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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-03-23 · 12 (23.3.1870) · p. Seite 105

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
12 (23.3.1870)
Date
1870-03-23
Page
Seite 105 (sequence 5)
Language
German
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105 verwundet, ist auf frischer Lhat betroffen, aber vorläufig nicht > einmal arreärt worden. (,L»r." »ach de» „r<ho Dmiudir».") In Gerbte» hat die Sfuptschina beschloffen, den Juden zroar die bürgerlichen Rechte zu versagen, aber fie doch zum Aillttärdienst heranzuziehen. In Palästina ist in Folge von Regenmangel und Heuschreckenfraß wieder HungerSnoth vorhanden. Gewiß werden die 'Ziehenden auch wieder geneigte Herzen finden. Die amerikanisch« Blätter bringen, zunächst energische Lppellattomn an die öffentliche Meinung in Betteff der Tödtung oder Ermordung eine» amerikanischen J-raeliten Namen» Isaak Greenwald durch spanische Beamte (Attaches der spanisch« Gesandtschaft (?), heißt e» in einem Bericht) in Havannah. Die Detail» scheinen noch nicht klar festgestellt, klar genug jedoch, daß die Leiche nach Nero-Kork gebracht ist. Die spanischen Behörden Hab« ihr Bedauern autzesprochen, doch will man — wer will e» verargen? — seiten» der Freunde de» Tobten sich damit nicht zufrieden geben. — Wir haben schon unlängst erwähnt, daß einige amerikanische „Rabbiner", dieweil fie mit dem Judewchum „fettig" find, sehr viel öffentlich über Christenthum reden. Einer dieser Hem» hat die (tolle) Hypothese ausgestellt, d. h. behauiittt, denn solche Leute behaupten nur» Paulu» sei identisch mr: Elischa den Abuja (TW). Da der Redcieieur de» ,^>«br. Leal'er" dies« Unfirm zu widerlegen zutmütbig genug gewesen, so fällt der Entdecker wüthend über ihn her, und e» fehll wenig, daß er ihn zu einem Bunde»geooffen der MiffionS- - leute macht, well — nun «eil Lüge und Wahrheit ncch immer rllcht identisch werden wollen. Ein Blick auf da» Judmthum in Amerika könnte so sehr viel Erfteuliche» und Erhebende» Inet«, aber die „Berächttr und Zerstörer", fie selbst mimen sich freilich „Bildner und Erbauer," machen so viel Dampf und Nebel, daß wir de» wohlthumdm Anblick» kaum einen Augenblick froh werde» könne«. Berichte und Correspondenzen. Deutschland. Au» DerK» erhalt« wir in dieser Woche zwei Aktenstücke. Da» erste eia Rundschreiben de» Kuratorium» der Hochschule für dieWiffeirschast de» Judenthum», mll Aufforderung zuBeiträgm event. zur! Bildung von Zweig »Comitö». Da» Schriftstück ist sehr umfänglich. E» wird zuerst der Name .Hochschule' gegenüber von »jid.-theol. Facullät' und »Seminar' erläritett. E» wird dann mrgegeben, daß die Vorlesungen an der Hochschule auch den Studirmden der Medizin, Jurisprudenz nnd Philosophie Gelegenheit gewähren sollen, sich über die Wissenschaft de» Judenthnnr» zu belehren. Auch nichtjüdische Studentm mögen dott Belehrung suchen und finde». Wed« für die?Nitglied« de» Verein» noch für die Schül« ist die Confesfion bestimmt. E« sei daher nicht zu fürchten, daß die Anstalt einen , »jüdischen Ster«»' schaffen w«de, ab« fie wolle dafür sorgen, daß die Ral'biu« und Predig«, die sich freilich imoi« finden würden, »zngleich gebildete, wissenschaftlich tüchttge Männer seien.' (Da» Erste glaub«» auch wir nicht; wegen de» in letzterem, im Original mit Fettschrtst gedruckten Satze für un» Audne, denen jene »Sorge' nicht zu Theil geworden, liegenden Complimcnt» danken wir höflich st. Red.) Am Schlaffe heißt e»: „am aller* liebste» und an schlagendste» möchten wir den Sinn uns«« Partellofizkeit durch die Thatsach« darlegm können, daß wn für alle weserttlihm Fäch« d« Wissenschaft de» Judenthum», wenn die geistigen Krätte Vorhand« und die materiellen Mittel zu uns«« Verfügung find, »ns«e Lehrstühle mehrfach und mit Männern wrschieden« Richtung besetzen." (Daß wir die» Zugeständniß von den Lettern «watttt haben, haben wir in Nr. 6 antgrfprochen.) Da» andere Schriftstück lautet: »An die Mitglieder t« jüdisch« Gemeinde zu Berlin. Die auf Kost« d« ganzen Gemeinde «baute neue Synagoge ist durch Einnchtungm, welche dem Geiste de» überlieferten Judmthum» widersprechen, durch Einführung eines Gebttbuche», da» wesentliche Lehren de» Judenthum» negitt, durch Predigten im Sinne d« äußersten Reform, dm altgläubig« Gcmeindemitgliedern unzugänglich gemacht. Nunmehr w«dm fie auch au» d« dem allen- Ritu» seith« erhaltmmm alten Synagoge getrieben, indem dn Vorstand die ..Eingabe., damtt beantwortete daß « Her« vr. Geig«, am Sonnabend den 26. Februar c. die Kanzel auch diese» Gotteshauses besteigen li.'ß. Die religiöse Richtung de» Her« vr. G«ig« ist bekannt: sie ist der schärfste Wid«sp«ch zu den Lehr«! d« Synagoge, wie fie in dm Gebet« d«selben ihr« Ausdruck find«. Wir constatirm dah« die» Factum alsein« GewissmSzwang, auS» geübt von ein« Behörde, die ihre Wahl ein« äußerst gering« Majorität »«dankt, und appelliren an dm Rechtssinn uns«« Gemeindemitglied« und all« voruttheilSlosm Freunde de» Recht» und d« GewissmSfteiheit.' (Unterschriften.) (Wir füg« noch die Notiz hinzu, daß, gutem Bemehmm nach, d« bttr. DorstandSbeschluß nur mit 4 gegm 3 Stimm« gefaßt ist. Red.) E. C. Karnlnrg, 15. März. (Or:g.»Corresp.) Alle Jahre fühtt d« Schimmweg eine groß« Mmge von Fremd« nach dem nordisch« Vmedig, ab« fein Jahr war so zesegntt an Zugvögeln dies« Gattung wie da» verfloffme, wo man hi« auf Blau« wandelte. Die BlummauSstellung lockte auch viele Glaub«»- gmossen nach d« Hansastadt, und d« Tempel d« Reformzemeinde hatte zum Empfang d« Gäste ein ganz neue» Gewand ungezogen, nnd -m'chte dah« »ähr«>d einig« Noch« sein« Betstunden auf ein« sein« AuShülfSsäle beschränken, llebrigen» wurde durch diese Maßregel Niemand in sein« Andacht beschränkt, denn üb« die neugierigen Fremden und die obligat« CultuSbeamt« nebst Chorknab« hat sich der Besuch des Tempel» an gewöhnlich« | Sonnabend« noch nicht gar zu weit hinauSgewazt. Die Predigt« find wahrlich nicht Schul!' an dieser Bescheidmheit des Publikum»; im Gegentheil ist e» zu beklag«, daß d« annfauntm oratorischm Begabung d« Heim Predig« vr. Jona» und vr. Säug« nur an d« höchst« Feiettagm die »«diente Achtung gezollt wird. D« Tempel liegt auf derselben Sttaße mit d« neu« Synagoge. Die letzt«e, vor« dem bekannt« Architekt« Rosm» gartm «baut, gehött zu dm ansehnlichstm Gebäudm Hamburg». Sie ist im maurischen Style oufzefühtt» und wenn arch ihre im sogmanntm Rchbau hergestellte herrliche Fa^ade durch die umstehend« Gebäude nicht völlig zur Geltung kommt, so überrascht um so mehr die hormonische — Einfachheit de» Ganz« mü Mannigfalligkeit d« Detail» »«bindende — Gestaltung der inneren Räume. Allerdings ist die neue Hamburger durch die neue B«lin« Synagoge an äuß«« Pracht in d« Schatten gestellt, wmn jedoch, wie der jüdische und griechische Name besagt, da» no£n ms oder die Synagoge zum Versammlungsort d« festlich« Mmge dimm und nicht blo» dm Sinn« eine anzmehme Unterhaltung gewähr« soll, so scheint mir die stet» dicht besetzte n«e Synagoge in Hamburg nebst ihr« älteren Schwester in d« Elbstraße der eigentlich« Besttmmung näh« zu komm«. Und dies« Umstand ist um so mehr h«vorzuheb«, alt außn dies« bridm Gotteshäusern noch mehrere sog. Klaus« uud wohl ein Dutzmd Pttvatsynagogen sich de» zahlreichst« Besuche» -stet» rrfteum. Diese Schilderung ist wohl geeigntt, ein Stteiflicht auf die in Ihrem Blatte besprach«! Orgelftage zu «erfm, denn wr» Hab« r

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