Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 5 (2.2.1870)
- Date
- 1870-02-02
- Page
- Seite 45 (sequence 5)
- Language
- German
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45 riamtirt und fie btt zu aftmmäßig t« Jnstauzeuzuge erledigter Suche verhmlgern läßt,, dar« auch die verhungerte« (z. B. Lehrerwlttwm) «st sehe« und akteumäßig buche» will, eh« sie zu helfe» — tu Berathung nimmt. „Das ist nicht Jacob« Theil", aber der Tyrrler Prtesterstand hat solche consequente Leute. Da ist vou der Kan^l de« Augmkraukm der Rath ertheilt worden, um« Himmel« willen sich nicht von dem (neuerdings in Innsbruck eruannteu jüdischen) Augenarzt vr. Mauthner curiren zu lassen. Frelltch, «a« schadet e« dem gut« Hirten, wenn seine Schäfchen blind find. An contrain! Der Jude könnte ihnen ja am Ende de» Staar siechen, daß fie sehe» wie —. Auch in Schweden petitioniren Judm au» Gothenburg „im Jutereff«! der reltgiösm Gleichstellung aller Glaubensgenossen» schastm mit den Mitgliedern der schwedischen Landeskirche". So berichtet die „Nat.-Ztg." In der Schweiz hat der „Culturverein der schweizerische« J«raeltten", Präsident vr. Kayserling, weitere erfolgreichreiche Schritt« zur Durchführung der Gleichstellung gethan. Au« Amerika hallt immer «och Polemik wegen der Rabbiner- Eonferenz «ach; wir würden davon nicht« erwähnen, können jedoch nicht umhin anzuerkennen, daß der,Hebr. Leader" gegm die ehegesetzltchm Resolutionen eine treffende und ziemlich kräftige Polemik führt, indem er besonder« da« unsinnige Koquettiren mit de» Fraum-Emanzipation«phrasm tadelt. Auch au« Australien ist diesmal zu berichten. Einmal, daß di« ,Lime«" von den glänzenden Enolgen de» Schatzmeister» Herrn Samuel Dinge erzählt, bei denen unfern europäische» Ftuanzmintst-rn schwindeln muß. Abgaben- und Zoll-Ermäßigungen mannigfacher Art und dabei 2 Millionen Pfd. Sterling lleberschuß fiir Eisenbahnbauten. Sodann eia von Ehiaesen angeregter Fortschritt. Do nämlich da« austtalffche Parlammt 50,000 Pfd. al» Staatt-« Subvention für den Cultu« der verschiede««» Reltgionm bestimmt hat (woran die Juden selbstvcrstäudltch participiren), so haben sich auch die Chinesen gemeldet «ud wollen ihr Theil haben; da aber die Regienmg Bedenken ttägt, auch heidnische» Cultu« zu unterstützen, so ist beschloffen worden, all, Zuschüffe allmälig zu vermindern und demnächst ganz aufzuheben. Die „Presse" und aurführlicher bi* „N. Fr. Pr." berichten über den zweiten Güdemann'schm Borttag; da« „Leipz. T." über die von vr. Adler eil« Cassel bei der Mendelssohn-8eier in Leipzig gehaltene Rede. Da« Januarheft de« „Corner« JSraelitieo" ist mehr al« zur Hälfte mit Nekrologen und Nachrufen an ten Rabbiner TedeSchi (s. vor. Nr.) angisüllt. Gott gewähre den Trauernden Trost und laste die Gemein i'e nicht verwaiset. Berichte und Correspondenzcn. Deutschland. L. AerN», 28. Jan. (Orig.-Cvrresp.) In der gestrigen Sitzung beschäftigte sich da« Abgeordnetenhaus mit hr Petition d«Ä Herren Rosenthal und Genoffea zu Simmenau. Dieselben beschwerten sich, daß die vorigen jüdischen Grundbesitzer zu den Kosten de« Neubaues der evangelischen Kirche daselbst deittazen müssen, während die katholisYen und altlutherischen nicht heran» gezogen würden. Ebenso müssen in Schlochau die jüdischen Grundbesitzer zu einem Speicher» mid Stallgebäude für die dottizen katholischen Pfarrer beittagen, und der CultuSminister hat ihre Beschwerden zurückgewiesen. Sehnliche Petitionen, find bereits früher der Regierung überwiesen worden. Die Commission beantragt, diese Petttionen der StaatSrezierung mit der wiederholten Aufforderung zu überweisen, die Initiative zu ergreifen, um im Wege der Gesetzgebung die in Beziehung auf die Beitragspflicht zu Parochiallasten bestehend; RechtSunzleichheir zwischen Juden und Christen zu befestigen. Herr Vr. Ko sch, der unermüdliche Anwalt unsrer GlaubmSgenoffen in der preußischen Kammer, befürwortete in wenigen Worten die gerechte Forderung der Petmten und den Anttag der Commission, der denn auch mit großer Majorität angenommen ward. * Aerkl«, 16. Januar. Wir erhalten durch Herrn Rabbiner vr. Hildesheimer einen von ihm, dem Rabbiner Herrn Cttlinger in Altona und Herrn Josef Hirsch in Halberstadt Ulsterzeichneten Aufruf zur Sammlung von Beiträgen für die Armen- und Pilgerhäuser in Jerusalem. Da der Inhalt mildem unter „Jerusalem" Mitgetheilten zusam.nentrifft, somüffm wir vom Abdruck deS etwa« umfänglichm Aktenstücke« Abstand Juden von »m anderm BoSniaken durch eine größere Lebhaft ttgkeit, die leicht in lärmende« Wefm übergeht, z. B. bei Gelegmhett »or: Festlichkeiten; fo warm sie die etnzigm, welche in Sarajevo bei der Feier der Thronbesteigung de« Sultan« einigen Lärm und Aufzüge machten, während Muhammedaner und Cheistm in würdevoller Ruh« und anfcheinmder Theilnahmlosig» keit zusahm. Sie wtffm auch ihre Nmgter nicht so zu verbergm wie die anderm Orimtalm und wurdm mir dadurch schließlich in Kissöljak lästig. Sollte ein reformttter dmtscher Jude, vielleicht gar in,Folge dieser Mitthellungm, auf di« kühne Idee kommen» da« Licht der Aufklärung vor dm boSnischm Judm lmchtm laffm zu wollm, so kann ich ihm im Borau« sagm, daß l>ie« nicht dm gertngstm Erfolg habm, ihm aber llugelegenheiten zuziehen dürfte, zu derer gertngstm (wie schon durch die Erfahrung gelehrt wordm) da« Zuwerfm der Thür vor der Nase gehörm würde, und die Erthellung de« veinamm« eine« Eisenmenger«, der bekanntlich wutnti» matandia al« germanischer Ssttenftück zum chaltäischm Haman figurttt. Eine Hebung der boSnischm Juderr ist erst möglich, wenn die Christm und da« Christmthum*) im Lande zur Herrschaft gelangm, wa« nur mit östeireichischer Hülfe und zur Vergrößerung Oesterreich« möglich schetrt, worüber an anderem Ott« Nähere«. *) Iber nl chi da» ei« heimisch« griechische! (Red. d. t«r. w.) Nach der nmesten gedrucktm Stati'tik über dm Kirchenstaat kommen in Hto« auf 4375 Geburten in einem Jahre 3160 uneheliche. Dasselbe Buch xiebt dm Procentsatz in verschiedmen Städtm an. Die uneheiichm Gebuttm bettazm in London 4 pCt., Paris 48, Brüssel 53, München 81, Wien 118, Rom 242. Thatsachm iprechm und Zahlen beweisen! Rom steht unvergleichlich — hoch. Sollte das Concst, wmn eS über Wiffmschast unt moderne Bildung abuttheilk, nicht nüher liegende Gegmstände der Fürsorge haben? Die Statisttk ist auch eine moderne Wiffenschaft, sehr unbequem! Sie giebt leicht Anlaß zu allerlei Betrachtungen über die Einflüffe der Curie, der Klöster, de« Cölibai« und anderer „hekligm" Ernrtchtungm. Berdammm wir die Wiffmschast! Da« Bold de« Herrn! (Dem Midrasch enürlmt.) DaS Bolk de« Herrn, e« glttcht der Taube, Die sanft sich schmiegt und sanft sich nttgtt, Wmn e« zu Gott Gebtte smdet. Doch wildem Thiere, da« zum Raube Die scharfm Zähne flttschmd zeiget, Wmn ihm der Feind sein Recht mtwmdtt.