Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 2 (12.1.1870)
- Date
- 1870-01-12
- Page
- Seite 15 (sequence 3)
- Language
- German
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15 festlichen mit der unser» übereinstimmende Petition an dm Heem Kultusminister zu richten. ,6* hat «der auch an geguersschm Kuudgckuugm nicht gefehlt. Man hat nufere Absicht« verdLchtigt uud Zwecke niedrigster Art und untergeschoben. Man hat gesagt, die Einführung de» jüdisch« Religionsunterrichtein die Lehranstalt« des Staates heiße Einführung eines Staatsjudmthums, heiße Verkümmerung der religiös« Freiheit unserer Jugend. Unsere Petition bezwecke die Herrschaft einer bestimmt« Partei, vielleicht gar die Herrschaft des jüdisch-theologisch« Seminars in Breslau. Man stellte uns hin als offme Dertheidiger der strmg konfessionell« Schul«, um der« Beseitigung wir petitioniren, als verkappte Anhänger de» Regierung»! ystems, über das wir selbst offme Klage führ«. Bon andern Seite ward gerade die Bemach« lässtzung des jüdisch« Relizionsunterrichtt als Quelle der hohm Moralität angesehen, welch« Statistiker bei dm Judm gesund« Hab«, wurdm Zustände, so wirr und zerfahrm wie die heutig«, als Musterbilder religiös« Leb«» hingestellt. »vir thellm diese Anschauung« nicht. Wir weism diese Dorwürse zurück. Es ist «in« Lhatsache, daß die Unkenntniß der hellig« Schrift«, der Beschichte und Literatur unsere« Bolke« in erschreckmder Weise bei der heranwachsend« Jugend zunimmt. 8» ist eine Lhatsache, daß in Berlin von circa 4000 schulpflichtig« jüdisch« Kindem nur etwa 1700 Religionsunterricht genieß«, und ähnlich verhält es sich in ander« Städtm unseres Vaterlandes. Es ist eine Lhatsache, daß Hundert« von jüdifchm Kindem da» .Schema' in lateinisch« Lettern ausgezeichnet werdm muß, damit sie auch nur diese altheiligen Wotte am Tage der »Einsegnung' herzustammeln vermögen. Und da dürfen Borstände und Repräsmtant« jüdischer Gemeinden ftag«, ob da« religiöse Leb« der Judm Einbuße erlitt« habe? »Wir glaubt«, dm Kampf gezm Unwiffmheit hüb« und BorurtheUe drüb«, für religiöse Bildung unserer Jugend uud für Gleichberechtigung mit unser« christlich« Mitbürger« aufnehm« zu müffm. Die < kinführnng des jüdischen Religionsunterrichts in die Lehransta tet de« Staates, die Besoldmg jüdischer Religionslehrer dmü dm Staat sollte dm jüdisch« Gemeind« eine Erleichterung I ringen. Die Verlegung des jüdisär« Religionsunterrichtes in die lillmne der Lehranstalt« des Staate« sollte die jüdisch« Schüler der Rothwmdigkett überhebm, in die oft weit entfernten Religio, »schul« zu eil«, um hier ermüdet und theünahmlos einem Un errichte beizuwohnm, d« sie in gelegner« Stund« in dm eigram Schulräumm bätt« find« soll«. »Ueber die Modalität«« dieses Unterrichte» stand uns keine Entscheidung zu. Wi: erwähnt« nur de» Religion-unterrichte« als eine« »obligatorischen', weil tatsächlich all« wichtig« Unterrichtsgegmst inde auf dm prmßischeu Shuleri obligatorisch find; weil es unserer unwürdig schien, einen Unterricht in der jüdisch« Religi n zu verlang«, der auf Schuft läuen und Schulzeugnisim keine > Stelle hätte, und well Pädagog« et nicht «dm gerath« sind«, Irr Schuljugend selbst die Entscheidung über dm Besuch eine« Unterrichtsgegmstande« zu überlassen »Jüdisch« Eltern zu zu. inzm, ihr« Kindem ein« bestimmten Religionsunterricht ged« z.i lass«, da» lag un« fern. ISii Hab« selbst darauf hingewies«, daß »der jüdische Mann mii Recht auf seine religiöse Freiheit stolz und eifersüchtig sei, daß da» Meiste und Beste von dem, was er für die Religion thne, fteiwillig zefchehm müsse, und daß nur von dem Unmündigen eine solche ideale Auffassung der Religion nicht verlangt »erd« dürfe.' Wir Hab« ferner erklärt, daß »nur so lang.» sü, Katholiken und Protestanten obligatorisch Religionsunterricht gegeben werde, auch dem jüdischen Schüler eine gleiche Sorgfalt j »gewendet werden solle'. Dm Herm CultuSminister aber -Erinnert« wir in unserer Petttion an seine Erklärung, daß eine tüchtige Schulbildung nur auf dem Grunde de« strmg konfessionellen Unterrichts gedacht werdm könne, Uubildlichkett Gottes an die Spip« seine« Glaubmssystem» stellte, mochte er in der Thal einen Theil seiner jüdisch« Zeitgmoffm sich geneigt mach«. Aber der bei Weitem überwiegmde Theil der Judm vermochte in Mohammed da« Ideal eine« Prophet« und Gottesmanne« nicht zu erblick«. Seine Ränkesucht und unsittliche Fraumliebe. für die er sich im Koran ein besondere« PpvÜegium von Gott bestell« ließ und die ihm in den Augm der Gläubig« nicht schadet«, die sich vielmehr abmühen zu beweisen. daß Mohammed, obschon sein Harem nicht so reich au«, gestattet war al» der bei König« Salomo, dmnoch nicht geringer sei al« der weise König, — also Mohammed'« Ränkej sucht und überschwengliche Fraumliebe warm nach Ansicht der! Judm mit der Rolle eine« Gotte«botm nicht gut zu vereinig«. > Me fchriftkuudigm Judm entdeckt« zahlreiche Widersprüche j in seinem Wes« und verstand« e«, ihn selbst und seine An- Hänger durch verwickelte und verfängliche Frag« in die Enge zu treib«. Edre jüdisch« Dichterin Ayma machte ihn in beißend« Spottgedicht« lächerlich und wurde auf Beranlaffung de« rücksichtslos« Prophet« getödtet. Me heidnisch« Araber selbst, die au Mohammed'» Sendung nicht glaub« wollt«, seht« sich mit dm Judm in Verbindung, um von ihn« die geistig« Waffm zur Bekämpfung Mohammed« zu entlehnen. Mohammel) suchte die ihm vorgelegtm Fragen zu beantwort« und sich g:gm die wider ihn erhob«« Einwürfe zu rechtfertig«. Da er über schrecklich unwissend war, sv fiel« doch bei aller seiner Schlauheit und Borficht seine Sntwortm oft sehr lächerlich au«. Wenn er selbst zu der Ueberzmgung gekommen war, daß er sich eine Blöße gegeb« und daß er sich in Widersprüche venvickelt habe» so mußte der Engel Gabriel aushelfm und eine Sure — die Kapitel des Koran heiß« Sur« — offmbarm, die d« Widerspruch löst j und verdeckt. I So lange Mohammed die Hoffn'mg nicht ausgeged« hatte die JSraelitm, oder wie er sie im Koran gewöhnlich nennt, dat Volk dir Lehre, für seine Zwecke zu gewinn«. behandelte er n, in sein« Offmbarungen und auch im Leb« glimsflich Er stellte sie fast in eine Linie mit den Gläubig«, redete von ibirer al« dem Volke der Offenbarung und schloß mit de» jüläscher Stämmm in Arabien Frer-iidschaftSbündniffe ab. TaS Origiaa eine« solch« FrmndschaftStcattate«, auf rothem Leder geschrieben ist noch heute Vorhand«. In der interessant« Verfassung«- urkunde, die Mohammed de,' Stadt Jathreb gab und die u»ü der j arabische Geschichtsschreiber Jbn Jshak aufbewahrt hat, Heist! e« noch ausdrücklich: »Dmjrnigen Juden, welche uns folg«, lasser > wir Be-stand und Gleichberechtigung angedeihm, eS darf ihn« j kein Unrecht gescheh« untwir dürfen ihre Feinde -m Kampf,- geg« sie nicht unterstützi-r. — Die Judm gehör, n wie »i, Gläubigen zur StaatSgesell-chast, die Judm Hab« ihr« Eultui und die Gläubig« haben ihr« CultuS. Diese Berechägunc gm»eßm sowohl die Juden selbst al« auch ihre Klient«. Nur wer ungerecht oder illoyal handelt, macht eine Aus »ahm- >ml ein solcher ruinirt Niemand« al« sich selbst und die Mitgliedci seine« HauseS. So lang« Krieg ist, stmem die Judm nie di, Gläubig« bei, die Judm bestreiten selbst ihre »ffmtlrchm Aus guö« und die MoSlime bestreit« die ihrig«. Der Goheun Rath der Judm genießt I>ie Rechte der Juden.' lRohcmmel bedient sich für. Geheimer Rath de« dunkeln Wo.ne« Bit« na welche« wahrscheinlich eine Verstümmelung de« hebräisc)« Wort« Beth—bin, Gerichtshof, ist. Sobald er aber die Ueberzmgung gewann, daß die Inder trdtz alledem an der Lehre McsiS festhalt« uns ihn alt Prophet« > und Messia« nicht anerkmnm wollt«, trat eine Wmdlrng in! feinem Bmehmm gegm sie ei». Zunächst suchte er allerlei Lüg«,