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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1901-01-01 · No. 8. (1901) · p. Seite 60

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
24-25 (1900-1901)
Issue
No. 8. (1901)
Date
1901-01-01
Page
Seite 60 (sequence 4)
Language
German
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60 Der Grund davon mag darin zu suchen sein, dass in späteren Zeiten, als die Juden im neupersischen Reiche wohnten, der stete Verkehr mit den Persern die Scheu vor neuen Ideen bei ihnen verdrängt hatte, zumal, da sie nicht mehr so wie früher auf der Höhe der Wissenschaften ihrer Zeit standen. Ueber שבת הגדול. Von Unbbiner Dr. (Joldfahn. Im Jahre 1886, in welchem ich über das in der Uebersclirift genannte Thema einen Artikel im ״Jüd. Litteraturblatte'־ (Jahrgang 15. Seite 156 ff.) veröffentlichte, wusste ich bloss, was ich als junger Bursche (wenn ich nicht irre, im Jahre 1862) im ״Hammaggid“ des sei. Silbermann gelesen hatte, dass Rabbiner J. Roth s. A. in Ungarisch-Brod die Bezeichnung ״Scliabbath Haggadol“ auf Maleachi 3,23 zurückführt, weil dieser Vers in der Haphtara für den Sabbat, auf welchen der Rüsttag des Pessach fällt, gelesen wird und daraus beweisen wollte, dass das betreffende Stück aus dem Propheten Maleachi an jedem Sabbat vor Pessach, wenn auch der Rüsttag auf einen Wochentag fällt, gelesen werden müsste. Seither aber gelangte ich in den Besitz des ,,Matteh Mosche‘־ von R. Moses aus Przemysl (Warschau, 1876) und des Jahrganges. 1859 der Franke!sehen Monatsschrift. 1111 M. M. § 542 berichtet R. Moses ans Przemysl, dass sein Lehrer R. Salomo Luria der Meinung gewesen sei, die Be- Zeichnung: ״Haggadol“ sei dem Ausdrucke: ״Haggadol“ in der fraglichen Haphtara entlehnt. Dieser Ansicht sehliesst sich auch Dr. B. Beer 8. A. in Frankels Monatsschrift (1859 Seite 188) in der Rezension über ,,die Ritus“ von Dr. Zunz Berlin 1859, mit dem Bemerken an. dass Maleachi 3,4 ff. .,die eigentliche für פרשת צו bestimmte Haphtara gewesen sei“ und nicht Jeremia 7,11 (lies: 21) wie bei uns gewöhnlich. Ich kann dieser Meinung nicht beistimmen. Zunächst müsste sodann, wie bereits Luria bemerkt, der Sabbat: וערבה heissen nach dem Anfangsworte der Haphtara, wie das auch sonst bei den Haphtaroth üblich ist, z. B. bei den Sabbaten vor und nach dem 9. Ab. Wo die Bezeichnung einem andern Worte oder Wortgefüge entnommen ist, dort giebt das benutzte Wort oder Wortgefüge entweder den Inhalt des Stückes oder die Tendenz der Haphtara an. was bei dem Ausdrucke Schabbath Haggadol nicht der Fall ist. Der Behauptung Philippsons ,,das Buch der Haphtoroth“ (lies: Haphtaroth) Leipzig 1859 Seite 268, das Stück aus dem Propheten Maleachi sei darum für ,.den Schabbath vor dem Pessaclifeste" gewählt, weil es ,,den »grossen Tag des Gerichtes«, welcher der zukünftigen Erlösung vorangehen müsse, behandelt und nach Roscli Hasch, p. 11a n. a. O. die einstige Erlösung ganz in der Weise sich wiederholen sollte, wie die Befreiung aus Aegypten geschehen“ steht entgegen: J) dass dann die Bezeichnung lauten müsste: Schabbath Jom Haggadol“; 2) dass dann mit Rücksicht auf die Halacha (Pessacliim 13a und Erubin 43, Jeruchalnii Pessachim 30 b), welche eben an den fraglichen Vers von Maleachi 3,23 anknüpft, die fragliche Haphtara. im Gegensätze zu den» üblichen Gebrauche, gerade au dem Sabbat, auf welchen der Rüsttag des Pessachfestes fällt, nicht gelesen werden dürfte; 3) wenn bei der Wahl dieser Haphtara die Rücksicht auf die einstige Erlösung obgewaltet• hätte, 80 sieht man nicht ein, warum die Haphtara mit Vers 3,4 und nicht mit 3,1 beginnt. Nicht die Rücksicht auf ,,die einstige Erlösung“ war das Motiv bei der Wahl dieser Haphtara, sondern die Verheissung Vers 3,4: ״Dass dem Ewigen die Opfer Juda’s und Jeruschalmi’s einst wieder angenehm sein werden“, haben zur Wahl dieser Haphtara für פרשת צו״“ geführt. Was war die Ursache? Darüber giebt uns das Gutachten des R. Menachein b. Machir. der Schüler Raclii'8 im Pardes ed. Constantinopel 1802 p. 61 d. und Or Sarua ed. Sitomor 1862 II p. 162a abgedruckt und von mir im Litteraturblatte 1. 1 Seite 166 im Auszuge mitgetlieilt, genügenden Aufscldnss, denn dass nicht Maleachi 3,4 ff., wie der 8e! Dr. B. Beer! 1. behauptet, ..die eigentliche für פרשת צו bestimmte Haphtara gewesen sei. sondern Jeremia 7.21.ff., ersieht man aus Megilla 23b und aus den Verzeichnissen der Haphtaroth von R. Samuel Nagid (האשכול des R. Isak b. Abraham ed. Auerbach II Seite 67) R. Moses ben Maimon u. A. sowie auch aus den Verzeichnissen zu dem Bibelexemplar, welches R. Menachein Vorgelegen hatte und angeblich aus Babylon gebracht worden wäre. Vielleicht brachte der Urahn des R. Menachein ben Macliir, Rabbi Machir, der Gründer des Lehrhauses in Narbonne (Grätz, Gesell. V2. Seite 196) dieses Bibelexeinplar aus seiner Heimath Babylon. Ob nun die Randbemerkung zu Maleachi 3,4 noch in Babylon, wo in den Zeiten der jüngeren Amoräer und in den nachtalmudischen Zeiten gleichfalls Disputationen mit Christen stattfanden, hinzugefügt worden, oder ob erst in Frankreich, lässt sich natürlich jetzt nicht mehr bestimmen*). Aus den Mittheilungen des R. Menachein ist aber zu ersehen, dass auch diese Haphtara, wo deren erwähnt wird, gleich den meisten Haphtaroth, nach dem Anfangsworte, d. i. וערבה genannt wird. (Schluss folgt.) Aus Hieronymus’ Commentar zu Jona. Von Dr. M. Kah 111er. (Schluss.) 8. Cap. 11. v. 3. קראתי וכי שועתי Hieronymus übersetzt nach dem massoretischen Text: Clamavi de tribulatione mea etc. de ventre iuferi clamavi et exaudisti vocem meam. Er bemerkt hierzu: Septuaginta similiter; hoc tantiimmodo coinmutato: de ventre inferi *) Ueber K. Meuitchem b. Machir vgl. Landshut Amude Ha- Aboda Seite 189 s. 11.; Senior Sachs im Sninmelhand der Mekize Nirdamim Jahrgang 1893 Seite 38. Vielleicht ist anch lt. Machir, dessen Jalkut zu Jesaja Spiro 1894 und zu den l'salmen Bnber Jlerdyczew 1899 herausgegeben, ein Nachkomme des liabbi Machir. Die Vermuthung Spiro's im Vorworte zu seiner Ausgabe des Jalkut llaiumuchiri Seite 111, dass K. Machir den! Namen nach zu scliliessen ein Franzose war, hätte Hoher in seinem Vorworte zu seiner Ausgabe Seite 8 i? 4 nicht so kurzwog abweisen sollen. Die Namen Machir und Todros (Theodoras) kommen häufig in Frankreich und in der Kheingegend in der Familie des alten li. Machir und des H.Gersch om vor. Auch Aha Mari ist in Frank reich häutig. Ist etwa der Kahhiner Josef hen Aha Mari, der Urahn den Verfassers des Jalkut Hummnchiri, li. Josef .11111 Kaspi?

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