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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1901-01-01 · No. 7. (1901) · p. Seite 55

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
24-25 (1900-1901)
Issue
No. 7. (1901)
Date
1901-01-01
Page
Seite 55 (sequence 7)
Language
German
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55 tulerunt. Die LXX übersetzen, als stünde ״ שכרוsei- 11 en, d. 11. den von ihm geforderten, Fahrlohn“. Hieronyinus sucht aber die nmssoretische LA, שכרה (juxta Hebraicum) zu rechtfertigen, indem er erklärt, dass unter ״Lohn des Schiffes“ der Betrag für die Fahrt verstanden sei. Er will damit offenbar die hagadische Erklärung, dass der Prophet den Preis für das ganze Schiff gezahlt habe, ausschliessen. (Cfr. Raschi z. St. שנתן שכר כורה, ebenso Kimchi z. st, und Jaik. יונה (.עשיר היה ״;>. ibid. V. 9. עברי אנכי. Hieronymus urgirt ..non dixit“ Judaeus ego sum, quod scissura decem tribuum a duabus populo notnen imposuit. 8ed Hebraeus sum, hoc est TtepaxYji;, transitor, sicut et Abraham, qui dicere poterat-: Advena sum ego et peregrinus sicut omnes patres mei (Ps. 38). Dass sich der Prophet hier als ״ עבריder Hinübergehende, Uebersetzende“ bezeichnet, ist situationsgemäss; Abarbanell geht wohl aber zu weit, wenn er meint, dass er mit צברי andeuten wollte שהיה צבריין ועובר על מצות אלהיו» Eigenthümlich aber ist's, dass das Targ. hier יהודאה אנא übersetzt. Die LXX übersetzen: 80GX0{ v.upiou lipl iya) lasen offenbar עבד י׳ (*אנכי, was allerdings keine Antwort auf die Frage אי מזה צם אתה ist. 6. Ibid. V. 12. שאוני והטילוני אל הים, Animadvertenda fugitivi nostri magnanimitas; non tergiversatur, non dissimulat, non negat, sed qui confessus est fuerat de fuga, poenani libenter assumit. se cupiens perire. Dieser Gedankengang stimmt vollständig mit R. Jonathan überein, welcher Mechilta p. 2 sagt: לא הלד יונה אלא לאבר עצמו כים שני ויאמר אליהם שאוני והטילוני אל הים: 7. Ibid. v. KJ. ויזכרו זבח לי“* וידרו נדרים. Die Frage, woher sie auf dem Schiffe Tliiere zu Schlachtopfern hergenommen, beschäftigte schon die alten Exegeten. Das Targum übersetzt ״ ואמרו לדבחא דבחsie versprachen Schlachtopfer darzubringen“ (wenn sie ans Land gekommen sein würden). ' Hieronymus meint, das sei nicht wörtlich zu nehmen, sondern mit Bezug auf Ps. 49 und 50, sowie Hosea 14 nur bildlich: ״Ein zerknirschtes Geinüth ist Gott ein wohlgefälliges Opfer“. ״Opfere Gott Dank, lasst ihn uns statt mit Farren mit unsern Lippen (mit Gebet) zahlen. .,Et immolaverunt hostias, quas certe juxta litt er am in mediis fluctibus non habebant, sed quia sacrificium Deo spiritus contribulatus est. Et in alio loco dicitur: Immola Deo sacrificium laudis etc. Rursum: Reddemus tibi vitulos labiorum nostruin (ונשלמה פרים שפתינו). Kimchi schliesst sich dem Targ. an: איך זבחו זבח כספינה אלא פירושו בתרגומו וכל. Die hagadische Erklärung bezieht die Worte ויזבחו זבח auf die Besehneiduug, die sie an sich vomahmen. וכי זבח זכהו אלא זה דם ברית מילה שהוא כדם זבח (cfr. Pirke d' R. Elieser c. 10). *) Wenn dieses עבד יי uns עברי verseilrieben sein soll, daun müsste man annelimen, dass mau schon damals fiir den vollen 4r0tteNm1men die Abbreviatur 'י kannte. In diesem Sinne (des Uebertritts zum Judenthum) fasst Hieronymus die folgenden Worte לדרו נדרים ״vota facientes“, se nunquam ab eo, quem colere coeperant, recessuros. (Cfr. Raschi z. St. ,וידרו נדרים שיתגיירו.) Ebenso heisst es (Pirke d’ R. Elieser a. a. O.) ונדרו ושלמו להביא איש את אשתו ואת כל אשר לו ליראת אלהי יינה. Hiernach erstreckte sich ihr Gelübde auf ihre Familien, denn dass sie selbst Proselyten geworden, wurde ja schon mit den Worten זבח FQV’ an-;jedeutet. (Schluss folgt.) Litteraturbericht. Recensionen. Sehreiner, Dr.« Martin, Studien über Jeschua ben Jeliuda. (XVIII. Bericht über die ״Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthums“ in Berlin) — Berlin 1900 Wäre die Bewegung der Karäer, welche die Tradition leugneten, eine theologisch-religiöse gewesen, die Bedeutung derselben würde, wenn schon nicht gerechtfertigt, 80 doch motivirt worden sein, insbesondere im Xll. Jahrhundert in Spanien. Die mit Anan begonnene Bewegung aber war keine politische und auch keine kirchliche, sondem eine kirehen-politische. Sie wurzelte nicht im Herzen der Glaubensgemeinschaft der Juden, sondern entstand nach muslimischem Vorbilde. In Arabien bekämpften sich die Mutaziliten (Rationalisten) und die Mutakallime (Traditionalisten). Im Jndenthnm war der Kampf der Traditionalen (Rabbaniten) gegen die Rationalen (Karäer) entbrannt, welche ganz unter dem Einfluss der Mutaziliten sich begaben, welche zur Zeit Harun-al-Raschid’s missliebig waren, aber unter al-Mamun zu Macht und Ansehn gelangten. So erklärt es sich, weshalb die Karäer den Muslimen näher standen, als den Juden und in der jiidisehen Glaubensgemeinschaft niemals festen Boden gewinnen konnten. Aber nicht nur auf religiösem Gebiete, sondern auch auf dem der philosophischen Wissenschaft hatten die Karäer besonders an den Toledanern Jehuda Halewi und Ibn Dawüd geistesmächtige Gegner. Die Karäer hatten sich nicht in die Philosophie hineinexegesirt, noch auch in die Exegese hineinphilosophirt, sondern mit dialektischen Betrachtungen metaphysischen Inhaltes ihre Schrift- und Gesetzesforschung umwoben —- und standen nicht auf der Höhe der aristotelischen spekulativen Wissenschaft. Ein hervorragender Vertreter der karäischen Schule war Jeschua ben Jehuda (Abu al-Farag Furkan ihn Asad), der um die Mitte des 11. Jahrhunderts in Jerusalem lebte und wirkte. In den vom Herrn Dr. Schreiner mitgetheilten Proben eines Commentars zu den ersten zwei Wochenahschnitten des Pentateuchs (Brcschith Rabbah) und in der veröffentlichten hebräischen Uebersetzung der arabischabgefassten Einleitung zum Buche von den verbotenen Verwandtschaftsgraden (0׳ העריות) hat der Verfasser Jeschua ben Jeliuda Bibelexegese und hebräische Rechtswissenschaft nur gestreift, aber recht viel metaphysisch-ethisches Gedankenmaterial geboten. Er hat das grosse Verdienst, dem altislainischeu Fatalismus gegenüber die Willensfreiheit des Menschen auf den Thron erhoben zu haben. Doch ist dieses Verdienst mutazilitisch. Die Einheit des unkörperlichen uuersehaffenen Schöpfers alles Guten, des ewigen Gottes, aus dessen Substanz heraus die Erscheinungen der Welt als Accidenzen bis in die kleinsten Atome hinein in Raum und Zeit, je nach dem Umfange

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