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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1902-01-01 · No. 4. (1902) · p. Seite 31

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
26 (1902)
Issue
No. 4. (1902)
Date
1902-01-01
Page
Seite 31 (sequence 7)
Language
German
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31 •erscheinen, weil Jakobs Kampf-, Schutz- und Machtmittel, Jakobs Wehr und Waffe die betende Stimme ist. הקול קול יעקב. Bre.xluu. I)r. Immanuel Deut sch. Litteraturbericlit. Recensionen. Holzer, Dr. J. Zur Geschichte der Doginenlehre in der jüdischen Religionsphilosophie des Mittelalters. — Mose Maimuni’s Einleitung zu Chelek im arabischen Urtext und in der hebräischen Uebersetzung kritisch herausgegeben und mit erläuternden Anmerkungen versehen. Verlag M. Poppelauer, Berlin 1901. S. Unter den ähnlichen Arbeiten auf diesem Gebiete ist vorliegende kritische Edition des maimunischen Mischlin- «ommentars füglich die wichtigste und interessanteste. Ist doch in der Einleitung zum X. Abschnitt des Commentara zum Traktat Synhedrin der Extract׳ der ganzen philosophischen, religionsphilosophischen uud talmudischen Gelehrsamkeit Maiinuni’s krystallisirt und darin die Grundläge zur Systematisierung der jüdischen Theologie gelegt, welche noch bis auf den heutigen Tag ungeschwächt dasteht. Die Fassung des jüdischen Glaubens, welche Maimnni in diesem Theile seines Cominentars in den 13 Artikeln gieht, ist his auf den gegenwärtigen Augenblick der allgemeine symbolische Ausdruck des israelitischen Religionsbekeuntnisses geworden. Es ist aus der behauptenden, lehrenden Form bei Maimuni für den Gebrauch in die bekennende übertragen worden, d. h. statt: ״Es ist ein Gott“, wird gesagt: ״Ich glaube, dass ein Gott ist“ u. 8. w. Es lag nun für den Verfasser natürlich sehr nahe, diese kritische Edition mit einer ihr entsprechenden Einleitung zu versehen, nämlich mit einem geschichtlichen Ueberhlick über die Systematisierung bei den jüdischen Religionsphilosophen. Verfasser bietet uns in seiner Einleitung in gedrängter Kürze eine solche Uebersicht über die Entwickelung der Dogmenlehre bei den jüdischen Religionsphilosophen von Philo bis Albo. Was nns in dieser geschichtlichen Uebersicht am meisten anspricht, ist der Umstand, dass dieselbe klar und deutlich ist, ohne weitschweifig zu sein und nichts Wesentliches übergeht. Verfasser tritt jedoch gleich im Eingänge seiner Einleitung mit einer persönlichen Hehauptung auf, die wir nicht nnbeanstandet lassen dürfen. Verfasser sagt: ״denn Dogmen im christlichen Sinne hat es im Judenthum niemals gegeben, noch konnte es solche geben, schon ans dem einfachen Grunde, weil es dem Judenthum der späteren, für Dogmen, wie wir weiter sehen werden, erst reif gewordenen Zeit an einer solchen autoritativen Organisation gefehlt hat, wie sie die Kirche in ihren Päpsten und Coneilien besessen hat“. Mit dieser Hehauptung hat Verfasser durchaus nicht den Nagel auf den Kopf getroffen. Im Judenthum konnte es deshalb keine Dogmen geben, weil das Judenthum keine sacramentale Heils- und Gliickseligkeitslehre im Sinne des Christcuthums kennt. Dieser Punkt kann garnicht oft genug hervorgehoben und betont werden. War doch sogar Albo in seinem ״Ikkarim“ unbewusst von I dieser Heilslehre des Christen thums angesteekt. Während j die Kirche das Dogma der Erlösung von der Sünde durch; Christum zur Bedingung der Seligkeit macht, so dass die! ungläubigen Christen und Juden der Verdammung anj heimfallen, kennt das Judenthum weder eine absolute He- I dingung zur Seligkeit, schreibt sie am wenigsten einem Dogma zn, noch auch spricht 08 von einer ewigen Verdammung. Der grösste Zweifler, so seine Gesinnung und sein Wandel fromm sind, kann getrost vor den Richterstuhl Gottes einst hintreten, mehr als der Strenggläubige, dessen Lebenswandel ein lasterhafter war. Denn das Princip des Judenthnms ist die Gottähnlichkeit, die Glaubenslehre ist . nur Mittel, Licht auf dem Wege zu diesem Ziele, das der Israelit mit eigener angestrengter Thatkraft erreichen 8011. Aus diesem Grunde aber konnte es auch im Juden thum keine Autorität geben im Sinne, wie sie die Kirche in ihren Päpsten und Coneilien besitzt. Auch Seite 11 schreibt Verfasser den Beweggrund Maimuni’s für die Festsetzung der Grundlehren des Judenthums dem Umstande zu, dass er damit gewissen Verirrungen und Missverständnissen innerhalb des Judenthums hinsichtlich der Auffassung des göttlichen Wesens entgegentreten wollte. Auch darüber Hesse sich noch mit dem Verfasser rechten. Uns scheint es wahrscheinlicher, dass Maimonides damit vielmehr in erster Linie den Verirrungen der arabisch-aristotelischen Philosophie entgegen treten wollte, wenn auch der andere Umstand als Beweggrund mit massgebend gewesen sein mochte. Verfasser bespricht dann des Weiteren die verschiedenen Handschriften, die er zur Herstellung eines gesicherteil Textes benutzt hat. Die hebräische Uebersetzung, die Verfasser der Herausgabe zu Grunde gelegt, ist die in den Talmudausgaben enthaltene. In den erläuternden Anmerkungen zu beiden Texten zeigt Verfasser, dass er die weit verzweigte hierhergehörige Litteratur mit Eifer studiert hat und verdanken wir ihm sowohl in grammatischlexikalischer, sowie in theologischer und religionsphilosophischer Hinsicht manche beachtenswerthe Belehrung. — lm Einzelnen haben wir jedoch Folgendes zu bemerken. Anmerkung 10 hätte Verfasser ruhig sparen können; die Hervorhebung des Unterschiedes zwischen שט« und דרש hat für die fachmännischen Leser — und an solche wendet sich doch wohl der Verfasser — keinen Werth. Bei der Stelle 20 .8) והכותש על תמכה) wäre für den Verfasser Gelegenheit, die hierhergehörige Litteratur heranzuziehen, (cfr. Joel, ״Der Aberglaube und die!Stellung des Judenthums zu demselben). In Anmerkung 205 findet es Verfasser bemerkenswert!!, dass Maimuni die ״Schöpfung aus Nichts“ nicht in die Zahl seiner Glaubenslehren aufgeuommen hat. In dieser Hinsicht gestatten wir uns, den Verfasser zu belehren, dass für Maimuni die ganze Wahrheit der Weltschöpfung nur an die speculative Forschung gebunden war, während für ihn die Stellen in der heiligen l Schrift über die Weltschöpfung ebenso allegorisch ausge-! legt werden könnten, wie die anthropomorphistischen | Stellen über Gott. Was aber die spekulative Begründung I der Weltschöpfung betrifft, so waren die Gründe für Ewigkeit und Zeitlichkeit der Welt lange Zeit gleich möglieh für ihn; und erst zum Schluss hat der letztere ein wenig mehr Beweiskraft zugetheilt 1 vergl. übrigens Jehuda Alfaohar in seinem berühmten Briefe an David Kimchi). Man sieht hieraus, dass Maimuni gerade in dieser Frage (-ine Richtung eingeschlagen hat, die geeignet war, grossen Anstoss zu erregen. — lm Grossen und Ganzen liegt uns in dieser kritischen Edition nebst ihrer Einleitung und den erläuternden Bemerkungen ein litterarisehee Product recht erfreulicher Art vor. Sei iuk»« i 1 z-t'״ilicn. Coruill. D. (’m l H •‘inricli. Die metrisclieu Stücke des Buches Jereiniu rocoiistruil-t. Leipzig 1901. Hinnchs'sche Buchhandlung. Um sich den Ruhm der Priorität zu sichern, du in dom nngckiindigtcn ('ommentar zu Jcrcmiu von Bernhard

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