Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 1 (5.1.1870)
- Date
- 1870-01-05
- Page
- Seite 5 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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5 weit über 16,000 Thlr. kostet ist hergestellt Word«, der jährliche Anschuß von SOOOThkrn. fft' beMillkgk'w«Ke?f,'äbd di« Fordeomg, dtwjüdischen RöktgidnSt^kÜkerVicht ' fällest z» lassen,' hat sie mitEatfchi»«IM'zstrü>lkgewtese». So schwebe» die Berhaadlunz« »och: "Dtt letzte Bescheid, der in der Sache erfolgte, datttt vom Mai d. I. 'Und war ist der Grund diese» Zustande«? E« ist txrfelbe, wie der der hiesig« Schnlnoth, da» starre Festhalte« de« Minister« am Priucip der christlich cor-fessionellen Schüle. Der Unterschied ist ani: der, daß Schneidemühl, eine Etübt'von 700V Einwohnem, nicht im Stande' sei» wird, so wie LreSlau/sein guter Recht, üb«n seine Schul« zu bestimm«, Herr» v.' Mühler gegenüber geltend zu «ach»:'' i E» wird wohl Biel« unserer tiefer bekannt sein, daß gerade die .Breslauer Zeitung' e« war, die vor wenig« Monat« gegen die Petition »m Einführung de» jüdisch« Religionsunterrichte» in di» höher« Lehranstattm unsere« Vaterland«« zu Felde zog. Nun, in Schneidemüht thut der Herr C«ltn»minister der »Breslauer Zeitung' den Gefall«, dm jüdisch« Religion«« unterricht au» dem Lehrpläne eine» GyMnafium» zu «tsemm. Warum erregt-da» da« Mißfall« de: »Brest. Zeitung'? Oder'ist e» etwa Eonfeqnmz, dort mit libercl schallend« Phrasm gegen Misch« Religionsunterricht in d« »rchül« zu kämpf«, weil 200 Mische Gemeind»'ihn einfübr« milcht«,' wildhier für denselbm zu plädirru, weil Herr von Mühlei: ihn perhvrreScitt? Ist es etwa Eonsequenz, dort die Einführung dt« Misch« RttigioaSunterrichte» als Liebhaberei für die tonfesfivnelle Schule zu bekämpf«' nnd hier die AuSschllejstmg desselben al« »starre« Festhalt« am Princip der christlich-eoufefsionellen Schule' aaznsehe»? j. Ftreolnn, 18. Decbr. (Orig.-Eorresp.) Dank dm Bemühung» mehrerer edl« Männer uird bin»« Kurzem eine Anstalt-m« Leb« Irrt«, die dm viel« wahrhaft wohlthätigm UnternehmangmunseMr Zeit wohl an dieSstte gestellt zu werden verdient. Es ist die» eine Israelitische Volksküche, di« dm Unbemittelt« Gelegenheit gde» wird, «in nahrhastes, koscher zubereitete» Eff« um «in« verhältnißmäßig gering« Prei» sich zu verschaff«. Da» Jutitut will aber keine Almosen geben, soüdettr bloß den« zu HÜfe komme«, der« Berhältuiffe es nicht ^gestatt«, ein schmackhafte» Mittagsbtvd sich selber zuznberettm Da» ist da» Princip der bewährt« von Frau Litt« Morg'eNstekn in Berlin gegründeten-Volksküche«. Aüch die israelitische Volksküche wird also. > nachdem sie einmal in'« 8dm getreten ist, b,rld sich selber ers hast« müssisi. Sit wird dal,er eher einer Reftanraiion al« einer ' Suppeiianstalt' für Arme gliichm und rechnet ganz .»esonderl auch 'auf dm Zuspruch anständiger Familien der »ntem und mätleim Klaff«, zleichvid ob dieselben der jüdisch« oder der christlich« Religion angehörm. Schon jetzt ist ein Fond von mein al» 1500 Thlm. gesammelt wcrdm, so daß die Eröffnung der Anstclt im Anfänge des nächst« Jahre« sicher erhofft werd« darf. :t~g. Kannover, im December. (Ottg-Corresp.) Da» Ministenal- Rescript, durch welche« die jkdisthm Gesang«« in dm prmjjischm Strafanstalt« fortan an vierzehn Tag« im Jahre von Irbdt frei gelaff« werd« soll«, nämlich zu dm bisherigen sieb«: Peffach» Neujahr nnd VersöhmmgStag, noch siet«: Laubhüttenfest, Wochenfest und Purim, ist bereit» durch verschiedme Blätter versffemlicht word«. Da» Rescript ist »an sämmtlich? königlici t Regierung« exrl. Danzig, Marimwerder, Stralsund, Köslin, Tiagdeburg, Erfurt, Schleswig' (warum? Red.) gerichtet und vom 6. Oktober d. I. datirk, erflhim also buchstäblich post kestuu. ES ist aber nicht mttgetheil: Word«, daß man dasselbe der Verwendung uniereS LandrabbinerS, vr. Meyer, verdankt. Llir find in dm Stand zesetzt, die Verfügung, durch welche das Minifterial-Refcript dem Okerpräfidmt« von Hamwver nottficirt wird, mitzutheilm und wir) diese daS Gesagte bestättgm. Sie lautet: »Abschrift erhalt« Ew. Erlaucht im Verfolg Ihrer gefällig« Berichte vom 6. Juli und 10. September c. und meines Telegrammevom 14. v. M.') zur Kenntnihnahme und weiter« gefällig« Verfügung. Dabei will ich auf d« Antrag leS LandrabbinerS Meyer vom 14. Juni o. gestatt«, daß in der dortig« Provinz für die jüdischen Gefangenen, wie d»e» früher geschehen, statt der Gefangenenkost für die Zeit de» PaffahsefteS 1 Thlr. pro Kopf für die Selbstbeköstigung auS der Anstalt-kaffe gewährt werde.' Sett der Annexion ist fo manche«, was vr. Meyrr für Hannover erwirtt resp. gewahrt hat, dm prmßischen Juden zu gut gekommm; auch die« gehört dahin, und wir werden boffeatlich ^och öfter Gelegmheit Hab«, derartige Mittheilüngm zr «ach«. Eia hervorragmde» Mitglied de» Abgeordnetenhauses auk Hannover hat dieser Tage einem jüdisch« Freunde erstatt, das *) Wfo HD DT 21 ü und für Hannover nicht ganz post fettum' T Di^ Zion-Gemeinde hatte ihr bisherige» Bethau», welches zu stein geword« war, an eia« Arbeiterverein verkauft. Da' die nme Synagoge Nicht bi» zum fdtgejttztm Termine fettig gestellt werd«'konnte,: so baute man einetetnporäre in wmiger als sechs Wochen, doch muß sie nach der Beschreibung gar nicht übel sein, -sie faßt 800 Personen. Bei der Einweihung w»rd««'-zwet Thorarollm einhergttragen,'von dm« die eine 71 Iahe alt war —- für Amerika n«rtürlich' ein höchst ehrwürdige- Alter! Die Eiuweihun^gdtte'fpmch der Rabbiner 'Dt. %t l* senthat, dann »tttltz det Gffaagveroln^ Eonrordia unter Mtt» Wirkung der Damm Freuch, SommeründSckfäser (Jüdiaam?) da» bekannte Lied Hymne de 1» Nuit (»der Tag verlischt') in einer Weise vor, wie wir sie bell kstn^ andern Gelegmhett gehött Hab«' u. s. ». - .. ri'. 4 f * Hieran reih« wir folgend« Bericht: _ Am 11. November faüd in New-Kork «in Meeting de» Eomttö zur Gründung einer Rabbinetschttle stütt. Vvr. Adler »ad Einhorn warm zuge;«! 'Man cheschlrß -^Hch anfzulösm. 8» bildete sich aUbald ein aeuetEomttch drstehrüd an» Mehreren' »ble -gentleme», um ein« neu«» PkaN'vhak> Mitwidkung von Geistlichen zu entwerfen! '' Westernuurn» Monatshefte (November) bringen ein,, Notiz über eine nme Mtthode der Heilung de» grau« Staattdurch PhoSphoröl und erinnern dabei an die Geschichte de» alten Tobias, der durch Bestreichung seiner erblindeten Augm ini: Fischgalle cnrirt Word« sein soll. ES sei wohl nur nicht st» schnell, in eüter halb« Stunde, gegangm, wie im Buche Tobiat, erzählt wird; sonst sei die Sache mvhl möglich, die Eingcwcid: der Fische, besonder» die Leber, «thalten Phosphor und de: Bericht »e» schälte sich ein Häutch« ab', stimmt merkwürdig und vollkommen zu der nmen Entdeckung! Wir haben natürlich dm chau» keine Ursache, für d»p Bm!» Tobias (ein apokryphische») und die in ihm erzählt« »Wunder' einzutrtten, aber e» ist doch immerhin bemerken» Verth, wie ein fo lange für ein Mährchen gehaltmer Bericht schließlich, doch in da» Licht der Möglichkett tritt. Hat da» Salb« de» Auge) länger al» eine halbe Stande gedauett, nun so hat die Entdeckung, daß e» möglich sek, dm Staar durch PhoSphiröl zn Hellen, doch noch länger 'auf sich wattm laffm. Also »snd vo>- fichtigim Utthettm, im Absprech«' lehr« die Alt«. ES schein , daß fix einmal wieder recht haben.