Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 14 (6.4.1870)
- Date
- 1870-04-06
- Page
- Seite 121 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/5369809-5934980-5935155--0207-5369942- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
121 d«ch feen Mangel rtecr gehörige» OtionifotiM zerfallen, nun» > mäft »ieder aufzurichtm mb lebenskräftig z» gestatt«. AI» spertelle Ziel« »»rde» bezeichnet und Me» «gelebt werden: 1) Lrben»u«t«haU für msere Glauben-genoss« tu Palästina, 2) Vermehrung der -ege» Obdachlosigkeit rrsp. vers»chrng der Missionäre so dringend notlstvmdigm «rmenwohmmgm, 3) Mitwirkung zur Gründung eine» jüdischen Hospital» in Jerusalem. Nach dem Beispiele anderer Großstädte lud da» Comit» alle Gla«b«»»brüder ohne Unterschied der religiösen Richtung ein, der Neubildung de» Verein» die fördernd« Hand pt bieten. Der Aufruf fand allseitigen Beifall und schon in der ganz kurzen Zeit, seit der die hftreulaire versendet worden sind, habe« bereit» 14S Mitglieder ihr« Beitritt angemeldet. Gestern Abend fand in Cassel» Hotel eine allgemeine Versammlung statt, t» welcher die Constituirung de» verein« und die Sohl einer Commission jnr Ausarbeitung der Statuten erfolgte. Rach Feststellung der Letzteren solle» Sie etwa« Nähere« über die Organisation hören. Jedenfalls darf man in diesen drangvoller, Zeiten, in welchen die hiesigen religiöse» Lerhältniffe sich befinden, die erziette Möglichkeit für einen solchen verein schon al» eine Thal begrüßen, die ein lebendiger Protest ist gegen di» todte Wort derer, welche in „Jerusalem nur »och den nackten Trümmerhaufen" erblicken und jede Theilnahme für denselben al» „zur Romantik" gehörig bezeichne». ßttMfm, 26. März. (Orig.-Corresp.) Der au» unserem Nachbarstädtchen gebürtige Kaufmann Juliu» Spanier, seit Jahren in Manila ansässig, ist zum österreichischen Consul daselbst ernannt worden. Alet, 20. März. Die städtisch« Eollegim Hab« der jüdisch» Gemeinde für ihre Synagoge ein« kostenfrei« Gailconsum im laufmo» Jahrbtt 12008 Cubikfuß bewilligt. Di« jüdische Gemeinde hatte um um eine Preisermäßigung für ca. 12000 Ebf. Ga», die in ihrer Synagoge confumirt «ürdm, gebeteri. Die städtisch« Collegi« Hab« jedoch in Betracht, daß dm hiesig« Kirche» ihr Ga»eoasum kostmftei geliefert wird, auch der jüdisch« Gemeinde die kostenfreie SaSlieferung für die Synagoge zugestanden. (Ref.) -s- ^«»dnterß «. d. A-, i. März. (Orig.-Corr.) Gestatt« Sie mir zu Guustm der Alliame J»raölite ein« Vorschlag in dies« Blättern zu mach«, der meine« Eracht«» Beherzigung verdient. Daß die Alliance in Deutschland nicht die Anerkennung — ich meine natürlich die praktrsche, die sich im Beitritt und Unterstützung kundgibt — findet, auf die sie gerecht« Anspmch hat, wird jeder zugebm, der sich di« Zahl der vereiuSmttglieder in unser« deutsch« Gemeind« anficht. Der hiesige Zweigoerein , der Alliance hat e» sich nun zur Aufgabe gemacht, alle lenachbartm klein« Gemeind« zur thatkräftigm Theilnahme heranzuziehm. Wer die meist« solch« klein« Kchilot kennt, weiß, daß gnade bei ihn« eine viel 'regere Empfänglichkeit für derartige gemeinnützige Werke angetroffm wird» al« in dm groß« Gemeind« durchschnittlich un» begegnet. Nur fehlt e« da an jegltch« Anregung. Woher soll sie ihn« auch komm«? Durch die Presse? — Wir wissen von-Schochtim, More Zedek, auch Lehrern solch« Gemeind«, die nur dann ein jüdische» Blatt lesm, wenn sie daraus angewiesen find, in die vacauzmliste näh«« Einblick nehmm zu müssen. Wie wenig Eingang unsere Publicistik noch in dm Landgemeindm gesund«, mag eine ttaurige jüngst von wir gemachte Erfahnmg beweis«. Ich fand in einer größ«m Gemeinde, die ein« klangvoll« Ramm besitzt, au» d« Lmchtm d« Wissenschaft h«oorgegangm und die noch jetzt üb« 100 Famili« zählt, nur ein jüdische» Blatt, da» vom Eantor und Lehr« zusammm gelesm wird. In Erwägung dies« Ume stände hat der Vorstand de» hiesig« Zw«igv«eiuS der Alliance beschloss«, ein« warm« Aufruf an alle Vorstände d« benachbartm klein« Gemeind« zu «lass«, um sie für die gute Sache zu gewinn«. Durch Vorträge, gehakt« an Ort uut Stelle von Vorstand»mttgliedern und and«« für die Alliance Begeistert«, wie durch private Verbindung«, hoff« wir dm gewünscht« Erfolg zu «reich«. Hi« mag deffm Erwähnung gefcheh«, um zur Nachahmung aufzufordern. E« werdm viele Rcbbinm und Borsteh« in d« Lage sein, persönlich und unmittelbar auf Jnsaff« solch' klein«« Gemeind« wirk« zu können. Ganz abgesehen von der Stärkung, die d« Alliancdarau» erwächst, wenn die Ort»v«eine so zu Bezirk-Verein« sich eriveitern, erfährt der Gemeinfinn und da- Bewußtsein der Zusammengehörigkeit eine bedeutsame Belebung, und auch von diesem Geächttpuukte empfiehlt sich die» Vorgeh« all« Rabbinm und Lei!«» solcher Gemeind«, in d«m die Alliance b«eü» Wurzel gesoßt. R Aud« Pcovrnz Snchse«, 24. März. (Orig.-Corresp.» Hi« zu Lande war e» Usu», daß so oft ein jüdisch« Familien - vat« in d« glücklich« Lage war, ein« nmgebomm Sprößling beim E'vilzericht zur Anmeldung zu bring«, d« brtreffmdo Nicht« sich nicht damü begnügte, daß d« deutsche Name de» Kinde» angegeben wurde, sondnn auch »«langte, das d« hebräische Name ebenfalls zu Protokoll gegebm w«de. Die gutmüthigm jüdisch« Väter fügt« sich gehorsamst dies« angeblich gesetzlich« Bestimmung. Da war ab« Ein«, „dem'» zu H«zm ging", und dem e», obwohl « sich durchaus d« jüdisch,» Nam« nicht schämte, dem, doch nicht in d« Ordnung schien, daß auf spät«« GeburtSattestm und bei Rekrutm-Au-hebungea imm« d« Doppelname Moritz-Mausche, Jsidor-Jtzig u. dgl. fizurirte und zu Spitznamm v«aulaffung gab. D« wack«e Vorsteh« und Stadtverordnete Hnr Philipp iu Schönebeck war e«, d« bei ein« GeburtSanmeldung die Newrung de» hebräisch« Ramm» ««weigerte, und e» nach läng«em Schriftwechsel mtt d« Behörd« durchsetzte, daß von dies« Forderung Seit«» de» Gerichts fortan Abstand genommen wird. Ich bringe dies« Fall in Ihrem vielgelesmm Blatte zur weit«« Keuntniß, weil möglicherweise auch noch in and«e» Gemeind« di.fi« richterliche Uebergriff sich unt« dem Scheine gesetzlich« Verordnung eingebürgert lat, während « al» ungehörig einfach »urückzuwei en ist*). X Au» tp»dde»tselk»»d, im Dlärz. (Orig.-Co«eso.) Sie «laubm wohl an dies« Stelle, schon um bei dm Lesem J'-re» Blatte» da» warme Interesse für da»' bedeutsame RetturgSwerk rege zu «halt«, üb« dm Nothstand bei unseren ru > ischen GlaubenSbrüdern da» ganz kurz zu nottficir«, wa» )arüb« al» authmtssch: Mitthnlungm in dir^resse gedrungm ist. Nach dies« nämlich wäre die Noth in manch« Gegmdm Litthauen», und nammtlick in Samogitien, kaum wenig« fühlbar al» im v«gangmm Jahre, und soll da» zahlreiche jüdische Proletariat in d« Stadt« am meist« und in so außerordmtlichenr Grade zu leid« haben, daß dessen Lage alt eine wahrhaft verzwt'islung»- volle bezeichnet wird. Da» einzige Mittel, mit dem die Negierung d« imm« tief« in Noth und Elmd g«athendm jäirift« Bwölkerung belfmd zur Seite steh« will, ist die schon längst al» unerläßlich nothwmdig an«kaunie Auswanderung, un) sie yar darum auch d«m Ueberiiedelung nach Bessarabim und d« U 'raine in möglichst ausgedehntem Umfange angeordnet und sich bereit «klärt dieselbe ihn« auf jede Weise zu «leichtem. Bei Eintritt mild«« Witterung soll« viele zu wandem mtschloss« sein. Möchte au» diesem nbl eine wirkliche nVlX) für unsere hcrtbedränztm Glaubensbrüder «wachs«! *) Gegen die Lintragung der hebräischen Namen scheint »»« de».« doch rin Gin>pr»ch nicht geboten. Jtzig und Rausche freilich ni«»l, »?r: warum nicht Jsak und Mose«? i'.Ätb