Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 26 (1902)
- Issue
- No. 2. (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/6492408-5990882-5999251--3002-5369656- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1r> principien überhaupt, theils auf Missverständnissen und irrthüinlicher Auffassung des Textes nnd der eigentlichen Tendenz des ״Ikkarim" beruhend, nachzuweisen sich mit Erfolg bemüht; wobei uns allerdings die von Grätz vertretene Ansicht, Albo habe im christlichen Sinne den Glauben als die Hauptbedingung des ״Seelenheils“ hingestellt, durch die vom Verfasser aufgedeckte irrthiimliehe I^eseart — Grätz habe ד,צי1 ת הנפש statt הצייחת הגי gelesen — durchaus nicht erschüttert erscheint. Der Umstand, dass Albo die beiden Mittel, Glaube und Hethätigung, als Sakrainente behandelt, wie etwa bei den Christen die Taufe, das Abendmahl u. s. w., von deren Anwendung die Seligkeit, oder das Heil der Seele" bedingt ist, vermag nicht die Thatsache hinwegleugnen, dass Albo, wenn auch unbewusst, von der christlichen Heilslehre angesteckt, war. . Den Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit bildet, wie bereits erwähnt׳, der Abschnitt von der Tendenz des ״Ikkarim“. Die Tendenz des ganzen Huches ist, wie Verfasser gründlich nachweist, nicht wie allgemein angenommen wurde, die Bewahrheitung des Judenthums, sondern die Widerlegung des Christenthums. Albo wollte mittels der allgemeinen philosophischen und logischen Grund- und Folgesätze nachweisen, dass das Christenthum den von einer wahren Religion zu erwartenden Inhalt nicht besitze. Daraus ergiebt sich die Widerlegung der Hnuptnnklage, Albo habe den Messiasglauben als nicht bindenden Glaubenssatz des Judenthums hingestellt, von selbst. All!« wollte nämlich den Hekehrungssiichtigen, welche seit Maiinonidos den Messias zum Hauptthema ihrer Kcligionsdisputatinnen milchten, die Waffen aus der Hand nehmen, indem er den Messias aus den Glaubensartikeln verwies und zeigte, dass man auch ohne• den Glauben an einen körperlichen Messias Judo sein könne. Ja noch mehr, er stellte das Christenthum damit seinen Glaubensgenossen als jeder Grundlage entbehrend dar und schützte damit sinnen Glauben, indem er dem Uebertritt vorbeugte. Hatte nun Albo den Messias aus seinen ״lkkarim“, d. h. den ״Grundprineipien“, verwiesen, so nahm er doch seine Zuflucht dazu, dass er dem Messias in seinen ״Auaphim“, d. 11. den ״glaubwiirdigen!Sätzen“, einen l’latz eim:ih1mte. Ueberhanpt hat Albo viele Grundsätze, die er.aus den ״Ikkarint“ verwiesen, in seinen ״Anaphim“ wieder aufgenotnmen. Verfasser behandelt dann in den weiteren Abschnitten die Methode und das System Albo’s, worin er zwar nichts Neues vorbringt, jedoch sich dadurch ein Verdienst erworben, dass er uns die Weitschweifigkeiten und Digressionen, die dem ״lkkarim“ eigen sind, sowie durch den Apparat der Termini mit spielender Leichtigkeit hindurchführt. Diese knapp, aber mit einer sichern Beherrschung des weitschweifigen Stoffes abgefasste Schrift ist anregend von Anfang bis zu Ende. Die Klarheit und Anschaulichkeit der gemeinverständlichen Darstellung lässt nichts zu wünschen übrig. Der Leser ist fortdauernd gezwungen, sich in eine dialektische Beziehung zum Verfasser zu setzen, und die lebendige Darstellung eines schon in sich für jeden gebildeten Juden anziehenden Gegenstandes wird nicht verfehlen, dem Werkelten viele Freunde zu erwerben. Seligkowitz. Die chaldäische Erzählung der Sintfluth. Nicht geringes Aufsehen machte 8. Z. (i. J. 1872) Herr George Smith, Bibliothekar am britischen Mnseum, mit seinem im Verein (1er .,Biblischen-Archiiologie“ gehaltenen Vortrag, worin er zuerst die Mittheilutig machte, dass es ihm gelungen sei, einige üusserst antiquirte Tafeln in der Abtheilung für Alterthümer des genannten Museums entdeckt und entziffert zu haben, welche die chaldäische Erzählung der Sintfluth enthalten. Damals konnte er jedoch nur Bruchstücke aus der für den Bibelforscher 80 hochwichtigen Erzählung geben, aber einige Jahre darauf brachte er von seiner Reise nach dem Orient noch etwa ein Dutzend, bei den Ausgrabungen von Ninive aufgefundene Fragmente mit, welche den Zusammenhang der besagten Erzählung einigermassen herstellten und ergänzten, obschon gar manche Stelle darin noch immer dunkel und unerklärt bleiben muss. In einem, vom genannten Verein herausgegebenen Hefte gab nun Herr Smith eine wortgetreue englische Uebersetzung des Urtextes, die er auch mit einigen, leider nur sehr wenigen, Notizen begleitet. Unter diesen verdient die eine besondere Beachtung, worin er nach/.uweisen sucht, dass der Held der ehaldiiischen Erzählung der Sintfluth dem Sinne nach identisch ist mit dem Noah der Genesis, da beide nnmimi propria Ruhe bedeuten. Wir lassen hier eine deutsche Uebersetzung der;1 ersten ('olumnen folgen, deren Inhalt in vielen Stiickeu mit der biblischen Erzählung der Sintfluth übereinstimmt. ln Folge der Un Vollständigkeit׳ des Textes mussten einige Zeilen uniibersetzt bleiben Aus demselben Grunde mussten auch hier und da einige Worte eingeschaltet werden. Erste Coldinne. 1. Izduhnr sagte auch Xisitlirus dom Fremdling: 2. ״Schwer drückt mich die Angelegenheit, Xisitlirus,!1. warum Du mir nicht erzählest von Dir. I. (Grossist׳?) Dein Vergehen, mit Dir zu hadern mein Herz ."). mieli drängt .. ü.!Erzähle?) wie Du es angefangen,!lass Du (jetzt?) 7. in die Versammlung der Götter lebendig versetzt bist?“ M. Xisitlirus sagte aueli zu ihm, dem Izduhnr: 0. ״Es sei Dir offen hart, Izduhar.die verheimüehteGosohichte 10. und das Gerieht. der Götter sei Dir verkündigt. 11. Die Stadt Kurippnk, die Stadt׳, wo Du stellst׳, 12. '. diese Stadt ist. alt, die Götter (wohnen?) darin, Ut.die grossen Götter 14.der Gott Anu 15.der Gott Ein lli.der Gott Ninip 17. und der Gott (Hia?), Herr der Unterwelt, 18. ihren Willen gab er kund . . . und 10. ich hörte seinen Willen, und er sprach (zu mir), 20. Surippallite, Sohn des Ubaratutu, 21. ... mache ein Schiff, nachher . . . 22. vernichte (?) ich den Sünder und alles Lehen. 23. Lasse steigen in die Mitte des Schiffes jeden Samen des Lehens. 24. Das Schiff, welches Du machen sollst, 25. (?) Ellen 8011 dessen Länge, und 2ö. (?) Ellen dessen Breite und Höhe sein. 27. . . ln die Tiefe lasse 08 gleiten.“ 28. Dies gewahr werdend, sagte ich zu Hia, meinem Herrn: 20. ״Das Schiff, welches Du mich so machen heisst, 30. wird, wenn es durch mich gemacht wird, 31. (veranlassen, dass ich ausgelacht werde) von jung u. alt. 32. Hia öffnete seinen Mund und sprach und sagte zu mir, seinem Diener, Die /eilen;1:1, :14, :15, 30 und 27 sind sehr lnangelhiift nnd unverständlich.) 38. . . . seldiesse das Schiff (zur Sicherheit vor?> 30. Der Fluth, welche ich Dir schicke׳! werde. 40. (Dahin) begieb Dich und schliesse dessen Thiire. 11. 111 dessen Mitte Dein Getreide, Deine Möbelstück« und Deine Habe, 42. Dein Vermögen (?),’ Deine Mägde, Deine Sklavinnen, und das junge Volk,