Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Litteratur-Blatt · 1901-01-01 · No. 11. (1901) · p. Seite 84

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
24-25 (1900-1901)
Issue
No. 11. (1901)
Date
1901-01-01
Page
Seite 84 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
81% known words query
IRI
…/6492408-5990879-5999246--2969-5369631
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

84 dabei garnicht an Christus, sondern, wie oben bemerkt, an .,gesalbte Personen“ gedacht hat. Der Hinweis des H. auf Ecclesiast. 11,2 תן חללן לשבעה ונם לשמונה findet sich auch bei den jüdischen Commentatoren (cfr. Ibn Esra, Kimchi, Abrabanel z. St.); die Bezugnahme auf die 7+8 Stufen im Zukunftstempel des Ezechiel u. die 15 Stufenlieder in den Psalmen ist altjüdisch, man vergleiche den Tractat Midoth 11,8 וט״ו מעלות עולות מתוכה לעזרת ישראל כננד ט‘ו מעלות שבתהלים שעליהן הלוים אומרים (עומדים) בשיר. H. kennt auch die Deutung der sieben auf den Sabbath und der acht auf deu Beschneidungstag. Hier deutet eres nur kurz an, ausführlicher in seinem Commentar in Eccles. (zu c.XI,2): ״Da partem septem et quidem octo“ Hebraei ita huno locum intelliguut: Et sabbatum et circumcisionem serva. Im Midr. rabba z. st. heisst es: תן חלק לשבעה אלו שבעת ימי שבת, וגם לשמונה אלו ח, ימי המילה 18 Ib. V. 5 ״ בפתחיהIn eo, sagt H״ ubi ego et Aquila transtulimus in lanceis ejus Sym. vertit: ivxo? mAöv aüxf)?, i. e. intra portas ejus; Theodotio: cv rojXai; auxöv i. e. in portis eorum, Quinta editio: iv raepa^iaiv auxcov, quod 1108 possumus dicere in sicis eorum; in Hebraeo autem posituin est Baphethee*). - Aquila und die Quinta, denen H. in seiner Uebersetzung und im weitereu Verlauf des Commentars folgt, haben es mit dem פתחות in P8. 55,22 identificirt, das von allen alten und neuen Commentatoren mit ״Dolchen“ (gezückten Schwertern) wiedergegeben wird (H.: jacula, LXX 0X£0e;, Aquila Xoyx®1, Symm. ävaxprjxixot, Targ. מוררן דקטו die Peschittho לוייחא. ebenso Menachem b. Seruk, Ibn Esra, Kimchi u. A.; sie berufen sich auf diese Stelle in Micha. Dort aber ist das Wort mit Chirik (unter ת) punktirt. (PI. v. פתיחה), liier aber mit Kamez (v. פתח pl. פתחים) Von פתיחה müsste ja die entsprechende Form פתיחותיה heissen. Die Peschitto übersetzt es hier mit ברוגזה. Dr. Sebök: ״Die syr. Uebers. zu den XII“ bemerkt hierzu ,,was mir unerklärlich ist“. Prof. Byssel ״die Textgestalt d. B. Micha“ meint, ״was wol nur aus dem Zusammenliang gerathen ist, wie auch sonst in Pesch, für schwerverständliche Wörter etwas, was ungefähr in den Zusammenhang passt, eingesetzt wird; denn da kein hebr. Wort in der Bedeutung Zorn (z. B. auch אפיה nicht) äusserliche Verwandschaft mit פתח zeigt überdies das Suffix ein anderes ist, so kann an ein entsprechendes hebr. Wort nicht gedacht werden.“ Und doch muss hier daran gedacht werden! Denn wäre die Peschitta-Uebersetzuug hier nicht eine wärtliehe, nur eine aus dem Zusammenhang geratliene, dann hätte sie doch mehr dem בחרב im Vordersätze entsprochen. Dazu kommt, dass das Targ. das Wort ganz eigenthümlich mit בתקוף כרכהא übersetzt. Beiden Uebersetzungen, der syrischen und der aramäischen, liegt offenbar ein anderer hebr. Text zu Grunde. Wir vermutheu בעז חמתו (wie P8. 90 בעז אפך). Das Targ. leitete letzteres von חומה (Mauer, im Plural für ״mit *) Die LXX erwähnt er nicht, sie übers. cV tQ xi^ppü) aüxfj{ sie lasen wohl בפחתיה (von פחת, Grube) Mauern umgebene Stadt“*) ab und übersetzte ״mit der Macht ihrer Burgen“; der Syrer von ״ המהZorn“. 17. vi, 1 und 2. האיתנים מוסדי ארץ, h. übersetzt: ״et fortia fuudamenta terrae“ und bemerkt: pro fortibus fundamentis terrae“, quae LXX xal a£ 9apayye( {tepeXta xfj{ yf)5 i. e. et valles fundamenta terrae, interpretati sunt**), Symmachus et Theodotio transtuleruut: et antiqua fundamenta terrae (S. xa xaXaia; Th. xdc ipxaTa), Quinta autem editio ipsum Hebraicum posuit. Ethan im. Hinzuzufügen wäre noch Aquila, der es mit xd axepea übersetzt. Die verschiedenen Uebersetzungen spiegeln die mannigfache Bedeutung des Wortes איתן im Talmud wieder. Im Tract. Sota 46 a s. f. und 6 werden zur Erklärung von נחל איתן (Deut. 21, 4) zwei Ansichten angeführt und wie folgt begründet: ת׳יר מנין לאתן שהוא קשה? שג׳ איתז מושבד ושים בסלע קנך ואומר שמעו הרים וב•' והאיתנים ובי: (Hier entspricht also im ersten Falle איתן dem סלע, und im zweiten Falle dem הרים); sodann heisst es weiter (in Sota 1. c.); Jer. 5,15 אחרים אומרים מנין לאיתן שהוא ישז? שני נוי איתן היא גר מעולם הוא Das axepeöv des Aquila entspricht dem קשה des Talmud, das 7taXa6.׳v des Syrers und ipx«16v des Theod. dem ישן. Auch der Uebersetzung des H. (hierfortia u. Jer. 5,15 robustus) liegt eine talmudische Auffassung zu Grunde, denn Bosch hasclmna 11a wird איתז nach תקיף (stark) erklärt (מאי משמע דהאי איתן לישנא דתקיפי) und la. auf unsere Michastelle exemplifiziert. Ueber die symbolische Bedeutung der in diesen Versen vorkommenden Bezeichnungen Berge, Hügel und Grundfesten äussert sich H. wie folgt: Sunt qui ״monte8 et colles e fortia fundamenta terrae“ Abraham, Isaac et Jacob et patriarchas reliquos interpretantur. Dass unter הרים und איתנים von der Tradition die Patriarchen verstanden wurden, wird in den jlid. Quellen häufig betont und zwar unter Hinweis auf den in Bede stehenden Michavers, der stets als Beleg• stelle angeführt wird. Cfr. Midr. Exod. r. c. 15 und 28 und Bosch haschana 11a מדלג צל ההרים בזכות אבות מקפץ על הגבלות בזכות אמהות ואין הרים אלא אבות שנ׳ שמעו הרים את ריב ה'. Hiernach übersetzt auch das Targ. hier nach dem Citat bei Kimchi und Abarbauel ההרים אבהתנא והגבעות אמהתנא. — in unseren Ausgaben — uns liegt die Baseler Ausgabe der Mikraoth Gedoloth vor — ist הרים wie sonst mit טוריא und נבעות mit רמתא wiedergegeben. Auch איתן האזרח (I. Könige 5,11) wird (Baba bathra 15a) auf Abraham bezogen. Die talmudische Quelle für die Deutung der איתניב auf die Patriarchen ist Bosch haschana bab. 11a, wonach der Monat Tischri deshalb Könige I. 8,2, als ירח האיתנים bezeichnet wird, weil es der Monat ist שנולדו בו איתני עולם. Und weil hier die איתנים (Patriarchen) die מוסדי ארץ genannt werden, darum übersetzt es das Targ. mit עקריא. Wenn H. im weiteren Verlauf erklärt: ״fortia et *} Keil, der das בפתחיה mit ״in seinen Thoren“ übersetzt, fügt hinzu: d. h. Städte uud Festungen- Thore für Städte vergl. Jes. 3,26; 13,2. **) Das Targ. übersetzt es hier mit עקריא (Wurzeln), die l’cschittu mit ״ עומקאTiefen“.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.