Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 24-25 (1900-1901)
- Issue
- No. 8. (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 6)
- Language
- German
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62 Setzung hier in gründlichster Weise wie folgt: ״Pro ..cucurbita" sive ״liedera“ in Hebraeo legiinua Cicaiou tpp'“). quae etiam lingua Syra et Punica ,,Eikorea“**) dicitur. Eet autem genus virgulti, vel arbusculae, lata babens folia in niodum pampini et umbram densissiinain. suo trunco se sustinens. quae in Palaestina creberrime nascitur et maxime in arenosis locis: minuiique in niodum, si sementem in terram jeceris. cito confota consurgit arborem et intra paucos dies quam berbam videras arbusculam suspicis. Unde et nos eodem tempore, quo interpretabamur prophetas, voluimus idipsmn Hebraeae linguae nomen etprimere, <|uia sernm Latinus baue speciem arboris non babebat; sed timuimus grammaticos, ne invenirent licentiam commentandi etc. secuti smnus veteres translatores. qui et ipsi baederam interpretati sunt, quae Graece appellatur x1a־t6c, aliud enim quid dicerent, non liabebant“. Hieronymus, der die Pflanze aus eigener Anschauung kannte, ist der LXX gegenüber im vollen Rechte. Er hätte nur bei seinem ersten Vorsatz bleiben und das Wort des Grnndtextes unübersetzt lassen sollen; denn ebensowenig wie das griechische xoXox’IvAt] ( cucurbita - Kiirbiss) der LXX, entspricht das lateinische ״hedera“ (= Epheu) dem hebr. Kikajon. Das Targum lässt es unübersetzt; ebeuso Aquila und Theod. x'.xswva; der Syrer übersetzt es ebenfalls mit שרורא דר-י־א (eine Kürbissstaude); Sym. übersetzt es mit xtaoov ־^- hedera. Im Talmud jedoch (Sabb. 21a) wird zur Erklärung des Wortes קיק in der Mischna daselbst (II, 1) eine Ansicht angeführt: קיקיק דיונה und Rabba b. b. Ghana fügt hinzu, er habe diese Pflanze selbst gesehen, sie sei der Riciuus-Staude ähnlich (לדידי חזי לי קירדון דיונה ולצלוליבא דמי); sie gedeihe auf sumpfreichem Boden, ihrer schattigen und duftigen Blätter wegen ziehe man sie oft an den Eingängen von Krämerladen, ans ihren Körnern presse man ein Oel (שמן קיק). Auch im Aegyptischen heisst sie xixt und xoOxi. Maimonides (im Misclinacommentar z. St.) giebt als die arabische Bezeichnung S'TD an. Auch Kimclii beruft sich (im Commentar zu Jona) auf diese Talmudstelle und führt die Erklärung des Samuel ibn Chofni an. שהוא צשב הנקרא בל׳ צרכי אלכ-״וע. 14. Zum Schlüsse sei hier noch auf die von Hieronymus im Prooemium gemachte nähere Angabe über des Propheten Geburtsort und Grab hingewiesen. Als ersterer wird Reg. II. 14,25 גת חפר genannt; Hieronymus bezeichnet dieses als ein zwei römische Meilen von Sepplioris auf dem Wege nach Tiberias gelegenes Dörfchen, (Geth in seeuudo Sephorim milliario, quae hodie appellatur Diocaesarea euntibus Tiberiadem haud procul est viculus, ubi et sepulcrum ejus ostenditur.) Robinson (Pal. III, 449) nennt auch ein unweit Sepplioris gelegenes Dorf el-Meshhad, woselbst das Grab des Nabi Junas gezeigt wird. — Hiernach ist die Angabe Benjamins von Tudela, der in seinem Reisebericht das Grab in Sepplioris sein lässt, ungenau: צפורי, ושם קברו של רבנו הקדוש, ור׳ חייא שצלה מבבל ויונה בן אמתי, והם קבורים בהרז Im Midrasch Gen. rabb. c. 98 wird zu **) Nach Murtinnay 1unns es ״t'iceia“ heissen; ״Kl Korea“ ist die arahische Bezeichnen{;. נת חפר erklärend hinzufügt אילין נובבתא דצפורין, womit Euseb. (.)nomast. sub Gabbathon zu vergleichen ist: ״Est alia villa Gabbatha in tinibus Diocaosareae“. Nach Robinson (a. a. 0. III, 441) liegt das jetzige Dschebata im Süden von Sepplioris. Zur Erklärung zweier Talmud-Stellen. 1. Herr Professor Dr. Ludwig Blau bringt im 41. Jahrgange der Frankel’schen Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judenthums (1897 p. 6) einzelne interessante tahnudische Randnoten des Herrn Rabbinatspräses S. L. Brill s. A. in Budapest. Zur Stelle in Schabbath 30 b. citirt Blau im Namen seines Gewährsmannes folgende Glosse: כל ת׳ח שיושב לפני רבו ואיו שפתותיו נוטפות מר תבוינה שנ׳ (ש׳הש 5,13) שפתותיו שושנים נוטפות מור עובר ובו Luria meint, die erste Hälfte des Ausspruches kann aus der Schriftstelle vermittelst eines אל תקרי מור אלא מר herausgelesen werden. Woraus folgt aber im entgegengesetzten Falle, dass seine Lippen verbrannt werden? Worauf gründet sich das Wort תבוינה? Auf diese Frage — so antwortet Brill — kann man aus einer andern Agada eine Antwort schöpfen. Wir lesen Erubin 53 b: Wenn R. Abaliu sich witzig ausdrücken wollte, damit ihn nicht Jeder verstehe, sprach er so: ״ .אתרינו לפחמיז ארקיעו לזהבין ובו׳Facht an das Feuer, breitet aus die Gluth und bereitet mir zwei Nachtzeitverkünder!“ (Hühner). Man sieht hieraus, dass והבין, dessen Grundbedeutung ״roth“ ist. auch glühende Kohlen bedeuten kann. Nun lautet die folgende Schriftstelle (im H. L. 5,14) גלילי זהב VT. In dieser ist enthalten זהב =) תבוינה). — Nach unserer unmassgeblichen Ansicht ist dieser Erklärungsversuch etwas weit hergeholt. Man darf ihn wohl gezwungen und gewaltsam nennen. Wenn der Beweis sich erst auf den folgenden Vers stützen 8011, dann fehlt ja an der betreffenden Talmudstelle die Hauptsache. Unsere Talmudstelle bietet nicht die geringste Handhabe zu dieser durchaus nicht einfach liegenden agadisclien Deutung. Und doch scheint schon der Gelehrte R. Jeschajah-Berlin, auf die richtige Spur der einfachem Erklärung uns hinzuweisen. Er glossirt unsere Talmudstelle mit den vier Wörtchen: עיין בערוך ערך טף. Wer die Mühe nicht scheut, den Aruch zu Rathe zu ziehen, kann zu einer viel einfachem und natürlichem Erklärung unserer Stelle gelangen S. v. טןן VI, citirt Aruch die Stelle Jes.43,17, wo das Targum כבו mit טפו übersetzt. טף hat wohl hier die Bedeutung von ״glimmen“, ״Rauch verursachen“. Benjamin Mussaphia leitet es an dieser Stelle aus dem Griechischen ab und erinnert hierbei wohl mit Recht an das griechische Etymon z6(fu> ״glimmen“ ״Rauch machen.“ Das in dem obigen Talmudcitat (H. L. 5,13) befindliche נוטפות, welches an טף anklingt, bietet für die agadische Erklärung eine gewisse phonetische Berechtigung. In jedem Falle dürfte sich diese Deutung als weniger gekünstelt und gezwungen empfehlen. (Nachbemerkung der Redaktion: Auch diese Erklärung scheint uns nicht stichhaltig zu sein. Denn