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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1902-01-01 · No. 8. (1902) · p. Seite 63

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
26 (1902)
Issue
No. 8. (1902)
Date
1902-01-01
Page
Seite 63 (sequence 7)
Language
German
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63 des R. Akiba mit: Rar Akiba überhaupt eine Unmöglichkeit und ist die Leseart: Baraciham eine Verballbornisinnig eines unkuudigen Copisteu. Unter den verschiedenen Varianten des fraglichen Namens in den Handschriften ist die Leseart: ״Baruchiam“ noch die richtigste. Allein auch diese bedarf einer kleinen Correctnr dev Transposition in: ״Baruchaim“ dieser: Baruehai aber ist kein anderer als der berühmte Schüler des R. Akiba, ״R. Simon b. .)oehai oder: ״Juchai“, was ich im Folgenden ausführlieh begründen will. Zur Zeit als Hieronymus in Palästina weilte, war Tiberias der Mittelpunkt des geistigen Lebens der Juden im heiligen Lande, der Hauptsitz jüdischer Gelehrsainkeit.” Zu solch hohem Ansehen konnte aber Tiberias nur dadurch gelangen, dass R. Simon b, Jochai (Juchai'l die früher für levitisch. unrein geltende Stadt für levitisch rein erklärte. Um diese Reinheitserklärung gegen jeden Angriff zu wahren, hat die glorifizirende Sage diesen Act und in Verbindung damit die Person des R. S. b. J. mit einem solchen Glorienscheine umgeben, dass auf ihn, R. S. b. .]., die Worte des Hieronymus: ״dass die Juden ihn ״u n u 111 vel maxi me admi ran tu r“ vollkommen passen.4 In dem ״un 11111“ dürfte sich die von dem Schuloberhaupte in Tiberias, R. Jirmija, tradirte Sage reflectiren, R. S. b. ,1. habe sich dem einzigen Abraham gleichgestellt und behauptet, dass er, R. S. h. J., der einzelne Fromme, durch seine Verdienste die Welt erhalten könne.‘) Kine Folge dieser hohen Verehrung, deren sich R. S. I>. .1. zu erfreuen hatte, war, dass man es vermied, ihn bei seinem Bi gennamen: R. Simon zu nennen. Geehazi wurde gestraft, weil er die Wunderthaten seines Lehrers Elischa, des Propheten, erzählend, diesen, Klischa, beim Eigennamen (2 K. H,5) nannte"; lehrte R. Joehnnnn, der Tiberias zum Mittelpunkte des geistigen Lebens der Juden in Palästina gemacht hatte. Um nicht bei den Erzählungen der Wundertimten des R. S. b. J. einer ähnlichen Strafe wie Geehazi sieh schuldig zu machen, wurde er, R. Simon, nicht mit dem Eigennamen, sondern: Bar Jochai“ (Juclmi) genannt. Dieses Namens bedienen sich sämmtliche in den fraglichen Agadoth redend eingeführten Personen. Selbst der Prophet Kliahti,7) der an der Oeffnung der Höhle, in welcher sich R. S. b. J. verborgen hatte, nach Ablauf von zwölf Jahren erscheint, sagt: Wer will Ba r Jochai (Juclmi) mittheilen, ״dass der Kaiser gestorben und die Gefahr vorüber sei?“ ״Bnruchaiin" ist demnach in dem (’ommentar des llieroliymus zu Koheleth 4,13; 14 zu lesen und dieser Baruehai ist kein anderer als R. Simon b. Jochai i.luehai), der berühmte Tanna und Schüler des R. Akiba. Es findet sich übrigens eine direkte Andeutung, «lass die fragliche Deutung dem R.S. h.J. a ngehii re. 1111 Talmud Nedarim Folio 32b wird in Verbindung mit der Deutung zu Koheleth 9,14; 15, welche der s. g. Herr Vergl. die ״(,tuaest iones" zu (ieuesis 40,21 hei K:1.1 ־1111101 ו. Seite 55. 1 Veigl. (iriitz, (ieseli. der Jaden IV2 (Leipzig I8tili) Seite 11*7 ff. lind Note 2U. Zu den dort angeführten (Quellen ist noch hinzuzu fügen: l’esikta ed. ltuher 1808) Seite 88h ff.;') l’csikta ed. liuher Seite 88a liehst rarall. — liaelier Ag. der Tan. II, S. 74 A. ö ist entgangen, dass (Jen. 1'ahha eap. 30 >5 2 mit der fraglichen Stelle in der l’esikta iibereinstimmt. Pie hetreffenden Agadoth relleetiren auf das epitheton: אהד״", das Abraham ,)es. öl,2 n. Jeeh. 33,24 heigelegt wild, was, soviel ich weiss, noch Niemand erkannt hat. l'eber I!. Jirmija vergl. Ilachcr Agada d. p. A. 111 ttö fT. " Synhedrin Polio 100a. ז Saldi, l'olio 33h. Nur der Name des Lehrers durfte nicht genannt werden; hingegen der Name des Vaters des Lehrers ja. Kiddnschin Polio 3111. Diese Sitte befolgt auch Hieronymus; den einzigen Lehrer, den er heim Namen nennt, bezeichnet er bloss mit dem Namen; Haranina Har t'lumina. Nieodemus, den ihm der Lehrer am Tage schickt, ist bloss ein Pamnlns oder .Met 11 r gemalt (Drugoinanl des Anonymus P a r raha n 11 s. Verfasser Seite 59 in extenso mittheilt,") eine int gleichen Tone gehaltene Deutung zu Koheleth .7,19 mitge theilt. Nimmt man mit dem Herrn Verfasser an, dass die fraglichen Deutungen zu Koheleth 4,13; 14 und zu 9,14; lü ״von einem und demselben A utor herrühren“, ■ so muss auch die Deutung zu 7,19 von demselben Autor herrühren. Diese letzte Deutung wird aber in dem 80genannten1') lti. Kapitel des ״Eiiah u sutta“ dom R.!Simon b. .10 c h a i (J u c 11 a i) z 11 g e s c h r i e b e 11. (Portsetzu 11g folgt. Galliner, D1-. Julius. Abraham Ihn Esras Hiobcominentar auf seine Quellen untersucht. Berlin. M. Poppelauer. 1‘JOl. Es ist ohne Zweifel eine dankenswerthe Aufgabe, die sich der Verfasser gestellt hat: zu untersuchen, aus welchen Quellen Ihn Esra bei der Verfassung seines Jobeommentars geschöpft hat, in welchem Masse er von den grammatischexegetischen Arbeiten seiner Vorgänger abhängig ist. ln elf Capiteln sucht er den Nachweis zu führen, dass 1. E. auf Massora, Talmud und Midrasch Bezug nimmt, dass er das Targum zu Job, sowie die Schriften von Saadja Gaon, Ihn Koreisch, Hai Gaon, Abulwalid Ihn Djannach, Mose Ihn Djikatilia und Isaak h. Jasns gekannt und be- ן nutzt hat, dass er das Neuhebräische, worunter der Vor I fasscr talmudischc Ausdrück(“ versteht, die I. E. als מינדי (oder £'מיישוץ רז״) bekannt voraussetzt, das Aramäische der Targumim und das Arabische zu Sprachvergleichungen heranzieht. Als Resultat seiner Quellenforschung ergiebt sich dem Verfasser, dass ״wir I. E. jede Originalität in : der Worterklärung absprechen müssen. Er ist darin vollständig von seinen Vorgängern, ganz besonders von Abulwalid abhängig. Aber auch seine rein exegetischen Krklärungen sind sehr oft bei anderen Autoren zu finden. Wirbekommeii geradezu den Eindruck einer kompilatorischon Arbeit, da oft Erklärungen kritiklos neben einander gestellt werden. Bestimmte exegetische Grundsätze sind nicht zu bemerken. ... I. E.’s Originalität in Bezug auf das Buch Hiob besteht vielleicht nur in der Erfassung seines Problems und seiner Autorschaft.“ Doch der Nestor der Bihelexegese steht zu hoch, als dass ihm dieses abfällige Urtheil schaden könnte. Und wenn der Verfasser sich auf Kfodi 44 .א beruft, so ist dagegen zunächst zu bemerken, dass dieser nur von den grammatischen Schritten des I. E. spricht und dann, dass er ihnen, obzwar sie wenig Neues (larbieten, seinen Beifall und seine Anerkennung nicht versagt. Ist es doch, wie schon Göthe sagt, der thüriclitste aller Irrthümer zu glauben, dass Jemand alle Originalität verliert, wenn er das Wahre anerkennt, das schon von Andern anerkannt! worden'. Allein einem so scharfsinnigen und geistvollen j Schriftsteller wie I. E, Kritiklosigkeit vorzuwerfen, dazu ״) Zn (len von mir gegebenen und vom Herrn Verfasser in 1‘arenthesi inilgetlieilten Hinweisungen muss hin/.ugrfiigt werden: Midrasch nihbn und sutta 11. 1. und nach: ״Ta nch 11 m!1“,cd. Huber. In den alten Editionen des Tanchuiuu linilrt sich die betreffende Agada nicht. '■') l'eber die Zugehörigkeit dieses und der folgenden Cupitcl zum ״P.liahu sutta“ vergl. Zun/, (iottd. Vorträge 2 A. Seite 122 Priedinnnn ,,Elia 1111 sutta“ Sehlussbemerkung und ilorovitz: Hilil. llagg. II. Seite öti. Hieronymus (ommentar zu Koheleth steht mir hier nicht zu tiebote. Ich halte die schwierigere und ungeliiulige Leseart; Haruehiam resp Haruehaim für die urspriingliehe Der Name Akiba ist den KirrhensehriftsTclIcrn ge liiuligcr Will man aber dennoch die l.eseart: Huraciham heibc halten, so muss sic in: Haraealiiam umgeiindert und auf IC. t'ha nanju 11 Akahja bezogen werden. Dieser war Sebulhaupt in Ti be r i a s, w o (“1׳ luebri re rii nelle Ein rieht ungen getroffen Eruliin 87 b . Doch passen die Epitheta, die Hieronymus dem fraglichen Ifabbi beilegt, nicht auf Har Akahja. Einige Handschriften lesen Ernbin I. e. anstatt: C'hananja b. Akabia Chanina b. Akiba. Vergl. Rabbinow icz I. a.

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