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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-02-09 · 6 (9.2.1870) · p. Seite 51

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
6 (9.2.1870)
Date
1870-02-09
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
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51 ab« Mr, iMe nun Me SfetfoMffftm p«dräugt, beseitigt, kehr« «ea ferne: starrer« orthodoxen Prfektpten auf Me Lehrstühle gehofen Hel. Dem »oll« ste für Me Hochschule'" vorbeug«. >ter wenn und da Me Staatsgewalt fich in die vefetzmg jüMsch-thellogischer Professur« nicht eiumilchm'wird, was.wäre dann zu flircht«? Die Eurator« »erd« Männer wähl«, die ihn« amveutrm, wer will sie beschränk«? Die Gmähltm aber werden doztrm, wie es ihn« recht und gut dünkt, wer will ste behindern? Hab« wir ein« Ober-Kirchmrath, eine Index« Commisfio», oder wollt ihr jht dem Euratorium dergleichen schaffen?! Was ist denn das für ein Parteiinteresse, welche» die Lehrer von außen her beeinflussen könnte? Der Rabbiner einer Gemeinde kann in feinem Lehr« und predig« von Rücksicht« sich lest« lass«, man kann das hier mtschnldigm, dort verdammen. Der Lehrer der Hochschule aber würde frei und unabhängig dastch«, seine kehr« einer Partei zu accommodtrm, dazu ist gar keine Beraulassung gebot«, wen« nicht da» Curalortu« selbst ihn in eine bestimmte Richtung dräng« will. Daran ab« würdm die Herr« 8. und St. doch gewiß nicht denk«. €>ie müssen also Verhältnisse, die im Chrtstmtbum zu Lage liegen, unbesehen auf das Zudmthum übertrag« haben. Hierdurch habm wir nun nach einer andern Richtung hin ein freies Gesichtsfeld gewonnen. Tagesfragen. Brief eine« KteinftiiLter« au« der Provlnj Posen. l. Februar 1870. Die i» Ihrem geehrt« Blatte ausgesprochene Ansicht, daß die Aufhebung des 4S47« Judmgesepes besonders die klein« Gemeind« empfindlich schädig« «irl>, ist für unsere Verhältnisse nicht zutreffend. 80hl wird es auch hier vorkomm«, daß ein Einzelner, der außerhalb des Gaueiudckebens steht — oder der bei der Dorstandswahl nicht aus der Urne hervorgezangm ist, die Büchse ins Ko« wirst und nicht mehr „mitspkelen" will. Doch selbst solche Vorkommnisse schädig« das Einkorn-.« und sonst das Fortbesteh« der Gemeinde nicht. Die regel"täjifl« AuSgab« wert« nämlich größt«theils nicht durch directe Auf. lag«, fondem durch die „Krupka", eine Fleischst«er, gedeckt, welche im Pauschquantum an en« Gmeräluntemehm« verpachtet wird. In d« Ort«, die wir im Auge Hab«, bringt sie 6—700 Thlr. p. a. So lange also das Trefe-Ess« sich bei uns nicht eingebürgert hat (und )azu stad unsere gegenseitig« Familtenbeziehung« doch zu mg und fest), erhält der Schochet die Gemeinde. Denn selbst das durch die Gewerbefreiheit erlaubte Einführm von Koscher-Fletsch au» ander« Städten ist nicht lohnmd und noch viel wmiger die Anstellu»,z von Privat« schochtim. Dazeg« würde der andere von Ihn« gemachte Vorschlag, wmn auch mtt einig« Modifikation«, zur unumgänglich« Bedingung werden für die Neubelebung der in dies« Gemeinden im Berscheid« lieg«»« Theilnahme, — ja de» Verständnisses für religiöse und gemeinnützige Angelegenheit« Ter Provinzial-Gemeindetag müßte ab« hervorgeh« aus Kreis- Gemeindetagen, von Abgeordneten ries« gebildet w«d«. Dmn nur in eng«« B«bänd« kann dlo Mtsöre d« cbwastend« Verhältnisse klar« dargcl^t, acl oouloo demonstrltt Word«, nur d» könnm durch die genaue Kunde d« lokal« Verhältnisse praktische Vorschläge zur Abhllfe entsteh«. Daß nun bei. uns die Uebelstände sich zum Erschreck« angehäuft, daß von d« „Fußsohle bis zum Haupte kein hell« Fleck ist," soll folgende wahrheitsgetreue sachlich,: Schilderung erweis«: Eine Gemeinde von ca. 200 Mitgliedern (d«« größt« Theil jedoch von der Hand in dm Mund leb« muß) wird von bauunz des Landes gemacht Hab« und sich bemühen, ihre Niederlassung« zu verstärk«, so soll« sie dieselb« Privilegien habm, wie die übrigen Bewohner sie genieß«, und ihn« vollständige Gewissensfreiheit gelassen werdm, doch, so, daß die Ausübung ihr« Religion dm Katholik« keinen Anstoß gebe." Wie ober die Juden jmer Zeit auch oft mit allzu großem Eif« und unt« ernstlich« Gefahr« ihren Erwerb suchten, zeigt ein Brief Colbert's vom ll. November 1682. Danach hart« sich jüdisch,: Kaufleute in Frankreich einzefchlich«, die unter der MaSke von Christ« einen bedeutenden Handel trieben. Die ftrmg kirchliche Richtung, die am Hofe damals h«rfchend geworden war, sprach sich darüb« mit großem Unwillen aus, und wer entdeckt wurde, konnte sich glücklich preis«, wmn er von den strmgstm Strafen »«schont blieb. <Dcb.) Sine Wiener Thora. Nachstehende Anekdote kommt unS auf einem Umwege, via Annika, durch die „Jll. St. Ztg." refp. „.Hebr. Lead." zu, wir geb« sie „ohne Gewähr". „Im Bureau eine» Unt«suchungsrtcht«s wird eine Dame jüdischer Confefsion als Zmgtn vernommen. D« Nicht« will zur Vereidigung schreit« und schellt deshalb nach seinem Dim«. Dies« erscheint. »Holen Sie mir die Thora" (wahrscheinlich verstand n daruntn das hebräische Chumesch) befiehlt ihm d« Nicht«. Der Men« ist erst seit einig« Tag« im Hause und es ist ihm bis jetzt vom Nicht« noch nie eine and«e Aufgabe zu Theil gewordm, als Me Z«g« od« Jnouifitm in'» Bureau zu rufen. D« gute Mann geht daha in dm Corridor hinaus und ruft mit stark« Stimme, so daß « vor Anstr«g«ng ganz roth im Gesichte wird: „Z«gtn Thora!" — Niemand meldet! sich. „Halt", dmkt sich der Dim«, „die Thora ist eine Jn-! qutsitin." Er geht in da» Gefängnih und scheint nach langem > Suchen eine Person gefunden zu haben, welche ein« dem Worte! „Thora" ähnlich klingmdm Namen besitzt; denn als er in dar Bureau des Untersuchungsrichters zurückkommt, fragte er dies«: ' „Entschuldigen Sie, Herr Rath, heißt die Thora nicht mit dem Vornamen Wilhelmine?" Paturforschung und veuests. 1 Wie leichtfertig et 'ei, wissenschaftliche Hypothesen (anders | können all' die neu« Ansichten, trotz des Selbstgefühl«, mit dem : sie Auftreten, doch nicht genannt wnden) üb« die Entstehung der Erde als baare Münze zu rühmen und ihn« zu Liebe an der biblischen SchöpfungSgeschich:e zu rütteln und zu deuteln, wird durch die Mannig'altigkelt und inn«liche Verschiedenheit! jener Lehrmeinunzen auch Sm durchaus dem .Mhlerglauben" ] Abgeneigten nach unt nach klar. Besser als alle» Predigen r >-! feit da die „Selbstbckmntnisse" der Naturforsch«, die theilryr I Nichtwissen etngestehen, rheilmit stolzer Wissenschaftlichke.t der Bibel gnädig zugesteh«, daß in ihr eine Ahnung deS Richtig« > zum Ausdruck gekoirmen fei. Von letzt«er Art folge hier eui! Pröbchen, dem Schlüsse ein,» Alsssatze» „die Kraft im Haushalte der Natur von Kühlmann" in West-rmann'S MonatShest«, : Amuar c., «tnommm: I „Muß nun nicht staun« über dm ahnungSvell« In» stinet (»ic!) deii kindlich« Geiste» jm« Naturvölk«, d« JSraelttm und Gnnanen, die in ihr« Mythen die Entstehung und | dc,S Ende unserer Erde mit dm neuesten Forschung« so üb«- einsttmmend erzähl« ...?" . A.

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