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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1901-01-01 · No. 6. (1901) · p. Seite 47

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
24-25 (1900-1901)
Issue
No. 6. (1901)
Date
1901-01-01
Page
Seite 47 (sequence 7)
Language
German
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47 führen. Hierzu kommt noch die sprachliche Erklärung des H.: Quia ergo lingua Assyriorum ״terminus“, qui Hebraice vocatur גבול» dicitur Sapharad,hunc sensum esse conjicio: Transmigratio Hierusalem, quae in cunctis terminis regionibusque divisa est, urbes austri צדי־ הננס) i.«. tribus suae recipiet. Im Syrischen heisst ״Safar“ (ספר) ,,Rand (des Meeres), Küste, Hafen“ im talmud. Idiom wird es dann allgemein als ״Grenze“ גבול angewendet, so Jebam. 48b בעיר הסמוכה לספר Sota 42a, Baba kam. 83a, Tanchuma zu Num. 13,29. הנגב צל הספי־ צל דרך כניסתן של א״י pבא Freilich bleibt hiernach das ,ף in ספרד unerklärt, es sei denn, dass man mit J. D. Michaelis (Supplem. p. 1801) annimmt, das Wort sei aus zwei Stämmen zusammengesetzt 0פר Grenze und ״ פרדtrennen“. Der kimmerische Bosporus bildet allerdings die natürliehe Grenze und Trennungslinie zwischen Asien und Europa. — Auch in seinem Commentar zu Secharja X, 11 erwähnt H. der altjüdischen Tradition, dass die Juden von den Assyrern und Chaldäern in die Gegend des Bosporus gefangen weggeführt worden seien. Er berichtet daselbst: Narrant Hebraei, captivum populum Judaeorum non solum in Medos et Persas, sed in Bosphorum quoque et septentrionnlem plagam ab A88yriis atque Chaldaeis esse translatum et postea eos ex parte revocatos etc. — Was die schon von Hier, unerklärlich gefundene Uebersetzung der LXX von 'ספ mitEphratha anbetrifft, so scheint hier eine, beiEigenna men oft vorkommende Textverderbniss vorzuliegen. Schon dass die LXX בספרד mit?w; Eqppa&i übersetzen als stände צד ספרד giebt der Vermntlmng Raum, dass das; von £(1); zu EcppaO-4 gehöre, es also 2e<ppa&a heissen müsse und dieses eine Missbildung von 2e<papa5 sei*); aus ’ev Se^apaS entstand Sw; Icpptzdu. Zur LA. Sw; verführte den Copisten die Analogie mit dem vorstehenden צד צדפת &*>! Saperctöv. Zu bemerken ist noch, dass zu Hapeniäv die Marginalnote sich findet: In exemplari Eusebiano Etppa&a erat, hiernach wäre das Sw; EfppaO'a gar nicht die Uebersetzung von בספרד, sondern eine andere Rand-LA. der Ueber- Setzung von צד צרפת, die dann in den Text hineingerathen, aber an eine falsche Stelle. 10. ibid. v. 21 ״ וצלו מושיציםPro eo quod nos — bemerkt H. — interpretati sumus et ascendent saluatores ac LXX transtulerunt hi qui salvi fuerint, (4vaaw£6pevo׳.) in Hebraeo scriptum est Mosim (מושעים); qui non ut Aquila et LXX et Theodotio passive aeawajuvoc vel dvaaw^öjievoi, sed juxta Svnimachum awa&vxe;, it est active saluatores, intelligendi sunt. Siquidem aeawapevoi i. e. salvati Phaletim (פליטים) Hebraeo sermone dicuntur.“ Die Bemerkung des Hieronymus, dass מושיצים aktive Bedeutung habe, ist richtig, um so auffallender ist es, dass die LXX, A. und Th. es passiv fassen, zu denen sich auch der Syrer פדיקא geseilt, während das Targ. (|י(מש1בי wie H. *) Die Aldina hat nach der ed. Koni, cum Veneta et Comp!, ■die DA. 'Atpapid■ und für SapSTClwv (צרפת) 'Apecpftwv. dem Sym. folgend, es aktiv übersetzen. Ob jene hier• bei sich nur vom Zusammenhang mit dem vorhergehenden Verse, in welchem von den aus der Gefangenschaft heimkehrenden und die Städte im Süden wieder in Besitz nehmenden Israeliten die Rede ist, leiten liessen, und deshalb sinngemäss Vers 20 die Geretteten“ hinaufziehen lassen, oder ob vielleicht die defective Schreibung des Wortes מ1שצים (ohne *י hinter ׳^; an der nur noch einmal Nehemia 10,27 vorkommenden Stelle ist es plene מושיעים geschrieben), schuld an der passiven Uebersetzung ist, lässt sich nicht mehr entscheiden. Uebrigens wäre es dnn^ nicht, wie Rosenmüller in seinen Schol. z. St. meint, מרשעים zu lesen, diese Form kommt nicht vor, sondern es hätte נושעים Stehen müssen. Das פליטיו in V. 14 übersetzt übrigens H. mit ״qui fugerint“; die T.TTX1״ ־it 4vaaw£0|14voc und ebenso der Syrer VTQT^D- Litteraturbericht. Recensionen. Miml8rach umimaarab (Von Ost und West). Hebräisches Sammelbuch für Wissenschaft und Litteratur, Herausgegeben von Rüben Brainin (Band IV) Berlin 1899. Dieses Sammelbuch ist in einem im Geiste der Neuzeit fortentwickelten Hebräisch geschrieben, welches sowohl talmudisch-rabbinische Sentenzen, als auch eingebürgerte fremdsprachliche, wissenschaftliche Termini in den Text verwebt Der vorliegende Band eröffnet »ich mit der Dar- Stellung des geistigen Lebens und Strebens des ״Gaon von Wilna“ vom Herausgeber. Aus dem 13. Jahrhundert führt das Buch den Vorkämpfer der Religion des Judenthums, Josepf Sohn des Nathan Official vor, der im Wortstreite mit Judenfeindliehen Bibelforschern durch geschickte Schriftauslegungen das Ansehen der biblischen Wahrheiten zu retten suchte. Beispielsweise sei aus den Studien des Graudrabbin Zadoc Kahn (Versailles 1882) die Rechtfertigung des Erzvaters Jakob durch Josef Official hier angeführt. ״Esau hatte dem Patriarchen Jakob deshalb das Recht der Erstgeburt freiwillig eingeräumt, weil er bei seinem Jagd- und Kriegshandwerk dem Tode stündlich ins Auge sah. Die Linsenmahlzeit aber war weder Preis noch die Bedingung der Uebertragung der Erstgeburt, sondern hatte nnr Gelegenheit zu wechselseitiger Vereinbarung geboten, wie’8 in kaufmännischen Kreisen üblich war“ (S. 23). Sehr schätzenswerth sind die litterarischen Beiträge, des Dr.Schreiner, Dr. Malter, Dr. Probstein, Dr. Brditzebsky, Dr. Kindtbrüger (über das Hiphil) und des Prof. Dr. Stein- Schneider über die mathematischen Studien der Juden. Dr. Mandelkern entdeckt einen falschen, dem Maimonides in der Zeit der Sabbathianer fälschlich zugeschriebenen handschriftlichen Commentar zum Buche Hiob in der Bibliothek zu Frankfurt a M. (Ms. Orient. V. 5.) Die inneren Gegensätze der alten und neuen Zeit schildert Bar Gorjon in farbenreichen Bildern, die äussere Gegenschaft des Judenthums schildert beredt H. I). Horviz und findet den Quellpunkt derselben in der materiellen Anschauung. Ein Gegner des Antisemitismus ist, nach der Mittheilung des Dr. Birnbaum, Heinrich Ibsen, ein Dichter, der wohl nicht durch die Iliiniuelspforten der Glückseligkeit, sondern aus den Abgründen düsterer Leiden und Leidenschaften das sittliche Ideal des Judenthums zum

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