Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 3 (19.1.1870)
- Date
- 1870-01-19
- Page
- Seite 26 (sequence 2)
- Language
- German
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26 e» dem Gesetz« so entspricht, und "diele Krage nach der Gültigkeit und Verbindlichkeit de- ThoragesetzeS nbechmipt ist auch die eigentliche Differenz zwisch« den Parteien im heutigen Judmchwn, also der Kern de- Streite-. Wir haben nun über denselben hier noch kein Votum abzugeben, wir woAen die Frage nur rlarlegen. Dazu scheint er unS rathfam noch nn paar Beispiele anzuführm, die bester al» BegristSerlanternnge» u. dergl. zur Verdeutlichung dienen werden. 8tr wählen zwei Gesetze, ein wichtige- und ein unwichtige-. Classification« und Rangordnungen innerhalb der Gesetze hat man nämlich von jeher gelten lasten; auch wird eS wohl einleucht«, warum wir s. g. Cerimonialgesetze als Beispiele nehmen. ES handle sich also um Fahren auf Dampfschiff oder Eisenbahn am Sabbath. Der Eine thut es, der Andere unterläßt es. Handelt esich dabei um eine verschiedene Meinung über die religioasgesetzliche Zulässigkeit, so ist dader althergebrachte Standpunkt der Frage. Sagt wiederum Jemand: ich weiß nicht, ob eeigentlich erlaubt ist oder nicht, ich fahre aber, weil der und j>mer, der sich sonst innerhalb des Gesetzebewegt, eS auch th«t, oder spricht er: ich Halle die Sache nicht für so wichtig, daß ich darum in meiner Bequemlichkett oder meinem Vergnügen mich stör« lasten sollte — so bricht er noch durchaus nicht mit der Verbindlichkeit des Gesetzes überhaupt. Liegt aber da- Motiv darin, daß er entweder die Feier des Sabbath überhaupt nicht für ein Gvtte-gebct häll, oder daß er meint, welcherlei Arbeit erlaubt und welche verboten fei, darüber habe nur daeigene Ermeffen und Gutdünken zu entscheiden, dann steht offenbar jeder Arbeit-Verrichtung am Sabbath je nach Belieben, Bequemlichkeit, Neigung und Deranlastung nichtim Wege, e» steht dann allemtt jenem Fahrer, auf gleicher Stufe. Es ist dann die Frage der Sabbathfeier überhaupt, der Verlegung derselbm aus Sonntag u. s. w. nicht nur eine vollständig offene, sondern sie ist dann auch lediglich nach persönlichem Meinen qyd Gutsinden zu beantworten. Daandere Bestpiel nehmm wir vom Versöhnung-tage. Noch hat kein Anhänger der äußersten Reform im Judenthum feine Feier .abschaffe,' wollen. Aber ist e« «tt de« Wort«, die wir z. B. auch noch im Geiger'schen Gebetbuch« lesen: ,Dn (Gott) hast »ldiesen La, einUsetzt' «»st oder Phrase, Wahrhell oder convmttonrüe Formel, also Lüge? Ist die Feier nicht von Gott geboten, dann ist die Beibehaltung oder Ab-' schasfung nur eine Frage der Zweckmäßigkett oder Räthlichkeit. E« ist dann nicht nur zulässig, daß der Einzelne sage: .ich hatte von diesem Tage nicht-', oder -.ich fühle mich in diesem Jahre nicht zu der Feier de- Versöhnung-tage» gestimmt', sondern e» ist auch nicht abzusehen, warum nicht eine Gemeinde einmal, verkommenden Falle-, den Tag au- Zweckmäßizkeit-gründen verlegen oder für ein Jahr ganz von derselben Abstand nehmen könnte. ES handelt sich dann nur um Meinung und Ansicht, und der Tag an welchem ist ja dann gleichgüttg. Daalso ist, wenn wtt nichtvertuschen oder hinter Phrasen nnversteck« wollen, die Frage, wie sie jetzt vorliegt. Wir werden demnächst die Stellung der Hauptparteien zu derselben und in dem Stteite darüber in- Auge zu fasten haben. Wochenbericht. Stetti«, 12. Januar. .Wenn der Leviathan an die Angel geräth, wa» soll« die Fischlein dann mach«!' heißt es in einem alten Klazeliede iin Talmud. Anwendung für unö: Wenn die großen Preßleviathaas in verflossener Woche aufs Trockene gerathen find, was sollm die jüdischm Blätter anfangen? Es hat sich nicht» von hervorragendem Interesse ereignet, auch find unsere Leser sicherlich nicht nach jüdischm SmfaticnSnachrichten lüstern, da solche in der Regel doch nur BeträbmdeS melden. Der in der rumänifchm Kammer am Jahresschlüsse in Seme gesetzte Lärm» von dem unsere vorige Nummer berichtet, hat mtt dem Donner nur die mtfernte Aehnlichkett, daß er, in dm Zettungm langsam verhallend, ein Echo geweckt hat, sonst wäre eine solche Feuilleton. Mohammed und die Juden. Bon Rabbiner vr. Perle». (Fortsetzung.) Ich ,prach von dem Glaubm Mohammed» an seine Sendung, : denn, soviel wtt auch an dem Charakter und der Handlung-weise MohonnnchauSzufetzm habm, wird sich doch schwer nachwessm laffm, daß er ein bewußter Betrüger war und etwa wie der Papst Gregor VH., der das Evangelium die küdulü christi nannte, seine ganze ReligionSstifterei belächelte und bloß zu felbstsüchttgm Zweckm ausbeutete. ES ist vielmehr anzunehmm, daß Mohammed in der That von dem Gedankm erfüllt war, die Götzen, vor dmm seine arabischm StammeSgenoffm knietm, von ihrm Thronm zu stürzm und die erhabme Lehre von der Einheü Gotte» zu verkündm und daß er sich für besondergeeignet hielt, al» Apostel dieser Lehre, als Prophet gleich dm ihm voran» gegangeuen MoseS und Jesu-, freilich als der größte und abschließende zu wirkm. Es ist festgestellt, daß Mohammed oft an Krämpfm, an einer Art hysterisch« und epileptischen Zustandes, litt. Person«, die mtt solch« Zuständm behaftet find, zumal weun sie wie Mohammed unter einem heißm Himmelsstriche, in der Nähe der Wüste, der eigentlich« Geburtsftätte aller Luftspiegelung« und Sinnestäuschung«, leb« und dm Hang zur Einfainkett und zum öfter« Fast« habm, solche Person« find von HauauS Visionäre, auder Reihe solcher Person« rekru» tttm sich die Religionsschwärmer aller Zettm. Mohammed konnte weder les« noch schreib«, seine reiche Phantasie hatte daher mtt 1 einem fest« Bildungsstoffe, mit einer bestimmten Verstände-» richtung nicht zu kämpfm und trieb reich wuchernde, üppige Blüthm. Daß er, mittm im crassestm Heidenthum stehend, sich ' zu der Höhe der Abstraktion zu erheb« vermochte, um ein einzige-, geistiges, göttliche- Wes« zu erkmnm und sein Volk für diese Lehre zu entflamm«, ist ein nicht g«ug hoch anzu» , schlagende- Verdienst. Aber eS wiederholt sich auch hier die Erscheinung, die oft genug in der Geschichte der Mmschheit wiederkehtt, daß Personen, die Anfang» von lauter« Absicht« erfüllt sind, die sich für die Träger einer bedmtmdm Mission halt«, nach und nach alles Andere ihrer wirklich« oder vermeintlich« Mission unterordnm, auf dem Wege, ihre Ideen zu verwirklich«, in fremde, ihnm ursprünglich fem liegmde Bahn« gedrängt werdm, sich da- Recht zyfchreiben, Allewas ihrm Plänm hinderlich ist, gewaltsam zu besettigm, mtt einem Wolle dm Grundsatz .der Zweck hettigt die Mittel' erfind«. Mohammed vereinigte in seinem Wes« die größt« Gegmsätze. Ein geistvoller Kenner deS Islam, A. Sprenger"), ullheilt von ihm: »Glühender Enthusiasmus gepaart mit gemeiner Schlauheit, > reine Aufopferung für ein« höher« Zweck mtt niedriger Selbstsucht, ja Abhängigkett von Ander« «mit Zähigkeit und Hinterlist, und Hingebung mtt Verrath: diesind einige der widersprechendst« psychisch« Symptome, an dmm Mohammed litt'. Audieser Rücksichtslosigkeit in der Ausführung seiner einmal übernommmm Rolle erkläll sich auch da- Verhalt« Mohammedgegm die Judm, sobald er einmal mit ihn« förmlich gebroch« hatte. Daß Mohammed die jüdssche Dichterin ») Dtffcn groß« «erl über Bi-Hammel, dieser Darstellung zu «rund» gelegt ist.