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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1870-01-19 · 3 (19.1.1870) · p. Seite 28

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1870)
Issue
3 (19.1.1870)
Date
1870-01-19
Page
Seite 28 (sequence 4)
Language
German
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28 Au» Amerika wird berichtet, daß eine Deputation jüdischer Gemeinde» den Hrn. Präs. Grant ersuchte, sich für ihre unglücklichen Glaubensgenosse« in Rußland bet der russischen Regierung zu verwenden, und daß Präs. Grant seine Kürsprache ihnen zugesagt hat. Berichte und. Korrespondenzen. Deutschland. Il Merti», 2. Januar. (Orig.-Corresp.) An der auf Sonntag den 26. December v. Jahre» anberaumten Versammlung zur Berathimg de» Statutentwurfs und zur Constituirung eine» Vereint zur Gründung einer jüdifchenHochfchule nahmen von 66 Eingeladenen etwa die Hälfte, darunter sehr wenig konservative Theil. vr. Reumann gab, auf den Präfidentmstuhl berufen, die EntwickttungSgttchichte bet Angelegenheit, welche die Versammlung beschäftigen sollte. P:of. vr. Lazaru» schilderte darauf di« Rothwendigkeit eines solchm Institute» für die Hebung be» Judenthum» und gab eine lleberficht der seit Mai v.J. im engwen Kreise getroffenen Vorarbeiten. Gegenüber dem Vor« schlage de» Präsidenten, in die Beralhung der wichtigsten §§ de» Entwürfe» sofort einzutreten, beantragt ein Conservativer, noch keine endgültigen Berathungen unl> Beschlüsse vornehmen zu wollen, da eine rege Betheil'gung seiner Partei erst dann zu erwarten wäre, wenn ihr durch gcwisie Vorgänge berechtigte» Mißtrauen durch Zuficberung völliger Parität werde weggeräumt, lein. Durch § 21 aber (f. w. u.) »»erde diese» Mißtrauen nur immer mehr erregt, da er dem Cuiatorium. fteistelle, ihm per» sönlich mißliebige Lehrmeinungen, alt »im Sinne einer religiösen Partei', von der Anstalk zu verbannen. Dem entgegnet Prof. Lazaru», daß die» bei Besprechung diese» § werde in Erwägung gezogen werden. Zur Geschäftsordnung sprach sich sodann vr. Bernstein tadelnd über den Gang der Verhandlung au». Erst hätte die Versammlung befragt werden müsien, ob sie überhaupt ein solche» Institut wünsche. Hierauf hätten die Zttch» rangen stattzufinten, und erst dann hätten di« Zeichner den Entwurf zu berathen; ferner tadelte er da» Fehlm der Männer der Wissenschaft in der Versammlung, di« vorgebliche aber unmöglich« Unabhängiglett von dm Behördm, die unabänderltchm §§. Prof. Lazaru» suchte dies« Einwürfe zu widerlegm. Hierauf werden bei der Specialdebatte - I, 2, 3 de» Entwurf» unverändert angenommen. Ein Anttag de« Geh. Eommerzimrath» Bleich, röder, zunächst § 4 und 5 (Beschaffung der Mittel betteffmd) zu berathm, wurde abgelehnt. Run folgt die Berathimg de» z 21: »Da» Curatorium hat die Lehrer zu verpflichtm (und darauf zu acht«), daß die Vorträge (nicht im Sinn« und Inter» effe einer religiös m Partei, sondern) lediglich im reinm Jntereffe der Wiffmschaft de» Judenthum», ihrer Erhältung, Fortbildung und Verbreitung gehaltm werdm'. Dm Bedmkm, daß eine solche Aufsicht de» Curatorium» undurchführbar, dagegm jede durchgebildete Ueberzmgung eine Patteinahme fordere, schloffm sich die Conservattvm an, und wmde Streichung der einge» klammerten Worte angenommen. Von conservativer Sette wird eine Berücksichtigung ihrer Partei dmch ein zu § 7: »Die Verwaltung der Hochschule geschieht dmch ein Curatorium von nmn Mitgliedern' gestellte» Amendement, »in demselbm sollen die Haupttichtungm de» Judenthum» verttetm sein', gesucht, findet dafür aber keine llnterstützung. Die immer geringer werdmde Anzahl der Anwesenden zwingt die Vertagung au»z«sprechm. II Merkt«, 6. Januar. (Orig.»Corresp.) Die gestrige Versammlung war von etwa 267-25 Personen besucht. § 13 über die Zusammensetzung de» Curatorium» wurde mit unerheblichen Berändemngm angenommen. Ein von conservattver Seite gestellter Anttag, lütter § 21 einzuschieben: »E» feilen die verfchiedmm Richtungm im Judmthum im Lehrercollegium ihre Verttetung findm', wurde zurückgewiesm, weil - 21 bereit» er» lrdigt sei. Zu § 25 wurde auf die von conservattver Sette gemachte Einwmdunz, daß sech» Semester für da» rabbintsche Studium nicht autrttchm, die Faffung de» § dahin abgeändert, daß die Studienzeit offen gelaflm wurde. Zu - 26 ward der greifendm Glaubcnebrüdern sympathisittcn, verhielten sich, durch Mohammed und seine Anhänger ttngeschüchtert, unthättg. Nicht» deftoweniger beschloß Mohammed, nachdem er den Angriff ab» geschlagen hatte, auch sie au» dem Wege zu räumen. Die arabische Legende erzählt: Al» Mohammed nach beendetem Kampf« in sein Zelt zurückkehrte und seine Waffen ablegte, da erschien ihm der Engel Gabttel und sprach: Wie, du legst die Waffen nieder f Wir Engel haben sie noch nicht abgelegt! Unternimm einen KrtegSzug gegm die Banu-Koravtza! (Schluß felgt.) Die &u&en in Dornien. Sott Franz Maurer. («u»zllglich nach dem „Lt-land".) (Forrsehuug.) Die Christen sind in der Gcäberftage besser gestellt al« die Juden, von denen man indeffen behauptet, daß die Reichen unter ihnen ihre Leichname nach dem gelobte» Lande schaffen laffen, ja daß alte Herren, wenn sie Todesahnung bekommen, dorthin ziehen, um daselbst zu sterben, die Gräberfrage also nm die ärmere Klaffe beträfe, die freilich die zahlreichere ist. Bei der jetzig« Allmacht der jüdisch« Nation bleibt e» doch ein Räthsel, daß sie die Erniedrigung der Ihrig« in Bo»ni« duldet*). Gewundert.hat e» mich übrig«», daß die Türk«, ttotz gemeinsam« Absch«es vor dem »unrein« Thier', die r« ist wirklich unverantwortlich! Sielleicht hat Herr Maurer die Bitte, tutl aazugebrn, wie wir am besten de» Bvlmern unsre „Allmacht" sahlbar uuiche». wir stelle» ihm für sei« Vorschläge unser« Spalien ,u Gebote. Vielleicht bemcht aber auch »er lustige Rath de» Hrn. ». Mühler Judm im Punkte de» Effm» und Trinken» dmnoch für »unrein' halt«, und darin so weit geh«, daß selbst ein von Judm ge» schächtete» Thier ihn« unrein dünkt*), «ährmd die in Bo»- nt« ansässig« Europäer lieber die Kund« eine» jüdisch« Schächter«, al» eine» serbisch« oder gar türkisch« Schächter» werdm, da besonder» letztere ttächttge» und kranke» Vieh ohne Scrupel schlachten, und überhaupt mit dem Geschlachtet« in einer Weise umgeh«, welche die gröber« und feiner« Empfindung« de« Europäer« unangmehm berührt, wa» Alle« beim Jud« nicht verkommt. Ein österreichischer Confular-Agmt gab mir für die Abneigung der Türk« gegm jüdische Kleischwaarm folgmde, dm J»l,m in seiner Hohlheit charakterisirende, ihm gewordme Erklärung: Der jüdische Schlächter speit beim Meffer« wetz« auf dm Dchlttfftein, wischt da» Meffer dann an seiner link« Hand ab und erprobt deffm Schärfe am Fingernagel, folglich wird da» Meffer »unrein' und demnach auch da» damtt geschlachtete Thier. (Die linke Hand gilt bekanntlich btt dm Ottmtalm für unrttn.) Mein erste» Zusammentteff« mit Jud« spanischer Zunge fand in Prikdor statt, doch erfuhr ich erst nachttäglich, daß die diese« Wink, um den jüdischen Lehrern den Rath zu ertheilen, daß fie, statt sich um Stellen an „christliche» Schulen" zu bewerbe», lieber nach Boäniru marschireu sollten, um da« Jach vom Hals« ihrer Brüder zu nehmen. Die Phrase -am „nach Palästina ziehen" ist schon etwa« verbraucht. (Red. d. i»r. w.) *) Da habe» die bo«aischeu Motlim ihre» eigene» Seduiedau arncd. Die übrige» effe» da« von Jude« — aber nicht da« vo» lkhrtsteu — geschlachtet« Sieh, nur verlangen sie, daß jene beim Schlachte» »ach der Liaodab noch di« werte Bian'iUah (im Ramen Gotte«) spreche». (Red. d. t»r. «.)

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