Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 24-25 (1900-1901)
- Issue
- No. 11. (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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85 antiqua fundamenta terrae justorum merita sunt“, so ist Letzteres wohl die lateinische Wiedergabe von זכות אבות, die ja auch צדיקי עולם genannt werden. Sollte H. jedoch unter justi (die Gerechten) im engem Sinne des Wortes ״die Richter“ verstanden haben, so haben wir hierfür eine Belegstelle im Midrach Tanchuma zu Lev. 27,2 (Jalk. 11,67) gefunden. Zu (Jud. 11,37) ררדתי על ההרים wird bemerkt: וכי יש אדם יורד על ההרים ול אלא מהו ררדחי על ההרים אלו סנהדרין של שמעו הרים את ריב ה׳. (Für die von H. ferner angeführte Deutung: Alii montes, colles et valles angelos arbitrantur haben wir in den jüd. Quellen keine Belegstelle gefunden.) 18. vi,5 מן השטים עד הגלגל Nachdem h. sich mit <!er LA. der LXX (a7tö ־w&v a/oivtov) kritisch abgefunden, und diese für einen Schreibfehler (libraroriorum errore esse pro axfvot{) erklärt hat*), führt er zum historischen Verständniss der Stelle eine ihm initgetheilte Erklärung an: Hebraei hunc locum, in quo dicitur de Settim usque ad Galgal ut cognoseeres justitias Domini ita exponunt: ab eo tempore, quo fornicati estis in Madian usque ad tempus, quo Saul apud Galgal est unctus in regem, repetite memoria quae mala operati estis, et qnanta vobis bona fecerim, et meam in vos miseri cordiam cognoscetis. Dass der Prophet hier mit dem Hinweis auf Schittim die in Num. c. 5,21—3 erwähnten nach dem Weggang Bileams erfolgten Vergehungen Israels im Auge hat, ist die einmüthige Ansicht der ältesten und neueren jüd. Commentatoren, aber eben- 80 einstimmig sind sie bezüglich Gilgal, dass hierunter der Eintritt Israels in Kanaan unter Josua der, nach dem Uebergang über den Jordan in Gilgal die 12 Denksteine errichtete (Jos. 4,20) und daselbst sein Hauptquartier aufscblug, verstanden sei. Dass nach einer alten jüdischen Tradition der Prophet damit auf die Salbung Sauls zum Könige hingewiesen haben wollte, erfahren wir nur durch H Fand auch in Gilgal nicht die eigentliche Salbung Sauls statt (I. Sam 10.1), so doch die öffeutliche Krönung und die Huldigung seitens des Volkes (Ib. 11,15). Abrabanel verwundert sich in seinem Commentar zu Micha darüber, dass der Prophet bei der Aufzählung der Wohlthaten, die Gott Israel erwiesen, die Eroberung und Besitznahme Kauaans unerwähnt lässt, und giebt als Grund dafür die zur Zeit des Propheten bevorstehenden und von demselben bereits vorhergekündigten Verlust des Landes an: והנה לא זכר להם כיבוש הארץ לפי שהיה דעתו לני־שם ממנה. Die Verwunderung Abrabanels ist aber nach der von H angeführten jüdischen Deutung grundlos, denn wenn der Prophet mit Gilgal auf die Einsetzung Sauls zum Könige hingewiesen hat, so war ja die Eroberung und Inbesitznahme des Landes damit involvirt. Dass unter צדקות hier nicht, wie die LXX übersetzen (S:xa10aüv־r]) justitias domini, sondern — nach Symmachus eXet]|10aüva1 — misericordias gemeint sei, betont H. mit Recht, der Prophet will ja nicht die strenge Gerechtigkeit Gottes, sondern sein wolilthütiges Verfahren gegen Israel hervorheben (hoc feci ut miseri- *) Verjtl. Joel No. 18 (zu IV. 18 נחל שטים), woselbst noch Jes. 38,21 אני שיט hinzuzufügen ist. cordiae meae noscerentur tibi). So übersetzt auch das Targ. בדילגלמדע זכוחא די״י und Raschi commentirt: דעו צדקותי שלא מנעתי טובתי ועזרתי מכם עד הבאתי אתכם 4לגלגל וכבשתי לפניכם שם את ד.אית 19. vi, 7. ״ .האתן בכורי פשעי פרי בטני וכרNumquid dabo primogenitum meum pro sceleri meo —“ übersetzt H. und fügt erklärend hinzu: ״sicuti rex Moab fecisse describitur“, und desgleichen zum Nachsatz: ״an fructum ventris mei pro peccato animae meae“ die erklärende Hinzufügung: ״quod fecit Jephte, pro temeritate voti offerens filiam“. Diese, auch in der Form, agadische Deutung des Verses auf Mesa und Jeplita, die H. sicherlich — wenn er es hier auch nicht ausdrücklich sagt — von seinem jüdischen Lehrer vernommen hat, findet sich auch noch in den jüdischen Quellen, tlieils als Auslegung dieses Verses, vollständiger aber als Deutung des Verses Jeremia 19,5. Cfr. Taanith bab. 4a: אשר לא צרחי, זה כנו של מישע של רקח את בנו הבכור, ולא דברתי זה יפתח, ולא עלתה על אברהם(* p לבי זה יצחק. In Tanchumu (zu Levit s. f.) ist die Reihenfolge eine andere: אשת לא צרתי לאברהם שישחוט את בנו וכו׳ ולא דברתי ליפתח להרךיב לי את בתו וכר ולא עלתה על לבי זה מישע וכר. Der betreffende Abschnitt i!n Tanchuma (ed. Buber p. 114) schliesst auch mit dem Hinweis auf unsere Michastelle האתן בכורי וכר mit der allgemeinen Deutung א״ל דק'בה לא בניכם ולא קרבנותיבם אני מבקש. (Man vergi. auch Tanchuma zum Abschn. 18, ed. Buber p. 12). Im Midrasch Genes, rabba c. 55 wird diese Stelle von R. Josua zwar auf den Sohn Abrahams gedeutet, aber er ist sich dessen bewusst, dass sie eigentlich und ursprünglich auf Mesclia’s erstgeborenen Sohn sich beziehe, er sagt: אע׳ם שהדברים אמורין במישע וכר שעשה מעשה והעלה את כנו לעולה וכד. Vergi. auch Jalk. 11,555, woselbst die Stelle zwar (nach Vorgang des Tanchuma zu צו) auch auf Bileam bezogen, aber zur zweiten Satzhälfte (פרי בטני וכר) bemerkt wird זו בתו. — Es sei schliesslich auf die von H. hervorgehobene sprachliche Bemerkung aufmerksam gemacht, die Gräuelthat Mesa's wird als ״ ==» פשעpeccatum“ bezeichnet, das Vergehen Jephta’s als ״ חטאתtemeritas voti“, Unvorsichtigheit des Gelübdes. Ofr. Taanith a. a. 0. יפתח שאל שלא כהוגן. 20. VI, 8. הלד לד אדם וכי. Dass H. das אדם hier besonders betont ״Universum hominum genus (nequaquam ad populum Judaeorum, sed generaliter ad omnein hominem)“, hat auch ein hagadisches Vorbild. Wenn auch nicht gerade zu dieser Stelle, so doch zu vielen andern in der Bibel, wird im Talmud u. a. St. das אדם ganz in demselben allgemeinen Sinne gedeutet. Die Quelle dafür ist Sifra zu Levit. 18, auch Jalk. 59 z. st.: אשר יעשה אותם האדס, כהנים ״ .לרם וישראלים לא נאמר אלא האדם וכרHier ist nicht von Priestern, Leviten und Israeliteu die Rede, sondern von Menschen im allgemeinsten Sinne.“ —Es werden daselbst noch mehrere ähnliche Bibelstellen in derselben Weise gedeutet (Vergi. auch Baba kama 38 a, Synhedrin 59 a und 77 a). •) in itiwchi (Tnunith 1. c.)!st (ür ,ובחרנו *a 1״»en ובתנחימא*