Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Litteratur-Blatt · 1901-01-01 · No. 10. (1901) · p. Seite 77

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
24-25 (1900-1901)
Issue
No. 10. (1901)
Date
1901-01-01
Page
Seite 77 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/6492408-5990879-5999245--2961-5369624
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

77 sä™ a. a. 0. יצאו משני אלפים אחרונים מד. שיצא ומשיח לא בא. Er bringt daselbst auch die ausführliche Berechnung nach dem 8eder 01a 111. 12. 1V, 1 11 .ונהרו. übersetzt dieses Wort im Commentar zuerst mit festiuabant und folgt damit•eleu LXX (dTOÖaooa:), fügt aber sofort■ hinzu, sive nt in Ilebraeo habetur f luen t omnespopuli, i. e. in morem fluviorum tarbae innumerabilescongregabuntur. So hat es auch Symmachus nach einem Citat. des Just Mart. (p. 3li!>) TOTajuo8,rjaovtat. richtiger wohl Aqnila, der die Parallelstelle Jerem. 51.4-4 (ינהרו) ebenso übersetzt, wiedergegeben. — Die LXX haben vielleicht an unserer Stelle ומהרו gelesen, denn wollten sie nur dem Sinne nach übersetzen, dann hätten sie es hier wie zu Jerein, mit auva^ftöia; (resp. auvax־ HYjaovTat) übersetzt. Ibid. 1). תריזד רע. H. weist darauf hin, dass die LXX diese Worte, mit cognovisti mala (?yvai; xaxä) übersetzen. Dass sie durch Buchstabenähnlichkeit veranlasst den unpunktirten Text anders gelesen haben תדעי רע_־ —,fällt ihm hierbei nicht ein. Auch V. 14. woselbst er, nachdem er seine dem mas Text entsprechende Uebersetznng erklärt, bemerkt : hoc juxta Hebraicum . . juxtu LXX autom multo aliter sensus est, ahnt er nicht, dass diese für ,TWHP gelesen haben תתגדרי (v. גדר) und für שפט ישראל (tä;?■jU; tgö ־iapaijX) שבטי יש׳. Ebenso weiss er sich nicht zu erklären, warum die LXX im folgenden Verse (10) חולי וגיחי mit dole et viriliter age (griecli.: w5׳.ve xal ivSpt^ou y.al übei’setzen. Da aber in der griechischen Septuaginta die zwei hebräischen Imperative durch drei wiedergegeben sind, so liegt hier offenbar eine Doppelübersetzung des חולי vor, das einmal von חיל abgeleitet mit wotvs (winde dich in Geburtswehen), das andere Mal von חיל mit ävop^o'j (sei tapfer, beherzt) übersetzt wurde*). Wenn H. und mehrere Codices den dritten Imperativ (11ץץ?£) gar nicht haben, so ist das erklärlich; man liess, da im hebräischen Text nur zwei Imperative standen, in der Uebersetznng den dritten weg. zumal er dem נוחי nicht entsprach, das eher au£ eine LA. גשי sch Hessen lässt. - 13. iv, 5. כל הדמים ילכו איש בשם אלהיו. h. erwähnt hier einer altjüdischen Deutung dieses Satzes: Ulud quod dicitur: ״Omnes populi ambulabunt unusquique in nomine Dei sui" ita interpretantur (Judaei), uiminqueinque gentem cum idolo suo torqueri et mitti in ignem aeterni supplicii. H. bekämpft diese Deutung mit den Worten, non de fine saeculorum hoc dici, sed de primo adventu Christi. Die altjüdische Deutung, von welcher H. übrigens nur einen Theil wiedergiebt, hat sich vollständig im Midrasch Schocher Tow zu P8. 1 (ed. Buber p. 21) erhalten R. Elieser aus Modin sagt: Einst zur Zeit des jüngsten Gerichts — ־■* לעמיו* לבאin fine saeculorum — werden die Pafrone aller Völker vor Gott erscheinen und die Au- •) Im letzteren Sinne ualiui cs auch die l'escli., die es mit ״ ודומניsei stark“ übersetzt. — Kirn; iilmliehe Doppelübersetzinif( in der LXX cfr. e. 5, 3 ורעה xai ö׳|exa{ Xal TO'.Jiavel, wo die erstere die LA. וראה voraussetzt, klage gegen Israel erheben, warum dieses, das dieselben schweren Sünden (Götzendienst. Blutvergiessen. Unzucht) begangen, nicht ebenso wie jene Völker die Höllenstrafen erleideV worauf der ewig» Richter in seiner Unparteilichkeit erwiedern werde: So möge denn jedes Volk mit seinem Götzen in der Hölle erscheinen und gegen sich selbst die Untersuchung führen*), auch Israel solle mit seinem Gotte daselbst erscheinen und sich prüfen, denn also heisst es (Micha IV, 5): ״Denn alle Völker werden gehen, jedes im Namen seines Gottes, und wir werden wandeln im Namen des Ewigen unseres Gottes in die Ewigkeit“. Im Namen R. Chanina's fügt R. Rüben hinzu: Stünde es nicht klar und deutlich im Bibelverse, man würde es nicht wagen, es auszusprechen. Jes (iß, 1(5 steht geschrieben: כ' באש ״ ה׳ נשפט, שופט אין כתיב כאז אלא נשפטim Feuer (der Hölle) wird Gott gerichtet (od richtet sich Gott selbst, das Niplial hat oft reflexive Bedeutung). Und darum konnte König David im Ps. 23.4 sagen: ,,Auch wenn ich wumlle im Thule des Todesschattens, fürcht׳' ich nichts Schlimmes, denn du bist mit mir!״ Unter .,Todesschattenthal ־ ist das Strafgericht der Hölle verstanden. (Cfr. Midr. zu Ps. 1. c. ניא צלמות זו ד־נה של גיהנם.) Von dieser ganzen hagadischen Auslegung, die sicherlich sein jüdischer Lehrer ihm mitgetheilt, hat H. in seinem Gedächtnis nur das Eine als Quintessenz behalten, dass dereinst jedes Volk mit seinen Götzen ewige Höllenqualen in Feuersflaminen werde erdulden müssen. — Das Targ. paraphrasirt den Vers ebenfalls im Sinne der hagad. Deutung ארי כל עממיא יהכון על די פלחו לטעותא ואני־׳נא נתרחץ במימרא דיי־• איהנא לעלמא ולעלמי עלמיא. Da Rasclii zu ילבו erklärend hinzufügt לאבדון mit dem Hinweis auf das Targ. בן ת״י, so scheint er im Targ. hinter!יהבו ein Wort, das dem :אבדו entspricht, vor sich gehabt zu haben. Schluss fi,lat.). Zur Erklärung der Mischna Chagiga 11,2. Von I)r. B. Seliaknw i t z-Coelhen. Wie die Ertlieilung des talm udischenTitels ״Rabbi", und hiermit auch die Competenz in religiösen Sachen mit dem Ritus des Händeauflegeus (סמיבה) auf das Haupt des Gewürdigten begleitet war (cfr. Synhedrin 14b), so war es wahrscheinlich auch früher mit der Ordination zum ,,Rabban" der Fall Dieses Symbol der Weihe und der Uebergabe eigener Macht und Führerschaft an Andere findet sich schon im Pentateuch (Num. 8,10, Deuteron 34,0). Sonst aber finden wir nicht, dass dieser Ritus bei den Juden im Gebrauch gewesen wäre; auch hätte er. seit dem babylonischen Exil wenigstens, keinen Platz im officiellen Judenthum, wo religiöses Oberhaupt der Hohepriester war. für dessen Einweihung aber die Salbung vorgeschrieben ist. Nur die Essäer *)א״ל הקב״ה א״כ תרד כל אומה ואומה ואלהיה עמה (לניהנום והבדוק את דצמה ונם ישי־אל ילכו דברקו את עצמם וכו׳ אני אלך עמכם) שד כי כל העמים וכר׳. Die einaeklammcrten Worte Huden «ich nur iiu Midi•. TehiHiiu 11. «. O., sic fehlen au den 1'arallelHtcllcii •Scliir. IiukcIi. ruh. zu 2, I lind 8. 8; K11111 r. zu Auf. und Jalk. zu Micliu I. c. lind zu IN 22, ulicr «ie achcn er«! den rechten Sinn. Bacher ״Aaada der Taunaiteu“ S. 202 i«t die« cutKunaen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.