Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 24-25 (1900-1901)
- Issue
- No. 6. (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 6)
- Language
- German
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46 ebensozu Je8. 60,10, wo Hieronymus das נכך ^D nach Aquila mit ״filii peregrinorum“ übersetzt. — Das Targum übersetzt נכדו DVD mit ,,"V'YDn DVD1 wie das im folgenden Verse vorkommende איידי DVD» Auch lbn Esra bemerkt hier: DV KTI TO) DVD אידו*)• Mau vergl. auch Hiob 31,3, wo das Targum נכר ebenfalls durch ת^א wiedergiebt; es entspricht v * daselbst dem ¬איד im Vordersätze . 7. Ibid. V. 16. Zu יתמיד welches die LXX mit ölvov übersetzen, bemerktRoseumüller in seinen Scholien z. St., sie hätten VDH gelesen. Da aber schon in der Misclina und Tosifta das Wort תמד für besonders guten und scharfen Wein geläufig ist (cfr. Orlah 1,8), so dürfte eher anzunehmen sein, dass der griechische Uebersetzer des Obadja תמיד für identisch mit 1DP nahm. 8. Ibid. V. 18 שריד übersetzt H. ganz richtig mit ״reliquiae,“ wie kurz vorher (V. 14) שרידיו mit ״reliquos ejus.“ Auffallend aber ist die Uebersetzung der LXX zu V. 18. Hieron. schreibt darüber: Hoc enim quod LXX transtulerunt 7njp&^6p&v, nos in frumentarium vertimus, juxta antiqui sermonis eloquium eos enim quos nunc agentes in rebus vel Veredarios appellant, veteres frumentarios nominabant. Sed melius est ut ipsum sequamur Hebraicum, id est Sarid ישריד quod interpretatur vel reliquis juxta Aquilam, vel effugiens juxta Symmachuin, vel secundum Theodotionem et quintam editionem residuus. Wie matt wäre hiernach auch das Bild des Propheten? Selbst die Stoppeln sind verbrannt und kein ״Getreidehändler“ bleibt dem Hause Esau’s. Was hat der ״Getreidehändler“ in diesem Verse zu schaffen? Und wie kommt שריד zu dieser Bedeutung? Darum wohl weist H. zum Schluss auf eine alte andere Lesart in der LXX hin mit den Worten: Sunt qui non mpo<f6pov i. e. frumentarius, sed 71up<pöpov hoc est qui gestare possit igniculum, a LXX translatum putant. Mit dem ״Feuer- oder Fackelträger“ ist hier auch nicht viel geholfenj•) obwohl diese Lesart von mehreren Codices, der Syro-hex. und dem Hesych. unterstützt wird. Erwägt man aber, dass (wie wir schon zu Joel unter 14 bemerkt haben) die LXX das שריד in Jes. 1,9 mit 07t£p|1a, H. mit seinen, übersetzen, als ob sie sarid von sara (= 1רע) ableiteten, so begreift man die LA. 71upc<p6pov (Samenträger, Getreidehändler) schon eher. Abnahme überhaupt, einfür allemal die Summe von 40000 Thlr. entrichtet, und den allerhöchste Versicherung erhalten, dass ihr dafür keine Surrogat aufgelegt werden soll. Die National Schuld ist aber, wie natürlich, durch die bezahlten 40000 Thlr. ansehnlich vergriissert worden. *) Wenn das. Targ. in V. 13 das תשלחנה בחילו iibersezt: ודאושיטתא רץ" בנכסוהי, so ist. daraus nicht zu folgern, es habe für die allerdings ungrammatische Siugularform (תשלחנה) gelesen יתשלח ידך (wie neuero Exegeten annehmen: Ewald, Olshausen), sondern es ist, wie lbn Esra schon z. St. bemerkt, דרך קצרה יהטעש ידיך, das ידיך als Ellipse zu ergänzen. t) Es sei denn, dass der Uebersetzer an die sprichwörtliche griech. Redensart gedacht hat: J5e1 ptTQSe 7t0pcp6p&V nepiytvka- Hai ״es sollte kein Einziger gerettet worden“. 9. Ibid. V. 20. TlpDD עד צרפת• Den erstgenannten Ort hält H. für die Kön. I, 9 und 10 genannte sydonische Stadt, er erklärt: usque ad Sareptarn Sidoniorum, ubi quondam Heliain pavit vidua, während es hier doch wahrscheinheher der Name eines Landes ist; 80 nach Ansicht der älteren jüdischen Commentatoren (Raschi צדפת D-PWBn 0ואומדי (France) פתצ״א בלען pW הוא המל0־ת; ebenso lbn Esra (פרנסיא), Eimchi und Abarbanel •(פרנציא ב01פרדübersetzt H. ״inBosphoro“ und bemerkt dazu im Commentar: Ubi nos posuimus Bospherum in Hebraico habet י0פדד quod nescio cur LXX Ephrata transferre voluerint, cum et Aquila et Syminachus et Thedotio cum Hebraica veritato concordent. (A. hat 2<papaf8, S. ia^apä, Th. Xa<papA8). Wie aber H. zu der Uebersetzung Bosphorus gekommen ist, giebt er selbst wie folgt an: Nos autem ab Hebraeo, qui nos in scripturis sanctis erudivit, didicimus, Bospliorum sic vocari. Hieraus widerlegt sich die Ansicht derer, die H. beschuldigten, daB8 er das Wort nach dem Klange für Bosphorus erklärt habe, indem er das 'ב in פפפרד als zum Stamme gehörig nahm, denn er sagt ausdrücklich in Hebraico habet Sapliarad, und dieses Wort habe ihm sein jüdischer Lehrer mit Bosphorus erklärt; auch übersetzt er (in der Vulgata) ״i n Bosphoro“, erkannte also das 'ב als Präposition. Die Erklärung des jüdischen Lehrers scheint auf einer sehr alten Tradition zu beruhen, die aber in den hebr. Quellen sich nicht erhalten hat. Das Targ., und die Peschittho übersetzen .פפרד mit אפפמיא resp. 6 אספניא. i. Spanien (mit prosthetischem 'א); ihnen folgen die ältesten jiid. Commentatoren, lbn Gannach, Raschi, lbn Esra Eimchi, Abarbanel. Ueber den Zusammenhang von Spanien und den Bosphorus lässt sich nur das eine anführen, dass die Stammbevölkerung des kimmerischen Bosphorus die Iberier waren, die auch Spanien bevölkert haben, das nach ihnen die ״iberische Halbinsel“ genannt wird, (auch der Ebro Iberus hat hiervon seinen Namen*). Sein jüdischer Lehrer, berichtet H. weiter, habe noch zur Erklärung Sefarad-Bosphorus hinzugefügt: ״Ista, inquit, est regio, ad quam Hadrianus captivos transtulit. Quando ergo Christus noster**) venerit, tune reversura est in Judaeam etiam illa captivitas“. Darauf bezieht sich wohl auch, was H. vorher (zu Vers 18 und 19) anmerkt: Cuncta, quae diximus et quae dicturi sumus, Judaei sibi futuro tempore pollicentur. Die Bemerkung des jüd. Lehrers, dass Sefarad die Gegend sei, nach welcher Kaiser Hadrian die gefangenen Juden hinweggeführt habe, müsste die geographischen Forscher doch auf die rechte Spur *) Oppert weist im Joura. Asiat. 1861,279 darauf hin, dass auf einer pers. Keilinschrift neben Cappadocien und Jouien auch ein Land Sparda im Besitz den Perser aufgeführt wird. Nach Lassen (Keilinschr. 60) soll der einheimische Name von Sardes ״Svurad“ gewesen sein. Schräder (K A T. 286) sucht *TnBD in Babylonien und will es mit 00^רש identificiren. **) Unser Gesalbter (טש״חנו) — hieraus ist mit Evidenz ersichtlich, dass der jüd. Lehrer des H. kein zum Christenthum Iiihergetretener Jude gewesen sei, wie noch die neuesten Biographen des H. (cfr.Herzog-Hauk Protest. Real-Encytlop.s.v.Hieron.)annehmen,