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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-03-02 · 9 (2.3.1870) · p. Seite 80

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
9 (2.3.1870)
Date
1870-03-02
Page
Seite 80 (sequence 4)
Language
German
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so durch t* „erstes" geworden. 3» Leyden ist Prof. Goltsmit (Jude) zum Reck* magnificns erwählt. AuS Jtali» wird offiziell mttgeth«!itt, daß der Fortbestaud de- Oollogium rnddüücum in Padua durch Beiträge oo« 7000 Lire p. a. gefichert ist. Au» Nuhlaud bringt die „Nat. Z." eine Verordnung in betreff paßlo» auSgewanderter Juden und macht auf den „unerhörten Widerspruch" aufmerksam, wonach die Emigrirte» erst aus dem llntmthanmverbande ausgestoßm und dann doch als Vagabunden reclamirt «erden. „Die Härte der angezogenen Gesetzartikel*), setzt die „N. Z." hinzu.'sucht überhaupt ihres Gleichen." Ja Beirut erscheint jetzt eine arabische Zeitung, welche in einem dm Zudeu wohlwollmdm Geiste redigtrt wird. (Dergl. unser« letzrm Wochenbericht.) Wir tragm dm Hauptinhalt der Ansprache nach, welche die Gemeinde Bnai Jeschurun in Rewyi"7k an die übrigm 2S dor» tigm Eongregationm erlaffm hat, um sie zu veranlassm, durch Delegirte über eine gemeinsame Synagogen »Ordnung in Be» rathung zu treten. „Wir wollm weder Dogmm di»cuttrm, noch Glaubm-arttkel auflegm, oder «a» in die innerm Angelegen» hettm einer Synagoge misch«. Was wir vorschlagm, ist die Her» ftellung eine» gemeinsamm System» der Gebete in hebräischer Sprache und die unveränderte Beibehaltung der Gebete, welche von dm Arache Kneseth bagedola angeordnet sind. Dir wollm wmigstm» beim Synagogm-Gottesdtmst die heilige Sprach« beibehaltm wifsm-um die Kmntniß de» Urtexte« unserer Lehre nicht untergehm zu laffm, wir wollm da» Band der Der» einiaung-erhalten, damit es noch immer von «n» heiß« DW rrm .Ten tw ov ein Volk und eine Sprache für Allei" *) Di» betrefiendm ff aHubxuän, lrhtt mtf bn Raum. Sie erirmrru buchstäblich an da» ,^rst gespießt uud »am gehaage»*, nur stud sie nicht von Rlazart in Mußt gesep« Wir «erd« de« Fortgang« dieser Anregung aufmerksam folgen, vorläufig lesen wir schon heut, daß einzelne Gemeind« zu stimmend geantwortet Hab«. Die Gemeinde Schaar« schomajim in Rewyork hat (ob im Zusammenhänge damit?) beschloff« di« durch vr. Sonnenschein bei ihr eiagefnhrtm Reformgebet» bücher rc. wieder' abzuschaffm und zum altm Ritu» zurück» zukehrm. In B«ma»-Ayrr» ist der Bau einer Synagoge beschloff« und ein Mischer Unterftützungsfond» gebildet wordm. Berichte und Correspondenzen. Deutschland. Htreska», im Februar. Die in diesem Monate hier ver» storbme Mutter Ferdinand Lassalle'», die 74jährige Kran Rosalie Lassalle, hat testamentarisch 20,000 Thlr. zu wohl» thätigm Zweck!« bestimmt. Die Zins« von 10,000 Lhlr. soll« alljährlich an Arbeiter und Nein« Handwerker hiesig« StM, ohne Unterschied der Religion, vertheilt «erdm. Kleinere Legate (200—500 Thlr.) find der Blindenanstalt, dem Framckel'sch« Hospital und ähnlich« Anstalt« zugewiesm. Außerdem soll« stet» an Laffalle's Todestage die Zins« von 1000 Thal« an christliche und jüdische Arm« gegebm werden. Einer der Trstammt«executorm soll der jedesmalige erste Vorsteher de» jüdffch« Repräsmtanten-Eollegium» sein. («ach d. Achtes. Ztg.) ll. AerN«, 23. Februar. (Orig.»Eorresp.) vergangen« Sonaabmd sollte vr. Geiger in der altm Synagoge predigen, es unterblieb, angeblich weg« Heiserkeit, und soll au» nächst« Sonaabmd geschehm. Unter dm ständig« Besuchern der altm Synagoge herrscht darüber groß« Erbitterung, und es ist von Viel« beschloff« in diesem Falle ihr« Stände anfzugeben. 3)a Alexander begnadigt wurden, Eine Thatsache, welch« in der Welt gar nicht lautbar wurde, «eil Jedermann sich darüber zu sprechm fürchtete. Der Rabbiner wußte femer, wa» erst vor zwei Jahrm im Gouvernement Soratow dem Aehaliche» vorgekommm war, und daß diese schändliche Beschuldigung mit ihr« traurig« Folg« selbst zu einer Interpellation im Parlament von England Veranlaffung gegebm hatte. Der Rabbiner wußte endlich, daß sowohl der Grundher Semet als auch alle seine Ereaturm jederzeit feindlich gegm die Judm aufzettetm warm. [ In der Thit Gründe genug zu der schwerste» Besorgniffm; er . verschwieg dieselbm seinm Stadtleutm auch kein« Augenblick, > allein Niemand kehrte sich daran. ' Am 28. de» Monat» berichtete der Grundherr an dm : Assessor (Polizei-Inspektor) in der vier Mellm mtferntm Stadt Schadow, die Judm der Stadt Schawlan hättm ein Kind gestohlm, welche» einem seiner Botmäßigkeit zustehmdm Bauem angehöre. — Am 30. schrieb der Assessor zurück. Ihm sei unbegreiflich, wie die Judm, die bekAmtlich an Kinde« durchaus kein« Mangel littm und leider für ihre eigmm Kinder ausreichmd zu sorg« außer Stande wärm, ein Chrtstmkind stehlm solltm. Dm Grundherr Semet rnöge fich ausführlich übm die muthmaßlichm Gründe eine» solch« Diebstahl« auslassen. — Dies« antwortete sofort klar und unumwundm. Die beidm Judm Israel Bloch und Sundel Lipez hättm da» dreijährige Töchtmchm feine» Leibetgmm Ga läse» gestohlm, um demselbm, wie mtt dm größt« Wahrscheinlichkett anzunehmm sei, das Blut abzuzapfm, deflm die Judm zur Feim ihre» Osterfeste» beuöihtgt wärm. Al» dieses zweite Schreib« in Schadow aakam, unrr der Affeffor gmade abwesend, und es wurde in > deffm Bureau bis zu sein« Zurückkunst verwohn. — Als dm Rabbiner Alles dieses erfuhr» ließ « die Häuptm dm Stadt | fich versammeln und redete st« an: „Meine Brüdm! Warn« bleibt Ihr so gelassen? wollt Ihr dmn nicht etasehm, daß man Vmdmdm gegm Euch schmiedet? Wenn Ihr nicht mtt aller Macht dagegm ankämpft, wird es Euch übmfallm gleich einem gewappnetm Manne, und ihr »erbet Euch dessen nicht mehr m» wehrm kömim." Ab« die Stadtleute uahmm auch das nicht sehr zu Herzen. In Wahrliett konnte man fie um deswill« nicht vmdammea; fie «rtheiltm für die rusfischm Bmhältniffe anscheinmd ganz richttg. Weshalb beschuldigt man uns deffm? Doch nur, um von un» Geld zu «preffm; nun wird man sich doch wohl bald übmzmgm «üffm, daß von uns arm« Schluckern, die wir mtt dm größtm Armuth zu ringm Hab«, nicht viel zu habm und zu Holm ist, und man wird die Sache auf fich be» mhm laffm. Da» war abm falsch; man konnte fich doch an dm Fingem abzählm, daß bei einem so reich« Mmschm, wie dm Grundhmr Semet, unmöglich die Geldgin Grund zu ein« solch« Beschuldigung sein könnte, sondmn vielmehr ein grenzen» losm Haß gegm die Judm. dm er schon bet mehr al» ein« Gelegmhett off« kund zu geben nicht Anstand genommm hatte. Die Stadttmte abm legtm die Hände in dm Schooß, stellt« Gott die Sache anheim und thaten nicht». Alle» blieb auch zunächst ganz mhtg, nur daß die christlich« Sinwohnm der Stadt bet jedem klrinsten Hader dm Judm vorwarfm: ihr habt da» Chrtstenkind gestohlm. Dies« Ruhe solltm ab« die J-raelttm Schawlan'» fich nicht lang« erst««. lFortsetznng friftL)

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