ich alle», die ich «rschuldig bi», da» Bittere der Strafe trage» müffen, ich werde «eiue beiden Kinder verlor«, habe»!"») Mom «tmriufctap. Unter dem Titel „Bericht über de» Gemeiudetag zu Leipzig, erstattet von einem Mitglied« deffelben, im August 1869" ist uust eiu acht Quart-Seiten umfaffeude» Schriftstück zugegangm. Daäselbe ist auch theilweise inzwischen in der „8. Z. d. I." abgedruckt, jedoch ohne die Einleitung, welche sehr entschied« und mit guter Begründung jede Verbindung, Vermengung oder gar Solidarität zwischen Gemeiudetag und „Synode" abweist. Obgleich Herr Kohuer in Leipzig, Vorsitzender des Gemeindetazeä, alä Einsender bezeichnet war, wußte» wir doch nicht, inwiefern jener „Bericht" alä offizielle Kundgebung des ComitsS gelten solle. 8ir hatten trotzdem vor, daä Aktenstück auäzüzlich mitzutheilen, eä ist trefflich geschriebeu und enthält namentlich über Gemeindeverwaltung und den Werth de« Austausche» von Erfahrungen darüber ebenso praktische wie bg» herzigen Sw erthe Idee». Den Schluß über Hochschule uud Vorbereitungs-Institute „mit absperrender Elausur" übergehen wir mit Stillschweigen. Wir erhalten jedoch nun ein offizielle- Schreiben an die Vorstände x. der Gemeinden, unterzeichnet von dem geschäftä» führenden Ausschuß de- Gemeindetage-. Wir geben heut' davon Kunde, wir sehen mit Befriedigung, daß praktische wie parteilose Werke angeftrebt werden, an denen jede Gemeinde sich betheüigen kann und scll, und werden in nächster Nummer da- Ganze ab« druck«, bedauernd, daß für jetzt der Maum nicht mehr frei ist. Zu einem Wscheubericht liegt nur wenige- und uuerheblicheS Material vor, wir legen diefür nächste Woche zurück, um die Eorrespondenzm einigermaßen zu erledigen. Berichte und Eorrespondenzm. Aeutschtand. * Merk», 30. März. (Orig-Corresp.) Der Vorstand der alten Syagoge hat seine Demission eingereicht, nachdem der Vorstand der Gemeinde mit Hintansetzung jeder Rücksichtnahme auf die in der altm Synagoge heimische Richtung den vr. Geiger wiederholentlich hat predigen laffen. * Merk», 30. März. (Orig.-Eorr.) Vor einiger Zeit hat sich hier unter dem Vorsitze de- Herrn Eduard Mende ein Comitö gebildet, einen früher hier schon bestandenen Verein für die palästinensischen Angelegenheiten, der im Laufe der Zeit aber *•) «accoch 7a. «) Das. «) Das. .nn ntna umv «) Das. «) SS. 14, 8.7.8-