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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1902-01-01 · No. 3. (1902) · p. Seite 23

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
26 (1902)
Issue
No. 3. (1902)
Date
1902-01-01
Page
Seite 23 (sequence 7)
Language
German
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23 lüiuftou Stoffes. Man begleitet einen Mann, der unter der Last vielt»usendjähriger Ueberlieferung heiter und rüstig einherschreitet und die Fülle seines Wissens zum Verstiinduiss des im Pentateuch niedergelegten Gottes- Wortes verwendet. Nachdem er den Coinmentar heendigt hatte, veröffentlichte er ihn noch nicht, sondern nahm, als er in dem hohen Alter von 70 Jahrein — fast 100 Jahre nach dem Tode des ihm geistesverwandten R. Jelmda ha-Levi — den Wanderstab ergriff, und nach dem heiligen Lande pilgerte. das Manuscript dahin mit und trug daselbst noch manche Erklürung in dem Connnentare nach. — Am 0. Ellul 1207 betrat er die heilige Stadt. Ueher seine Ankunft in der heiligen Stadt, über den Anblick, der sich ihm darbot, welche Gefühle ihn überwältigten, als es ihm vergönnt war. an den Ruinen des Tempels zu beten, über dieses Alles berichtet er selbst in einem Briefe, den er au seinen Sohn von Palästina aus nach Gatalonien schrieb'). Dass er sich in Jerusalem noch emsig ernstem Forschungen hingab. beweisen mehrere Nachträge. Er lässt es sicli angelegen sein, die Entfernung von Bethlehem Ins zur Grabstätte Kahel's in Augenschein zu nehmen, um das Wort ,בברד (Gen. 10) richtig zu erklären, ferner sucht er Kama | auf und erklärt den Vers in Jeremias*) darnach; man vergleiche ferner den Kxcurs über Abrahams Gelmrtsort (Ende nj). was er über die Stadt בותא sagt — ועוד הקרנו וידענו עי* בי תלמידים רביב שהיו יושבי הארץ ההיא, בי ביתא עיר גדולה בין הרן ובין אשור •ב׳. Wir ersehen auch hieraus, dass er in Palästina viele Schüler um sich hatte. Ebenso zieht er genaue Erkundigung(*» über die biblische und talmudische Numismatik ein1 * * * * &); auch giebt sein Brief Aufschluss über einige samaritanische Buchstaben. Nachdem er so sein Werk berichtigt, und vollendet hatte den 0. Ellul 1 10S+) —:■ schickte er es noch vor seinem Endo seinem Sohne nach Spanien ’), reiste dann nach Acco und beschloss da sein frommes, der biblisch talmmlisehen Wissenschaft geweihtes Lehen. Das Todesjahr lässt sich nicht mit Genauigkeit bestimmen, ebensowenig wie der Ort. wo er starb. In dem Briefe (s. f. des יטער הגמול) schreibt er selbst,: ועמדתי לייבת לחברו; ■ ■ולהציב לי שם קבר. Grätz nennt. Ohnifa; Löw (im מ2תה) ..Acco". Sein Todesjahr schwankt zwischen J 1 (iS — 117י>; er erreichte demnach ein Alter von 74•—70 Jahren. Der Verfasser des Kore hudoroth. David Aschkemisi. ein Jerusalemer, erzählt, dass Naclnnani in Jerusalem ein Botli hamidrasch gegründet habe, das noch bis zu seinen Tagen unter dem Namen בית מדרש הי־מב׳ן existire, am Zionstlmre. an dem Begriibnissplatzo 1 Dies(*!• lind noch ein /.ui׳ Demut h mul l׳'rom111i!׳koit iiinlincn <!<•1• Kiii'f an seinen Sohn sind d<!m I Vnl51t4׳n<־lK'0mm4־nt;1r 114‘itfe druckt; ein umleroi*, worin <*1• üluw <U*n (ultus \w ,imisalom sprivla findet sicli am Schluss des 'שעי־ "!'.מוי* cd. Warschau IK-10;. ״ VerjtleicUc seinen (!ommeiUar zw (ion. \i\. 'דיך זה כתבת תדד*ה ועכשו *שזכיתי ובאתי יירושייים וב דאיתי בעיני •שאין יק קבורת יחי* יייבית ייחס אפית• נזייי י י ־ ובן י־איתי שאין קבורה ברביה וייא קרוב יה ע יכ אבי אוכלר שח^תו^ שאותי ד*י *^י*דן בשתי* '**י'^ףן 2ור- ^וו»ו»ו :l, Vergleiche seinen Urief im lVniatrmhrommeniar, seinen Hericlit über die Münzen, die er in Acco *!:,,*«dmn, und dir IV sehreihunji der Kmhleme. ') So im Schalschelet. Im-Kahhala. &) Dieses mag die geschieht liehe rnteriage der k;1M>;11ist ischrn Sage sein, 4li4* ihn auch <Vu Nnliur naeh Spanien srhickrn lässt.?) der jüdischen Könige“). In Jerusalem zeigt man sein Grab an einem Bergabhange in der Nähe des Dorfes (עין שילואן), neben den Gräbern des biblischen Mordoehai und des Ohadja ans Barinoro. (Fortsetzung folgt.) Ein Vertheidiger des Renan’schen Schnitzers. Die in den Augen jedes Kenners des hebräischen und mischnischen Sprachidioms offenkundig falsche Uebersetzung der Worte מורא שמים in Renans Geschichte des jüd. Volkes", (vergl. die vor. No. dieses Bl. S. 14). hat in der ״Allg. Zeit d. Judenthnuis" No. 11 einen Vertheidiger gefunden in der Person des Hevrn J. Goldberg in Petersburg. Er schreibt im ,,Sprechsaal•■ der genannten Zeitung wie folgt: ״Geehrter Herr Redakteur! Nummer 4 Ihres geschätzten Journals enthält eine Kritik des Herrn l)r. M. Raluner über Renan» ״Histoire du penple (!'Israel", Hund IV. I)r. Raluner sag(: Renan hätte den Spruch des Weisen Antigones deshalb mit ״es walte der Tliau des Himmels über euch“, übersetzt, weil er, Renan, das Wort מורא mit dem Worte מורה verwechselt halie; während naeh Ansicht, des Herrn I)r. Raluner ר,ירא ש׳ als (;ottesfiirchtiger*), gleich יואל, •שמיש, zu bezeichnen ist und ד,•רה naeh Joel, Kapitel 2,23 ״Frühregen" bedeutet. Hierauf habe ich zu erwiedern, dass מויא mit einem א. sowie מורה mit einem ה (*inen und denselben Stamm haben und richtig, nach klassischem liogriff der hebräischen Sprache, als ,,Herrschaft“ ״Macht" verstanden werden müssen, auch dem nach in der Hihel, je nach dem!!(*griff, das Wort mit der Kndung א oder ה angewandt wird.1 Wenn wir der Erläutenmg des Herrn I)r. Rahmer boitreten würden, dass durch die differireiiden Endungen verschiedene Worte und Begriffe entstehen, wie sollen wir sodann den hib• lischen Satz Richter, Kapitel l.'i, 5, ומודה רא ״״•־ה עי* יאישו verstehen, also dasselh(* Wort מורה mit einem ה — leider von allen kanonischen und von der Zun/’sehen l'ehersetzung unrichtig als ״Nehoormessor" wiedorgogebon, nämlich: ,,Es soll kein Seheorinessor über das Haupt Simsons kommen.“ Es wäre doch undenkbar, dass nach Joel 2. מורה als ,, Früh regen“ und in Richter 13 מורה als ,,Scheermossor“ angowandt wird. Fassen wir aber die biblische Sprache in ihrer Reinheit, so finden wir durchgehend, dass der poe tische Begriff wie (*in Faden eint, und dass das Wort׳ מורא oder מורה als Herrschaft oder Macht zu bezeichnen l!) Hiermit stimml sein l'.ricf (s. f. טעי הו.מוי* mul I!ns11a!!e VII. 14. •'! ülierein. Kn rffet ec fut la,!׳11 •וחן l'amoii.v Mni'se Nai'limaniilt: liutii um׳ Sv1111K<>!;ne (? ביר. המדרש). ‘) Den Ausdruck יראת *שמיש mit (iottesriiiehlitiei•* wiederzu-!*clicn, ist üherhiiupt ein I r r11111111, welcher in der lctztc״Tonmle iles Talmuds, unter der siissanidisclien llcrrsehutt sowie i 111 Mittel• alter in (ichraiieli kam. und dadni'eli isi in der kanonischen snwie in der Ziinz,schon l'ehcrsctznn!; das Wort מורא oder מורה als Knreht erklärt worden, während naeh liildiselieni lie!;riff solches als ״eh• reu" zu verstehen ist. Denteronoinimn In, I" kann mir lauten• ״Du sollst (iott ehren lind liehen ‘, und niclil ״fürchten mul lie Inn“, denn l.iehe hatte nie etwas mit l'uieiil!׳(•mein. In gleicher Weise lulltet der Sprueh l’roverliia II, lli: ״Der Weise wird ״o ehrt" und nicht ״!;efiirchtet“. In l'.stlier 1, II ist 'יא als die ״Mächtigen“ des Staates oder ״Majesliit“ zu verstehen, weil Maelil auch l'.hrun!' mit sieh führt. Demnach könneii wir מולא ישמיט eher als ״<io1lho!11׳adclrr“ liczeichnen. (111 die l'rüi.. die in l'oleu und (ializ.ieu ייאת יטמיט ,.(iottl1e!:nadete‘• I; )!׳enamit werden, als solche hczcichnct werden können, dieses zu eulselieiden muss ich den!!eelirteu I.esern iilierlassen, eitirt 1111ialsell. es Hillslleis.eli . ,1 iiillesüllrtiC'.;1 Ir. 1, II 11 111 e f)

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