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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-04-06 · 14 (6.4.1870) · p. Seite 119

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
14 (6.4.1870)
Date
1870-04-06
Page
Seite 119 (sequence 3)
Language
German
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111» der (taten Hand ei verstoßen, so ziehe es an Dich «st der rechten." Sicht der „Israelit"' über diese» Volke, und bedarf .er in vollendeter Frömmigkeit keiner Vergebung? — Wer darf denn verstoßen «it beiden Häntzm?! — Und es heißt nicht: „Israel, welches an jede Imuerknug des N'ma glaubt", sondern . EP, das ist, soviel wir wissen, „an Sott!" Glauben aber nufere Volksgenossen noch an Gott, so wissen wir, daß ste nicht von ihm verstoß« werd«, uni) der „Israelit" und die Schomre hadach und wie sie sonst heißen» »oll« verstoß«?! Lügt der Verfasser jenes Pint oder — I Und weil wir uns sag«: das Gebahrm jener Minner kann wohl einige wenige Jnd« begeistern, d. h. sanatisir«, die ander« aber stößt es ab und schadet der Sache des Judsrthums bei der — leider — unermeßlich größer» Zahl der Schwankmbm und Halb« (die aber doch auch Jnd« find und fein woll«), indem sie sag« und sich sag« last«, daß alle, die noch das Gesetz Bottes verkünd« und halt« «oll«, eins feiert mit jenen »ahnvollen und toll« Orthodox« an der Theiß, darum sprechen wir es laut und deutlich auü: dem ist nicht so, und ihre Freude ist nicht unsere Freude und ihr Geschrei nach Trennung { v&ert «ns an. Und veil wir wiederum wissen, daß wir hierin j wahrlich nicht allein steh«, so ist uns um den Frieden nicht bange. >ber in einer Hinsicht mag doch auch das, wie alles was Gott zulößt, gut sein. Warum mög« sich diejmig« lass«, die von der Link« treib«, daß dann die von der Rech!« aus d« Keil schlag«. Zum Frieden müssm Alle die Hand bieten. Soll« wir denn untersuch«, an wem die Schuld liegt? Mußt« die Orthodox« in Karlsruhe sich trenn«, weil eine Orgel aufgestellt werd« sollte? Müff« die Sndem orgeln, wenn jme eher sich trmnm, als es anhörm woll«? Wer hat emgefangm? Aber das ist ja die Frage nnd Klage von Kinde« und vummso«. Bestehen die Gemeind« Israels aus Pöbelhaustn und Kinde«, daß ste sich darüber zank« soll«, «er augesangm hat?! — Uns ist um dm Fried« nicht bange! Z « ß « » «. Sir hatte» geglaubt, nicht weiter ausfshre» ja mästen, laß Palais, d. ungarische Orthodoxie nnd deMsche verschiebe» seien. Sir habe» an» schm, vor brr -ntscheidnng eine» Aussatz von Vr. it. 9. ta 8. H. M. aber „nagartsch.jädtsche Zustande" erhalte», der jme» Umstand belenauet. Da er schon über acht Lage aü nnd etwas lang war, so hatte« wir ihn »eschaittm «ad wollten ihn so ansnehme», als der Besch laß vom IS. März ih» nrch «ehr aatiqairte. Lin Wochenblatt wirb sehr »ft überholt. Sic -eben ater doch eiatge Sätze aas demselbm, weil doch manche« Leser das Wese» ungarischer Orthodoxen nicht so recht tetanm ist. „Der Congrrß wollte in ei» Chaos Ordanag briage», ei« bestimmt« Norm für die Gemeinden and die Schulen schaste», ohne daimt »er ein« oder andern Suchtunentgegen zu trete». Seine Seschlüste stad gewiß nicht ansehlbar, stad vielfach »och mangelhaft, aber ste geben doch etre Basis, die «a» verbesiera, tan» »ad jede Ordnung ist doch bester als regellos, Unordnung. Die Majorität de« Longreste« «ollte die Einheit des Judenti««». Was lhaten die Gegner? Um eine Majorität Sestnaangs-enoste» in de» «koagreß z» bringe», heuchelte man Liberalität »ad Patriot, taws, schwärmte für Staaltanschalen, eiferte gegen die deutsche Sprache als die Sprache, in welcher so viele werte atheistische» Inhalt« geschrieben fi»d, legte der ungarische» Sprache de» Charakter der Hiligkeft bei, weil sie gleich der hebräische» »rier talische» Ursprung» ist. Natürlich hatten diese Spiegelfechterei«» leinen Irsolg, trotz aller Agitationen waren die „Schomre Hadach" bei Erdssnnug d« Coagreste» in der Minderzahl." — Das Blatt »er Schomre Hadach trägt da« Motto IN ab.7 f» „feinen Friede», spricht Gott, den Frevlern". Dies ist bqrichnrad geuvgl Line Illustration dazu dürfte ihr Verfahren dem vr. Hildesheimer gegenüber liefern; sein Abgang nach Berlin wird im Schomre l-adath-vlattc „M. Bzid,'," a's glückliche» Ereigniß gefeiert, und als ei» Lorresponden: de» ,M. Szido" meldete: die Gemeinde Eiseastadt habe sich bereit erklärt. sich nach den Cvngreßstatnten zu coastüuirea, machte die Nedactio» die Bemerkvng: „Wahrscheinlich ist da» die Zwaah de« >^ch Berlin abgegangeue» seltgm Hildesheimer." Vr. H. war in den Augen unserer Frorimen »ientals ein guter Jude, sie betrachteten stet» mü Mißttauru den Mar», der seireu Schülern den Cäsar und Cicero tradirt:, der i» seine» gottesdi.-astliche» Borträgen fich der deutschen Sprache bediente, und als im Ig'we 1867 zwe^ und fiedeujig ungarische Nabbinea eine» jüdische» Stzllabus in die Welt sandten, wo sie unter Andere« a»ch da» Predigen in einer andere» als der heilige« jlldifchdeutschen Sprache als Abfall vom Judrnthw» bezeichnete», wurde vr. H. östeutlich zu de» Geächteten gezählt. Man kann behaupte«, daß alle diejenige» Rabbineu Ins Auslandes, bei denen ste Gutachten gegen die Congreßbeschlüste einholte,, das gleiche Schicksal theilen, sie gelten in den Auge» wiserer Schomre tzadath tmzweg sämmtliche Proceßactm ein, diese berichtete nach Petersbnrg, daß der Gene«lgonve«em in Wilna dieselben an fich gmomm« habe; femer wurde bekannt, daß der Generalgouverneur ein« zart« verweis erhalt«, weil er so glimpflich mtt d« Judm in Schawlan verfahr«; «dltch verlautbarte, daß die Act« an dm drittenAdjutant«des Gmeralgouvemeurs, Majewskt, überge» gang«, was die größte Besorgntß erregte, dm« Majewskt war ein Pole und als solcher schon geg« die Judm viel feindlicher gestimmt als die Russm. Die größte Besorgniß aber wurde rege, als man im November in Schawlan erfuhr, sämmtliche Act« kämen an dm Gerichtshof in Schau!« zurück, damit die Dache daselbst zum lusttag komme» denn da das vorgebliche verbrechm in diesem ^kreise vorgekommm, so sei das die zuständige Crimtnalgerichtsbehörde. Schlimmeres hätte nicht verfügt werd« könnm, und so begab fich der Rabbiner von Schawlan ungesäumt nach Wilna und brachte es mit Hllfe einflußreicher Glaubensgmossm wirklich dahin, daß der einsichtsvolle und wohlwollende Bmeralgouvernmr beim Justtzminister befürwortete, wegm der Voreingenommenheit des Gchauler Gerichtshofs die Sache einmr ander« Gerichte zu überttagm. Es war Ende Januar 1862, als das Schreib« des Gmeralgouvemeurs nach Petersburg abging und im Juni war noch nichts entschieden. Endlich erfuhr der Itabbiner aus sicherer Quelle, daß es Sem et und Genoss« mit Hilfe ihrer polnisch« Freunde durchsetz« würden, daß dem Gmeralgouvernmr nicht willfahrt werde, und um kein Mittel nnverswht zu lassm, begab fich der Rabbiner nach Petersburg. Die dorttg« Glaubens» gmosi« stand« ihm wacker zur Sette. Besonders aber war es dem Einflvsie dereich« und angesehmm vanquiei Gins bürg zu verdank«, daß nach reiflicher Prüfung dem Bmealgouverneur willfahrt und die femere Entscheidung dem Gerichtshof von Ostrowo anhelmgegeben wurde. (Schluß folgt.) Zwei kleine Maschal. tM „Proo.-Ztg. für Br." erzählt: El» Herr »u« Bemwrhave« fuhr «euüch so» Küatgsherg «ft her «sentochn. JmAonp» sollen zwei Patres. Auf «mer Zwtscheustatton gesellte sich et» jüdischer Handel«»«an z» ihnen, «ft welchem dt« Herren Patres et» Gespräch anwüpftia, ta ««schein st« ehr» nicht sehr zart gegen dt« mosatsch« Religio» |» Feld« zogen. Der Jude ward« nachdentend, ptdtzllch wie a»s «tm« Zxmmt erwachend, richtete er an die Herren Patte» di« Frage, mft vr» er die Ihr« sich zu unterhalte» habe. „Sir sind »»» der Gesellschaft Jesn," war di« Antwort. „Entschuldigen Sie, daß ich frage: vo» der erste» otzer letzt»»?" lmrtett di« weiter« Frag« de« Jude». Große« Stau»«»; der Vramechavner mW dt« Patte« sah«» fich verleg« an, bi» einer der Hei re» ftägt: „wie »retnea ste da«, lieber Herr?" „Run," so lmftet« dteAntwor» desgnde», „Jesns w»rde in «taem Stall geboren, seine erste Gesellschaft war» Ochsen, Kühe, Esel nsfe verglichen, seft» letzte warn» zwei Schächer, st« wurde» mit ihm gekreuzigt." Bet der nächste» Statt«» »erliest der J«de' daN Conpee, für die angenehme Unterhaltung der Herren sreuudlichft danlrad. Die „Bert. B. u. H. g." meldet: VSses Beispiel verlirbt gute Sitten Aus Rußland wird berichtet, daß Rabbi Hillel!» Omtt, ,ta in de» Kreise» der orthodoxen russischen Judenschaft verehrter Wunder»» m», der sich für ein« Abkämmling de« berühmten Rabbi Maimonide« ansgieb«, darmrs sinnt, sich für ansehlbar erklären zu lasten. 9t hat bereit» am mehreren Orten gnstimmungaadreffen erhalten.

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