Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 24-25 (1900-1901)
- Issue
- No. 7. (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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56 und Masse der Bewegung, sich harmonisch gestalten: ist das Krgehniss metaphysischer Betrachtung, welche dem dualistischen Prinzip des alten Parsismus ein Gegengewicht bietet. Wie die metaphysische Erkenntniss alles Böse aus dem Göttlichen aussehliesst und, jüdischer Anschauung gemäss*), auch das scheinbar Böse als wahrhaft Gutes hetrachten lässt, so schritt Jeschua heu Jehuda zu dem ethischen Standpunkt fort, wonach das absolut Gute im sittlichen Bewusstsein zu suchen und zu finden ist, und aus dieser (Quelle das Göttliche des wahrhaft Sittlichen gewonnen werden kann. Hingegen ist die Erklärung der Sprache aus menschlicher Uebereinkunft recht lückenhaft; da die menschliche Seele aus dem göttlichen Geiste heraus das Gerüste der Sprache auf- und ausbaut. Offenbar stand Jeschua heil Jehuda unter niutnzilitischcm Einfluss und mochte vor dem göttlichen Worte, dem ״Kalam Allalii“, auch in philosophischer Auslegung den Rückzug angetreten haben. — Eine eigenartige Erscheinung ist's, dass die Mutaziliteil auf ihr religions-wissenschaftliches Erkenntnissgebiet einen reinen und reichen Strom ethisch-exegetischer Erörterungen gerade jener Kabbinen hingelenkt hatten, deren Gegner die der mutazilitischen Anschauung ergebeneu Karäer waren. — Es sei bei dieser Gelegenheit mir gestattet, hervorzuhehen, dass der Ausspruch ״Das Unglück erfreue so, wie das Wohlergehen“ (8. l.'l) seinen Quellpunkt hat in Psalm 101,1 (Jnlkut z. St.) Die Parallele zu der Sentenz: ״Der Gläubige sieht seine Sünden, als würde er unter einem Berge sitzen und fürchtet, dass er auf ihn fällt, der Bösewicht sieht aber seine Sünden, als wären sie eine Fliege, die an seiner Nase vorüberfliegt“ befindet sich im Talmud (Suckah 5*2a): ״Dem Gerechten erscheint die Sünde wie ein hoher Berg, den Sündern wie ein Haar". Zu diesen Ideen wurde ich durch die gelehrte Arbeit des Herrn Dr. Schreiner angeregt, welche sich durch gründliche Quellenstudien in der einschlägigen arabischjüdischen Litteratur auszeichnet und sowohl in philosophischer, als auch philologischer Hinsicht empfehlenswerth ist. Die Schrift reiht sich würdig den Studien an, welche der sei. Kabh. Dr.Frankl auf dem Gebiete der karäischen Litteratur veröffentlicht hat, welcher gleichfalls an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin in rühmlichster Weise gewirkt hat. _ _ Pr. S. Naselier. *) Seite 15, Note I. Litterarischer Anzeiger. Soeben erschienen: Das vortreffliche Werk von Rosa Pomeranz. Tm Cande der notb. Preis M. 3.- Ferner; Drcyfu$-mentoircn. Preis X. 3. Beide Bücher sind zur Anschaffung für die Bibliotheken der jüdischen Geschichts- und Litteratur-Vereine bestens empfohlen und gewähre ich denselben auf obige Preise IO"; 0 Rabatt. Jakob B. Brandei•! Breslau, Carlstr. 30. Zu verkaufen: ן״ןןךן^ (nach Kditio Saliioneta 1567) herausgegeben ” ״ " ■ und erläutert von Dr. A. Berliner. I. 11. II. Tlieil gcb. 12 M. 11108801־>» רלמרזח ^די״ויץ לזחיח zur sofortigen t;m- U t\m iu &U« Wandlung jedes bürgerlichen Dutums in das entsprechende jüdische und umgekehrt — ohne irgendwelche Berechnung — für die Jahre 1760—1050 Von L. Cohen. Preis geh. 2 M. SO Pf• Jahrbuch zur Beförderung einer wissenselmftlieh genauen Kenntniss des t jetzigen und des alten Palästina. Herausgegehen unter Mitwirkung von Fachmännern von A. M. LunCZ. — 1. Jalirg. 51140/1 — 1881. Deutseher Tlieil: HIB S. — Hehr. Theil: 202 S. 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(Sehluss). — Aus Hieronymus' Commentar zu Jona. Von Dr. M. Kahmer. Litferaturberlcht. Keeensioneu : Schreiner, Dr. Martin, Studien über Jeschua Iten Jehuda. Von Dr. S. Nasetier. Litterarischer Anzeiger. — Briefkasten. Verantwortlicher Kedactcur: Haititiner Dr. M. Kahm er, Magdeburg. Druck von Leistner & D re w fs, Magdeburg.