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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1902-01-01 · No. 1. (1902) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
26 (1902)
Issue
No. 1. (1902)
Date
1902-01-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 8. S. 1!) ist der Text zwischen den Z. 17—18 von dem Copisten gekürzt worden mit der Bemerkung, dass 'sich bereits oben, d. i. S. 17 Z. ’2b ff. eine gleichhiutende Stelle linde. Wie wir aus Jalkut Haminacliiri zu den Psalmen 4. HD, § 25 ersehen können, hat der Copist nicht mit Recht die Stelle gekürzt und 6—7 Z. ausgelassen. Die beiden Stellen sind wohl dem Sinne, aber nicht dem Wortlaute nach einander gleich. Das ist Buber entgangen. darum bemerkt er zu Jalkut llammachiri 1. 1. in der Anmerkung 32. dass ihm die Quelle des J. Ham. unbekannt sei. Der Jalkut Ham. ]!Hegt auch sonst dieCitate aus dem Midrasch Sch. b. Sch. sutta einfach mit: ,,Midrasch־‘ zu bezeichnen, wie Buber in der Einleitung zum Jalkut Ham. S. 10, § 14 selbst angiebl. 0. ZuS. 20. 71. 18—20 hätte Buber auf die mit einigen Varianten gleichlautende Stelle hinweisen können, welche er selbst in der Einleitung zum Tanchmna S. 123 — 24 aus der Oxforder Tanchumahandschrift citirt. Die erste Hälfte des fraglichen Textes findet sich auch in: Neue Collectaneen aus einer Mechilta zu Deuter- «inoinium von Dr. D. Hoffmann Berlin 1807. S. 8 zu Deuter. 15.8. Aus der Mechilta und dem Midrasch Sch. 11. Sch. sutta ist zu ersehen, dass die Vermutlmng Bubers Tanchuma, Einleitung 1. 1., dass das fragliche Fragment zu Deuteronomium 15. 8—11 gehöre, ganz richtig ist. Andrerseits ist aber aus der Mechilta und dem Tanchumnfragmente zu ersehen, dass R. Jonathan im Midrasch Sch. 11. Sch. mit R Jonathan b. Josef oder b. Jose identisch ist. ln der Miselma, Aboth, 4,0 ist R. Jonathan und in Aboth dr. Nathan cap. 30 ist R. Jonathan (Juchasin s. v. ed. London 0(ib statt: Nathan) b. Josef der Autor einer ähnlichen Sentenz vgl. llotfmann 1. 1. Anmerkung 131 und Bacher, Agada der Tannaiten JI. S. 454 A. 2); 301 A. 2 und 3: 364 A. 1. Mir steht die Schechter’sehe Ausgabe der Aboth dr. Nathan nicht zu Gebote, ich kann daher die von Bacher 1. 1. S. 301 A. 3 erwähnte zweite Version der Aboth dr. Nathan nicht einsehen. 10. Auf Seite 22 ist נקרונות in בקרונות und וכפרימיז in ובפרימין zu verbessern. Die Völker werden die Söhne Israels in Ehren bringen auf Wagen und auf Tragsessein, vgl. Aruch s. v. קרון u. s. v. פרמא f>. ed.•• Landau Prag 1824. Die Deutung bezieht sich auf die zweite Hälfte des citirten Verses Jesaja 6(5,20. Buber hat daran vergessen, worauf er selbst, Pesikta dr. Kaliuna S. 50b, Anmerkung 142, aufmerksam gemacht hat, dass nämlich in den Midrachim sehr oft bloss die erste Hälfte des Verses citirt werde, während die fragliche Deutung sich auf die zweite Hälfte des Verses beziehe, darum konnte er, wie er in Anmerk. 101 gesteht, die Deutung der Worte nicht finden. Zur Hache vgl. Rabba zu 11. L. 4,8 und Schocher Tobli zu Psalm 87. § 6. wo der Messias sagt, die Völker mögen die Israeliten, welche den Namen Gottes unter den Völkern zu Ehren gebracht haben, in Ehren nach Jerusalem bringen im Anschlnsse an den fraglichen Vers Jesaja 66,20־. 11. Zu s. 35 z. 0. zu h. l 5.7: בית המקדש שהוא משול ככתנת bemerkt Buber in Anm. 16 das Wort: ככתנת habe keinen Sinn und sei verderbt. Das Wort ist nicht sinnlos, es muss bloss der erste Buchstabe כ in ב verbessert werden (weil das Zeitwort משול das Präfixum כ erfordert) wie Jalkut Haminacliiri zu Jesaja 62,6 richtig hat: בכתיות. Diese Stelle ist Buber, wie ich bereits oben Notiz 2 bemerkt habe, entgangen. Ferner hat auch hier Buber daran vergessen, worauf er selbst Pesikta dr. Kahana S. 50b Anm 142 aufmerksam gemacht hat. und von mir oben Notiz 10 citirt wurde. Die Deutung bezieht sich auch hier auf die vom Midrasch Sch. h. Sch. Sutta nicht citirte zweite Hälfte des Verses. Der Midrasch Sch. h. Sch., der רדיד mit בתונת .;Kleid“ übersetzt, folgt dem Talmud jerus. Sabb. 8b, der das Wort mit: לסוטה übersetzt. Letzteres, meines Wissens noch nicht richtig erklärte Wort, ist einfach eine Metathesis von: aioXf; oder: stola, Kleid, wir ריטל oder רטל von Äixpa (Perles Etymologische Studien S. 55, Anm. 1). Das Heiligthum gleicht einem Kleide; wie das Kleid die Blossen des Körpers bedecke, so das Heiligthum die sittlichen Blossen, die Sünden. Litteraturbericht. Recensionen. Tönzer, Br. A. Die Religionsphilosophie Josef Albo’s nach seinem Werke ,,Ikkarim“ systematisch dargestellt und erläutert. I. Theil. J. Kauffmann, Frankfurt a. M. (80 S.) ״Der vorliegende erste Theil dieser Arbeit hat die Darstellung des Alho’sehen religionsphilosophischen Systems und die Ermittlung der richtigen Tendenz des »Ikkarim« zur Aufgabe, befasst sich daher auch hanptsächlich mit dem, Albo’s System vollständig und abgerundet enthaltenden ersten Theile des »Ikkarim«, während die Stellung Albo's in den einzelnen Diseiplinen der Religions- Philosophie einem alsbald zu folgenden zweiten Theile dieser Arbeit vorenthalten ist". So spricht sich der Verfasser in seinem Vorwort über den Zweck seiner vorliegenden Arbeit aus. Sie soll nämlich, wie wir gleich vorausscliicken können, eine Apologie für Alho sein. Wahrlich, eine sehr verdienstvolle Aufgabe, der sich der Verfasser unterzogen, die richtige Tendenz und das richtige Verständniss eines so populären und zugleich so vielfach angegriffenen und geschmähten religionsphilosophischen Werkesklarzu stellen. Bekanntlich hat sich der ״Ikkarim“, wie fast kein anderes religionsphilosophisches Werk, die vielfachsten Angriffe, Anklagen und Schmähungen von früheren und späteren Religionsphilosophen und Geschichtsschreibern zugezogen. Der Grund für die Erscheinung mag offenbar darin zu suchen sein, dass kein anderes religiousphilosophisches Werk sich so sehr mit den Grundpfeilern des Judenthums beschäftigt, wie gerade der ״Ikkarim“; schon seine Messiasauffassung, wonach der Messiasglaube als nicht bindender Glaubeussatz der Juden hingestellt wird, brachte Albo energische Gegner. So wird er namentlich von Abrabanel in seinen messianischen Schriften wegen dieser Behauptung geschmäht; ja sogar des geistigen Diebstahls, begangen an Maimonides und seinem Lehrer Crescas, wird er beschuldigt; zuerst von Jacob ibn Chabib; unter den Neuern ist es namentlich Joel, welcher durch Beispiele zeigt, wie Albo sich mit fremden Federn geschmückt habe. Grätz wiederum beschuldigt ihn, er sei in seinem ״Ikkarim“ von dem fremden christlichen Gedanken der ״Heilslehre“ ausgegangen, und dass die Christliehe Anschauung der ״Seelenrettung“ der Anfang und das Ende des ״Ikkarim“ sei u. 8. w. Verfasser hat sich nun

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