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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1902-01-01 · No. 2. (1902) · p. Seite 14

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
26 (1902)
Issue
No. 2. (1902)
Date
1902-01-01
Page
Seite 14 (sequence 6)
Language
German
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14 (Int־‘ Abrahams. sondern nur zehn Kameele empfangen. Dieser Bemerkung fügen wir hinzu, dass Onkelos unter שפר .,Auslese“, ,,Auswahl“ versteht. I B. M. c. XXI1J. f> übersetzt Onkelos במבחר קברינו ausdrücklich mit בשפר ר,ברנא. 3. אשד מצא את הימם• Diese Worte giebt Onkelos wieder mit די אשבח ית גבריא. Anscheinend ist als« ימם paraphrasirt durch גבריא. Die Vennuthung liegt sehr nahe, Onkelos habe das Etymon יממ mit אימים identificirt. Das Naheliegende ist aber durchaus nicht immer das Richtige. Für אימים gebraucht Onkelos consequent das Wort אימתני, während die Nomina רפאים, ענלןים ebenso consequent mit נבריא wiedergegeben werden. (1fr. Onkelos zu I. B. M. XlV,f>; V. B. B. M. II, 10, 11. Die Septuaginta, wissen mit dem Worte ימם Nichts anzufangen. Sie übersetzen iti ihrer Verlegenheit: 5; £0p£ xiv lajre׳v £7־u'; £fr']ue. 1111 sogen. Jerusalemiselien Turgum findet man auch keinerlei Aufschluss über das räthselhafte גבריא des Onkelos. Einstimmig reden hier der Jernsnlemische Talmud, der Jerusaleinische Midrasch (Midrasch Genesis rabbah z. St.) sowie Targuiu Jeruschuhni von ..Halbeseln“. Das Etymon ימם ist griicisirt und aufgelüst in die Form המיונוס ^(nivc?*). B<׳i der Abhängigkeit des Targum .lernschalmi von Onkelos ist die Uebersetzung des Jeruschalmi hier sehr auffallend. Darum lässt sieh hier vielleicht mit. Recht veimuthen, auch Onkelos habe unter ימם eine Art von Eselinnen verstanden und er habe übersetzt אתני mit irgend einem passenden, nicht erhaltenen Epitheton. Ein scribulus habe aber bei ימם an אימים gedacht und ein ם interpolirt, also אמתני snhstituirt. Ein späterer, aufmersamerer Leser habe indessen hcrausgefnnden. ימם sei hier nicht mit אימים• also auch nicht schlechthin mit אמתני, zu identifieiren. Im günstigsten Falle seien hier unter ימם starke kräftige, heldenmuthige Geschöpfe zu verstehen. Auf diese«» etwas ungewühlichen, aber doch nicht unwahrsclieinlichen Wege mag aus *אתנ das Wort אמחני und daraus wieder das synonyme \1nd doch nicht cotigrueilte גבריא entstanden sein. t5res!nu, im ,):uuuir 1S1U2. I>11111:1111101״! .־!)putsch. Schnitzer in neueren Schriften über jüdische Litteratur. 1. ln Rinan’■ Geschichte des Volkes Israel, Am jüngsten Chanukafeste hatte ich den IV. Band von Renans Histoire du peuple d Israel zur Hand genommen. um seine Darstellung der Makkabäerkämpfe kennen zu lernen. Man kann von ihm nicht die Begeisterung eines jüdischen Geschichtsschreibers vorlangen, aber abgesehen von einzelnen etwas schiefen Urtheilen und subjektiven Einfällen wird er doch dem Charakter der Zeit gerecht. In dem Bilde, das er von Juda Makkabi entwirft, stört zwar die wiederholte Be- Zeichnung, dass er ein ,,Heiliger“ gewesen, — es sei * Vergleiche hierzu: Kithmcr, Hebräische Traditionen a. a. O. No. 35. denn, dass er darunter (nach mittelalterlichem Gebrauche des Wortes הקדוש) einen ״Märtyrer" versteht, der durch Hingabe seines Lebens für die heilige Sache der Religion den Namen Gottes heiligt (mekaddesch haschem) - aber er würdigt sein Verdienst mit den anerkennenden Worten: ..Er hat das Judenthum und die Bibel gerettet, die ohne ihn zweifellos verloren gegangen wären, und selbst wenn die Menschheit einst den Glauben an das Judenthum und das Christenthum ablegen sollte, wird der Makkabäer . . . dastehen als ein not 11 wendiger Held, der eine der Disziplinen gerettet hat. die zur Erziehung der Menschheit am meisten beigetragen haben.'־ Bei dieser Gelegenbeit las ich auch Renans Urtheil über die Pirke Abotb. Er spricht sich darüber zu Ende des 8. Kapitels des genunuten Bandes mit einigen prägnanten Worten wie folgt aus: ״Pirke Abotb. eine kleine Abhandlung der Mischna, beginnt mit Simeon dem Gerechten die Aufzeichnung einer Reihe von zumeist (?) der Hasmoniierzeit angehörenden Gelehrten Palästinas .... Zuweilen könnte man etwas wie ein Echo der Bergpredigt hören, und Antigonus von Socho, der zur Zeit Antioehus des Grossen gelebt zu haben scheint (also über 200 Jahre vor der ״Be1־gp1־edigt“), ist zweifellos ein grosser Gelehrter gewesen, wenn er wirklich gesagt hat: Seid nicht wie Sklaven, welche dem Herrn dienen, um dafür Lohn zu empfangen, sondern sei(l wie Dienev, die dem Herrn dienen ohne Aussicht auf Belohnung, dann wird der Thun des Himmels sich über euch ergiessen (la rosee du ciel sera sur von»). Diesen Schluss- und Folgesatz hat (nach allen unseren Mischlin-Ausgaben) Antigonos wirklich nicht gesagt; die Schlussworte lauten vielmehr nach dem hebräischen Text: ויהי מורא שמים עליכם d. h. ״es möge Gottesfurcht auf euch ruhen“. — Wie kommt nun Renan zu seiner fehlerhaften Uebersetzung? Er hat offenbar den technischen Ausdruck גיורא שמים (gleichbedeutend mit dem geläufigeren ראת שמים*) nicht verstanden und das Wort מירא mit פ ורח d. i. ,,Frühregen“ (efr. Joel Kap. 2 Vers 23) verwechselt, und darum מורא שמים poetisch mit ״Thau des Himmels“ übersetzt. Wenn solche Verwechselung dem grossen Orientalisten passirt, so kann man sich ein Bild davon machen, wie es bei den Dis ininorum gentium aussieht, wenn sie daran gehen, Mischna- oder gar Talmudstellen zu übersetzen. m. k. Litteraturbericlit. Recensionen. Tilnzer, Dr. A. Die Religionsphilosophie Josef Albo’s nach seinem Werke ״Ikkarim“ systematisch dargestellt und erläutert. I. Theil. J. Kauffmann, Frankfurt a. M. (80 S.) - (Schluss.) Verfasser wendet sich nun seiner speciellen Aufgabe zu, Albo von den vielfachen Angriffen, Anklagen und Schmähungen freizusprechen, die der Verfasser theils auf dem allgemeinen Hass gegen Albo’s Forschen über Glaubens-

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