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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-02-09 · 6 (9.2.1870) · p. Seite 53

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
6 (9.2.1870)
Date
1870-02-09
Page
Seite 53 (sequence 5)
Language
German
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53 ,;1 I» Holland ist da« Staat«-Bndgst für de» israelitische» <3b*lta* «d t» Frankreich da« vom Staate bezahlt« Gehalt, für 84 Rabbiner erhöht worden. In mehrerm jüdisch-amertkaatscheu Blättern lese» wir «tue» Artikel wort» vr. Ältelziuer darauf aufmerksam macht, daß tu den öffentlichen Schul« der Unterricht mit Bebet er» öffnet «erd«!, und daß diese« oft eia spezifisch-christliche« sei, er fordert die And« auf, dagegen zu wirk«, e« nicht zu dulden. Bet uu« aiinmt «an vergleich« stillschweigend hin. Der ,,3e«. Meff." tadelt, daß seit einiger Zeit unter dm amerikanisch« Rabbinern eine „Manie," Vorlesungen über Christenthum zu halten, -rasfire. Dagegm lehr« un« mehrere „Eingesandt"— der« Anspielung« u. un« frelltch nicht ganz verständlich sind — daß mar in Ne«»Kort sich fleißig zu Purim»Bällm rüstet. Sehr früh«! Oder Hab« die amerikanisch« Reform-Männer da« Jbburjahr abgeschafft? E« ist ioäseä auch eine alte Ein» rtchtung, paßt schlecht zum Mntmg Xweric», wo alle« fix und firm sein »mß. Li« dem sei, Purim und Fröhlichkeit lieb« fie All«. Bon dm Jud« in Kutatffa in Jmeretteu war vorlängst in einem silbisch« Blatte berichtet »ord«, daß fie noch Opfer brächt«.!v«r Retsmde Jos. Lscharny belehrt un« mm im ,^laggiä-, daß diese Angabe auf eüiem Mißverständntffe beruhe. Di« Angehörigen einer alt« Gemeind«, d. h. Synagoge, in Kutaiffa sch lacht«, »ach einem alt« örttich« Gebrauch«, der von irgend einem nicht mehr recht bekannt« Ereignisse sich her« dattrm soll, am letzt« Halbfeiertage Pemch ein« fett« Ochs« auf dem Syaagogmhofe, wobei verschtedme Mi scheberach gemacht werdin. Da« Metsch wird tu festlich froher Mahlzett verzehrt und Ille Lmte der ander« Gemeind« dazu etngelad«. Au ein Opfern d«k« die Jud« in Jmereti«, welche strmg rabbinisch b-bm, so wenig wie «llr. Au« tondon wird der Tod eine« höchst wohtthätigm Mannes» Alfred Davi», gemeldet. Derselbe hat sich vom arm« Uhrmacherlehrling zum reich« Kaufmann emporgearbeitet, dabei aber der Arm« wohl gedacht, besonder« der Jewish free school, zu iter« Vorstand er über ein Viertel Jahrhundert gehört, hat r: bei Lebzeiten nach und nach 30—40,000 Pfd. zogewendet unb bei seinem Tode dieser Anstalt und viel« ander«, besonder« Schulen, sehr große Summ« vermacht. («lew. Ree..). Berichte und Correspondenzen. Drutschtand. Fsresüm, 31. Januar. (Orig.»Corresp.) Auf die Ramm« vieler pr«ßischm Synagogm-Gemeindm durch Her« vr. Zuckermann, als Comitö-Vorsitzendm de« jüdisch-theologisch« Verein«, dem Cultu«-Minister eingereichte Petition in Betreff de« jüdischen ReligionS-UnterrichtS in. dm höheren Schul« ist am 2l.Januar 1870 vom Minister der geistlich« :c. Angelegenheiten der Bescheid erlast« worden: „daß ülrer dies« Gegmstand nicht im Verwaltungswege, sondern nur durch die Gesetzgebung eine allgemeine Besttmmung getrost« werdm kam:. ES muß daher vorbehältm bleiben, denselb« bei dem UnterrichtSgesetz, best« Entwurf dem Landtage bereit« vorliegt, zur Erledigung zu bring«." » Der UriterrichtSgesetz-Entwurf wttd für die laufende Session Entwurf bleiben, um so mehr ist e« gebot«, bi« zur nächst« unsere Wünsche und Anliegm dem Abgeordnetmhause zu unterbreiten. De Preß-Debattm über unsere Petition «erd« zur Klärung der Sache viel beigetrag« Hab«. Thun wtt da« Uufrige, daott da« Judenthnm au« seiner Pariaftellung in dm öffmtttchm Schul« erlöst werde. Wtt dürfen dabei auf die Mitwirkung aller Liberalen rechnen, wenn dtt Frage nicht durch die SophtSmm der Gegner alle« religiös« Unterricht« von ihrem rtthttg« Standpuaktt verschl>bm wird. Mreaka», 88. Januir. (Vrig.-Corresp.) Geste« fand im jülllsch-theelogischm Semiiar die s«ch»zrhnte Jahresfeier feine« Bftehm« statt. Wie tvfr Bürzeln diese Anstatt in diel« andetthalb Jahrzehnt« thi-e« Bestehen» gefchlagm hat, da« lehr« hie zahlreich« Beweise det> Wohlwollen«, die ihr, «i; der Jahre«, belicht ergtebt, von nah und strm, au» all« Theilm Dmtsch. land« und de» Auslandes auch in dem vergaug«« Jahr« zu Tlwll gewordm find. Abermal« Hab« groß« und kleine Gem«indm einstige Hörer der Anstalt zu ihr« Rabbinem, Predige« und Lehre« gewacht. Bon all« Sett« bringt man Gab« tu,die Bibliothek de« Seminar». vedmtmde Eapttalim find der Anstalt zugewiesm wird«, um die Zins« als Etipendi« für wackere Hörer zu vwwenten. Und wo der Jahresbericht sch wieg, da konnte dtt erhebmde Feier dem zahlreich« Publikum sag«, wie wohlthättg und segensreich diese Anstalt wirk Herr Direktor vr. Frankel sprach in einer tteffltch« Rede über dm Verfall der jüdisch« Lehrnnstalttn und über die beklagm-werthm Zustände, die daraus heivorgegangin seien. Cr wie« hi« auf da« Ziel, dem da« jüdisch-theologische Seminar zustrebe. Da« Judenthum habe immer Erast gemacht mit der oft gehört« Phrase, Glaub« und Wifi« W versöhn«. Da« sei auch die Aufgabe dieser Anstalt, nicht blöde Abwendung von dm Pflichten, die vorurtheil«freie« Forschem auferlege, aber auch kein religio»«- loser Jndiffermtilmu«, der lm Unglaubm, dm Brach mtt dm ehrwürdigm Jnstituttoner! de« Judenthum» auf seine Fahr« schreibe. Sodann berichtete der Redner über eine PreiSanfgabe, die alljährlich vom jüdisih-theologischm Seminar gestellt wird. Die diesjährige lautet: Die Weise der Umschreibung der Anrhropomorphim und Authropopathim bei Onkelo« und den and«« Targumim mtt besonderer «Zerückfichttgung der Ausdrücke Nnra? itty ^nco. Herr vr. S. Maybaum hat dm Preis eri^ng«, Herr vr. Neubürger und Herr 8taä. JauluS haben da» soossett erhalt«. Dank dm zahlreich« Zuwmdungm, die dem Seminar von Frmnden jüdisckier Wissenschaft und ihrer Jünger gemacht worden sind, ist ei im Stand!, die Summe von fast 800 Thlrn. alljährlich als Stipendim und Pi ämim de« Fleißes zu vertheilen. Die Verlesung der Ramm der in diesem Jahre Bedacht« schloß diesen Thell der Feier. Sodann hielt Herr vr. Perlitz, der mit drei andem Hvreön der Anstalt aa diesem Tage al« Rabdiucr aus derseldm schied, in warmen Won« in seinem und seiner Kommilitonen Ramm, seine AbschiedSrede. Anknüpfend an die Wotte de« Her« Direktors sprach er von dm Gedanken, die den Rabbiner bei: Gegenwart leitm soll«. Nicht der falsche Glaube und die falsche Wifsmschaft und nicht der denkträge Glaube noch die ungläubige Wissenschaft dürfen seine Stützen sein — daS bewies der Redner uus einer schönen Charakteristik des Leben« und Streben« von Ebn ESra, der eine :rre Phllosophie mir der Lehre des JudcnthumS zu vereinen gebucht hatte und der darüber die Lehre prei«gab und sein eigne« LebmSglück verscherzte. Erhebende Mahnwoilr de« Direktors an die mtlaffmm Hörer der Anstalt schloß eine Feier, die auf die Amr.'smden dm tiefsten Eindruck ausgeübl hat. Au» Süddentfchknw», 31. Januar. (Orig.-Corrcsp.) Der jüdisch« Gemeinde zu Berlin steht für dm Monat Mai 1871 die Feier eine« sehr schöne» Feste«, nämlich ihre» zweihundertjährigen ununterbrochenen Bestehms al« solche, bevor. 1572 fand die bekannte Lertreibung der Judm auk Berlin statt, und erst hundert Jahre später ungefähr gestattete der große Kurfürst, Friedrich Wilhelm von Brandenburg, einer bei ihm

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