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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-02-02 · 5 (2.2.1870) · p. Seite 42

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
5 (2.2.1870)
Date
1870-02-02
Page
Seite 42 (sequence 2)
Language
German
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' * r! : betzntreteu und durch unsre Beiträge Ihre Wtrksamkest zu' fördern, ja erst zu ermöglichen. Wie bekannt, hat di^Illiaace ihrerseits da«, am« für die «ffischen Jud« geschehe» soll, einem in ihrem Narre» wirtzmderr, Haupt« mit« i» KönigSbegG über», "lasten. Einheitliche Leitung ist auch hier nothweadigr Waü bleibt nun einer Vereinigung. der deutschen Achen, wie sie der Gemeindebund anstrebt, üorig? Ueberflüsfig ist eine solche Bereinigung wahrlich »ichtl Sie ist mit aller Kraft zu erstrebe», denn e« droht alles 1» Atome sich zu zersplittern. Die Juden in Frankreich, Holland, in einigen deutschen Staaten haben eine gewisse Verfaffung, die ihnen da- Gefühl der Zu» fammengehörigkeu gibt; bei unS, besonders in Preußen, fehlt die« ganz und gar. Wir begehren nicht, daß die Regierung unS diese Organisation octroyire; wohlan» so müssen wir sie unS selbst schaffen! Jede Gemeinde ist bei unS souverain und isclirt; vielleicht wird auch diese« Gemeinteband bald bizur Auflösung gelockert werden. WaS ist zu thun? Eine Organisation der Gemeinde« nach engeren und weiter« Berbänd« zu schaff« wird eine Notbwendigkeit, eine Existenzfrage werden, aber eS steht noch zu viele« im Wege. Da ist die Parteisucht und da« Mißtrauen, da ist die gänzliche N«heit der Sache, die Sch« der Gemeind« Verbindlichkeiten zu übernehmen und die Verschieden» heit der Verhältnisse, indem zu dm preußischen auch österreichische, bayerische u. f. w. Gemeind« tretm wollm und soll«. So beginne man mit gemeinsamem Wirk« für größere Unternehmung« zu gegmseitiger HülfSleistung, suche Institution« in« Leb« zu ruf«, welche Wohlthun im höher« Sinne bezweck«; ist di« Organisation in- Leb« getretm, so wird sie sich auf weitere Zwecke t uSdehnm lass«. Vor allem greife man nur solche Dinge an, zu d«« die verschieden« Richtung« gem rmd donu Säe einander die Hand reich« werdm. In diesem Sinne und nach dies« Erwägung« hat der Herausgeber diese« Blattes die Ende v. I. an ihn gerichtete Krage nach dem, wa« der Gemeindrtag jetzt angreifm solle, beantwortet. Mit Befriedigung erfahren wir auS dem Schreib« de- Vorsitzmd« des geschästSleitenden Ausschusses, H«. Kohner, die Abficht, auf ein Eingreifen*) in das Thätigkeittfeld der •) fi würden Alliance und Äemeindebnud auch durch de» Umstand auleinander gehalten und Lvllifioaeu vermieden, daß zu erfterer di» Gin» zelnen, zu letzterem di« Gemeinden al» Mitglieder gehöre». Feuilleton. Die Juden in Bosnien. Boa Franz Manier. (AuSzüglich nach dem „Lolland".) (Frrtsetzung und Schluß.) Die Auffälligste Person unter d« in KiffÄjak gefehmm Judm war für mich der Chacham-Bafchi oder Oberrabbiner, eine wahrhaft alttestammtliche Erscheinung. Er trug ein« prächtig« Kaftan und ein« Turba», der gmau dem glich, welch« der Hohepriester auf dm bekannt« Abbildung« zur Erklärung de« ZionS-TempeldimsteS trägt, und die nach dem Wortlaut der Vorhand«« Beschreibung« mtwcrsm sind. Der Kopf dealt« ManneS war von überraschender würdevoller Schönheit und dmch ein« schwermüthigm, leidmdm Ausdruck noch interessanter gemacht. Man erzählte mir von dem Chacham-Bafchi, daß er in seiner Liebe zu Spanim, dem alt« HeimathSlande feine« »Volkes', so »eit gehp, daß er Fremd« gem sogmannteS spanische« Brot (ein Gebäck au« Eiweiß und Zucker) zu kost« gebe, welches er immer im Gürtel führ« soll, um ihn« damit zu be» »eis«, wie gm e« seine Borfahrm in Spanim gehabt hätten, «ad man wunderte sich, daß er nicht auch mir die Ehre erwies« habe, al« er in Kissöljak mit mir sprach. üD*e Liebe zu Spanim lebt noch in all« dies« Lmtm. doch glaube ich nicht, daß sie die alte, ihn« nunmehr geöffnete Heimath wieder aufsuchen werdm, Alliance und auf Gründung einer jüdisch-theologisch« Facultät dmch dm Gemeindrtag zu verzichten.,^ Wjr Qdjgo al« nächst zu verfolgende Zwecke a»: £ 1) Me Gründung eine« PeufianSfoub« für Misch« Gemeindebeamte; * 2) die Bildung einer Hülftkaffe, um kleineren Gemeind« die Anstellung genügmd befähigter anständiger CultuSbeamtm zu ermöglich«; 3) gemeinsame Maßregeln für die Fremdm-Armenpstege und zur Abstellung de« unsägliche Summ« verschlingmd« Bettels; 4) gemeinsame« Wicken für die Gleichstellung und gegm die Zurücksetzung de« Judenthum«. Wir erfahr« mit großer Freude, daß die zu Anfang d. M. in Leipzig gepflczmm Berathungm nach der negativ« wie nach der positiv« Seite unsem Ansicht« «tsprechm. Wir erwart« von dem Vorstande de» Gemeindetageü eine offizielle Kundgebung über seine Bestrebung« in ihrer nunmehrig« Modifikation bzw. Beschränkung, wir hoff«, daß die Gemeind« eS dann al« Ehrmpflicht betrachten werden, durch ihr« Beitritt eine gesegnete Wirksamkeit zu ermöglich«. ta anan „Ganz Israel ei» Bund", damuß ja unser Aller, Aller Wahlspruch sein und bleib«! Unsere Leser bitt« wir, in ihr« Kreis« so dm Gemeindebund zu fördern» unsere geehrt« Mitarbeiter, ihre prakttschm Vorschläge zur DerailauSführung der gmanntm Zwecke und ähnlicher uns mitzutheilm: „Durch viele Rathgeber wird Hülfe". Tagesfragen. Sine Ehrensache. Von vornherein wollm wir dm fteundlichm Leser in Betreff der Ueberschrift dahin auftlärm» daß e« sich in Folgmdem nicht um eine Ehrenpflicht gegm ein« Todtm handelt, nicht etwa um die Herausgabe einer n« aufgefundmm Handschrift oder um ei» Dmkmal für einen GeisteSheldm. ES handelt sich um die unmittelbarste, frischeste Gegmwart: e« güt die Wahrung unserer denn die Reich«, welch« sich in ein« kolossal« Grundbesitz zu setz« wußten, ward« bei der AuSwandemng viel einbüßm, und die Arm« dürft« in der alt« Heimath jetzt nicht die Bedingung« zu ihrer Existenz finden, die sie in Bo«»im schon habm, wenn auch mitunter recht kümmerlich» indem sie sich al» Handwerker, Tagelöhner, HandelSgärtuer» Dimer und Kommissionäre durch die Wett schlag«. Die Reich« treib« gewinmeich« Darlchn»-Geschäste, find Wechsler, Kaufleute und außerdem Dolmetscher sowie Sara»« (Casfirer) der türkisch« Behörden*), Stellung«, welche ihn« nicht bloß groß« Einfluß, sondem auch bedeutmdm materiell« Gewinn siche«, ohne daß sie da« geringste Risico dabei Hab«. E« kann nicht fehl«, daß sie sich dmch ihre stet« mtt Glück gekrönt« Geldgeschäfte bet der übrig« bo«nsschm Bevölkerung, vom Güter verpfändenden Bey und Aga bi« zum güterlosm Rajah herab, sehr verhaßt gemacht habm, und daß, sollte einmal in BoSnim eine, Umwälzung vor sich geh«, diese unbedingt eine furchtbare Judmverfolgung in sich schließen würde, doch wohlverstanden, nicht au» religiös«, sondem au» rein finanziell« Gründen, wie die« bei ähnlich« Dorgäng« stet« der Fall war. indem die Religio» nur al« Deckmantel zur billigst« «) Hat e» «in Int« zmn Dolmetscher oder Sara» gebracht, dann kleidet er sich resonn-Erkisch, d. h. enwpöisch, und ein Gleich» ihm» aftdaun de» größere» Ansehen» wegen sei« Söhne »ad meisten« auch seine sonstige» männliche» verwandte». Am», d. Vers.

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